-tßetereaue bis ju d-n DIL-rn üb-rflulh-t. D-r Anprall ber Fluiden war ein so ge- waltiacr büß fämmlliche Säufer tn ben oorberften Straßen ber genannten ©etnetnben oerabtju" binwegrafiit u>uutn unb jetzt nur nach Trümmerhaufen „nb. Man tahlt tn «orbetm 40 Mörsch 60, Beindersheim 20, Bodenhelm 36 eingefiürjte Gebäude. Vom Jeroen ber Habe konnte keine Rede (ein unb «alt eS nur da« nackte Geben JU retten. Alles flüchtete nach ben Kirchen unb höheren ©ebäuben. Ungeachtet großer Ftnsterniß buidbf achten beherzte Männer auf tmprov fielen Fahrzeugen bie Überflutbeten ®eflenben nach Frauen unb JMnbern. Soweit bis jetzt bekannt, ist kein Menschenleben zu beklagen" Allenthalben würbe Sturm geläutet, von allen Seiten kamen Voten her- aeftrömt b'e um Hilfe baten. Der Stabtvorstanb von hier ließ noch in ber Nacht bie ö »ebner durch bie Schelle zur HÜlfeleistung auffordern und Wogen zur Rettung nach den An,einen Ortfchaften beorbern- Trotzdem bie hiesigen Bewohner bereilwilligst dieser Aufforderung folgten, war wegen der großen F nsterniß wahrend der Nacht wenia Aülfe zu leisten 8ben von MÜrsch zurückgekommene Pioniere fchrlderlen die dortige Loge als äußerst bedenklich für die Bewohner, indem der Zugang zu dem Ort von allen ^''"^Etzanbruch ist Groß unb Klein damit beschäftigt, den bedrängten Ortschaften Hülfe und Unterstützung zu bringen. Auf Kähnen und Wogen kommen bie UnglückltAzen fchoarenweise hierher. Nahezu 1000 Personen, von Allem entblößt, sind hier in den Schulen, Turnhalle und Concerlsalcn untergebracht. Die Noth tfi unbeschreiblich Ich wollte soeben m't einem Kahn eine Fahrt durch daS überschwemmte (Neblet antreten, aber bie wenigen Fahrzeuge sind dringend zur Rettung von Bedrängten notbwend'a. D e Zahl der elnstürzenden Häuser mehlt sich beständig. In Edigheim sind bereits 80 Häuser, darunter massive Gebäude, eingestP'zt. In Roxheim etwa 60. Der Rhein ist während der Nacht wieder 1 Fuß gestiegen. Aller Verkehr ist unterbrochen und von hier nach keiner Richtung wrgzukommen. ro , .
Frarlkenthal, 1. Januar, 2 Ubr Nachm. In Edigheim. Bobenheim, Roxheim und Oppau stürzen von Stunde zu Stunde weitere Gebäude ein. Edigheim, Roxheim, Ovvau und Bobenheim sind vollständig tsolirt und verlangen dringend H'lse. Wagen sind aus den umliegenden Orten zahlreich zur Hilfe herbeigeeilt, aber eS fehlt an Kähnen um die Hilfesuchenden aus dem Ueberfchwemmungsgebict zu holen. Die ganze Stadt ist voll von Flüchtigen und tn allen Straßen sieht man Schaaren jammernder Männer, Frauen und Kinder mit Wagen kommen, um die einzelnen Trümmer ihrer Habe zu bergen. In Mörsch mußten viele Leute, die sich nicht von ihrem Vieh trennen wollten gewaltsam auS den überschwemmten Räumen geholt werden. Hier tit nicht mehr ein einziger Raum, um die Flüchtigen und Hilfesuchenden unterzubrmgen und es muß darum in Eppstein und Flammershetm Quartier geschaffen werden. Hier ist die Hilfeleistung eine wahrhaft großartige und Alles, was helfen kann, greift zu. Durch das aus dem Canal zurückgedrückte Wasser wird das Überschwemmungsgebiet m Frankenthal selbst immer größer und allenthalben wird geräumt. Gasfabrik und Zuckerfabrik stehen mitten in Wasser. Eben wird eine Kirche zur Unterbringung der flüchtigen geräumt. In Mundenbeim sucht man sich durch einen Nothdamm zu schützen. In Hemshof suchte man das Gleiche zu thun, aber leider vergebens. Die Wassermassen dringen mit riesiger Gewalt em.
