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lmächtigt die Negierung, die im Gesetze vorgesehene Reduction aus das gesammte lichterliche Personal auszudehnen, so daß der von den Gambettisten so lange ^gestrebten Purification des französischen Nichterstandes von nichtrepublikani- fa Elementen jetzt nichts mehr im Wege steht. Es wird demnach das ge- toitite richterliche Personal in Frankreich vom ersten Präsidenten an bis zum letzten ^nzlisten herab künftig aus Republikanern bestehen; vielleicht wird sich hieran ich die Ausmerzung allerverdächtigen Elemente" aus dem Officiers-Corps ' Wietzen. Nach längerer Zeit sind aus Tongking wieder Nachrichten ein- off en, denen zufolge der Oberst Badens am 19. d. Mts. mit 500 Mann fien erfolgreichen Ausfall aus Hanoi gemacht hat. Die Franzosen erbeuteten ^rbei 7 Kanonen und verloren 11 Mann, während die Verluste des Feindes I sehr bedeutend geschildert werden.

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Politische Ueberfkcht.

Gieptir, 1. August.

Seit Anfang dieser Woche weilt Fürst Bismarck wieder in Kissin- geir, um hier die ihm in diesem Jahre mehr als sonst nöthige Erholung von leinen Leiden zu finden. Die Abreife des Fürsten aus Friedrichsruhe erfolgte ebfflfo rasch und unerwartet, wie bei früheren Anlässen, bekanntlich liebt es ober der Reichskanzler, feine Reise-Dispositionen bis zur letzten Stunde geheim zu halten und dieser Gewohnheit ist er auch diesmal treu geblieben, lieber die Dauer der Kissinger Kur ist noch nichts Näheres bekannt; hoffentlich wird die- Me auch in diesem Jahre vom besten Erfolge gekrönt werden.

Auf kirchenpolitischem Gebiete ist es gänzlich still geworden und sihsinen die Verhandlungen zwischen Berlin und dem Vatikan seit der Abreise bec Herrn v. Schlözer aus der ewigen Stadt ganz in's Stocken gekommen zu (mi. Wie sich dieSchles. Ztg." von ihrem römischen Correspondenten melden laßt, haben die aus Berlin eingetroffenen Nachrichten auf das Gemüth des Papstes keinen geringen Eindruck gemacht, dessen ungeachtet hat er sich bisher nach keineswegs bewogen gefühlt, mit der competenlen Kardinals-Commission neue, auf Concessionen abzielende Berathungen vorzunehmen. Leo X11L hält

in empfehlende Erinnerung. Als geborener Ungar stnd mir die besten und billigsten Einkaufsquellen meiner Heimath bekannt, und führe ich alle Sorten feiner Tafel-, Dessert- und Tokayer-Weine.

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Aus dem Großherzogthum, 27. Jult. Auf Vorschlag des Herrn Kreisrath Dr. Usinger tn Bensheim sollen die Gemeinden Hosheim, Bürstadt, Bobstadt, Wattenheim, Nordheim, Biblis, Groß-Rohrheim und Lampertheim, sowie das Kretsamt Bensheim je einen Rettungsnachen erhalten, welche derartig ausgerüstet und in den betreffenden Ortschaften an geeignetem Platz untergebracht werden, daß sie stets in Stunden der Wassersnoth zu sofortigem Gebrauch bereit sind. Die Ausführung dieser ganz in Eisen gebauten Nachen ist der Firma Gebr. Schultz in Mainz übertragen worden, von welcher auch die Construction herrührt. Die Construction und Form der zur Auf­nahme von Menschen, Vieh und beweglicher Habe bestimmten Nach n ist derart, daß der Nachen weder umschlagen noch untersir.ken kann. Die Nachen sind 8 M. lang und 1,6 M. breit, durch beiderseits angebrachte Luftkasten sind sie auch bet voller Be­lastung gegen Umschlagen und Sinken gesichert. In nächster Woche soll ein solcher Nachen einer eingehenden Prüfung unterworfen werden.

Aachen, 22. Juli Von der Polizeibehörde geht derAach. Ztg." nachstehende Notiz zu:Trotz mehrfacher Bekanntmachungen und Warnungen ist gestern wieder durch einen wagerecht gehaltenen Regenschirm einem hiesigen Herrn in das Auge geftotzen und dasselbe arg verletzt worden. Wird denn dieser Unfug niemals aushören? I der ordnungsliebende Bürger wird dringend ersucht, vorkommenden Falles selbst dagegen einzuschreiten."

Frankfurt, 26. Juli. sAls noch emol!] Große Heiterkeit erregte heute auf der Schäfergasse eine Umfallscene. 12 Arbeiter wollten unter Führung ihres Meisters mittelst eines Seiles em Stück Mauer umz ehen. Auf Commando zogen dieselben an. Als gerufen wurde:Als noch emol!" that's einen Krach, das Seil riß und Meister und Gesellen lagen in einem Wirr und Knäuel fluchend auf der Erde. Das lachende Publikum aber rief:Als noch emol!"

Im Bereiche des 11. Armeekorps sind für Miliiäranwärter folgende Stellen offen: Station Curoe und Biebrich-Mosbach, Eifenbahnbetriebsamt Wiesbaden zwei Telegraphen-Asprranten, Gehalt 75 «X pro Monat mit Zulage später, nach Anstellung 1350 JL jährlich mit Wohnungsgeldzuschuß. Heppenheim, Direction der Landes- Irrenanstalt, Bureaugehülfe, 500 JL Gehalt und freie Kost. Näheres bei den Bezirks- fkldwebeln.

