Mlttwoch den 1. August
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Politische Ueberficht.
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tiie neue Warnung fürAuswanderer! Nach Posen sind kürzlich zi ulich Auswanderer aus Amerika zurückgekehrt, um ihre alte Beschäftigung auf-
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• ammt Schulstraße 7.
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Kampfe mit dem Häuptling Usibepo gefallen ist. Ob das Reich Cetewayo's nunmehr dem glücklichen Sieger zufallen wird, oder ob es die Engländer einstecken werden, ist noch unbestimmt.
Alle Berichte aus Egypten besagen übereinstimmend, daß die Chdlera m diesem unglücklichen Lande ganz anarchistische Zustände herbeigeführt hat. Die egyptischen Behörden und voran das Ministerium, scheinen vollständig den Kopf verloren zu haben, ihre Maßregeln sind theils nur halbe, theils gänzlich verkehrte und die unglaubliche Indolenz der einheimischen Bevölkerung vermehrt dazu noch die Schwierigkeiten der Lage. Die Niederbrennung der Vorstadt Bulak, desjenigen Stadttheiles, in welchem die Cholera am meisten wüthet, ist eine ebenso unnütze als grausame Maßregel, welche der Ausbreitung der Seuche nicht im Mindesten Einhalt gethan hat. Nach einer zuverlässigen Zusammenstellung des „Neichs-Anz." sind vom 9. bis 15. Juli 1115 Personen an der Cholera gestorben, während die Verluste, welche allein Kairo nach dem 15. Juli erlitten hat, mindestens auch ca. 1000 Personen betragen.
In Peru will trotz des vom General Iglesias vermittelten Friedensschlusses zwischen Peru und Chile noch keine Ruhe eintreten.. Erst kürzlich hat zwischen dem peruanischen Parteigänger Caceres und den chilenischen Truppen ein blutiger Zusammenstoß stattgefunden, bei welchem Ersterer oder» dings gänzlich geschlagen wurde.__________________________
Deutschland.
Darmstadt, 29. Jult. Bezüglich des Retchs-Vtehseuchengesehes schafft für das Großherzoglhum Hessen ein Im jüngsten Regierungsblatt publicirtes Gesetz nun endgültige Zustände und zwar, was die Hauptfrage der Entschädigungspflichtlgkeit betrifft, dahin, daß von dem Ausschlag der Entschädigungen auf tne Vichbffitzer ganz abgesehen ist, vielmchr diese Entschädigungen auf bie Staatskasse übernommen werden. Die bisherige Verordnung hatte diese Uebernahme nur „vorlagswetse" aus Staatsmitteln gestattet, wobei freilich die jetzt in's Leben getretene definitive Uebernahme schon in's Auge gefaßt war. Im Einklang hiermit waren auch schon in dem letzten Staatsbudget 25,000 X als jährliche Entschädigung in Viehseuchefällen vorgesehen. Das neue Gesetz orbr-.t auch noch einige andere Verhältnisse. Der $ 62 des Reichs-Vtehseuchengesetzes übei.^t in einzelnen Fällen den Landesregierungen, zu bestimmen, ob überhaupt eme Entschädigung gewährt werden soll oder nicht. Das hessische Ausführungsgksetz hat im Hinblick auf die aufgezählten Fälle selbst, wie auch auf die betreff .-oben Bestimmungen des preußischen Aussührungsgesetzes hier bie Entschäbigung ganz ausgeschlossen.
