ter.
meine
santes, Zimmer solche
, reich- vürdige isondere blikums
sei.
•rliii.
jeder
mgst- mant rzog)
lovcmbcr:
leert
ter aus
7430 ber in der wald. t frei.
11. "MÄ
straße S.
: nach: 8>s* 11*,
H53 i»*,
« 455, 7’*, orf).
, 4«, 7°*,
von: 1*5* 2a,
653*, 11« u 433, 6'8,
12'*-
ten Ziffer»
Ar. 260 > Zweites Blatt. Donnerstag den 8. November 18S3
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Meßen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
Bureaur Schulstraße 7.
von der egyptischen Expeditions - Colonne bei El Obeid auf's Haupt geschlagen worden seien, bis jetzt noch nicht bestätigt hat. Indessen wird die englische Regierung schwerlich gewillt sein, ihre Truppen aus Egypten gänzlich wieder zurückzuziehen, nachdem sie erst zur Pacificirung dieses Landes so große Opfer gebracht hat. Es handelt sich vielmehr darum, um wie viel die englische Occupations-Armee reducirt werden solle und darüber scheint man in den Londoner Regierungskreisen allerdings verschiedener Meinung zu sein. Auf der einen Seite behauptet man, daß zwei kleine Garnisonen in Kairo und Alexandrien genügten, um den Engländern Egypten zu erhalten, auf der andern Seite ist man der Ansicht — und deren Hauptvertreter ist Niemand Geringerer, als General Wood selbst, der Höchstcommandirende der englischen Occupations- Armee — daß zu diesem Zwecke eine verhältnißmäßig bedeutende Truppenzahl nothwendig sei. Sir Evelyn Wood ist der Meinung, daß mindestens 3000 Mann englischer Truppen in Egypten bleiben müßten und wie die Dinge liegen, wird Sir Evelyn Wood wohl auch mit seiner Ansicht durchdringen, denn mit einer Handvoll Truppen könnten die Engländer etwaigen neuen an sie in Egypten herantretenden Ereignissen ernster Natur doch nicht die Stirn bieten.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Zum Borgwesen.
(Nachdruck verboten.)
Die Nachtheile unseres v.-rwerflichen Borgwesens drücken unsere Handwerker und den „kleinen" Geschäftsmann ganz empfindlich und namentlich werden mit Beginn des Winters die Klagen über das lange Kreditnehmen immer lauter. Sehr oft muß der Handwerker viele Monate, meist sogar ein volles Jahr warten, bis seine Arbeit bezahlt wird, und so verliert er nicht nur die Zinsen des auf sein Erzeugniß verwendeten Kapitals, sondern er kommt auch nicht selten In die Gefahr, durch die inzwischen eingetretenen Bermögensverschlechterungen seiner Kunden seine wohlerworbene Forderung ganz oder iheilweise zu verlieren- Auch find die Fälle durchaus keine Seltenheiten, wo der Kunde nach so langer Zeit den Empfang der Waare überhaupt fortleugnet und bestreitet.
Der Gewerbtreibende braucht aber beständig Baargeld, um die nothwendigen Rohmaterialien für seinen Geschäftsbetrieb einzukaufen, die Löhnungen für seine Arbeiter zu bestreiten, die laufenden Steuern und Auslagen zu berichtigen und endlich den Unterhalt für sich und seine Familie zu besorgen.
Fast bei allen kleineren Geschästsleuten besteht die Unsitte, daß erst mtt Schluß des Jahres die R-Snungen sür die geleisteten Arbeiten den Kunden eingesendet werden und gerade durch diese längere Borgfrist kommt der Handwerker nur zu oft selbst in Verlegenheit, seine eigenen Zahlungsverbindlichkeiten pünktlich erfüllen zu können, Er ist genöthigt, mit namhaften Opfern sich anderwärts Gelder für den Betrieb seines Geschäfts zu verschaffen, während er seinen Kunden das weiter kreditirt, was er langst von ihnen hätte fordern können, und da ihm meist das nöthige Baargeld mangelt, entgeht ihm der Vortheil, günstige Geschäftskonjunkluren auszunutzen und insbesondere seine Vortheile zu genießen, welche bei Baarzahlung und beim Einkäufe der Materialien en gros gewährt werden. Der Handwerker hat eben nur Forderungen in se.nem Kontobuche, aber nur selten Baargeld in seiner Kasse.
Durch das Aufgeben dieses langen, in wtrthschaftstcher und moralischer Beziehung schädlichen Borgens aber würde die Gesammtzahl der Konsumenten nur gewinnen, denn derjenige Kunde, welcher den Kredit des Kaufmanns oder des Gewerbtreibenden in Anspruch nimmt muß in der Regel die Waare theurer bezahlen, da der Kreditgeber die Zinsen seines Kapitals auf den Preis der Waare schlagen muß- Der kredst- dedürftige Konsument wird also abhängig vom Kreditgeber und so werden unsere Geschäftsleute endlich begreiflicherweise dazu verleitet, ihre Ansätze in den Jahresrechnungen höher zu stellen, als sie nach den normalen Verhaltn ffen beiragen würden, weil sie eben die entgangenen Zinsen infolge ihres langen Wartens aus diese Weise ausgleichen wollen. , . ..
