Wasserwärme der Lahn.
Am 6. Juli, Mittags zwischen 11 und 12 Uhr: 4- 21° R-, Luftwärme 4- 20° 9L
L- Chr. Rübsamen.
Frankfurt a. M., 6. Juli, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgethetlt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 2523/4, Staatsbahnactien 278Vs, Galizier 253, Lombarden 1341/«, Nord- westbahnactien 173V4, Gotthardbahnactien 118Vs, Darmstädter - Bankactien 154"/is, Disconto Commandit 196. Oesterr. Silberrente 6713/16, 4% Ungar. Goldrente 751Vig, 4% 1880er Russen 72V2, 5% 1877r Russen 915 8, 2. Orient-Anleihe 57, 4°/q
Spanier 63V2, 5% Rumänische Rente 937/e, 4% Unific. Egypter 71Vü, 5% Türken —, Marienburger 1045/8. Tendenz: besser-
Lokales.
Gießen, 6. Juli. Wie aus dem Jnseratentheil ersichtlich, ist es dem Vorstand der hiesigen Ruder-Gesellschaft gelungen, für die nächsten Sonntag in Nauheim ftalt- findende IV. Ludwigs-Regatta eine Fahrpreisermäßigung bewilligt zu erhalten, welche auf den Besuch den günstigsten Einfluß haben dürfte. Die Hin- und Herreise III. Classe stellt sich auf 1,20 JL und wird die Abfahrt Sonntag Nachmittag mit dem fahrplanmäßigen Zuge 1 Uhr 26 Min. stattfinden, während die Rückfahrt beliebig und zwar bis zum Montag Abend mit jedem die betreffende Wagenclasse führenden Zuge geschehen kann. — Wie uns mttgetheilt wird, haben sich auch einige Damen zur Regatta gemeldet und wird dem auf dem Programm verzeichneten Damenrennen mit besonderem Interesse entgegengesehen; auch hat Ihre Kgl. Hoheit die Herzogin von Altenburg den Besuch der Regatta in Aussicht zu stellen geruht! —h.
Italien.
Nom, 4. Juli. Durch Verfügung des Ministeriums des Innern ist ungeordnet worden, daß Schiffe, aus denen seit mehr als 10 Tagen kein Cholera- sall vorgekommen, 10 Tage lang, Schiffe, aus denen seit weniger als 10 Tagen jein Cholerafall vorgekommen, 15 Tage lang, und daß Schiffe, welche nur im Mindesten choleraverdächtig sind, 20 Tage hindurch beobachtet werden sollen. Diese Behandlung tritt ein bei Provenienzen aus Egypten, aus den Häfen von Tripolis, Malta, Cypern und denjenigen jenseits des Suezkanals. Das Verbot der Einfuhr von Lumpen und alten Kleidern aus Egypten wird auf die vorge- naniiten Häfen ausgedehnt. Schiffe aus den Häfen des Küstenlandes und Dalmatiens werden 5 Tage hindurch beobachtet.
Aegypten.
Alexandrien, 4. Juli. (Telegramm des „Reuter'schen Bureaus). Von gestern früh 8 Uhr bis heute früh 8 Uhr starben an der Cholera in Dumiette 122, in Mansurah 32, in Port Said 3, in Samanud 4 und in Shirbin ebenfalls 4 Personen.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenr-Burean.
Berlin, 5. Juli. Der Strafsenat des Kammcrgertchts erkannte heute in der Revision des Kaufmanns Llnke wegen Uebertretung der Sonntagspolizetverordnung des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen auf Aufhebung des verurthellenden Erkenntnisses der Magdeburger Strafkammer und auf Freisprechung des Angeklagten; in der Revision des Kaufmanns Thesing in Torgau in derselben Uebertretungssache auf Aufhebung des freisprechenden Urthetls des Torgauer Landgerichts und Verweisung der Sache zu weiterer Entscheidung an das Magdeburger Landgericht.
— Das Polizeipräsidium hat durch Verordnung vom 4. Juli die Hundesperre über Berlin bis zum 26. September verhängt. Anlaß dazu bot die neulich bet einem auf der benachbarten Deutsch-Wilmersdorfer Feldmark erschossenen Hunde festgestellte Tollwuth. . ■
Neuwied, 5. Juli. Als die Königin von Rumänien, die Prinzessin Heinrich der Niederlande und der Fürst und die Fürstin von Wied gestern nach Koblenz fuhren, um der Kaiserin einen Besuch abzustatten, wurden die Lakaien von der Equipage durch einen Blitz, der während eines schweren Gewitters in einen Baum schlug, heruntergeschleudert, ohne jedoch erhebliche Verletzungen zu erhalten; die hohen Herrschaften blieben unverletzt.
