uiihts
M i>.),
Donnerftaq den 5. Juli
1888.
Nr. 1S2.
iehener Anzeiger
Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
»de» Wer: : ’/j2—'/s3 Uhr: « *; Uhr: nach dem reijenb
der Extrazug
ornlte.
oä meines Hauscs, 'n 2c. nebst M | ifortzuvemichoi, Aeichstratzr 15.
amilienlogitz ist yi I am 1. August bti I
raße 17 (Gattseid), i Zimmer mit Zuei
>e, Caplansgass.
. Familienlogis, allem Zubehör, iethen.
ied. ds. Bl.
Dobimnfl, öZiminn, eguemlichkeiien nebst . Ludwigsplatz ö.
Anzeigen.
ndcr Kellner mit ofort gelugt.
। Magen, Ma""-
rienstmävchen nuten ZeutznUn ranftuMU^.
Muller, 'Lackcr. _ rSw rchsler und Stühl
en mit guten ZE enrienst,amltM
TbiTW'E ÖW,66**
rasse 3
'IA
M Bouri?eol*i MidernE^'
LS! Ä:
urtP <
- Schulstraß- 7. Erschein. täglich mit Ausnahme M WW
««M>MM«MMWM«M»^»MWMWWW»WWWM^»»^WWM-W»W^WWWWMWW»W»WMMSS»S«MWMW^WWWWWMWMW^WWWMMM»WM^WWW»M^^W»MW»»»WWWWM.
Amtlicher HHeit.
Betreffend: Maßregeln zur Unterdrückung des Milzbrandes in der Wetterau. Gießen, den 2. Juli 1883.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großberzoglichen Bürgermeistereien Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eberstadt, GroHen-Linden, Grüningen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Klein-Linden, Langd, Lang Göns, Langsdorf, Leihgestern, Lich, Muschenheim, Obbornhofen, Ober-Hörgern, Rabertshausen, Rodheim, Steinheim, TratS-Horloff und Uthphe.
Wir erinnern Sie an Einsendung der Tabellen über die im ersten halben Jahre 1883 crepirten Thiere, soweit Sie noch nicht Vorlage gemacht haben und verweisen hierbei auf unser Ausschreiben vom 24. Dezember 1881 (Anzeiger Nr. 302). ___Dr, Boekmann.____
Betreffend: Die Anschaffung von Viehwaagen. Gießen, den 3. Juli 1883.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießm
an die Grotzherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Die letzte Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirksvereins hat sich dahin ausgesprochen, daß es für die Landwirthe vortheilhafter sei, das Schlachtvieh nach lebendem Gewicht zu verkaufen und daß zu diesem Zwecke Viehwaagen angeschafft werden müßten, welche auch noch zu anderen Zwecken benutzt werden können (s. Anzeiger Nr. 149, zweites Blatt). Eine solche Waage mit einer Tragkraft von 1500 Kilogramm kostet in der Fabrik von K. Schenck in Darmstadt mit Laufgewicht 230 Jl., mit Centesimalgewicht 210 bei Baarzahlung unter Nachlaß von 2V2 Procent. Erfolgt eine größere Anzahl von Bestellungen, so wird bis zur nächsten Bahnstation frei geliefert. Wenn in der Gemeinde keine Halle zur Aufstellung der Waage vorhanden ist, müßte ein besonderer Schuppen errichtet werden, der etwa 200 JL kosten kann. Für größere Orte würde sich die Anschaffung einer Waage von solchem Umfange empfehlen, daß darauf geladene Wagen gewogen werden können
Soweit in Ihren Gemeinden Viehwaagen noch nicht vorhanden sind, werden Sie beauftragt, dem Gemeinderathe die großen Vortheile einer solchen vorzustellen und denselben zu einem Beschlüsse wegen Anschaffung einer solchen Waage zu veranlassen.
Ihrer Vorlage, eventuell Anzeige, daß Ihre Gemeinden bereits mit Waagen versehen sind, sehen wir binnen 14 Tagen entgegen.
___________________________________________________Dr. Boekmann.___________________________________________________
Bekanntmachung.
Großh. Ministerium des Innern und der Justiz hat die der Versicherungs-Gesellschaft Azienda Assicuratrice in Triest ertheilt gewesene Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Hessen zurückgezogen.
Gießen, den 2. Juli 1883. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
l.lll II .111 .................. , Il.ff IIFB Mill !■!
Politische Ueberstcht
Gießen, 4. Juli.
Der für vergangenen Sonnabend allseitig mit Bestimmtheit erwartete Schluß des preußischen Landtages ist in Folge der unvorhergesehenen Ablehnung der Kanalvorlage ini Herrenhause an dem genannten Tage noch nicht erfolgt. Da die Debatte über diesen Gegenstand sich ungewöhnlich ausdehnte, so mußte die zweite Berathung der kirchenpolitischen Vorlage, welche am Sonnabend ebenfalls auf der Tagesordnung des Herrenhauses stand, auf den folgenden Montag vertagt werden, an welchem Tage die gemeinschaftliche Schlußsitzung beider Häuser deä Landtages stattgefunden hat. Das Abgeordnetenhaus hat seine Thätigkeit schon am Sonnabend beschlossen und beeilte sich so sehr, seine Geschäfte zu Ende zu führen, daß man nicht einmal zur Schluß- Abstimmung über das Gesetz, betr. die Schulversäumnisse, gelangte. Herr Windthorst, der bekanntlich so energisch den Entwurf bekämpfte, wird über diesen Ausgang der erregten Debatten über Schulzwang und Schulpflicht nicht ungehalten sein; hoffentlich gelangt aber das Gesetz in der nächsten Session zur definitiven Annahme.