Das lange und leichtsinnige Kredtigeben ist aber auch sür den Konsumenten nut den verwerflichsten Folgen begleitet, da er durch dieses von allen Seiten in so ausgedehntem Maße gewährte Kreditiren leichtsinnig und geradezu verleitet wird, mepr ju lausen und zu konsumiren, als er nach Maßgabe seiner Verhältnisse überhaupt nothtg hätte. Wenn dann zu Beginn des Neujahrs die zahlreichen Rechnungen kommen, stellen sich bei ihm sehr oft Geldverlegenheilen ein, da ferne Mittel zur sofortigen Begleichung derselben nicht ausreichend sind, und der Gewerbtreibende muß weiter roarten9Bie viele Buchforderungen verliert der kleine Geschäftsmann in Folge dieser langen Kreditgewährungweil mittlerweile seine Schuldner entweder starben oder °^^°Lewer" läßt sich aber nun nicht verkennen, daß an dem berührten Uebelstande sehr häufig die Geschäftsleute selbst mit einen großen Theil der Schuld tragen, indem sie nach ihren Begriffen die Höflichkeit gegenüber den Kunden nicht gern verletzen möchten und in Folge dessen mit der Ueberreichung der Rechnungen monate- und jahre- lang Etew^ wohlhabenden Klassen beanspruchen der h-rs-brachten Sitte gemäß gewöhnlich den allerlängsten Kredit und betrachten es als etwas ganz Selbstverständliches , daß sie jenen kleinen Gewerbtreibenden, denen sie ^rhett gegeben, die Rechnungen erst mit Schluß des Jahres und vielleicht auch wohl noch später bejablen. bag ber Kunde von den Geschäftsleuten die
Rechnungen nicht erhält, obwohl er sie mehrfach fordert. Die bedauerliche Indolenz der kleinen Gewerbtreibenden läßt die großen Vortheile emer rafchen Baa^ablung hrer Arbeit nur zu oft verkennen und endlich wird erfahrungsgemäß in den metften gatten der bezahlende Kunde nicht besser bedient, als jener, welcher den Kredit des Geschäftsmannes in Anspruch nimmt, ja, der letztere erfreut sich meist noch einer viel sorg '"'«"ttÄa-ll »--» d°«
fumtrenbe Publikum der althergebrachten Gepflogenheit huldigt und, statt seine Einkäufe 6mr '$Ä”bSlÄäL »-= »,61 u«b tU l» IN'. Mark erschüttert wird, ist klar, und wenn nicht aus diesem Gebiete eine Aenderung durch einheitliches Vorgehen seitens ber Gewerbtreibenben, der Innungen, Genossenschaften u s w. eintritt, müssen sachgemäß bie Leistungen der einzelnen Arbeiter von 3aSr HiÄwwW»* - °»
! licherweise nickt in allen Gewerben statt unb am wenigsten wirb ber Krebst von den- > I jenigen Geschäftsleuten beansprucht, die sich mit dem Vertrieb von Nahrungs- unb
Gemißmitteln beschäftigen. Bei der Textilindustrie aber und bei den Bekleidung?,
Politische Ueberficht.
Gießen, 7. November.
Der Bundesrath hielt am Freitag eine Plenarsitzung ab, von welcher Mglich hervorzuheben ist, daß in ihr die Ausführungs-Bestimmungen zu der .Wischen Deutschland und Frankreich abgeschloffenen Literar - Convention genehmigt wurden.
Die mysteriöse Verhaftung des jüngsten „Bismarck-Attentäters" in Dirschau bedarf noch immer der Aufklärung. Die osficiösen Blätter bewahren hierüber ein merkwürdiges Stillschweigen, aber es scheint, als ob sich diese ungeheuerlicher Affaire in ziemlich einfacher Weise auflösen sollte. Wenigstens weiß die „Dirschauer Zeitung" zu berichten, daß der Verhaftete weder russischer Officier, noch Schauspieler, noch auch Nihilist ist, sondern daß er vielmehr in bie Kategorie der ganz gewöhnlichen Schwindler gehöre, auch scheine es bei ihm im „Oberstübchen" nicht ganz richtig zu sein. Nun, das Letztere dürfte zutreffen, denn man hat bei dem Verhafteten eine Morphiumfpritze gefunden und mit einem derartigen Instrument werden schwerlich „Attentate" auszuführen sein; im Uebrigcn wird man doch wohl bald über die ganze Angelegenheit etwas Bestimmteres erfahren. .
