___ Se. Maj. der Kaiser ist heute Nachmittag um 2 Uhr nach Ludwigs- | lu|t abgererst.^ ^^chs-Anz." veröffentlicht die Bekanntmachungen über die Verlängerung des Kleinen Belagerungszustandes zu Jamburg, Altona, Harburg und in verschiedenen Theilen der benachbarten Gebiete.
— Bei der heutigen Wahl zum Abgeordnetenhause wurden Hierselbst die Candidaten der Fortschrittspartei mit ungefähr zwei Drittel Majorität gewählt.
Bremen, 26. Oktober. Die Rettungsstation Imst der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphlrt: Am 25. Oktober von der deutschen Tjalk Gertrude" Capuän Mohrhoff, gesunken an der hohen Plate, beladen mit Sand, 1 Person gerettet durch das Rettungsboot „Leer" der Station Juist-Ostland, Capitän ertrunken, Sturm aus Südwest. , _ „ _ . . . _ , . , .
Pesth, 26. Oktober. Die Ansprache Smolka's bei dem Empfang durch den Kaiser drückt unwandelbare'Treue, Anhänglichkeit und Ergebenheit für den Kaiser und das kaiserliche Haus aus und die Bereitwilligkeit, die unabwetslichen Anforderungen zur Wahrung einer achtunggebietenden Stellung der Monarchie, zur Schaffung der sichersten Gewähr für die Erhaltung eines dauerhaften Friedens durch Instandhaltung und Steigerung der Wehrfähigkeit und Schlagfertigkeit der tapferen Armee, welche durch Wiederherstellung der Staatsautorität an der Südgrenze ein Anrecht auf unvergängliche Dankbarkeit des Reiches erworben, zuzugestehen. Die Delegation hofft, die Interessen der (Steuerträger des Reiches in gerechten Einklang bringen zu können, damit sie den hochherzigen Intentionen des Kaisers entsprechen. Die Ansprache Ludwig Tisza's vertraut, die Regierung werde verhindern, daß die weitere Entwickelung der Weltereignisse eine für die Monarchie ungünstige Richtung nehme. Sie werde fernerhin den Frieden bewahren, dessen die Monarchie bedarf, um den gesteigerten Anforderungen an den Culturstaat zu entsprechen. Das Gleichgewicht des Staatshaushaltes ohne eine größere Belastung der Steuerträger herzustellen, was außer der wachsamen Fürsorge für die Sicherheit der Monarchie das eigentliche Ziel für die Legislative der Regierung bildet, betont ferner mit warmen Worten die Treue der Ungarn, welche zu den weitgehendsten Opfern bereit ist, wenn die Verthetdtgung des Thrones und Vaterlandes dies erheische.
Paris, 26. Oktober. Der „Temps" meldet: Die Demission Floquets ist von der Regierung angenommen worden Der Ministerrath billigt das Verfahren der richterlichen Behörde in Chalon, welche den Prozeß in Montceau vertagte. Der Prozeß wird von einem anderen Schwurgerichtshof beschleunigt verhandelt, damit die Haft der Angefchuldigten nicht verlängert wird. Der Correspondent der „Temps" bestätigt aus Montceau, daß die internationale Verbindung, welche in der Schweiz ihren Sitz haben, die Vorgänge in Lyon und Montceau leite. Die neuerlichen Ergebnisse und die angestellten Nachforschungen bewiesen, daß russische Nihilisten, insbesondere Fürst Kropotkin, sich an der Organisation der französischen Anarchisten beteiligten. „Paris" veröffentlicht eine Liste der in Paris und der Bannmeile organtfirten anarchistischen Gruppen. Die Gesammtzahl der Affiliirlen beträgt 1229.
— Der „Telegraphe" glaubt, Desmichels werde in Rom, Tiby in Madrid zum Botschafter ernannt.
— Das Syndikat der Wechselagenten in Lyon erhielt ein Schreiben, worin gedroht wird, die Börse in die Luft zu sprengen.
London, 26. Oktober. Unterhaus. Dilke antwortet auf mehrere Anfragen: Es sei keine Convention, betr. die Kosten der Okkupationsarmee, abgeschlossen. Die Frage sei unter Erwägung; ferner feien keine officiellen Nachrichten über einen tunesisch- französischen Vertrag eingelaufen. Bis der Regierung die Bedingungen bekannt seien, sei es unmöglich, die Ansichten darüber auszudrücken. Die Regierung informirte Malet auf dessen Anfrage, daß, wenn es der persönliche Wunsch des Khedive sei, den General Baker zum Befehlshaber seiner Armee zu ernennen, die Regierung keinen Einspruch erhebe. Dcr Khedive erwiderte, es sei nicht nur sein persönlicher Wunsch, sondern seine Bitte und er und seine Minister seien einig in dem Gesuche, daß er bald komme. — Heber die von Egypten gethanen Schritte zur Rekrutirung der egypttschen Armee wurde England nicht konsultirt. Zweifellos seien im Sudan die Zustände zerstört, aber es sei Grund da, zu glauben, daß die Zeitungsnachrichten darüber übertrieben seien. Die Sache findet Beachtung in Kairo. Chamberlain erklärt, daß keine officiellen Nachrichten eingelaufen feien, daß die Tunnelarbeiten von der französischen Küste aus betrieben werden. Es sei übrigens Nicht zu befürchten, daß der Tunnel ohne Zustimmung oder gegen den Wunsch Englands conftruirt werde. Daher sei es nutzlos und unwürdig, bet der französischen Regierung vorstellig zu werden.
