Ausgabe 
4.11.1883 Zweites Blatt
 
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Kringerlshn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bozen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu ver­wenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird.

Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:

b. @intoUHgung61ä11e{i des Vaters oder Vormunde- mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen

' während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auSzurüsten und zu verpflegen; .

c ein Unbescho ltenhe itszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnasien und höheren Bürgerschulen) durch den Dtrector * bei Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienst­behörde auszustellen ist;

Betreffend: Die Nachsuchrrng der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schulzengniffen.

Drittes Blatt. Sonntag den 4. November

Diejenigen jungen Leute, welch« auf Grund ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst,nachsuchen wollen, mrden hierdurch auf die nachfolgenden, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden, Vorschriften mit dem Anfugen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvoU- stindtge Gesuche ohne Weiteres zurückgegeben werden. ____ im Grostberroa-

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Et Dontoupp6'^ inbc 10 Uhr. H itiecM- $

Das Gesuch »st bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzog- tbum Leiien aestellunasvflichtia ist, d. h. seinen dauernden Aufenthaltsort hat.

Die Bmchtigung^zum einjährig freiwilligen Dienst darf nicht vor vollendetem 17. Lebensjahre und muß spätestens bis zum 1. Februar de« Jahres nachgesucht werden, in welchem der sich Meldende das 20. Lebensjahr vollendet. Der Nachwets der Berech­tigung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu

ä. das Schulzeugniß.

^^Zu"k08^b":°daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. , ,, .

Zu pos. daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Retfezeugntsse für die Untversiiät und die derselben gleichgestellten Hochschulen und Reifezeugniffe sür die Prima der Gymnasien und Realschulen I. Ord., sämmtlich nach dem Schema 17 zur Ersatz-Ordnung (I Tyeil der Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 Rez.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein muffen.

Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ordnung verwiesen.

Großherzozliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende:

Gros. ___________

3 Akten ooit I Jiofer. I

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nde 10 Uhr. J mber 1883. f bonnement. T iaiter- ? j Akten vonH

Drittes Blatt. Sonntag den 4. ^iovemver 4883.

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.

Aeutschland.

Berlin, 31. Oktober. Die deutsche Srenographte nach dem System ihres Erfinders g X. Gabelsberger, wird in den Schulen SachsenS, Bayerns und Oesterreichs obligatorisch gelehrt: in Preußen bildete sie >n nur wen gen Schulen emen socullativ-n Lchrgegenstand, in den meisten wurde gar kein Unterricht in ihr ertheilt- Der letztere Umstand ist um so bedauerlicher, als sich die Vortheil« der stenographischen Schnft bei der übergroßen Vermehrung der Schreibarbeiten in heutiger Zeit und btt der durch ste wesentlich mttbedingten Ueberbürdung der Schüler durchaus nicht verkennen lasten- Die ©-.folge, w-l»e die erstgenannten drei Staaten mit der Stenographie erzielt Haden, haben denn auch die preußische Unterrichtsverwaltung veranlaßt, d-.sem Unterrichts­gegenstande eine größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Der Eultusminister hat neuer­dings an die Direktoren resp. Rectoren der höheren Lehranstalten die Austorderung gerichtet, ihm über den Stand des stenographischen Unterrichts an dm ihnen unter­gebenen Schulen Bericht zu erstatten. Di-Unterrichtsfrage hat schon einmal Regierung und Volksvertretung beschäftigt. Es war zu der Zeit, aIS der Berliner Stenographen- vereinGabelsberger« dem Landtage die Petition überreichte, auf Einführung der Stenographie als Lehrgegenstand in den höheren Schulen zu dringen und die Steno­graphie nach Gabelsbergers System als die am besten sich hierzu eignende anzuerkenn-n. Regierung sowohl als auch Abgeordneten erklärten die Frage damals Mr noch nicht spruchreif und von den Verwaltungen ging nur die der Post näher auf dieselbe ein. Eine Verordnung des damaligen Postmeisters Dr- Stephan empfahl den Postbeamtm die Erlernung der Stenographie, wie sie vom Professor Krieg, dem jetzigen Vorsteher des köntgl. stenographischen Instituts in Dresden, eigens zu diesem Zwecke nach dem System Gabelsberger bearbeitet war. Eiferer wollten und wollen noch j-tzt steno­graphischen Unterricht in allen Schulen, competente Persönlichkeiten ind.ss-n find über- Bt, daß sich derselbe auf den Kreis der Gebildeten wird beschränken müssen. Es zu erwarten, daß diese Unterrichtsfrage sür Preußen nunmehr gefördert werden wird.

ist bei Heil L3.Hov.

endet Kost und stgärtcheu 3.

ntag: Feld- js.7227 ute an i rausch).

Dienstmann.

fltrr. mber 1883ch Ihr.

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:r Kinder. - m und* ?rge- H ; in 5 Bilder« H ner. > ibe 6 Uhr. H - H hr. "W - bonnement. #

macht er seinem Aerger dadurch Luft, daß er den SchweinestaU öffnet, um die Insassen befielben in Freiheit zu setzen; kaum hat er jedoch die Thür des Stalles geöffnet, da stürzt ein großer Keiler hervor, fährt dem Burschen zwischen bte Beine, so daß dieser zum Reiten kommt und stürzt sich mit seinem Reiter in die etwa 1'/- Meter tief mit Fauche angcsüllle Düngergrube. Erst nach vieler Mühe gelang es einigen inzwischen hwzugekomm-n-n Männern, denReisenden" aus den duftenden Fluthen zu retten- Unter allgemeinem Gelächter suchte derselbe das Weite.