Der Reichskanzler hat in seiner Eigenschaft als preußischer Handels- Minister an die preußischen Handelskammern ein Circular-Schreiben gerichtet, welches sehr dankenswertste Anweisungen für die Anknüpfung von Geschäfts- Verbindungen mit ausländischen Firmen enthält. Es sind dabei namentlich die Gefahren berücksichtigt, welche aus Engagements mit unbekannten, vom Platze aus auf ihre Solidität nicht zu prüfenden Firmen entstehen können. Man erinnert sich hierbei einer älteren Verfügung des Fürsten Bismarck, wonach die deutschen Coniuln nicht mehr directe Auskünfte auf Anfragen deutscher Geschäfts- Firmen geben dürfen. Als Ergänzung dieser Anordnung ist die Centralisirung ber Auskunftsertheilung an der leitenden Ministerial-Jnstanz zu betrachten, welche auf Grund der regelmäßigen Consular-Berichte in der Lage ist, jedem an sie gelangenden Ersuchen in der bezeichneten Richtung nach Möglichkeit stattzugeben.
Die Centrumspartei ist bei mehreren in der letzten Zeit stattge- sundenen Ersatzwahlen zum preußischen Landtage stark engagirt gewesen. Nur in einer derselben, bei der in Deutsch - Krone - Flatow stattgefundenen Landtagswahl, ist ihr Caudidat nicht durchgedrungen, in allen andern Wahlkreisen hat bie Centrumspartei glänzend gesiegt. Es handelt sich hier allerdings um alte schlesische und westfälische Stammsitze des Centrums, trotzdem dürfte aber eine Partei schwerlich einen derartigen Fall zu verzeichnen haben, wie eben jüngst in einem der westfälischen Wahlbezirke, in welchem sämmtliche abgegebene Stimmen bem Centrums-Candidaten zufielen. Es ist dies wieder ein Beweis dafür, wie festgegründet der parlamentarische Besitzstand des Centrums ist und dieses Bewußtsein ist es wohl mit, was die Vertreter der ultramontanen Partti in den Parlamenten so zuversichtlich macht. Die Schlüsse, welche man aus dieser That- sache auf die fernere Entwickelung unseres gesummten politischen Lebens ziehen kann, sind nicht sehr erfreulicher Natur.
Die Thätigkeit der österreichisch-ungarischen Delegationen kann man, soweit es sich um die auswärtige Politik handelt, als abgeschloffen betrachten, Es ist nicht uninteressant, zwischen den Berichten, welche bie beiderseitigen Ausschüsse für das Budget des Auswärtigen erstattet haben, einen Vergleich zu ziehen, welcher erfreulicher Weise den Beweis liefert, daß man in beiden Reichshälften mit der auswärtigen Politik der Regierung durchaus zufrieden ist. Von besonderem Interesse ist es hierbei, daß die für das deutsch - österreichische Bündniß so wohlwollenden Aeußerungen in den Vertretungskörpern Oesterreichs und Ungarns von Männern abgegeben wurden, die sich in nationaler Hinsicht in keiner Weise mit den Deutschen verwandt fühlen. Das Resumö der Ausschuß-Verhandlungen gab in der ungarischen Delegation Max Falk, trotz seines deutschen Namens ein Magyar reinsten Wassers, in der österreichischen der Czeche Graf Clam - Martinic. Weder von Magyaren noch von Czechen kann man behaupten, daß sie sonderliche Freunde Deutschlands und der Deutschen seien, aber ihren berufenen Vertretern leuchten die Vorthefle, ja die Nothwendigkeit des Bündnisses Oesterreichs mit Deutschland ein und darüber kann man nur aufrichtige Genugthuung empfinden.
Der Leiter der auswärtigen Politik Frankreichs, Herr Challemel - Lacour, ist dieser Tage nach Cannes abgereist, um in dem milden Klima dieses südfranzösischen Badeortes seine angegriffene Gesundheit wieder herzu- stellen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Challemel - Lacour von dieser Reise aus feinen Pariser Posten zurückkehrt und der Ministerpräsident Ferry, welcher einstweilen die Leitung des auswärtigen Amtes übernommen hat, wird dieses Portefeuille , wie ja schon bekannt, wohl auch in Zukunft beyalten. Wie sich unter feiner unmittelbaren Entwickelung die ostasiatffchen Händel gestalten werden, bleibt abzuwarten; vorläufig scheint es, als ob die Franzosen in Tongking wieder energischer vorgehen wollten. Es soll sogar in ihrer Absicht liegen, ras unweit der chinesischen Grenze gelegene Bacninh zu besetzen; ob aber China die Occupation dieses Ortes als einen Kriegsfall betrachten würde, rote englische Blätter meinen, ist denn doch noch sehr zweifelhaft.
In den leitenden Londoner Kreisen wird jetzt auch die Frage mit discutirt, ob eine gänzliche Zurückziehung der noch in Egypten stehenden englischen Truppen nicht angezeigt erscheine. Ruhe und Ordnung sind ja nun verhältnißmäßig im Pharaonenlande wiedergekehrt und auch der Aufstand im Sudan geht seinem Ende entgegen, wennschon sich die Nachricht, daß bie Empörer