— Anstalten für straffällige ober sittlich verwahrloste Kinder. Hierüber wirb der „M- Z." geschrieben: Bekanntlich hat ber Abgeorbnete Dr. Schroder auf dem hessischen Landtag den Antrag gestellt, baß ber Staat Hauser ober Anstalten errichte, denen die von den Gerichten als straffällig erkannten jugendlichen Verbrecher können überwiesen werden, und ebenso die sittlich verwahrlosten Kinder, die in der eigenen Familie keine Erziehung, ober allenfalls eine zum Laster, empfangen; deren Eltern entweder abwesend sind, so daß sie sich um die Kinder nicht kümmern können, ober die selbst bem Trünke, der Faulheit unb der Schlechtigkeit ergeben sind und nur einen höchst verderblichen E nfluß auf dieselben üben. Und solcher Kinder gibt es leider eben nur zu viele; mancherlei Ursachen wirken da zusammen; aber das ist nicht zu verkennen, daß ein Theil unserer Jugend Gefahr läuft, der Rohheit und Zügellosigkeit zu verfallen; daß Respekt vor Gott und Menschen, vor Eltern, Lehrer und Obrigkeit unter denselben sehr abgenommen hat, daß sie sich keck und kühn über bestehende Gesetze und Ordnung hinaussetzt, um zu thun und zu treiben, wonach ihr eben gelüstet. Die Klagen der Lehrer, wie so vieler Eltern selbst und des Publikums überhaupt sprechen sich darüber deutlich genug aus- Die Folge ist, daß so viele noch in jugendlichem Alter Stehende vor Gericht des Diebstahls, des Unfugs, der Beleidigung, der Zerstörung angeklagt, auch bestraft werden, sobald sie das 12. Lebensjahr zurückgelegt haben; nach dem Gesetz soll sie der Richter einer Anstalt zur Erziehung und Besserung verwahrloster Kinder überweisen. Aber wir haben keine solchen und so wird entweder ein kurzer Arrest im Gefängniß ausgesetzt oder sie werden dem Lehrer zur Schulstrafe überwiesen, der somit den Büttel, den Profosen machen soll, über Vergehen, die mit der Schule gar nicht Zusammenhängen; der die Gehässigkeit beim Publikum, den Zorn der Eltern, ihre beschimpfenden Reden unb Drohungen auf sich nehmen soll. Das ist ein offenbarer Mißstand unb Abhilfe thut hier dringenb Roth. Die Regierung läßt eben statistische Notizen über betartige Kinder sammeln; indeß wird es noch lange dauern bis zur staatlichen Errichtung solcher Besserungsanstalten. Sollten denn nicht die Kreise einer Provinz zusammen eine solche Anstalt in's Dasein rufen? Wir bitten unsere Kreis- und Provinzial-Ausschüsse dringend, die Angelegenheit in Angriff zu nehmen. (D. T A.)
Berlin, 29. Juli. Die Unfälle, welche das Erdbeben oder vielmehr die Erdzusammenstürze auf der Insel Ischia im Gefolge gehabt haben, erregen hier allseitig das tiefste Mitleid. Der „Nat.-Ztg." wird von scheinbar fachmännischer Seite geschrieben, daß die Bodenfiguration der Insel, wie sie durch diesen zweiten Erdstoß sich dargestellt habe, die italienische Regierung zwingen müsse, gründlicher vorzugehen. Der Boden sei nicht mehr tragfähig für die bisher auf ihr aufgeführten schweren Gebäude, deren Zusammenstürzen eine so furchtbare Menge von Menschenleben gekostet habe. Die noch übrig gebliebenen Bewohner werden sich entschließen müssen, die gefährdeten Stellen zu räumen oder ihre Wohnungen in leichte Baracken zu nehmen.
Italien.
Rom, 30. Juli, Abends. Cassamicciola ist nicht mehr. Die mit unbeschreiblichem Eifer vorgenommenen Rettungsarbeiten schreiten nur langsam vor; man fürchtet, daß man die Leichen nicht so schnell begraben kann, als erforderlich wäre, um der Verwesung zuvorzukommen. Die Haltung der Truppen und der Polizei ist wunderbar; drei Soldaten und ein Karabiniere wurden das Opfer ihrer Pflicht, sie wurden bei dem Rettungswerk erschlagen. Die öffentliche und die Privatwohlthätigkeit wetteifern mit einander. Der König stellte zur Abhülfe des vorläufigen Nothstandes jede erforderliche Summe zur Verfügung; der Papst 20,000 Lire, der Finanzminister 150,000 Site. Der König wird auf Ischia erwartet. Man versichert, daß die Bevölkerung das Vevor-
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X' nenn, u -X“ oer egyptychen Expedition yerangezogen iduiw« i«,
, iV? Stimmen ab; der Premier Gladstone hatte das Amende- J au'$taban gegen das Cabinet bezeichnet. — Nachrichten
(Uplanb) bestätigen, daß der Zulukönig Cetewayo in einem
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ichener Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen.
'^en1 Gießen, 31. Juli.
Die Anwesenheit des österreichischen Ministers des Aus- 1*11, Grafen Kalnoky in Gastein, und sein Empfang durch Kaiser Wilhelm I'I 1XÄ allseitig mit der demnächst stattfindenden Begegnung zwischen unserm Kaiser »i'ldbeni österreichischen Herrscher in Verbindung gebracht, zu welcher Kalnoky t:i einleitenben Schritte treffen soll. Letzterer wurde vom Kaiser Wilhelm t bie Verleihung des Schwarzen Adlerordens ausgezeichnet. — Wie die , M. Eorresp." zu berichten weiß, würde die Zusammenkunft beider Monarchen r i4# in Gastein, sondern in Ischl stattfinden, wo Kaiser Wilhelm am 7. August
Die in der Presse jüngst aufgetauchte Frage der Nebertragung 1mW bahnen der Einzelstaaten, speciell Preußens, an das Reich giebt jetzt ailljber „Nordd. Allg. Ztg." Veranlassung zu einer Bemerkung. Das osficiöse M schreibt, daß es ihm nicht klar sei, warum jetzt so viel von dem Reichs- Mahii-Project die Rede sei und verweist hierbei auf die vom Eisenbahner s. Z. im Abgeordnetenhause gelegentlich der Berathung der ersten o b dckatlichungs-Vorlage gehaltenen Rede. Herr Maybach betonte in derselben, "stie Verwirklichung des Reichseisenbahn-Projectes bei den „übrigen verbün- ian KAKzierungen" noch keinen großen Anklang gefunden habe, woraus man n entnehmen kann, daß wenigstens von einer Übertragung der Eisenbahnen d «Ntrlstaaten an das Reich noch keine Rede ist. Inwieweit die preußische M te AchlW dem Reichseise nbahn-Projecte geneigt ist, geht weder aus der May- w 5'' b'*n Rede, noch aus den Auslassungen der „Nordd. Allg. Ztg." klar her- vtttdH scheint es, daß man in Berlin geneigt ist, diese Angelegenheit vorläufig 'i us ich beruhen zu lassen.
