Erstes Blatt.
Erscheint täglich mit Ausnahme des
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■1663
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringeri cchn- Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Mußland.
Petersburg, 5. Juli. In Friedrichstadt (Kurland) sind gestern Nachmittag durch eine Feuersbrunst gegen 50 Gebäude, darunter auch das Postamt, zerstört worden. 2000 Pud Flachs verbrannten. Menschenverluste sind nicht zu beklagen.___
Telegraphische Depeschen.
Wolffs lelegr. Correspondem-Dureair.
Ems, 6. Juli. Der Kaiser hat heute die Brunnenkur beendet und ist im besten Wohlsein Nachmittags 4 Uhr nach Koblenz abgereist, wo er bis zum Montag bleibt, um dann nach Mainau und Gastein weiterzureisen. Die zahlreich versammelte Bevölkerung begrüßte den Kaiser mit lebhaften Hochrufen, auf welche Se. Majestät von dem Fenster des Waggons aus auf das Huldvollste dankte.
Koblenz, 6. Juli. Se. Maj. der Kaiser ist heute Nachmittag 4V2 Uhr mit Gefolge von Ems hier eingetroffen und auf dem Bahnhofe von den Spitzen der Behörden und Vertretern der Geistlichkeit empfangen worden. Die zahlreich am Bahnhof versammelte Bevölkerung begrüßte Se. Majestät mit lebhaften Hochrufen.
Berlin, 6. Juli. Der „Retchsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung J)e8 Handelsanntsters, betreffend die gesundheitSpoltzeiltche Controle der in preußische Häfen etnlaufenden Seeschiffe, welche
aus einem Hafenplatze der Türket oder den türkischen Inseln (einschließlich Kleinasiens, Syriens und der afrikanischen Nordküste östlich von Algier), aus dem rothen Meere oder von der Westküste Afrikas nördlich von der Kapstadt bis zur Straße von Gibraltar kommen; oder
aus einem Hafenplatz, der der Pest, Cholera oder des nicht sporadischen gelben Fiebers verdächtig ist; oder
während der Reise mit obengenannten Häfen oder Schiffen aus solchen Häfen Verkehr gehabt; oder
wahrend der Reise einen Krankheisfall gehabt, der Verdacht von Pest, Cholera oder gelbem Fieber erregt-
Die Dauer der Quarantäne ist bet Verdacht von Cholera sechtztägtg.
— Der „Deutsche Reichsanzeiger" theilt inner amtlich mit, daß m Alexandrien noch kein Todesfall durch dte Cholera vorgekommen ist. Die Aerzte des internationalen GesundheitSratheS in Alexandrien wachen nach Möglichkeit über die Zuverlässigkeit betreffs der über dte Todesfälle gemachten Angaben.
e von lütter,
Kerrtschkand.
m. Darmstadt, 6. Juli. Dte Berichte der betreffenden Ausschüsse über die lange Reihe von Gegenständen, welche auf der Tagesordnung der am ^O.d. M. beginnenden, voraussichtlich nur zweitägigen Session der ersten Kammer stehen, sind, soweit fte nicht mündlich erstattet werden, nunmehr erschienen und ,st daraus zu ent- nehmen, daß die Ausschüsse bet den meisten dieser Gegenstände einfachen Beitrttzu den detzfaüsigen Beschlüssen der zweiten Kammer beantragen. Dahin gehört namentlich die Genehmigung der Regierungsvorlage wegen Erbauung emer stehenden Brück über den Ma,n bet Kostheim, bezüglich welchen Gegenstandes sich jedoch em^Mitglied des Ausschusses der Minderheit m der zwecken Kammer anschlietzt, welche eine spatere Ausführung dieses Projektes für wünschenswerth halt. Differenzen bestehen nur bet den folgenden Punkten: Zunächst will der Ausschuß erster Kammer bezügl ch des Antrags der Abgeordneten Möhn und Genossen auf Errichtung Merten Gestüts- »ation in Rheiubessm, insbesondere im Kreife Mainz, entgegen dem ablehnenden fKussc der zwel^ammer die Regierung ersucht wissen dem ^ntragnaherzureten, sobald sich cm erhöhtes Bedürfnlß für die Vermehrung der rheinhessischen Gestüts «ationen erkennen läßt- - In Betreff des Gutachtens der Commission zur Untersuchung der Strombauverhältnisse beantragt der Ausschuß nach dem von Herrn Heyl erstatteten Bericht außer der Zustimmung zu den lensickigen Beschlüßen weiter, daß und zwar unter Hinzuziehung auswärtiger Techniker dte Borarb-It-N sm die bet Main, und aus den Strecken Worms-Lampertheim und Nack-nhetm-Laudenhcim tu Aussicht genommenen Aenderungen baldigst in Angriff genommen werden, damit endgutttge Rroickte den Ständen vorgelegt werden können. , _ „
