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3)

Schuhmacdei von Eppelsheim- seine Fahr! fortschcn konnte, arbeiten sind nahezu vollendet.

zu sollen:

1)

zur Erwirkung eurer thuuUchsi glcichmäß gen VtUh.ilung der häuslichen Arbeiten aus die einzelnen Schultage nochmalige beinmmtt und jp-crellc Weisungen an tue Drrcctorcn und Lehrer der höheren L hransialten erlassen werden.

Als besonder- d.achlen-werthc Punkt: glaubt dte Commission hierbei hervorhcben

Speciclle Rücksichtnahme auf dte getroffenen Bestimmungen bet Feststellung der Lectionspläne. .

Berständigung der an einer Schulklasse wirkenden Lehrer über dte Zahl der häuslichen Ai Veiten und über die Venheilung derselben auf die einzelnen Schultage.

Einschärfung der bestehenden Anordnung, datz b<t Lehrer dte von ihm ertheilten Ausgaben selbst in datz Klassentagbuch und zwar unter dem Datum desjenigen TaaS einzutragcn Hal. für welchen sie gestellt werden.

OeftcreS Benehmen deS DirectolS bezw. Klaffenführcrü mit den Schülern und deren Elt rn, um sich über dte Zeit zu verlässigen, welche dte Schüler zur Bewältigung der ausgegcbencn häuslichen Arbeiten nöthtg haben.

LL Welche sonstigen sanitären Maßregeln sind zu ergreifen, um die lernende Jugend vor Schädigung ihrer Gesundheit und ihrer körperlichen

Entwicklung zu bewahren.

In dieser Beziehung lagen der Commission alü Material daS von der medicim- schen Sachversiändigen-Commlssion zu Straßburg erstattete ärztliche Gutachten über das höhere Schulwesen Elsaß-LothringenS, sowie da« vom ärztlichen CentralauSschuß im Großh^rzoglhum Hessen in seiner Sitzung vom 20. November d. I beschlossene, d:er angesügle Gutachten über den Schutz der Sehkraft der Schüler und Schülerinnen vor. lieber eine Reihe der in dem erstgedachten Gutachten berührten Gegenstände, insbesondere dre nach hygienischen Grundsätzen zu bcmcsiende höchste Zahl der Schüler in den einzelnen Klassen, über die An-ahl und Denheilung der freien Nachmittage, die Aussetzung dcö Nachmittagsunterrichts bei zu großer Hitze, den Wegfall der Haus­aufgaben für dte Sonntage sowie die Psingsl: und WeihnachtSscrien und daü Verbot der Ausgaben vom Vormittag auf den Nachmittag desselben TageS, glaubt die Commission besondere Anträge nicht stellen zu müssen, da diese Gegenstände im Großherzogthum durch generelle Ausschreibungen und speciclle Verfügungen bereits geregelt worden sind-

(Schluß folgt.)

Berlin, 30. December. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Einem Telegramm aus Mexico zufolge hat der Congreß den zivijchcn dem deutschen Mmisierrcsidenten und der mericanischen Negierung kürzlich vereinbarten Handels- und Schifffahrts-Vertrag mit einer unwesentlichen Modisicatwn angenommen. Zugleich wurde der bisherige deutsch-mexicailische VeNrag bis zuni 30. Zuni 1883 verlängert.

DerGermania" zufolge ist in unterrichteten katholischen Kreisen von einem Beschluß oder einer Absicht des preußischen Epiücopatü, eine Zmmediat- vorstellung an den Kaiser behufs Rückberufung der abgejetzten Bischöfe zu richten, nichts befaimt.

Hcidclverg, 31. Dcc., 11 Uhr 30 Min Der beute früh -1 Uhr 4V Minuten von Mannheim nach hier fahrende Personenzug stieß bei Cinfahn im hiesigen Bahnhof in Folge falscher Wcichcnstcllung auf eine leere Lokomotive. Beide Maschinen und einige Wagen entgleisten, 5 Pertonen wurden verletzt, wovon 3 hier im Spital sind, nämlich Georg Gaa von Pfankstadt, Nicolaus Heinrich von Alt Neudon und Nicolaus ~ ' ----- ^mcr der Zugführer Kromer und ein Reifender, der

Der Verkehr ist nicht gestört. Die Ausräumunas- (F- Ltg.)

Frankreich.

Paris, 30. Decbr. Aus Medina wird gemeldet, daß zwischen Mekka und Medina 21 Pilger an der Cholera gestorben sind.