Bern, 5. Juli. Der Nationalrath hat mit großer Mehrheit an den Bundesrath das Verlangen gestellt, die Frage zu prüfen, ob die Gotthardbahn zum Bau der aufgeschobenen Linien anzuhalten sei.
Nyiregyhaza, 5. Juli. Ttsza-ESzlarer Proceß. Die Verhandlung begann mit der Vernehmung des Angeklagten Amsel Vogel, von dem Smilovtcs im Gesäng- ntß ausgesagt hatte, daß er die fremde Leiche von ihm für 500 Fl. übernommen, um sie auf der Theiß nach Tisza-Eszlar zu transporttren. Smilovics hatte diese Aussage später zurückgezogen. Vogel bekennt sich unschuldig und weist nach, daß er mit Smilovics gar nicht zusammengekommen sein könne. Der Angeklagte erklärte ferner, daß er während der Untersuchung mißhandelt worden sei.
— Gleich Vogel beklagen sich auch die beiden Eszlarer Bürger Groß und Klein, welche Smilovtcs im Eszlarer Gemetndehause in Folge seiner Mißhandlung als Diejenigen bezeichnet hatte, die ,hm die Leiche übergeben hätten, über die Behandlung, welche ihnen von dem Untersuchungsrichter, dem Sichcrhettscommissar und deren Organen zu Theil wurde. Beide Angeklagten glauben, nur deswegen in die Affaire verwickelt worden zu sein, weil sie geschäftliche Differenzen mit dem Abgeordneten Onody hätten. Die Flößer, welche die Fahrt mit Herschko und Matei mitmachten, erklären, nichts bemerkt zu haben, woraus sie auf einen Leichenschmuggel hätten schließen können. Matai bleibt bet seinen früheren Aussagen, verwickelt sich aber in Widersvrücke.
Paris, 5. Juli. Privat - Nachrichten aus Frohsdorf zufolge hat sich der Zustand des Grafen von Chambord verschlimmert. Die Schmerzen haben sich vermehrt.
London, 5. Juli. Dem „Standard" wird aus Shanghai vom 4. ds. Mts. gemeldet, Li-Hung Chan habe alle von Frankreich bezüglich Tongktns uufgestellten Bedingungen definitiv abgelehnt und Tricon ersucht, sich künftighin in dieser Angelegenheit an das Comite für die auswärtigen Angelegenheiten tn Peking zu wenden. Tricon habe hierauf erklärt, wie auch die Entscheidung der chinesischen Regierung ausfallen solle, Frankreich werde sich volle Aktionsfretheit wahren.
Alexandrien, 5. Juli. (Telegramm des „Reuter'schen Bureaus.") Gestern hatte Damiette 116, Shirbin 6 und Mansurah 47 Todesfälle durch die Cholera. In Alexandrien scheint ein Fall vorgekommen zu sein. Die Handhabung des Sanitätscordons ist jetzt sehr streng. Die Sanitätscommission hofft die Krankheit localisiren zu können. Bis jetzt hat die Seuche 1116 Opfer gefordert, unter denen sich fast gar keine Europäer befinden.
Kirchliche Anzeigen der Stodt Giesteu.
Evangelische Gemeinde.
^Dtteabien$ :
Sonntag den 8. Juli (7. nach Trinitatis).
Vormittags 9l/a Uhr: Pfarrer Schlosser.
Nachmittags 2Vz Uhr: Pfarrer Ritsert aus Darmstadt.
Festgotiesdienst zur Feier des Jahresfestes des Zweigvereins der Gustav- Adolf-Stiftung im Dekanat Gießen. Von 4V2 Uhr an soll in Wenzels Gartensaal eine Nachoersammlung stattfindell, in der Ansprachen von Dekan Strack, Pfarrer Ritsert und Pfarrer Dr. Naumann gehalten roerbeu
Kinderkirche: Vormittags 11 Uhr, Pfarrer Schlosser.
Katecknsmuslehre findet keine statt.
Am Sonntag, den 15. Juli, wird an Stelle des ausfallenden Nachmittagsgottesdienstes Vormittags 8 Uhr ein Gottesdienst in der Stadtkirche gehalten werden.
Die P f a r r g e s ch ä f t e in der Woche vom 8. bis 14. Juli besorgt Pfarrer Schlosser.
Anmerkung. Für den Kirchenbaufonds gingen in den Monaten Mai und Juni ein 19,15 «X Gesammtbetrag bis jetzt 160,52 <x
Katholische Gemeinde.
8. Sonntag nach Pfingsten.
Von 6 Uhr an: Beichte. 7 Uhr: Frühmesse und Austheilung der h. Communiom V2IO Uhr: Hochamt und Predigt: Herr Pfarrer Bölke. 2 Uhr: Andacht.
Gottesdienst in Grünberg.
Beginn desselben um VglO Uhr.