Die von der zweiten Kammer angenommene Vorlage der Regierung in Betreff der Berücksichtigung des Gebühreneinkommens der Steuercommrfsare bet Pensiomrung derselben beantragt der Ausfchuß abzulehnen, dagegen die Regierung zu ersuchen möglichst noch auf diesem Landtage den Ständen eine Vorlage zu machen, worin unter Uederweisuug des Gebührenetnkommens der Steuercommtssäre an die Staatskasse eine Gebaltsregulirung dieser Beamtenkategorte vorgenommen wird. — Gegen den von Der zweiten Kammer zu der Vorlage in Betreff Gewährung einer Zmfengarantie für bte Damvf-Kettensckle-vschifffahrt auf dem Marn für die Strecke Mmnz-Afchaffenburg ge- faßckn Beschluß: „Die der Großh. Regierung ertheilte Ermächtigung wird von der Bedingung abhängig gemacht, daß das Actienkapckal binnen 2 Jahren beschafft un der Regierung ein Mitwirkungsrecht bei Festsetzung der^ahrzeit und Frachttarpei eingeräumt wird" - hat der Ausschuß das versaffunasmaß.ge Bedenken, daß die Stande Bewilligungen nicht an eine Bedingung knüpfen dürfen und beantragt demgemäß eine entsvreckende andere Fassung. — Die von der zwecken Kammer abgelebnte Anforderung für Erbauung einer Gensdarmeriekaserne zu Darmstadt beantragt der Ausschuß im Betrage von 50 000 «X zu bewilligen. — Die zweite Kammer hat den Antrag des Avg. Arnold auf Erbauung einer Staatsstraße von Unler-Abtstcknach nach Dder-Abtsteinach und Siedelsbrunn bis auf die Kreidacher Höhe angenommen. Der Ausschuß erster Kamm^ beantrag^A^^h wesentliche Differenz bet Art. 3 des Gesetzesentwurfs in
Betreff der Semndärvahnen zu erwähnen. — Die neuen Steuergesetzvorlagen werden in der ersten Kammer erst in der für den Herbst in Aussicht genommenen Session zur Berathung gelangen.
Wien, 6. Juli. Graf. Chambord lud den Grafen von Paris und ine Herzöge von Nemours und Alen^on ein, am Sonnabend nach Frohsdorf zu kommen. Während der verflossenen Nacht sind wieder Erbrechungen emgetreten. Heute früh war der Zustand Chambord's ruhig. _ ,
London, 6. Juli. Unterhaus. Gladstone theilte mit, Charles Lesseps sei in London eingetroffen; Ferdinand Lesseps werde erwartet. Beide folgen einer Einladung der britischen Regierung, da em persönlicher Meinungsaustausch betreffs des zweiten Suezkanals wünschenswerth sei. Dre Grundlagen des Arrangements seien beretts vereinbart. Es sei zu hoffen, daß dieselben Meinem befriedigenden Abkommen führen. Vor dem Abschluß desselben aber werde das Parlament davon verständigt werden. Fitzmaurice erklärte, die Regierung erhielt keine Mittheiluna darüber, daß Frankreich von den neuen Hebriden Besitz ergriffen habe. In der englischen Occupattons - Armee m Egypten fei kein Cholerafall vorgekommen und seien die entgegenstehenden Nachrichten hierüber unbegrün^et^^, Der Gesundheitsrath von Gibraltar versügte eine
Quarantäne voll 21 Tagen für alle Provenienzen aus dem Orient dre den Suezkanal nach dem 28. Juni passirt haben. Das Auftreten der Chopra Carthagena wird osficiell dementirt. — In Xeres sind 43 Anarchisten ver-
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Gefundene Gegenstände:
Gießen, den 7. Juli 1883 Großherzogliches Poltzemmt Gteßen.
