Der Kronprinz dankte mit bewegten Worten in seinem und der Kronprinzessin Namen folgendermaßen:
„Es wird der Kronprinzessin und mir nicht leicht, in gebührender Weise dem Gefühle Ausdruck zu geben, das uns m dem Augenblick beseelt, wo eine solche Gabe, an der sich ganz Deutschland betheil'gte, uns überreicht robb.
Als wir vor einigen Tugen die Glückwünsche des Reichstags entgegennahmen, ergriff es uns mächt g, d'e $eitretet M geeinigten Vaterlandes an der Feier unseres fünfundzwanzigjäh igen Ehebündn'ss.s The l nehmen zu sehen. Heute nun sind Ab gesandte aus allen Gau n des R iches um uns versammelt, um eine Stiftung zu überbringen, welche zum bleibenden Gedächtn'ß an jenes schöne e hebende Familienfest, Weike der Barmherzigkeit, soro e gemeini Ütz'ge Einrichtungen in's Leben rufen soll.
Da vermögen wir unserem tiefempfundenem Danke keinen würdigeren Ausdruck zu verleihen, als in der Bitte, all nthalden zu verkünden, daß nichts unserem Sinne mehr entspricht, daß nichts uns mehr erfreuen konnte, als die Beg ftnoung roohl- thätiger Spenden, welche forterbend von Geschlecht zu Geschlecht mit unserem Namen dauernd verbunden bleiben."
Nachdem sich dann der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin die Mitglieder der Deputation soweit sie nicht schon bekannt waren, hatten oorfteUen lassen, wurde das Diner eingenommen, an welchem sich der Staatsminister Dr. Delbrück seiner angegriffenen Gesundheit wegen n-cht bctheiligen konnte.
Die Kronprinzessin batte b cn Platz bei Tafel zwischen d"M H rzog von Rati- bor und dem P'äsidenten des Reichstags, v. Levetzow, gewählt; gegenüber nahm der Kronprinz nut der Eropnnzessin von Meiningen, neben w lcher Freiherr von und zu Frankenstein saß. und der Prtn,essin Victoria, welche Herrn Ackermann zum Nachbar hatte, Platz.
Nach dem Diner blieb die Gesellschaft noch längere Zett zusammn; der Kronprinz und d:e Kronpnnz ssin unterhielten sich eingehend in huldvollster Weise mit allen Mitgliedern der Deputation, welche bei dem Verlassen dcs P ilais die Uebcrzeugnng mit sich nahmen, daß die Glückwünsche und die Gabe, welche sie dargebracht, dem hohen Paare wirkliche Freude bereitet haben
(Dem Vorständen fügen wir bie M'ttheilung hinzu, daß die für die Et-ftung zum Andenken an die Jubelfeier des 25. Januar in der Stadt Gieß-n und Umgegend veranstaltete Sammlung d'N Betrag von 910 JL ergeben hat, deren Empfang durch Herrn SeehandlungSpi äsident Rötger bescheinigt worden ist )
BcrmifdbteS.
Butzbach, 26- Februar Der hier und in der Umgegend sehr beliebte und bekannte Buchbinder Berg ging vorgestern nach Rockenberg, um einige Geschäfte zu erledigen. Auf dem Rückwege hierher kam derselbe während der Dunkelhett bet der Rainmühle in die Wetter und ertrank, da Hülfe nicht m der Nähe war.
Ober-Florstadt, 27. Februar. Vor ein gen Tagen schnitt sich ein hiesiger Mann beim Rasiren leicht am K nn, heute wurde derselbe in Folge von eingttretener Blutvergiftung begraben. Nach Ansicht des Arztes ist die Blutvergiftung durch die zur Fab'ikation der verwendeten Seife gebrauchten schlechten Sustanzen eingetreten.
Kastel, 27. Februar. Schon wieder haben wir einen Todesfall zu verzeichnen, der durch zu starken Genuß des Branntweins hervorgerufen wurde. Ein Arbeiter mit Namen Weißmontel auf dem Fort Petersberg, der am Samstag und Sonntag sich gütlich gethan. wurde heute Morgen in seiner Schlafstelle tobt vorgefundcn. Er ist 26 Jahre alt, ein Schlagstuß bat sein schnelles Ende herbeigpführt.