Paris, 31. December. Gras Wimpffen, österreichischer Botschafter, hat sich gestern Vormittag um halb zwölf Uhr ui einer Straßen-Retirade an der Ecke der Avenue Marceau und Rue Galil^e erschaffen. Die Revolverkugel von schwerem Kaliber durchdrang den Kops von einer Schläfe bis zur anderen. Sein Körper öffnete im Umfallen die eiserne Thure der Retirade und stürzte rückwäNS aus das Trottoir. Mehr als eine halbe Stunde blieb der noch röchelnde Botschafter aus einem Sandhausen niedergelegt und den Blicken der 'Neugierigen ausgesetzt. Man deckte sein Gesicht dann mit zwei leeren Gips- säcken, von einem nahen Bauplatz genommen, zu und brachte ihn nach der Polizeistation, wo man bei der Untersuchung der Taschen zwei Adreßkarten mit dem NamenGras Wimpffen" und das Etui des Revolvers sand. Der Botschastssecretär Gras Zackl wurde eiligst herbeigerusen und stellte die Identität des Leichnams sest. Die Gattin des Unglücklichen soll einen schrecklichen Ausbruch des Schmerzes erlitten haben, als ihr die traurige Kunde mitgethellt wurde. Seit einigen Tagen hatte Gras Wimpffen eine besremdende Erregtheit gezeigt, die Befürchtungen für seinen Geisteszustand bei der Familie und den Freunden wachries. Da der Miethkontrakt des bisherigen Botschaftshotels zu Ende ging, hatte er ein neues Hotel in der Rue de Lille gepachtet, welches weder dem Botschafter noch seiner Gattin gefiel Er war sehr ausgeregt darüber und einmal, als ihm die soeben angebrachten Vorhänge mißfielen, soll er laut ausgerufen haben:Das ist ja zum Erschießen'" Mehrere Blätter weisen aus die finanziellen Verlegenheiten des Botschafters hin. Derselbe hatte das Hotel Maurice, Rue de Rivoli, wo er seit sechs Monaten wohnte, früh. Morgens anscheinend heiter verlaffen. Er machte eine Fußpromenade im Tuileriengarten, stieg darauf in einen Tramway, der ihn nach der Avenue Marceau führte. Er stieg ab in der Rue Galilöe und begab sich direct in die Retirade, wo augenblicklich der Schuß vernommen wurde. Vor Verlaffen seiner Wohnung hatte der Botschafter 4 Briefe geschrieben, einen davon mit Bleistift an den Grafen Zichy folgenden Inhalts: Sie werden in dem großen Sack die refervirten Depeschen der Botschast und mein Testament finden. Meine Fonds sind bei Rothschild in Wien beponirt. Der zweite Bries war an Banquier Baron Hirsch, der dritte an Gras Kalnoki, der vierte an seine Gattin ge­richtet, welcher er auch das Herannahen eines großen Familienunglücks ange­deutet haben soll. Die Leiche befindet sich jetzt im Botschaftshotel, Rue de las Casas. Man äußert sein Besremden darüber, daß das Botschastspersonal gestern aus Besragen beharrlich antwortete, es wiffe absolut nichts von dem Tode des Botschafters. Die Nachricht rouroe somit gestern Abend noch vielfach bHweft'elt. sF. Ztg.)

Hesterreich.

Triest, 29. December. Se. Königl. Hoheit der Prinz Friedrich Karl von Preußen ist mit dem heutigen Courierzuge hier eingetroffen und obschon er tm strengsten Incognito reifte, vom Statthalter begrüßt worden. Mittags hat der Prinz aus dem Lloyd - DampferEttore" seine Reise nach Alexandrien fortgesetzt.

Spanien.

Madrid, -30. Decbr. Eine Depesche des spanischen Confuls in Suez meldet, oaß daselbst täglich 10 Cholera-Todesfälle vorkämen.

Telegraphische Depeschen.

Wolff's telegr. Corresponden,-Bureau.

London, 1. Januar. Dem Vernehmen nach wird Lord Edmond Fitz- maurice an Stelle Dilke's zum Unterstaatüsecretär des Auswärtigen ernannt werden. , _ ,

Paris, 1. Jan. Gambetta ist um Mitternacht gestorben.

Gambetta war bis zu feinem Tode bei vollem Bewußtsein. Der Todeskampf währte 2 Stunden. Spuller, Etienne und Dr. Fienzal waren zugegen.

Gambetta's Tod erfolgte nach Aussage der Aerzte durch eine Zer­setzung des Blutes und ein Gerinnen deffelben im Herzen, welches Ersticken her- beiführte. Heute früh wurde eine Tootenmaüke Gambetta's angefertigt; die Leichenschau soll morgen ftattfinben- Wie heißt, wird die Beisetzung auf Staatskosten erfolgen.

