Scholz rechtfertigt die Vorlegung des Etats und die socialpolitischen Vorlagen; Benda beklagt die Einbringung, sagt aber eine eingehende Prüfung der Budget- Commission zu. Köller begrüßt die Vorlegung, durch welche die Winterjeffwn entlastet und für die socialvolitischen Vorlagen frei werde. Redner räth der Regierung an, die zweijährige Etatsperiode im Auge zu behalten. Payer erklärt, die Volkspartei werde den Etat ablehnen. Fortsetzung Montag.
— In der heutigen Conserenz der Reichstags-Abgeordneten aus den überschwemmten Gebieten gelangten von den noch disponibeln 181,000 JU Unterstützungsgeldern zur Verkeilung 10,000 für die Donaugegend, je 3750 für Elsaß und Württemberg, je 30,000 sür Hessen, Bayern und die Pfalz, 20,000 für Unterfranken, 22,500 für die Rheinprovinz.
— Rach einem gestern hier eingegangenen Telegramm aus Konstantinopel hat Schliemann, wie die „Rordd. Allg. Ztg." meldet, seine Arbeiten in Troja beendet, die Archäologen Humann und Bohn haben sich nach Alexandrette resp. Pergamon begeben, um dort ihre Forschungen sortzusetzen.
Berlin, 5. Mat. Mit sichtlichem Unbehagen erfüllt die französischen Blätter der Umstand, daß die deutsche Industrie auf der Amsterdamer Ausstellung in so würdiger Weise repräsentirt, obwohl die deutsche Abthetlung von dem allgemeinen Schicksal der Ausstellung keine Ausnahme macht, d. h. noch manche Lücken und Un- ferltgkeiten aufweist. Einen, wie uns dünkt, etwas zweifelhaften Trost schöpfen unsere transvogesischen Concurrenten daraus, daß das reichsländtsche Element in der deutschen Abthetlung durch Abwesenheit glänzt, tndeß einzelne, in Paris etabltrte Elsässer Firmen die französische Ausstellung beschickt haben. , ,
Berlin, 5. Mat. Heute sand eine Besprechung des Retchstags-Comitäs für die Ueberschwemmten unter dem Vorsitz des Präsidenten v. Levetzow statt. Nach den von demselben gemachten Mtttheilungen sind von den eingelaufenen Unterftützungsgeldern noch 181,000 JL vorräthig. Der Gessmmtetngang ist bis jetzt ca. 1,610,000 JL Von den etngegangenen Summen kamen 89pCt. aus den Vereinigten Staaten (worunter eine kleine Quote aus Canada), 5VrpCt- aus anderen überseeischen Ländern und 51/rpCt. aus Deutschland. Um Mißverständnisse wegen dieses Procentverhältntsses zu vermeiden, sei hier bemerkt, daß die Gaben aus Deutschland nur in Ausnahmefällen dem Präsidenten des Reichstages und fast sämmtltch den Landes- und Localcomttös, sowie den Zeitungen zugegangen sind. Es wurde beschlossen, von den noch vorhandenen 181,000 JL sofort 150,000 3L zu verthetlen und zwar nach folgendem wiederum etwas veränderten Maßstabe: Württemberg 21/», Donau Elsaß 2«/r, Hessen 20, Unterfranken 13V3, Baden 20, Rheinprovtnz 15, Pfalz 20pCt. Bet der Verwendung sollen insbesondere auch die nachträglich zur Anmeldung gelangten Schäden berücksichtigt werden. Bet dem Herrn Präsidenten ist ein Schreiben des Vorsitzenden des Htlfs- comitös zu Newyork, Herrn Sigmund Kaufmann, eingelaufen, tn welchem derselbe um eine spectelle Mitthetlung über die aus den Vereinigten Staaten eingelaufenen Beiträge ersucht. Der Briesschretber ist zwar persönlich von der zweckentsprechenden Verwendung überzeugt, hält t8 jedoch aus Anlaß der durch Veröffentlichung des Vollmar'ichen Briefes provocirten Zeitungspolemck für wünschenswerth, eine genaue Übersicht zu publtciren. DaS Comitö beschließt auf Vorschlag des Präsidenten, da durch Briefe der Abgeordneten Dr. Kapp und Sonnemann bereits eine vorläufige Aufklärung gegeben sei, derselben nunmehr eine ausführliche officielle Zusammenstellung folgen zu lassen und zunächst hierzu von den einzelnen Landescomites dos erforderliche Material einzufordern.