Fresenius.
ISS Erstes LZiatt. Sonntag den 8. Juli 1883
Gießener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
hastet worden g. Juli. Tisza - Eszlarer Proceß. Der Vertheidiger
Heimann beantragt die Vorladung der Panduren, welche an der Mtßhandlung des Angeklagten Vogel Theil genommen haben. Der Staatsanwalt unterstützt diesen Antrag. Der Vertheidiger Dr. Friedmann macht darauf aufmerksam, daß unter der Eszlarer Landbevölkerung die Ansicht verbreitet lei, nicht nur, daß man gegen die Juden auch eidlich nicht die Wahrheit zu sagen brauche, sondern auch, daß das Landesinteresse die Verurthetlung der Angeklagten erfordere Dr Friedmann bittet, der Präsident möge durch die administrative Ortsobrigkeit und durch die Seelsorger die Ausklärung der L°ndbev°l eriing veranlassen. Der Staatsanwalt beantragt, daß der Präsident die Zeugen nur aus die Heiligkeit des Eides aufmerksam machen möge und fugt hinzu, daß die Aufklärung der Landbevölkerung auf administrativem Wege durch die Vertheidiger selbst veranlaßt werden könnte. . , <
Der Präsident theilt im weiteren Verlaufe der Verhandlung mit, er habe eine Zuschrift erhalten, wonach in einem Dorfe an der Bodrog gestern eine verkorkte Flasche gefunden worden fei mit einem Zettel darin, auf "^tn «n Maschinen-Jngenieur Namens Johann Loü gesteht daß er un Qurn 1882, bevor er sich selbst ermordete, seine untreue Geliebte, Namens jutie -"mas obe. halb Dada in der Theiß ertränkt habe. Der Gerichtshof wird über die Behandlung dieser Mittheilung später Beschluß faßen. In dem ärztlichen Bericht über das Sehvermögen des Moritz Scharf wird constatirt daß dasSehver- müaen aus dem rechten Auge bis 4, auf dem linken Auge bi« 40 Meter reicht.
8 Petersburg, 8 JaU- Der Minister des Znaern Hai angesichts der tn Egypten ansgebkpch-mnW-raepidentt- folgend- Schutzmaßregeln gegen dte -v-ntn-ll^An-
fiebentäg’gen Quarantäne unterworfen werden; die Abgabe n n en,
Unterthanen mohamedantscher Religion, die nach Mekka zu: p k! unters
sistirt werden; den Dampfern, die wtt Arrestanten nach Ostsibt ..n g Y
sagt, diejenigen egyptischen Häfen, wo die Epidemie^^rscv, nz^^ Meeres
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6. g.,i n«K. 900 » »i««>
schm Flüchtigen ist kein Choleraerkrankungs- oder Todesfall vorgekommm.
Potsdam 7 Juli (Privat-Depesche). Prmzesstn Wilhelm von Preußen ist heute s'rüh nach 6 Uhr von einem Prinzen entbunden wordem----
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ihnen den Aufenthalt angenehm zu> wachen § sich, einen Blick zu werfen auf
So am Sorabenb bjB 5efte8 fteft b, »b™'lnaeInen @ubc0mit68.
das Schaffen und die Thatlgkeü des Fistcon1862 „„b 1874, der tn nächster Als fiiftpla6 rourbc au* *" b'cf,™ O-twald'S Garten gewählt, auf dem nun
Nähe der Stadt und d-S B°hnbofes g t” flegra6en und gerichtet wird, um b'e eiftlfl gebaut unb gejimtnert, flefast un ^“’ ufooren. An die imposante, thurm- fast fertigen Bauten Vollendung ntgeg ^Iwirb eben di- letzte, v-r- geschmückte, mehr denni Ivoo P s°n n daran reihen sich dte anderen, auch der schonernde Hand angelegt, und Schaubuden, die Bureoux unb tue
Vollendung nahen ©ebäubc, wi«: bm fßr Turngcräthe umgeben,
ärztliche Station, welch- tn tue tem Ä^ne tf4)0ftScomtt6 gewirth-
Nicht minder erfoIftietÄ al8 «s wra@ «er Meihkrug, wie der O-tkrtig d r WMwe v"on Sarepta Mchi versiegt; und bezüglich des Stoffes können mir versichern: das Jahr ist gut, braun Wer ist geraden.