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Den Engländern geht immer klarer die Erkenntniß auf, daß sie mit ihrem Widerspruch gegen das Suezkanal-Abkommen eine Dummheit von ganz ungewöhnlichem Umfange begangen haben. Handelsherren und Rheder waren es, unter deren Hochdruck die öffentliche Meinung gegen die Vorschläge des Herrn v. Lesseps ausgewiegelt wurde, und nun muß ein Schiffsrheder-Organ, dieShields-Gazette", die durch die Ablehnung des Vertrages geschaffene Situa­tion mit folgenden Worten beleuchten:Herr v. Lesseps bleibt, was er war, der Dictator unserer Route nach Indien, der allein die ungeheuere Gemalt eines Monopolisten handhabende Hüter des Kanals. Die Handels-Interessen deü Landes haben durch die Verwerfung des Regierungs-Projectes mehr verloren, als die Regierung durch dessen erzwungene Zurückziehung verloren hat."

Aus Italien kommt die Kunde von einem verheerenden elemen­taren Ereignisse. Auf der im Golf von Neapel gelegenen Insel Ischia hat ein Erdbeben stattgefunden, dessen Folgen noch verheerender sind, als im Jahre 1881. Besonders schwer heimgesucht wurden die Orte Cassamicciola, Forio und Lacco Ameno, woselbst viele Häuser einstürzten und zahlreiche Personen unter ihren Trümmern begruben. Von Neapel aus wurden Dampsschiffe mit Chirurgen und Militär an Bord nach der Insel entsendet, um Hülfe zu leisten und die Verwundeten nach Neapel zu transportiren. Bis Sonntag Mittag waren da­selbst 100 Verwundete eingetroffen, während sich die Zahl der Todten noch nicht seststellen läßt. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Genala, hat sich nach dem Bekanntwerden der Unglücksnachricht sofort von Rom nach Ischia begeben. Die Insel Ischia ist vulkanischen Ursprungs und dürsten sich daher die häufigen Erdbeben erklären, von denen dieses reizende und ungemein frucht­bare Eiland heimgesucht wird.

In Konstantinopel feiert man gegenwärtig den Ramazan, den neunten Monat des muhamedanischen Jahres. Im Ramazan fasten alle Moha- medaner aus's Strengste und da während dieses Monats in der muhamedani­schen Welt der Tag zur Nacht und die Nacht zum Tag wird, so geräth Handel und Wandel, ja sogar die Staatsmaschine in Stockung und selbst die wichtigsten diploinatischen Geschäfte werden auf den nächsten Monat verschoben. Nach dem Namazanfest wird in der türkischen Hauptstadt der Besuch des Fürsten von Montenegro erwartet, zu dessen Wohnung der Palast der süßen Gewässer auf der asiatischen Seite bestimmt ist.

Die Cholera läßt in Egypten anscheinend etwas nach, wenn ihr auch noch immer zahlreiche Menschenleben zum Opfer fallen.

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1 vielmehr nach wie vor an der Ansicht fest, daß er die Anzeige unter den ob- Menden Umständen nicht bewilligen dürfe, ohne gröblich gegen das Kirchen- n'd)t zu verstoßen. Die Kardinäle Ledochowski, Billio und Franzlin, mit denen tt letzt fast täglich conferirt, haben ihn in dieser intransigenten Auffassung noch bchärkt. Zunächst ist also an einen Umschlag in der Stimmung in den leiten- ten Kreisen des Vatikans noch nicht zu denken.

Nächsten Freitag findet im Reichstags-Wahlkreise Kiel- Neridsburg die Stichwahl zwischen Herrn Hänel und seinem jocialdemokrati- j frn Gegen-Candidaten, Schneidermeister Heinzel, statt. Die Conservativen hkn die Entscheidung zu geben und man darf in der That begierig sein, auf ' nefjen Seite sie sich stellen werden. Von den conservativen Blättern wird ganz offen erklärt, daß sich die Fortschrittler von den Socialdemokraten im Wesent- lihm nicht unterscheiden und daß es nichts ausmache, wenn ein Socialdemokrat mhr im Reichstage sei, was säst einer indirecten Aufforderung zur Wahl hüklzel's gleichkommt. Demgegenüber braucht wohl kaum betont zu werden, daß berr Hänel in der Fortschrittspartei, im Gegensatz zu Herrn Eugen Richter wib dessen Anhang, die gemäßigte Richtung vertritt und daß sein Fehlen im Aieitzstage nur eine Verschärfung der Gegensätze zwischen rechts und links be- d.uien würde. Ferner ist wohl kaum nöthig, darauf hinzuweisen, wie hoch Herr hänel in geistiger Beziehung seinen socialdemokratischen Gegner überragt und rr sieht darum zu hoffen, daß sich die conservativen Wähler, wenn sie nicht für toi fortschrittlichen Candidaten stimmen wollen, wenigstens der Wahl enthalten.

Durch Allerhöchste Cabinetsordre, datirtGastein, 21. Juli 1883, Miceadmiral Bätsch zur Disposition gestellt worden, entsprechend seinem Gesuch Jom 4. Juli. Der Kaiser spricht in dem Schreiben seine lebhafte Anerkennung to von Bätsch geleisteten Dienste aus und behält sich die Wiederverwendung h verdienten Osficiers vor. Seiner Anerkennung hat der Kaiser dadurch be­sonderen Ausdruck gegeben, daß er Herrn Bätsch ä la suite des Seeofficiers- knps gestellt hat.

Mit 131 gegen 129 Stimmen hat der französische Senat am Eamnabend den Art. 15 des Gesetzes über die Gerichtsreform genehmigt, womit ganze Gesetz als angenommen zu betrachten ist. Der genannte Artikel

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