Hesterreich.
Wien, 5. Mai. Eine Versammlung von etwa 1000 Bäckergehilfen veranstaltete eine Kundgebung im VereinLhause, welche in Thätlichkeiten ausartete. Die Tuinultuanten zerstörten Möbel und Fenster des Locals und wurden mit Wachtleuten handgemein. Nachdem die Straße abgesperrt war, wurde die Rsthe wieder hergestellt. , Gleichzeitig sand vor der Wohnung des Vorstandes der Bäckergenoffenschaft eine Demonstration statt, an welcher sich gegen 400 Bäcker- gehilsen betheiligten. Auch hier wurden die Fenster eingeworfen unb die Thüren zertrümmert.
Pestb, 4. Mai. Der Justizausjchuß hat den Gesetzentwurf über die Civllehe zwischen Israeliten und Christen und über im Auslande geschlossene Civilehen genehmigt.
England.
Dublin, 5. Mai. Die neue Verhandlung des Processes gegen Kelly ist auf nächsten Montag anberaumt.
Liverpool, 4. Mai. DaS hier angekommene Schiff „Schields", welches den Dampfer „Habsburg" am 28. v. Mts. sprach, berichtet weiter, derselbe habe signalisirt: Alles wohl, bedürfen keine Hilfe.
Portsmouth, 5. Mai. Als heute Vormittag einige Soldaten in dem Pulvermagazin von Priddys Hard im hiesigen Hafen mit der Füllung von Granaten beschäftigt waren, explodirte eine Granate und führte das Explodiren des ganzen Pulvermagazins herbei. Bei dem Unglückssalle sind 6 Personen ums Leben gekommen, mehrere andere sind verwundet.
Rußland.
Petersburg, 4. Mai. Der Verkehr mit Kronstadt mitttelst Dampfschiffen ist eröffnet; der Golf von Kronstadt ist stellenweise frei von Eis; die vollständige Eröffnung der Schifffahrt wird binnen 8 Tagen eröffnet.
Petersburg, 5. Mai. Der Gehilfe des Ministers des Innern, Generalmajor ä la suite Orchewsky, ist gestern nach Moskau abgereist. Wie die „Rowosti" erfahren, sind die hiesigen Vertreter der auswärtigen Mächte ersucht worden, sich bis zum 12. (24.) Mai er. zu den Krönungsfeierlichkeiten in Moskau einzufinden.
— Nach amtlicher Mittheilung hat der Kaiser besohlen, daß sämmtliche Kosakentruppen hinfort nur im ersten Gliede Lanzen zu führen haben. In Folge Anordnung des Kriegsministers wird jedes Kavallerie-Regiment mit einem Feldtelegraphen nach dem System Hörschelmann versehen.
Amerika.
New-Aork, 5. Mai. Die Union City in Indiana ist von einer Feuersbrunst heimgesucht worden. Der dadurch angerichtete Schaden wird auf 250,000 Dollars geschätzt.
Lima, 5. Mai. Zwischen Abtheilungen chilenischer uno peruanffcher Truppen haben zwei Zusammenstöße stattgefunden, bei welchen die Peruaner mit einem Verluste von 59 Todten zurückgeschlagen wurden. Die Chilenen verloren 4 Todte und 12 Verwundete.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Corresporrdenz-Bureau.
Bromberg, 6. Mai. Der wegen Ermordung seiner Braut zum Tode verurtheilte Schlosser Woyke ist in seiner Gefängniß-Zelle erhängt gefunden worden.