— Das Elend nimmt stündlich in nicht geahnter Große zu. In dem überschwemmten Gebiete unserer nächsten Nähe sind bis jetzt eingestürzt: in Bobenheim 70 Häuser in Roxheim 80 Häuser, in Mörsch 80 Häuser, in Edigheim 60 Häuser, tn Ovpau 80 Häuser, tn Studernheim 20 Häuser, In Frankenthal 5 Häuser. Es ist nicht abzusehen, wie viele noch etnstürzen. — In Edigheim und Mörsch sind alle Menschen «erettet das Vieh und bie Fahrnisse bagegen noch in ben Ortschaften, ba bie Mannschaft und das SchisiSmaterial zur Rettung ber Bewohner ber anderen überschwemmten Orte nöthig sind. — Hülfe, ichnelle Hülfe ist bringend geboten. Es wird h er alles gethan dock die Größe deS Unglücks verlangt die rascheste Hülfe, eine größere Hülfe, uls die selbst überschwemmte Stadt und die Nachbarschaft zu leisten vermögen. SS ^ehlt an Geld, Kleidern, Schuhwerk, Strümpfen, Unterkleidern u. f. w-, hauptsächlich <m Schnbwerk (8- 3-)
Rastatt, 31. Dezember. Der Wien-Pariser Schnellzug geht heute über Mull heim und Mülhausen. Die Rheinbahn sühn nur bis Knielingen. In Maxau steht da^ Wasser. In Nauburgweier sind mit Hülfe von Schiffen von Rastatt und dem Stadtgarren-Sec in Karlsruhe alle Menschen evacuirt worden. DaS Wasser steht still. In Rastatt ist das Wasser rapid gefallen.
Karlsruhe, 30. Dec. Die „Karlvr. Ztg." schreibt: ,D:e von allen Seiten ein treffenden Nachrichten über die durch das Hochwasser herbeiaesührten Beschädigungen lasten leider keinen Zweifel, daß in gar manchen so schwer heimgesuchten Orten Nothstände sich entwickeln werden, zu deren Bekämpfung cd des Zusammenwirkens aller opferwilligen Kräfte bedürfen wird. Verlässiger Mittheilung zufolge werden im Einvernehmen mit Gr. Minifterium deS Innern die vereinigten Vorstände des Bad. Frauenvereins und des Bad. Männer Hilfsvereins, den statutenmäßigen Aufgaben ihrer Verbände entsprechend, einen allgemeinen Aufruf zur Veranstaltung von Sammlungen für die Wasserbeschädigten des Landes erlassen und die Blldung einer Centralleitung, bestehend aus Vertretern der be theiligten Vereinsgemeinde und Staatsbehörden, behiüs Vermeidung der Zersplitterung der Kräfte und ungleicher Lcrtheilung des Ertrags der Sammlungen in Anregung bringen.-
St. Goarshausen, 31. Dec. Nachdem der Rhein die Stadt vollständig überschwemmt hatte, ist seit 11 Uhr Vormittags Stillstand im Wachsen eingetrcten.
Köln, 31. Dec-, 8 U. 45 Min- Vorm. Der Pegelstand ist hier 8.90. In der vergangenen Nacht ist viel Regen gefallen, jetzt ist das Wetter trübe und neblig, bet 6 Grad Ncaumur. In Bingerbrück ist der Pcgclstand 5.71; in Koblenz 8.3d; in Düsseldorf 8.28; in Trier 4-M). Unterhalb Köln in Niehl ist gestern durch etwa 1000 Soldaten ein Nothdamm aufgeworfen worden, welcher bis jetzt Schutz geivährt. ES sind neue Aufrufe zu milden Beiträgen erlassen worden. Die Noth ist übet all groß- — 31. Dec., 1 U- 5 Min. Nachm- Seit gestern Abend herrscht ununterbrochen starker Regen. Die Nheinhöhe betrug um 12 Uhr 30 Min. Mittags 8.90 Mtr-, stark steigend- Der Wasserstand ist nur 2 Fuß niedriger als am 20. November.
