Ausgabe 
8.7.1883 Erstes Blatt
 
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Auch daS WohnuugScomitö kann auf eine erfolgreiche Thätigkett zurückdlicken; eS hat für einen großen Thetl der Gäste Quartiere beschafft und für manchen schweren Äopf einen leichten Pfühl besorgt.

Das Ordnungs- und EmpfangScomtiä hat für Turner und Festbesucher folgende Fahrpretsbegünsttgungen ausgewtrkt:

Die Oberhessischen Eisenbahnen gewähren sämmtlichen, mit einer Festkarte sich legittmtrenden Turnern auf Grund eines einfachen BtlletS für die Zett vom 14. bis 17. Juli freie Rückfahrt.

Die anderen, die Oberhessischen Bahnen benutzenden Festbesucher, Nichtturner, haben auf Grund des einfachen gelösten Btllets an dem Tage der Lösung und dem darauffolgenden Tage freie Rückfahrt, wenn daS Btllet auf der Rückseite mit dem Fest­stempel versehen ist.

Die Hessische LudwiaS-Bahn bewilligt sämmtlichen durch eine Festkarte sich aus- wetsenden Turnern vom 14. btS 17. Juli tncl. auf gelöste einfache Btllets bts Frank­furt a. M. und aus Nassau bis Ltmdurg a. d. ß. freie Rückfahrt.

Die Dtrectton der Main-Neckar-Bahn gesteht zu:

1) die Verlängerung der Retourbtllets vom 12.19. Juli tncl.;

2) die Berechtigung zur Benutzung sämmtlicher fahrplanmäßigen Züge (auch der Schnellzüge), welche die den Btlleten entsprechende Wagenclasse führen.

Alle unter preußischer Staatsverwaltung stehenden Bahnen haben eine Ver­günstigung dahin etntreten lassen, daß zum Feste gelösten Retourbtllets eine Gültigkeits­dauer von 4 Tagen gewährt wird; außerdem gilt auch hier die gesetzliche Fahrpreis­ermäßigung von 50pCt., sobald sich 30 Personen zu gemeinsamer Fahrt vereinigen.

[14. Mtttelrhetnts cheS Turnfest.) Wie uns von zuverlässiger Sette mttgetheilt wird, hat die Oberforsteret Schiffenberg zur Decoratton der Häuser Fichten- bäume (das Stück zu 48 Pf. tncl. Hauerlohn) zur Verfügung gestellt. Es wäre den Einwohnern zu empfehlen, straßenweise sich zusammenzuthun und von dieser in jeder Weise liberalen Offerte Gebrauch zu machen.

Eingesandt.

In welcher Weise von den Freunden der Realschulbewegung eine für sie günstige Statistik zu Stande kommt, davon liefert die Notiz in Nr. 152 d. Bl. einen deutlichen Beweis. Während nämlich nach derselben 4 Realschulabtturienten mit einem Preise von der philosophischen Facultät gekrönt worden sind, ergeben die thatsächlichen Ver­hältnisse Folgendes:

Von den genannten 4 Studtrenden gehörte einer noch 1877/78 der Obcrsecunda des hiesigen Gymnasiums an, blieb dort sitzen und hätte somit auf dieser Anstalt noch mindestens 3 Jahre zur Maturitätsprüfung gebraucht. Er zog jedoch vor, auf die Realschule, die ja bekanntlich einen ganz gleichwerthigen Bildungsgang bietet, übers zugehen und wurde hier auch schon nach 2 Jahren Abiturient Während dieser Zeit kann er keinen Unterricht in der Zoologie diesem Gebiete ist die fragliche Preis­arbeit entnommen gehabt haben, da bte beschreibenden Naturwissenschaften spätestens in der Obertertia abschließen. Will man also in diesem Falle überhaupt von einer Vorbildung für die gekrönte Arbeit sprechen, so könnte dies Verdienst nur dem Gymnasium zufallen. Denn nur dort hat der Verfasser Unterricht in der Zoologie genießen können.

Ferner haben 2 der Herren eine Ausgabe, welche bloß für eine Kraft berechnet war, gemeinsam bearbeitet. Selbstverständlich muß ein derartiges Verfahren für durchaus unzulässig erachtet werden und würde einfach die Associat ou auf wissenschaft­lichem Gebiete zur Folge haben. Wenn bk philosophische Facultät etwa für diesmal über eine solche Theilung der Arbeit hinwegsehen will, so könnte man dies doch wohl nur als einen Act erklärlicher Milde ansehen.