Ueber die neueste vatikanische Note an die preußische Negierung ist noch immer nichts Genaueres bekannt. Wie indessen Berliner Blätter wissen wollen, bezeichnet die Note bestimmt die Hauptpunkte, auf deren Basis die künftigen Unterhandlungen stattfinden müssen, um die Unvollkommenheit des einseitig von der Regierung hinter dem Rücken des Vatikans eingebrachten Gesetzentwurfes zu ergänzen. Es würde dies mit den Meldungen aus Nom übereinstimmen, denen zufolge man im Vatikan sehr wenig darüber erbaut sein soll, daß sich die preußische Negierung unterfangen hat, auf eigene Faust und ohne erst die Zu- siimmung der Kurie abzuwarten, Abhülfe zur Linderung der kirchlichen Noth in den katholischen Landestheilen zu treffen. Dementsprechend soll die päpstliche Note auch sehr deutlich durchblicken lassen, wie peinlich es in den leitenden Kreisen des Vatikans berührt hat, daß die preußische Negierung den Inhalt der neuert kirchenpolitischen Vorlage vor deren Einbringung im Landtage weder officiell noch officiöS der Kurie übermittelt hat, so daß erst der päpstliche Nuntius in München hierüber nach Rom berichten mußte. Trotzdem wird versichert, daß die Sprache der Note höflich und entgegenkommend gehalten sei, „zum Beweise, daß der Vatikan trotz der Verletzung der diplomatischen Sitte zu einer Weiterführung der diplomatischen Verhandlungen auch jetzt noch geneigt sei." Man wird ja wohl bald etwas von einer Antwort auf diese Note hören.
In München sand am Sonntag die feierliche Eröffnung -der internationalen Kunstausstellung im Glaspalaste durch den Prinzen Luitpold von Bayern im Auftrage des Königs statt. Die Ausstellung wurde nach einer Ansprache des Präsidenten des AusstellungS-Comitös, Professor v. Miller, und nach einem Hoch auf den König eröffnet.
Die böhmische Wahl-Campagne ist nun zu Ende, doch lassen sich ihre Resultate bis jetzt nur theilweise übersehen. Was die Landtagswahlen aus der Gruppe der Landgemeinden anbelangt, so garantiren sie den Deutschen ihren früheren Besitzstand, dagegen ist durch die Wahlen aus der Städte-Kune die Hauptstadt Prag nunmehr vollständig in den Besitz der Czechen übergegangen. Im Prager Wahlbezirke Josefstadt sind die bisherigen deutschen Abgeordneten, Wiener und Tedesco, welche 100 resp. 98 Stimmen erhielten, den czechischen Candidaten Zalud und Reüler, welche mit 104 resp. 103 Stimmen gewählt wurden, unterlegen, was allerdings erst durch die von czechischer Seite ausge- übte maßlose Agitation ermöglicht wurde. Hiermit ist die Vertretung der böhmischen Hauptstadt im Landtage eine vollständig slavische geworden, während im Uebrigen die Städtewahlen in den Parteiverhältnissen nichts geändert haben. Durch die Wahlen des Großgrundbesitzes und der Handelskammern werden die Deutsch-Böhmen ebenfalls einige Mandate verloren haben, im Großen und Ganzen können sie aber mit dem Ausgange der Wahlen zufrieden sein, in Anbetracht der ungünstigen Verhältnisse, unter denen die Deutsch-Böhmen in den Wahlkampf eintreten mußten. — Kaiser Franz Josef hat am letzten Sonntag eine auf mehrere Wochen berechnete Reise nach der Steiermark und Krain angetreten.
Herrn Challe mel-Lacour, dem französischen Minister des Auswärtigen, scheint die Kur in Vichy recht gut bekommen zu fein, denn er ist am vorigen Sonnabend nach Paris zurückgekehrt und hat die Leitung der Geschäfte seines Ressorts wieder übernommen. Demnach sind die Gerüchte über die Demission des Ministers, vorläufig wenigstens, unbegründet, doch muß abgewartet werden, was die nächsten Wochen in dieser Beziehung bringen werden. Jedenfalls ist die Stellung Challemel-Lacour's keine allzufeste und von dem Verlaufe der Interpellationen, die in diesen Tagen sowohl.in der Deputirlenkammer, als auch im Senat bezüglich der Tongking-Affaire gestellt werden sollen, wird vielleicht das Bleiben oder der Rücktritt Challemel-Lacour's abhangen. — Der Graf v. Chambord, der legitimistische Prätendent auf den französischen Thron, ist in Frohsdorf wiederum nicht unbedenklich erkrankt.
Die armen irischen Auswanderer sind plötzlich m eine fatale Klemme gerathen. Die englische Regierung pflegte bisher diejenigen unbemittelten Iren, welche auszuwandern wünschten, auf Regierungskosten nach Nord-Amerika bringen zu lassen, wo diese Leute natürlich der dortigen Regierung nur zur Last fielen sJ)?an kann es daher nicht tadeln, wenn jetzt aus Befehl der New- Yorker Auswanderungs-Commission die aus Irland eingewanderten inittellosen Familien nach Irland zurückgesendet werden; daß aber die englische Regierung sich auf eine so bequeme Weise ihrer unbemittelten Landeskinder zu entledigen sucht, ist sehr bezeichnend.
Die Choleragefahr in Unter-Egypten ist trotz aller Abläng- nungen der englischen Osficiösen im Wachsen begriffen. So starben z. B. in