Lörrach, 29 Dec. Die amtlich festgestellte Verlustliste der beim Einsturz der Wiesen« brücke im Wasser Verunglückten verzeichnet bis heute Abend 6 Uhr 14 Personen, 5 Erwachsene und 9 Zünder, von denen das älteste 15, das jüngste 7 Jahre alt ist. Zwei der Erwachsenen waren als Arbeiter auf der Brücke beschäftigt, die Uebrigen waren Zuschauer gewesen, der 15jährige Knabe hatte seinem als Arbeiter beschäftigt gewesenen Vater den Morgenimbiß gebracht. Unter den Erwachsenen sind vier Familienväter; zwölf sind hiesige Einwohner. Da bis zur Stunde weitere Vermißte nicht angemeldet sind, so ist die Verlustliste, was die Zahl der Verunglückten anlangt, für geschlossen zu erachten. Zwei der Ertrunkenen sind heute bei Stetten geländet worden und 4 bei Kleinhüningen. Die Leichen werden hierher verbracht. — Die Einwohnerschaft ist von den Gefühlen schmerzlichster Trauer erfüllt, alle Aeußerungen der Freude sind mit einem Schlage verstummt, sämmtliche Sylvesterabend- und Neujahrs-Vergnügungen sind abbestellt. — Die Bahnstrecke Basel-Haag en und Maul- burg .Hausen wird befahren, auf den übrigen Strecken kursiren die Züge nicht.
Basel, 30. Dec. Die Ueberschwemmung ist nun so weit zurückgegangen, daß sich der Schaden einigermaßen überblicken läßt. Seit gestern ist der Rhein abermals um einen Meter gesunken ; seine dermalige Höhe ist 3,6. Von den Verunglückten bei der Thumeringer- Wiesenbrücke sind bis jetzt in der Nähe Basels fünf Leichname, drei Kinder und zwei Erwachsene, aufgefangen worden. — Der ökonomische Schaden, den das Wiesenwaster auf Basels Gebiet anrichtet, macht den Wunsch in der Bürgerschaft laut, endlich einmal Bundes- hülfe zu beanspruchen, was bisher noch nie geschehen ist, wiewohl wir fast alljährlich einen bedeutenden Theil unterer Staatseinkünfte auf Reparaturen der Wasserschäden zu verwenden haben. In Zurzach (Kanton Aargau) riß der Strom die Schiffmühlen mit fort und diese hinwieder zerrissen die Drahtseile der Fähre bei Koblenz. In Zürich wurden von 550 Telephonstationen 150 außer Dienst gesetzt. Menschenleben sind an mehreren Orten zu beklagen. In Uri nahe bei Vasen verschüttete eine Lawine die Gotthardlinie auf eine Distanz von 60 Metern, doch ohne persönliches Unheil anzurichten. Dagegen warf der rasende Föhn in Schwyz den Postwagen um, so daß mehrere Passagiere Verletzungen da- vontrugen.
Lokales.
Gießen, 2. Januar. Einen herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre allen unfern Lesern! Möge das neue Jahr Jedem dringen, was ihm zum Wohle und Besten dient. Dem Kranken Gesundheit, dem Trauernden Trost im Leid, dem Handel und Gewerbe reichlichen Verdienst, den Völkern Friede, uns allen aber einen heiteren Himmel und gesegnete Witterung, damit wir nicht auch am Schluffe des Jahre» 1883 sehen und hören müssen, wie Tausende von Menschen an den Ufern des RheinS, Mains und Neckars rc. verzweifeln und ihr Hab unb Gut im Stiche lassend, dem nassen Element entfliehen müffen. Die Nächstenliebe hat hier ein weites und großes Feld, sich werktbätig zu zeigen Die Noth unter den armen Wafferbeschadigten ist groß, sehr groß. An anderer Stelle veröffentlichen wir, so Diel es uns der Raum gestattet, Nachrichten über daS Hochwasser. Alle lauten schauerlich und fordern unS, die wir von di. ser Waffersnolh nicht zu leiden Haden, auf, wiederum helfend einzugreifen. Unsere Sammlung wollen und können wir Angesichts der Roth nicht schließen. Jede Gabe, auch die kleinste, wird nur willkommen sein. Darum gebe Jeder, der es nur irgend kann. Das Gefühl, einer edlen Sache gedient zu haben, möge ber Lohn sein.