Bremen, 6. Mai. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Habsburg" hat heute Morgen 8 Uhr im Schlepptau des Dampfers „Coronilla" aus dem Wege nach Falmouth Kap Lizard passirt. An Bord befindet sich Wes wohl. __ __
g ’p । e ।
Gießen, 7. Mai. Wir hatten gestern zum ersten Male Gelegenheit, R. Heckmann' s Quartett aus Köln, ausgesührt von den Herren: Kammervirtuos Concert- meisterR. Heckmann, Otto Forberg, Theodor Allekotte und Kammervirtuos Bell mann, zu hören. Die Aufführung entsprach vollkommen den Erwartungen, die den Künstlern vorausgingen. Jeder Spieler zeigte sich als Meister seines Instrumentes, dabet vortreffliches Zusammenspiel, bei äußerer Formvollendung im höchsten Grade warme Darstellung, deutlich verständliche Sprachen- Wenn der Vertreter der ersten Violine mit dem ausgezeichneten Führer des Florentiner Quartetts verglichen werden soll, so störte uns hier nicht das allzu sehr dominirende; wir erwarten bet einem Quartett kein Solo, sondern das Spiel von allen wie aus einem Guss?. Die zweite Violine (eine Amati) batte einen vortrefflichen Vertreter, die Viola haben wir wohl nie besser hier gehört; das Cello, ein jedenfalls treffliches Instrument, wurde meisterhaft gespielt
Der Besuch des Coucertes war in Anbetracht der Jahreszeit und Witterung ein recht guter. Die Andacht der Zuhörer, der rege, wiederholte, ja öfters rauschende Beifall, welchen die Künstler ernteten, sind nicht sowohl ein Beweis der bedeutenden Meisterschaft des Quartetts, als auch ein ehrendes Zeichen für die musikalische Bildung unserer Concertbesucher.
— Ein lebensmüder Schlosser, an der Eisenbahn beschäftigt, Wittwer und Vater von 6 Kindern, versuchte sich heute Voi mittag in der Lahn zu ertränken. Ein Bahnwärter, welcher den Sprung ins Wasser gesehen, rettete unter Assistenz mehrerer anderer Personen den Selbstmord-Land baten. Auf die Polizeiwache gebracht, gab der Mann Nahrungssorge als Ursache des traurigen Vorhabens an. Vorläufig wurde er sodann in das Spital einlogtrt.
Ein g esa n d t.
Anfrage!
Warum berühren die Straßen-Sprengwagen so selten und nur ein Stück die Frankfurterftraße?
Der enorme Wagenverkehr mit Eisenstein rc. verursacht für die Bewohner dieser Straße einen solchen Staub, daß man sich scheuen muß, ein Fenster zu öffnen, um nicht die Wohnräume durch denselben angesüllt zu erhalten.
Eine solche Atmosphäre ist für die Gesundheit höchst schädlich und dürste es an der Zeit sein, solch' großem Mißstände Abhülfe zu schaffen. Die Bewohner dieser Straße tragen gleiche Lasten, wie die der inneren Stadt und der Anlagen, wo ba$ Besprengen der Straßen mit mehr Sorgfalt stattfindet, und wäre es zu empfehlen, den betr. Unternehmer strenger zu controliren und ihn anzuweisen, daß er die Frankfmterstraße öfters und bis an ihr Ende besprengt!
Ein Besuch dieser Straße dürfte dem betr. Controlbeamten zur Prüfung deS Zustandes sehr zu empfehlen sein und hofft Einsender, daß diese Notiz Veranlassung ; zur Beseitigung des erwähnten Mißstandes knetet. S.
föanbel und Setfebr,
Grünberg, 5. Mai. lFruchtpreise.l Weizen JL 19.50, Korn JL 16.00, Gerste JL 14.70, Hafer JL 13.34, Erbsen JL 24.00, Lein JL 00.00, Samen JL. 00.00, Kartoffeln J/. 8.50.