Gottesdienst in der Synagoge.
Freitag Abend 715 Uhr, Samstag Morgen 8 Uhr, Samstag Mittag 4 Uhr, Samstag Abend 9 Uhr.
Verwischtes.
Frankfurt. (Frankfurter Stadttheater] Während der Hitze, die tn den letzte« Tagen geherrscht hat, hat sich der Venttlations-Apparat im Opernhause in überraschender Weise bewährt. Es wird das Theater besuchende Publikum gewiß inter- esstren, zu erfahren, daß bet allen Vorstellungen seit Wiedereröffnung des Opernhauses die Temperatur im Hause selbst und zwar bis zum Schlüsse der Vorstellung nur 16 bis 17 Grad betragen hat, während in den Straßen 24 Grad constattct wurden.
— (Die neuen Damenhüte.j Das folgende sinnreiche Recept zur Herstellung der modernen Damenhüte macht gegenwärtig Runde durch die Zeitungen: Man nehme ein großes Draht- oder Gazegestell und beklebe es mit Seiden- und Sammtlappen in den verschiedensten Größen, dann ein Viertelpfund Blumen, ein Kilo Federn, Waldvögel und Kolibris u. s. w. wohl durcheinandergerührt; ein Bund Heu kann auch nicht schaden. Man stößt das Kunstwerk mit der Faust ein und der neueste Damenhut ist fertig.
— Wie in Paris das Geschäft blüht, kennzeichnet „Figaro" durch folgenden bitteren Scherz: Ein Kaufmann begegnet einem jungen Mann, der früher bet ihm als Commis ihätig war, und klagt über den schlechten Gffchäftsgang. — „Erlauben Sie", ruft der junge Mann, „bet uns blüht das Geschäft derart, daß wir Erweiterungsbauten vornehmen müssen. — „In welcher Branche arbeiten Sie?" — „Leihhaus."
— Das deutsche Heer als eine eng aufgeschlossene Marschkolonne gedacht, wäre so lang, daß, wenn seine Spitze in Mainz etnrückte, das letzte Glied eben erst Eydt- kuhnen an der russischen Grenze verließe. Wenn es unaufhörlich Tag und Nacht durch ein Thor marschirte, so würde es zum Durchzuge eines vollen Monats bedürfen.
Stuttgart, 4. Juli. (Allgemeiner Deutscher Versicherungs-Verein.) Im Monat Juni 1883 wurden 282 Schadenfälle angemeldet und zwar 264 äußere Verletzungen und 18 innerliche Erkrankungen. Von den Unfällen hatten 5 den sofortigen Tod und 22 eine gänzliche oder theilweise Invalidität der Verletzten zur Folge. Von den Mitgliedern der Sterbekasse starben im Monat Juni 21. Neu ausgenommen tn den Verein wurden in diesem Monat 2489 Personen. Alle vor dem 1. Mai 1883 eingetretenen Schäden tncl. der Todes- und Jnoaliditätsfälle sind bis auf die von 13 noch nicht genesenen Personen vollständig regulirt. Vom 1. Januar bis 30. Juni d. I. hat sich der Stand der in Kraft befindlichen Versicherungs-Anträge von 20057 über 61885 Personen auf 22234 über 70143 Personen erhöht. 4647
Witterungskunde.*)
7. Juli. Samstag. Im Allgemeinen zerstreut wolkig, mit Aufhellung Morgens und kurze Zeit Vormittags; Mittags und Nachmittags gewttterhaft mit Niederschlägen, dann abnehmende Bewölkung bis heiter und warm. Nach Osten mehr trocken und Nachmittags sehr warm, doch auch hier Mittags gewttterhaft, im Süden mit schweren Entladungen.
8. Juli. Sonntag. Wolkig bis auf kurze Zeit gewitterdrohend, mit Aufhellungsperioden frühmorgens, kurze Zett Nachmittags und Abends.
*) Aus vr. L. Overzter's Wetter-Prognose für d en Monat Juli, abgeschlossen am 15. Mat (Verlag der M. Lengfeld'schen Buchhandlung tn Köln, Preis 1 JL}. — Nachdruck verboten.
Allgemeiner Anzeiger.
Einladung.
Die Angehörigen unserer Gemeinde, sowie aller Gemeinden des Dekanats laden wir hierdurch noch besonders ein zur Theilnahme an dem, nächsten Sonntag den 8. Juli dahier stattfindenden Iahresfest des Zweigvereins der Gustav-Adolf-Stiftung im Dekanat Gießen. Nachmittags Uhr wird der Festgottesdienst in der Stadtkirche, und von 41/? Uhr an wird eine Nachversammlung in Wenzel's Gartensaal gehalten werden.
Gießen, den 6 Juli 1883.
Der evangelische Kirchenvorstand.
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