— Im Frankfurter Palmcnhause und den sogenannten Blüthengallecien hat in den Wintcrmonaten eine groß- Umgestaltung stattgesunden und bietet jetzt das Erstere ein prachtvolles Bild ächt tropischer Vegetation, die großen Pflanzen haben nun durch sorgfältige Cultur gefördert, wieder mächtige Kronen gebildet und Alles strotzt in saftigem Grün. Auch die verschiedenen Species der Farrne gedeihen vorzüglich und an allen Pflanzen ist kaum mehr ein Merkmal des so verhängnißvollen Brandes vom Jahre 1878 zu bemerken Die mächtigen Stämme der Livingstonien, Cocos, Latanien, Areca, Phönix und wie sie alle heißen, wechseln mit den mannigfaltigsten Blattformen der Tropen-Flora und bin Boden d.ckt ein reizend grüner Teppich. In den Blüthen- gallerien hat der Früh! ng vollen Einzug gehalten und die Besucher staunen Über den jetzt schon herrschenden BlÜthenreichthum, reiche Abwechselung ist auch hier geboten, vom bescheidenen Alpenveilchen bis zur stolzen hochstämmigen Camelie, die eben im schönsten Flore siegt Der Palmengarten macht wieder seinem altbewährtem Ruhme alle Ehre. Auch reiche neue Collecbonen sind dem Pflanzenbestande eingefügt morden und überall zeigt sich die nie rastende, ordnende und neu schaffende Hand des Garten- künstlers. Ehre denen, die das schöne Etablissement so freudig fördern.
Hanau, 28. Februar [®efIügeUu§fteüung.] Da noch tägl-ch Nachfragen nach Anmeldebogen ein! mfen und b reits schon viele Anmeldungen sich in den Händen des Vorstandes des h'esigen Vereins für Geflügel- und Singvögelzucht befinden, so verspricht die diesjährige Ausstellung eine besonders reichhaltige zu werden.
Ja der Verein wird sich veranlaßt sehen müssen, an seine Aussteller heranzu- tretcn, um schon j tzt ihre Anmeldungen zu bekommen, obwohl der Anmeldetag er ft am 5. März ist; damit die event. noch bcnöthigten Käfige rc. zu richt ger Zeit beschafft werden können.
Sehr erfreulich ist es zu conftatiren, daß sich gerade unsere Umgegend, wie die Wetterau, auch näher gelegene Städte, wie Schlüchtern, Fulda rc. an dieser Ausstellung, mehr rote sonst, belheil gen wird.
Leider sind am h'sigen Platze noch viele Liebhaber, die schöne und edle Thiere besitzen, jedoch dem V retne noch ferne stehen. Möchten sich diese Betreffenden veranlaßt sehen, ebenfalls ih>e Thiere mit zur Ausstellung zu bringen.
Wir sind fest Überzeugt davon, daß der Verein Alles aufbieten wird, um den Wünschen der Aussteller in jeder Weise gerecht zu werden.
— Nach den statistischen Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahl- industrieller belief sich die Roheisenvroduction des deutschen Reichs (einschließlich Luxemburgs) im Monat Januar 1883 auf 278 995 Tonnen, barunter 156 934 Tonnen Pubdelrobeisen 12 096 Tonnen Sp egeleisen, 47 337 Tonnen Bessemer, 30 378 Tonnen Thomas-Roheisen und 28 750 Tonnen Gießereiroheisen. Die Production im Januar 1882 betrug 285 217 Tonnen
SchtffSvericht. Mttgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd ti Bremen, C W. Dietz Nachfolger, Gießen.
Der neue Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Fulda" hat auf seiner Probefahrt am 27. Februar trotz ungünstiger Witterungsoerhältnisse dennoch eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 173/< Meilen per Stunde erreicht, und ist damit jedenfalls der schnellste Dampfer auf dem Ocean. Die „Fulda" wird gegen Ende der Woche in Bremerhaven eintreffen und am 14. März ihre erste Reife nach Newyork antreten.
Bremen, 1. März (Per transatlantischen Telegraph.) Der Posidampfer Weser, Capt. H. BrunS, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 10. Februar von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angefommen.
Donnerstag den 8. und Freitag den 9. I. ÄUs., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im alten Rathhause für das Rechnungsjahr 1883/84 versteigert werden:
Am ersten Tage:
Die laufenden städt. Taglohnarbeiten, das Kleinmachen des Brennholzes, das Reinigen der Oesen in den städt. Gebäuden,
das Errichten von Schutzgeländern in der Lahn und
die Aufräumung von Fluthgräben in der Gemarkung.
Am zweiten Tage:
Die laufenden städtischen Fuhrleistungen, das Kehren der öffentlichen Plätze und Straßentheile,
sodann das Wegfahren des sämmtlichen Kehrichts in der Stadt.
Gießen, den 2. März 1883. Großh. Bürgermeisterei Gießen. 1435 A. Bramm.
Allgemeiner
Anzeiger.
Holzverfteigerung
im Fürst!. Schutzbezirk Dorfgill.
Montag den 5. März ds. Is., Morgens 10 Uhr, werden im Fürstlichen sogenannten Langenwald bei Dorf-Gill öffentlich verkauft:
1) Im District Kirchhofsboden.
72 Eichen-Stämme mit 30,92 Fftm.,
33 Rmtr. Eichen-Werkholz,
36 „ „ Prüaelholz,
1800 Stück „ Wellen,
43 Rmtr. Bnchen-Scheitholz,
12 „ „ Prügel,
860 Stück „ Wellen.
2) Im District Fuchsstrauch.
72 Eichen-Stangen mit 1,09 Fftm.,
9 Rmtr. Eichen-Werkholz,
60 „ „ Prügel,
3550 Stück „ Wellen,
2 Rmtr. Buchen-Scheitholj,
34 ,. „ Prügel,
300 Stück „ Wellen.
3) District Scheldeloch.