Bei dem heutigen Empfange im Palais Elisöe gab der Präiident Giäoy den Präsidenten des Senats und der Kammer gegenüber feinem lebhaften Bedauern über den Tod Gambetta's Ausdruck. Bei dem Empfange des diplomatischen Corps brachte der päpstliche s)inntiu6 als Doyen dem Präsidenten die Glückwünsche für das Wohl Frankreichs dar und bat Grövy, diese Wünsche als einen Beweis der vollsten Hochachtung entgegenzunehmen. Grävy dankte für die ihm ausgesprochenen Gesinnungen und dargebrachten Wünsche.

Hochwasser.

Mainz, 30. Dcc., Nachts. Der Main ist weitere 10 Ctm. gestiegen. Das Militär ist in angestrengter Tbätigkeit. uui die Straßendämme zu erhalten. Der Eisenbahnverkehr rhcinabwärts ist jetzt ebenfalls eingestellt. . .

31. Dec-, 11 Uhr 55 Min. Bei anhaltendem Regen langsam steigend.

Stand 5.69. _

_ 31. Dcc., 12 ll. 50 M Äasserstand 5.70. Von Kehl wird starkes Fallen gemeldet. Stabt und Gartenfeld sind wasserfrei. Außer der Pumpstation arbeiten am Fischthor und am eisernen Thor Maschinen, um bao Kanalwasscr auSzuwcrfen. Ferner am Brückcnthor zwei große Säugpumpen, um das angcsammelte Schwellwasser abzu- leiten- Die Anstrengungen deS ätadtbauamtS und Militärs sind enorm.

31. Dec, Mittags. Der Rhein ist bei 5.70 Meter zum Stehen gekommen. Vom Dberrhein und Main wird Fallen gemeldet. Die Tagzuge rhcinabwärts fahren von der Station Ganenfelb ab

Mainz, 1. Ian. Der Rhein ist in Folge dea fortdauernden Regens wceder auf S.78 Meter gestiegen. Mit großer Anstrengung ist es gelungen, em Schienengeleise nach dem Schtoßplatzc zu legen, auf welchem Erdmassen zur Herstellung eines Dammeü mittelst Dampfkraft beigeichaffi werden iolUn.

Der Wasserstand beträgt 5.76 Meter. Das Wasser fällt in Folge des Laud- dammbruches bei Bischofsheim. Dao Wasser ist heute Morgen bereits ui die Stadt ge­drungen, wurde aber wieder hinausgepumpt. Die Stabt dankt den Vorkehrungen und der Hilfe des Militärs, daß sie wa'serfrei ist. Von den Zügen von hier nach Frankfurt kursiren die Nummern lu, 14, 48, 50, von Frankfurt nach hier Nr. 37, 45, 51, 53.

(5astcl, 31. Dec., Morgens. Die Chaussee zwischen Nied und Höchst ist über­schwemmt und in Folge dessen unpassirbar. Zwischen hier und Hochheim steht das Wasser so hoch, dag cs bei einem weiteren Steigen von 1 _ Fuß den Bahnkörper der Frankfurt-Wiesbadener Bahn überschreiten würde. Einstweilen ist der Bahnoerkehr noch möf > Hier stieg das Wasser heute Nacht um ö Ctm- und noch fortwährend ist Steigen bemerkbar- t

WormÄ, 30. Dec. Die Noth in unteren Nachbardorsern Hofheun, Bobstadt, Bürstadt, Lampertheim ist auf das höchste gestiegen. Die ganze fruchtbare Ebene bildet nur ein großes rothschmutziges Meer, ein hessisches Szegedin- Von dem "Nordheimer Damm aus siebt man Hofheim theilwcise bis an die Dächer im Wasser: gestern Abend 10 Uhr ist bereits ein "Nachen mit Hilfsmannschaften und Brod nach dorten abgcganaen unter Führung des Herrn Kreisassessor v- Grolman- Der Landdamm zwischen Rosengarten-Lampertheim ist in der "Nähe deS Dammwachthäuschens an drei Stellen gebrochen und ergießt der Rhein seine gewaltigen Wassermassen in das eroberte Terrain- Die Bahnverbindung im ganzen Ried ist felbstoerständlich unterbrochen. Herr Controleur Appel uihr soeben 9 Uhr) mit Lebensmitteln nach Hofheim. Auch nach Bürstadt sind einige Rachen mit Brod abgeganaen und werden hoffentlich ihren Bestimmungsort glücklich erreichen. Bei der leichten Bauart der Häuser in den jenseitigen Dörfern werden jedenfalls Einstürze nicht ausbleiben, und keine Rachen und Fahrzeuge sind vorhanden; schleunige Hülfe thut noth, wenn andernfalls nicht viele Menschenleben ver­loren gehen müssen. Vor Ausbruch der Katastrophe gestern Mittag hatte daS Brücken­personal unter Führung des Herrn Conrad Hartmann noch sämmtliche Bürstadter Fabrikarbeiter mit eigener Lebensgefahr nach dem jenseitigen Ufer gebracht- Im Rheinischen Hof bei A. B ö h m stand das Wasser 2 Fuß hoch im WtrthSzimmer: bei den Dammwärtern Vogel und Lameli auf dem Wehrzollhaus stehen Pferde, Rind­vieh und Schweine in den Stuben im zweiten und dritten Stock; ebenso hat Wirth Krcutcr im Rosengarten den Tanzsaal zum Viehstall eingerichtet- (W- Z-.