Demnach sind von Realschulabiturienten nicht 4, ro:e man nach Ihrer Notiz glauben könnte, sondern 3 Preisaufgaben gelöst worden. Von den Verfassern hatte einer vorwiegend Gymnasialvorbiidung, bet zweien kann man sich nicht verhehlen, daß sie sich die Arbeit in einer Weise erleichtert haben, welche für die Zukunft jedenfalls auch officiell für unzulässig erklärt werden wird-

Im Uebrtgen ist die Betheiligung der früheren Realschüler an diesen 3 Auf­gaben aus dem numerischen Verhältnisse, wie es das neueste Personalverzeichniß bar; bietet, burchaus erklärlich. Den beschreibenden Naturwissenschaften, welchen jene Ausgaben entnommen waren, wibmen sich gegenüber von nur 9 Gymnasialabiturienten 21 Stubirenbe mit einem Reifezeugniß von einer Realschule I. £>.

Handel und Verkehr.

Gießen, den 7. Juli. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund JL 0.851.00, Hühnereier per Stück 56 H, Käse Stück 59 Käsematte 3 Erbsen per Liter 22 H, Linsen 30 Tauben per Paar 7090 Hühner per Stück JL 0.901.30. Hahnen per Stück 0.801.40. Enten pr. St. 1.7u2.20, Ochsenfleisch per Pfund 70 Kuh- und Rindfleisch 5660 H, Kalbfleisch 45 bis 50 Schweinefleisch 6064 H, Hammelfleisch 6270 H, Kartoffeln per 100 Kilo TT 10.5011, Kirschen per Pfd. 1016 H, Milch per Liter 1318 Gänse pr. St. 0 JL

Frankfurt a. M., 7. Juli, Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mttgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) tfrebitactien 252%, Staatsbahnactien 278%, Galizier 253%. Lombarden 134%, Nord- westbahnactien, Gotthardbahnactien 118%, Darmstädter - Bankactien, Disconto Eommandit 195%, Oesterr. Silberrente 67%, 4% Ungar. Goldrente 75%, 4% 1880er Russen 72%, 5% 1877r Russen 91%, 2. Orient-Anleihe 57, 4%

epamer 63%, 5% Rumänische Rente 94%, 4% Uniftc. Egypter 70%, 5% Türken , Marienburger 105%. Tendenz:.

WitterungSkunde.*)

8. Juli. Sonntag. Wolkig bis auf kurze Zeit gewitterdrohend, mit Aufhellungs- perioben frühmorgens, kurze Zeit Nachmittags und Abenbs.

9. Juli. Montag. Windig, kühl und veränderlich, vorwiegend trocken mit Auf- heiterungs- und Erwärmungsperioden kurz, nach Mittag und Abends; in Westdeutsch, land frühmorgens trüb, doch bald Sonne matt scheinend.

t Overzier's Wetter-Prognose für den Monat Juli,

abgeschlossen am 15. Mai (Verlag der M. Lengfelb'schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 J£). Nachdruck verboten.

Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.

Aufgebote.

Juni. 30. Gerichtsvollzieher-Aspirant Christian Thomas von Gießen mit Marie Margarethe Maas, Tochter des Oeconomen Jacob Maas III. von Nieder-Weisel. Juli- 2. Telegraphen-Aspirant Karl Heinrich Panzer in Siegen mit Anna Susanne Raab, Tochter bes verstorbenen Polizeidieners Heinrich Raab tn Gießen. 2. Weiß­binder Karl Döpfer mit Katharine Schmitt, Tochter des Handarbeiters Hartmann Schmitt tu Gießen. 3. Bergmann Friedrich Daniel Berthold mit Elisabethe Müller, Tochter des verstorbenen Landmanns Balthasar Müller tn Eaternberg. 5. Korbmacher August Werner mit Katharine Ruppel, Tochter des verstorbenen Webers Johann Kaspar Ruppel tn Gießen.

_ , , Eheschließungen.

Juli- 4. Schuhmacher Johannes Moos mit Margarethe Pfeffer, Tochter des verstorbenen Weißbinders Nicolaus Pfeffer in Gießen. 5. Kaufmann Ludwig Hill mit Karoline Auguste Loos, Tochter des Kaufmanns Friedrich Emil Loos in Gießen. 6. Stadtkassengehilfe Georg Wilhelm Döpfer mit Marie Sophie Gertrude Krautze, Tochter des Wagenmeisters Christian Karl Krautze tn Gießen. 6. Cigarremnacher Friedrich Loms Richard Robert Rüger mit Elisabethe Hardt in Gießen.

Geborene.