17 Rmtr. Buchen-Prügel,
450 Stück „ Wellen.
Griedel, den 27. Februar 1883.
Fürstliches Rent-Amt.
1403 Düringer.
430 Ein Geschäftshaus in Mitte der Stadt ist preiswürdig zu verkaufen.
Näheres in der Exp.d. ds. Bl.
Holz-Versteigerung.
Im Lollarer Gemeindewald in den Districten Boden, Dreispitz und Kopf werden versteigert:
Montag den 3 März d. I.:
187,2 Rmtr. Buchen-Scheitholz,
79,3 „ Eichen- „
20 „ Radel- „
87,3 „ Buchen-Knüppelholz,
68,8 „ Eichen- „
172,2 „ Radel-
5410 Wellen Buchen-Reisholz,
1100 „ Eichen- „
1730 „ Radel-
88,6 Rmtr. Buchen-, Eichen-u. Radel- Stockholz.
Dienstag den 6. März d I.:
66 Eichen-Stämmevon 14—51 Ctm.
Durchmesser mit 24,86 Fstm., 67 Radel-Stämme von 14 — 29 Ctm.
Durchmesser mit 15,60 Fstm., 2 Buchen-Stämme mit 1,36 Fstm., 8 Eichen-Stangen mit 0,32 Fstm., 28 Buchen-Stangen mit 0,63 Fstm., 63 Nadel-Derbstangen mit6,58 Fstm. Der Anfang ist jedesmal Morgens 9 Uhr im District Boden, beim Eingang des Waldes an der Staatsstraße. Ällar, den 26. Februar 1883.
Großh. Bürgermeisterei Lollar. 1376 Fuchs.
Montag den 5. Marz d. I.,
Nachmittags 2 Uhr,
soll in dem Hause des Herrn Th. Hau bach in der Bahnhofstraße der Nachlaß des verst- stud.med. Karl Heß, bestehend in Kleidern, einem Bett, einer goldenen Uhr mit Kette, einem Mikroskop und sonstigenGegenständen gegen haare Zahlung versteigert werden.
Gießen, den 1. März 1883.
Großberzogliches Ortsgericht. 1411 Lüdeting.
Kern-Elfenbein-Billardbällen sowie verschiedene Sorten Qneu* stets vorräthig-
Das Abdrehen und Farben gespielter Ballen wird prompt ansgefnhrt.
Chr. Hermes, Drechslermeister, 782 Kciplansgasse
Obstbänme
bringe in empfehlende Erinnerung.
1192 Carl Berger, Gärtner.
Holzdersteigernng
im Gemeindcwald Reiskirchen,
Freitag den 9. k. M.,
Vormittags von pracis 9 Uhr ab, mit dem Stamilcholz beginnend.
Ausgeboten werden:
11 Eichenstämme 1. Et. — 39,28 Fm., 8 „ 2. „ = 14,34 „
9 „ 3. „ — 6,54 „
3 M 4. „ = 0,65 „
86 Radelholz>Stämme —10,59 „
2 Rmtr. Eichen-Rutz,
63 „ „ Scheit,
I 20 „ „ Scheit u. Knüppel,
18 „ Buchen-Scheit resp.
18 ,/ verschiedenes Derbholz,
28,40 „ Stock und
210,50 „ verschiedenes Reiserholz.
Ferner werden am selben Tage, Nachmittags 4 Uhr, in dem ganz nahe gelegenen Weidenhäusener Genteinde- wald ausgeboten:
16 Nadelholz-Stämme — 2,92 Fm.,
25 „ Stangen,
1 „ Knüppel,
1,5 „ Stock und
19 „ Reiser
Groß-Rechtenbach, den 27.Febr 1883.
1402 Das Bürgermeister-Amt.
Jeilgeßotenes.
Einen hochfeinen Java-Kaffee per Psd. Mk. 1.10 und 120, empfehlen 1461
J. A. Busch Söhne.
Gf CHOCOLAT Suchard
, . Vereinigt vorzüglichste ,• Qualität , mit mässigem Preise
Niederlagen: C. Schwaab's Deli- catessenhdlg., Conditor H. Kinkel. 161
selb ft gefertigte, empfiehlt in großer Auswahl billigst
Wilh. Kohlermann,
Küferei und Holzwaarenhandlnng, 762 Neustadt 15.
CD
&
&
*
&
*0,
«fr
❖
♦ ♦ ♦
*
❖
$
L
x.xsea*
Zungen in Gelee
(feinste Marke), Frühstücks-Zungen, Lamm-Zungen, Aal in Gelee, Hummer in Dosen, Cervelatwurst, feinste, Sardines ä l’huile
empfiehlt 907
Emil Fischbach.
CorÄetlett
in großer Auswahl empfiehlt
A. Fangmann
Extra-Fa^ons und -Weiten werden nach Maß angefertigt. 873