-- 30. Dee. Der Großh. Bürgermeister in Bürstadt hat soeben folgende Depesche nach Mainz abgesendu: Ersuche um sofortige gütige Veranlassung bei dortiger Militärbe^ hdrde, daß, wenn möglich, via Worms die Pionier Compagnie hierher zu Hülfe kommt. Die Waffersnoth ist entsetzlich. Der Einsturz der Häuser hat begonnen. In allen Straßen des Crtcj erschallen jammervolle Hülferuse. Das Wasser steht 10 Fuß hoch in den Straßen. lW. Z.)

so. Dee-, Mittags. Von jetzt ab kann nur noch bis Äuntersblum gefahren werden. (W. Z.)

WormS, 1. Januar- Nach den neuesten derWormser Zeitung" zug.-gaugenen Nachrichten über die Ueberschwemmung im Ried ist die Roth daselbst sehr groß und wächst noch beständig Die angrenzenden Orte der Pfalz, Bobenheim und Boxheim, sind plötzlich ebenfalls überschwemmt worden; in Boxhetm und in Oppau sind über 60Häuser eingestürzt, ebenso haben neuerdings in Hofheim viele Einstürze von Häusern siattgefunbcn; fortdauernd treffen Einwohner von Hofheim in Kähnen hier ein und werden in öffentlichen Gebäuden und Pr iva thäu 1 ern unte rge bracht. In dem Hofgut Scharrane stehen 50 Stück Rindvieh und Pferde bis zum Kopf im Wasser- Der Ort Edigheim ist fast ganz vernichtet. L:bensmittel,fehlen überall, die Einwohner retten ihr Leben durch Flucht. Sturmartiger Wind verursacht starken Wellenschlag, der Rhein wächst wieder rascher.

Frankfurt a. M., 31. December. Rach einer aus Haßfurth einaegangenen Meldung ist der Main wieder im Steigen in Folge von Wolkenbrüchen, welche oberhalb Haßfurth niedergegangen sind, es ist demnach auch hier ein erneutes Steigen zu erwarten.

Ludwigshafen, 30. Dee. DiePf. C." schreibt: In Oggersheim soll es grauen haft auasehcn. Wir wollen nicht hoffen, daß die "Nachricht wahr ist, daß dort 5 Personen ertrunken seien. Auch von Friesenheim liegt eine ähnliche Meldung vor, doch sind beide mit Vorsicht aufzunehmen. Eben, "Nachmittags 3 Uhr, werden die Einwohner aufgefordett, sich mit Belcuchtungsobjekten zu versehen, da die Gasfabrik unter Waffer steht. Wie uns ferner mitgctheilt wird, sind weitere hundert Mann Militär requirirt.

Mannheim, 31. Dcc. Die Einwohner von Friesenheim haben sich nach Lud wigshafen gerettet. Von Mannheim ist Militär zur Hllseleistung nach den bedrohten pfälzischen Orten abgegangen. Rheinaufwärtü ist Stillstand eingetreten. Anhaltendes Negenwetter.

Frankenthal, 1. Januar- DaS war eine schreckliche Sylvesternacht für die hiesige Gegend! Bereits tm heißen Kampfe mit den Wassermassen, die der Kanal« dammbruch und der Dammbruch bei Friesenheim herbetgesührt, brachen heule Nacht 11 Uhr dte Landdämme bet Bobenhctm, Rexhetm und Mundenhetm und setzten bafl ganze Gebiet von Ludwigühaten bttz Worm« unter Wasser, aus welchem der höher ge­legene Theil von Frankenthal gleich einer Insel hervorsteht In einem Zeitraum von kaum einer halben Stunde waren die schon theilweisc überschwemmten, aber immer noch paffirbaten Gemeinden Bobenheim, Roxheim, Mörsch, Beindersheim, das gute