Juni. 28. Dem Bahnarbeiter Jacob Balser ein Sohn. 28. Dem Weißbinder­meister Friedrich Joseph Möhl ein Sohn. 28. Dem Metzgermeister Karl Sack II. eine Tochter, Karoline Mathilde. 29. Dem Kaufmann Karl Lony eine Tochter. 30. Dem Handschuhmacher Ferdinand Ntekau ein Sohn. 30. Dem Hautboisten Karl Fischer eine Tochter. Juli. 1. Dem Bureaugehilfen Christian Petri IV. ein Sohn. 1. Dem Dachdecker Karl Heck ein Sohn. 1. Dem Schlosser Gustav Krüger ein Sohn, Louis Eduard August Wilhelm. 2. Dem Reallehrer Karl Franz ein Sohn. 3. Dem Kauf­mann Friedrich Haustein eine Tochter, Marie Emilie Henriette Bertha.

Gestorbene.

Juni. 28. Ein Sohn von hier, August, 3 Jahre alt. Juli. 1. Heinrich Gustav, 2 Jahre alt, Sohu des Tapezier? Wilhelm Böhling- 1. Michael, 12 Jahre alt, Sohn des Postschaffners Michael Götz. 2. Margarethe Marte, 3 Jahre alt, Tochter des Dienstmanntz Friedrich Schmidt- 2. Dem Reallehrer Karl Franz ein Sohn, 10 Mmuten alt. 4- Kaufmann Louis Steinberger, 27 Jahre alt. 5. Anna Katharine, 2 Jahre alt, Tochter des Taglöhners Kon-ad Schmidt. 5. Marte, 1 Jahr alt, Tochter des Landwtrths Christian Becker von Atzbach. 6- Susanne Köber, geb. Weidtg, 63 Jahre alt, Wittwe des Bäckermeisters Karl ßober. 6. Katharine, 5 Monate alt, Tochter des Kaufmanns Philipp Nau.______

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Den 4. Juli. Johannes Moos, Schuhmacher zu Gießen, ein Wittwer, und Margarethe Pfeffer, ledige Tochter des verstorbenen Weißbinders Nikolaus Pfeffer zu Königsberg, Kreis Biedenkopf.

Den 5. Juli, ßudwig Hill, Kaufmann zu Neustadt a. b. Hardt, seither zu Gießen und Caroline Auguste Loos, lebige Tochter bcs Kaufmanns Friebrich Emll Loos zu Gießen.

Getaufte.

Den 1. Juli. Dem Taglöhner Daniel Weißenstein eine Tochter, Anna Elisabeth, geboren den 9. Juni.

Denselben. Dem Schlosser Carl Christian Klaus eine Tochter, Marie Philipp ne, geboren den 7. Junt.

Denselben. Dem Fabrikarbeiter Friedrich Bintz eine Tochter, Katharine Marie Emma, geboren den 16. April.

Denselben. Dem Kohlenhändler Georg Martin Unverzagt eine Tochter, Magdalene Caroline Helene, geboren den 12. Juni.

Denselben. Dem We-ßbinder Heinrich Pitz ein Sohn, Jakob Adolf Franz, geboren den 14. Mai.

Beerdigte.

Den 30. Juni. Marie Schmidt, geb. Noll, Wittwe des Metzgermeisters Balthasar Schmidt, alt 64 Jahre, starb den 28. Juni-

Den 5. Juli Louis Steinberger, Kaufmann, lediger Sohn deS verstorbenen Bäckermeisters Carl Steinberger, alt 27 Jahre, starb den 4. Juli.

Wafferwärme der Lahn.

Am 7. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4- 20° R-, Lustwärme + 19° R. ß. Chr. Rübs amen.

Allgemeiner Anzeiger.

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Für den Schwimmunterricht und Aufsicht sind erprobte Kräfte da und stehen unter meiner speciellen Aufsicht.

Das Schwimmen der Damen findet in den Wochentagen von Morgens 610 Uhr unter Aufsicht statt.

Das Baden der kleinen Mädchen im Kinderbad wird stets überwacht und geleitet, ebenso das Schwimmen der Mädchen im Bassin.

Unterrichtsstunden und Badezeit für die Schuljugend find an den Wochentagen Bormittags von 1012 Uhr und Nachmittags von 3*7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen nur Bormittags von 612 Uhr. In diesen Stunden wird gute und strenge Aufsicht geführt, so daß die verehrt. Ettern tu jeder Beziehung beruhigt sein können.

Ich lade zum Abonnement ganz ergebenst ein und bemerke, daß alles Nähere in der Anstalt, wo auch die Liste zur gefälligen Einzeichnung offen liegt, zu erfahren ist.

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