Frankfurt, 5. Mai. Auf dem heutigen Markt kostete der Centner Heu JL 3.40—3.90, Stroh «X 2.10—2.30, Eier das Hundert JL 4.50, Stück 5 Butter 1. Qualität JL 1.45, 2. Qualität JL 1.35, Kartoffeln per Centner 3.80—4.40, Weißkraut per St. 00—00 H, Kohlrabi 3—4 Spinat 30 Rothkraut 35—60 H. Poularden .4L 3—3.50, Huhn 2—3.25, 1 Ente <A 3—4, 1 Taube 50—60 H, Hahn. «/M 2.00—2.50, Sommergans 3—10.
731) Leber die Höhe der Kosten, welche die Einrückung einer Anzeige in eine oder mehre Zeitungen verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn mac von der Annoncen - Expedition von M A AN ENSTE 1Ä.7 <<? VOIwEER ir Frankfurt a M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft em fordert, diu auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässig -n Rath ertheilt
Repertoir der vereinigten Stadttheater?ii Frankfurt a. M.
Opernhaus.
Dienstag den 8 Mai: Vor letztes Auftreten des Fräulein Ernestine Epstein. Undine. (Undine: Ftl. Epstein.)
Mittwoch den 9. Mai geschlossen.
Donnerstag den 10. Mm: Zum ersten Male: Götterdämmerung. 3. Taz aus der Trilogie: „Der Ring der Nibelungen" von Richard Wagner.
Freitag den 11. Mai: Abschieds Vorstellung des Fräulein Ernestine Epstein. Der Schauspieldirector. Hierauf: Das Glöckchen des Eremiten- (Madmoiselle Üblich und Rose Triquet: Frl. Epstein.) Außer Abonnement.
Samstag den 12. Mat: Lu-cia v. Lammermoor.
Sonntag den 13. Mai: Don Juan
Montag den 14. Mat: Zum ersten Male wiederholt: Götterdämmerung. Außer Abonnement.
Schauspielhaus.
Dienstag den 8. Mai: Minna von Barnhelm.
Mittwoch den 9. Mai: Stephanie.
Donnerstag den 10. Mat geschloffen
Freitag den 11. Mat: Don Carlos.
Samstag den 12. Mai: ©e ec ab et.
Sonntag den 13. Mai: Die Rantzau.
Montag den 14. Mat: Krieg tm Frieden.
Briefkastens
Einsender des Inserats „Guten Morgen" re. wolle seine 3 10-Pfg.-Marken wtedtt in Empfang nehmen. Exped. d. „G. A."
Allgemeiner A
Mein Lager in
Sonnenschirm und En-lont-cas
von den billigsten bis zu den hochfeinsten Qualitäten ist auf das reichhaltigste assortirt und empfehle solches zu außergewöhnlich billigen Preisen.
2326
J. Weitaenkorn,
Schulstraße 9«
empfiehlt
nzelger.
Königs Reisstärke,
Feinste Weizenstärke,
Prima Kernseife, Kngeibluu, Borax re. re.
2135
Gg. Wilh. Weidig.
mV a“s’w «Mini-' *» '«h et Äit 9<"“nntt <*? hm 1 ® "tn ' I
Mn"1
chckn, « I” d« in d-siger 6 Grundstücke M jum toW. WzwKauM Md 1/331 Md * 9. Mi I Witt, Georg gift! Mn dort Quittungen. M taffenbeit ßiufic zu (innen, hat binnen 6 Wichen 1 sch die Mfpreif Men unb bejw. in tolntionä«$ werben feilen.
Wen, den 2.
ViHePglich M Lang
Bitnftaß ben
Nachmitt lolkn in der Wohn Mitt, Cavlansgaf als: 1 vMandi Sprungiedermatra! Stühle, Spiegel, Lampen, Bettmeck Nchenaerätde, jo eine Parthie P, Etuis rc. meistbie
Eichen, den 2. » ®ro66n
HOerj
werden
^nHfrfta0
Donnerstag, Borwittags 9 Men in den D ®b Ntnerwnlb t !■ Bau-. Werk 6 Gchen-Ziam 50 Wen-Nauß «on 15-34 li -23 ültr.
en^te,
•pM&rbfa " ^eissta
71 m a Bre
. ii bichen- « Mel.
10 " ast