In Wien hat sich dieser Tage der ans St. Andrä in Kärnten gebürtige 30jährige Anton Payer, königlich siamesischer Hofbeamtcr, in seiner Wohnung durch einen R-volv-rswutz entleibt. Payer, der im Vonahre im Auftrage der stumesischen Regierung nach Oesterreich gekommen war, halte einige Jahre am Hose des Königs von Siam gelebt und war dort im Laufe der Zett zu einer ansehnlichen Stellung gelangt. Er brkl-idete einen hervorragendru Posten am Hofe des Königs von S.am mrd hatte sich dort vollkommen naturalifirt- Vor wenigen Wochen war Payer nach Wien ge­kommen, hatte hier mit verschiedenen Oriental'sten Berührung gesucht und gesunden und hier scheint sich in ihm der G-dank- festgesetzt zu haben, nicht mehr nach Siam zurückzukehren. Er machte verschiedene Versuche, ein- passende Stellung zu erwerben, das Glück begünstigte ihn aber nicht. Im Laufe des vorigen Monats hielt er tm Orientalischen Museum zwei beifällig aufgenommene Vortrag- über dieMetallmdustrie in den ostsstatischen Ländern und diese Vortrage ließen den gebildeten Mann erkennen. Die wiederholten, stets erfolglos gebliebenen Versuche Payers, -ine Lebensstellung zu finden, finanzielle Verlegenheiten, endlich der Umstand, daß ihm die Pflockt oblag, s^ mehrere unmündige Geschwister zu sorgen, scheinen den °rst 30iahrigen Mann zu dem verzweifelten Entschlüsse gedrängt zu haben. P°?°r war übrigens der Rettgon nach Buddhist. Als er nach Siam kam, trat er zum buddhistischen Glauben über und ver­blieb durch drei Jahre (1879 bis Frühjahr 1883) in -'nem buddhist,scheu K oster als Mönch, um gründlich die stamesische Sprache kennen zu ernen. Es blieb zu diesem Zweck nichts als eben das Kloster, da es in Siam k^ Volksschul-n gibt- Em Fremder kann nicht siamesisch lernen, wenn er nt» Sanjltdj Älofter ße^t. Nachdem Payer drei Jahre als Mönch im Kloster zugebracht und das Siamesische M Wort und Schrift vollständig gelernt hatte, verließ er das Kloster. Nach den Regeln des Budd, hismus kann man ms Kloster eintreten und wieder austreten, wann man will; es gibt dort kein Gelübde.

Witterirngsknnd-.*) _

Ärtn* frnf+fn frühmorgens nebelig, Morgens trüb bis zu Nebelregen.

®al ^er^ebdreaen6 in Rotae der Abkühsimg fällt, könnte na» «u8fdbeibun0 be§ 9Baffers bamDfe8^iumal8nacb^ 920% iu ba3 Weiter sich aufklären; Nachmittags aufgeheitert, AbÄ^'näck Norde? zu aufgeheitert, nach Süden zu bedeckt mit Niederschlägen; auch sMnachts°1umal nach Süden zu Niederschläge.Das nächttiche Temperaturminimum rtpnt vieliack unter Null Die Wasserstände dürften demnächst fallen.

liegtf6itf<v"t6err/t^engtag. Kalt, windig, veränderlich mit etwas Regen und örtlich Sckneesällen zumal in Nordwestdeutschland, Nachts frostig. Frühmorgens nebelig b's aufklärend, auf Mittag zu trüb, nach Norden zu vielfach aufgeheitert, Nachmittags "all-mein kurze Zeit Neigung zur AufklSrung Abends edeck . in Nordeuropa find die Nachmittage mehr aufgehettert. Der Südwesten dürfte frostfrer werden.

Aus Dr L. Overzier's Wetter-Prognose (Verlag der M.Lengfeld'- schen Buchhandlung in Köln, Preis 1 - Nachdruck verboten.

Starten.

Rom, 30. October. Aus Anlaß der Wahl Anderledy's zum Vicar und späteren Nachfolger des Jesuiten-Generals veröffentlichen römische katholische Blätter, wie wir derKöln. Ztg." entnehmen, einige interessante Angaben über die gegenwärtige Lage des vielfach angefeindeten Ordens. Trotz aller Verfol­gungen hat sich die Zahl der Mitglieder des Ordens seit 1870 fortdauernd vermehrt. In jenem Jahre gab es 10,529 Priester, Professen und Coadsutoren, 1881 dagegen 10,798 und 1882 sogar 11,058. Auf die fünf großen Pro­vinzen, in welche der Orden das Gebiet feiner Thätigkeit eingethetlt hat, ent­fallen folgende Ziffern: Italien nebst den Inseln 1558, Deutschland, Oester­reich, Belgien und Holland 2165, Frankreich emschlteßltch der französischen Colonien 2798, England und Nordamerika 1895 und Spanien und Mexiko 1933. Man ersieht hieraus, daß Frankreich trotz Ferry doch noch unter allen Ländern die größte Anzahl von Vätern Jesu beherbergt. _

DesMtschteH.

Bersrod, 1. November. Bei der heute stattgehabtenBeigeordneteuwahlwurde Herr Philivv 3imm6r Schuhmacher, mit 52 Stimmen einstimmig gewählt-

- Wende ergötzliche Scene erzählt das Dresdener Journal °»s Großlehna bei Kotschau. Em sog-namster armer Reisender kommt auf einen M bittet um eine »kleine Gabe" und erfährt dabei, daß außer einem kleinen Mädchen von 8 Jah^n Niemand zu Hause ist, er verlangt nun Wurst und Brod und da u dies nicht bekommt,

-2000

ie von 3 Ver­eine Wohnung behör.

e des Preises Srpeb. ds. Bl-