I ^agen über bittere Erfahrungen und Enttäuschungen und warnen
Mittellose vor der Auswanderung, da solche Auswanderer unbarm-
MÄ fl*utet würden.
ehltsch, _, Finale int Mordproceß von Tisza-Eszlar hat begonnen. Sarl^ ^Mi^g wurden die Plaidoyers mit einer längeren Rede des Staatsanwalts 'W eröffnet, an deren Schluß Letzterer erklärte, daß er die Angeklagten lun.rsihuldig halte und deshalb die völlige Freisprechung der Angeklagten bean- ’nhte« • i|l dies wiederum eine der Sonderbarkeiten, an denen das im Ge- oon Nyiregyhaza spielende Drama so reich ist, denn während sonst die Staatsanwälte die Verurtheilung der Angeklagten zu beantragen Vernimmt in Nyiregyhaza der Staatsanwalt das Geschäft der Ver- ^ltch Szeiffert nahm der Vertreter der Wittwe Solymossy das iU(6te in sehr erregter Weise darzulegen, daß in dem gegenwärtigen ritueller Mord vorliege. Funtak, der Vertheidiger des Salomon ^klagte, daß dieses Märchen selbst in gebildeten Kreisen Glauben ä ’ wies sodann auf die Haltlosigkeit der von Moritz Scharf gemachten x? ^n und plaidirte natürlich für die Freisprechung seines Clienten.
d/i ß|li überi'^Handlungen der französischen Deputirtenkammer / O l 'Eisenbahn-Conventionen nehmen einen für das Cabinet Ferry günstigen ' amn v der heftigen Angriffe der Radikalen genehmigte die Kammer ""t der Lyoner Eisenbahn abgeschlossene Convention mit 340 x stimmen, was darauf schließen läßt, daß die Kammer auch den düLchs ^ventionen mit den Eisenbahn-Gesellschaften zustimmen wird. Somit typ, JEyenbahnfrage in dem von der Regierung gewünschten Sinne gelöst eine andere Lösung, als die großen Eisenbahn-Gesellschaften im W Lin betriebe zu lassen, erscheint auch kaum möglich. Denn um die fehlu':11''11, die Radikalen wünschen, für den Staat zurück zu kaufen, dazu gjyifru’ öer französischen Regierung gegenwärtig an den nöthigen finanziellen r rr° dieselbe die Gesellschaften wohl oder Übel im Besitze ihres r Essen. — Weder über die Tongking-Expedition, noch aus Sb V1 qye8en irgendwelche Nachrichten vor und läßt sich daher über den inirU..^ ^in^e in Tongking, wie auf Madagaskar nicht das Geringste
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r^er englischen Parlaments beschäftigten sich am iiat Lfnr aU(^ "!it der Choleragefahr. Im Oberhause theilte der Unter» 264 k „ 'JH Kriegsministerium, Graf v. Morley, mit, daß bis zum englischen Besatzungs-Truppen in Egypten 2 Officiere und 23 l a.n _oer Cholera erkrankt und daß von diesen die beiden Officiere und Un Horben seien; weitere Mittheilungen machte Morley nicht. Im Än. WlniHn/t (ir ec oer Präsident des Local-Regierungsamtes, Dilke, auf eine tifc mr ^itte des Hauses, daß bis jetzt noch kein Fall der asia-
anii ® w Europa vorgekommen sei; in England sei die Sterblichkeit ÄJbct europäischen Cholera) in diesem Jahre hinter dem die i £ -shuitt zurückgeblieben und habe in der letzten Woche nur UwAEkim^ohulichen Durchschnittes erreicht. Im weiteren Verlaufe der rou/. ber Antrag Stanhope, daß es nothwendig sei, die indi- ber^Wnm’dU ^chEnken, abgelehnt, dagegen lehnte das Haus ein Amen- J oas Haus möge sein Bedauern darüber aussprechen, daß aeaen r?-n ber egyptischen Expedition herangezogen worden sei,