— In be Neujabrsnacht kamen außer einer Schlägerei zwischen jungen Kaufleuten in einer Wirthschaft am Wallthor und der Zertrümmerung einer Erkerschelbe beim schießen mit einem geladenen Revolver um 12 Uhr am Seltersweg, weiter feine groben Ausschreitungen vor, nur wurde in manchen Straßen im Brüllen das Menschenmöglichste geleistet Oftmals glaubte man keine Menschen, sondern schon mehr Thiere vor sich iu Haden, welche die Leistungen ihrer Lungen auf die höchste Potenz trieben. Ein sonderbares Vergnügen!
Kandel und SBtrftbt.
Gießen, 2. Januar. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfund X 1.12—1.20, Hühnereier per Stück 7—8 Käse per Stück 5—8 H,
Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 22 H, Linsen 1 Liter 25 H, Tauben daS Paar 65—80 Hühner per Stück 1.00—1.30, Hahnen per Stück X 1.10 bis .jL 1.80, Enten per Stück .* 1.70—2.00, Ochsenfleisch per Pfund 66-70 H Kuh- und Rindfleisch 56—60 H, Kalbfleisch 54 bis 56 H, Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—66 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.50—6.00, Zwiebeln per Gentner X 3.00. Milch per Liter 14—18 H. Gänse per Pfd. 60—64 H. Weißkraut 100 Stück X 4—7.U0- __________
Frankfurt a. Di., 2. Januar, Nachmittags 2 Ubr — Min. (Telegraphischer EourSberichi Mitgetdeilt durch das Bankgeschäft Alber! Kaufmann in Gießen.) Ereditactien 247. Staatsdabnactien 284s/h, Galizier 250. Lombarden 116». g, Nord- westbahnactien 167' ?, Darmstädter-Bankactien 148»/4, Oderschlesiiche E -B.-Act. 2473/6, Cefterr. Silberrentk 65Vts. 4% Ungar. Goldrente 729/18, 4° 1880er Ruff en 68»/«, 5% 1877r Russen 86»„ 2. Orieui-Anleihe 543 s, Spanier 62, 5% Rumänische Rente 91* 4, 4%. Unisic. Egypter 71' 8, Disconto Comm. —, Gotthardbahnactten 111. Tendenz. fest.
Zur Enthebung von Neujahrsbesuchen haben für die Kleinkinder-Bewabranstalt noch folgende Herren Geschenke übergeben: S. S- P-, Kaufmann Naffauer, Profeffor Dr. Köllner. Stadtverordneter Haustein. Besten Dank!
Gießen, den 2. Januar 1883.
Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt-
Dr. Naumann, Pfarrer.
Allgemeiner Anzeiger.
NEUE (13.) UMQ EAR BEITETE I LLUSTR l RTE AUFLAGE.
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Brockhaus’
Conversations - Lexikon.
Mit Abbildungen und Karten.
Preis n Heft 50 Pf.
JEDER BAND GEB IN LEINWAND ÖM. HALBFRANZ 8', M
Als beste Unterhaltung für die langen Winterabende
empfehle ich meinen Journallesezirkel Nr. 1, der außer den bekannten illustr. Aeitscbriften: Neber Land und Nteer, Daheim, (Gartenlaube rc., bie besten Revuen: Deutsche Rundschau, BZe^ermann'S Monat-Hefte. Som Fel- zum Meer, ferner die Grenzboten, Gegenwart, Globu-, leipziger illustr. Zeitung, illustr. ^rauenzeitunft u. A. m. enthält. Derselbe kostet vierteljährlich 3 M ÖO Pf. und wird wöchentlich 2 mal gewechselt und frei in- Hau- getragen.
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Gießen. Fr. JE. Fcliacnlclil,
Allen Freunden und Bekannten die herzlichsten (Glückwünsche zum neuen Jahr.
■le Huhne
3 (yastbof zum röm. Kaiser, Wetzlar.
«87
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Einen tüchtigen Müller sucht (per Woche 10 X bei freier Station)
64 Ein grauer Meßgerstund, auf den Namen „'Bipat* hörend, ist entlaufen.
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