London, 26 Oktober. Oberhaus. Granville beantragte und Salisbury unterstützte mit warmen Worten das Dankesvotum für den Admiral, Heerführer, die Flotte und die Armee in Egypten, das einstimmig angenommen wurde. Morley erwähnt, daß Stanley nicht die Absicht habe Baker wieder in die Armeeliste einzureihen. Hieraus folgte Salisbury's Interpellation und die Antwort Granvilles Hierauf wurde das Oberhaus bis zum 10. Noa. vertagt. — Unterhaus. Gladstone beantragte ein Dankesvotum und erklärt, zu gehöriger Zeit werde er eine Leibrente für Seymour und Wolseley proponniren; Northcote unterstützt das Dankesvotum. Lawson beantragt Uebergang zur Vorfrage; dieser Antrag wurde mit 354 gegen 17, ebenso Molloy's Antrag, in dem Votum die Worte „Unterdrückung militärischer Rebellion gegen den Khe- dive" zu streichen, mit 230 gegen 25 verworfen. Hieraus wurde das Dankesvotum abstimmungslos angenommen. DasHaus setzte die Debatte über die Geschäftsordnungsreform fort.
London, 26. Octbr. Die „Times" meint, das Endresultat der Reorganisation Egyptens werde wahrscheinlich eher eine Einschränkung, als eine Vergrößerung der Autorität der Pforte in Egypten sein. — Dasselbe Blatt erfährt, die englische Regierung habe Frankreich eröffnet, sie erhebe keine Einwendungen gegen die Aushebung der Capitulationen und die Bildung französischer Tribunale in Tunis, sie könne aber keine Beeinträchtigung des englisch-tunesischen Handelsvertrags dulden.
Christiania, 26. Oktober. Die Storthingswahl ist hier vollständig konservativ ausgefallen.
Petersburg, 26. Oktober. Nach einer veröffentlichten Mittheilung des Finanzministers flössen per 1. Juli an direkten Steuern ein von 51 Gouvernements 51/! Mill, gegen 48 Mllionen in gleicher Zeit des Vorjahres.
Berlin, 27. Oct. (Privat-Depesche). Bis heute Morgen sind 425 Wahlen bekannt; davon 133 Conservative, 46 Freiconservative, 92 Centrum, 63 Nationalliberale, 19 Secessionisten, 38 Fortschrittler, 17 Polen, 2 Dänen, 3 Welfen, 5 sonstige Liberale, 1 Demokrat.
auf eine annehmbare Höhe gestiegen. Für die alte Ohm, 160 Liter, werden 35 bis 40 X bezahlt.
Heppenheim, 24. Oktober. Die Preise für den neuen Wein stellen sich zum Schaden der Welnbergbesitzer sehr niedrig, namentlich auch weil sehr wenige Käufer vorhanden waren. Für den rauhen Most wurden per Ohm hier wie tn Hambach zwischen 25 und 58 X gelöst; für gekelterten Most per Ohm 42 bis 50 X, ein Preis, wobei der Bauersmann nicht bestehen kann. In den Wirthschaften, sowie tn zahlreichen Straußwirthschastcn wird der Schoppen Wein mit 20 und 30 H bezahlt.
— Heber den Einsturz der Draubrücke bei Essegg bringt das Centralblatt der Bauverwaltung noch einige Einzelnheiten, die in einem in der Wochenschrift des österreichischen Architecten- und Jngenieurvereins veröffentlichten Bericht des Ingenieurs Gregersen, des Bauleiters der oberhalb der eingestürzten hölzernen Eisenbahnbrücke im Bau befindlichen eisernen Brücke, entnommen sind, welcher sich während der Katastrophe zufällig auf dem eingestürzten Brückenfelde befand und sich durch einen Sprung ins Wasser rettete. Infolge der gewaltigen Wolkenbrüche in Tyrol und Kärnthen stieg der Wasferstand der Drau in der Zeit vom 18.—23. September nahezu dis zu dem bis jetzt bekannten höchsten Hochwasser, während gleichzeitig die Donau niedriges Wasser führte. Die Drau hat die Eigenschaft, bet höherem Wafserstande Stämme, Bäume u. f. w. von den dicht bewaldeten Ufern mitzuführen; die Stämme sind in der gewöhnlichen Größe l M-, ja selbst bis zu 1,5 M- dick und 5—8 M-, nicht selten auch bis zu 15 und 20 M- lang. Die neue Eisenbahnbrücke wird auf einem Gerüste monttrt, welches aus 9,6 M. von einander entfernten einfachen Pfahlreihen besteht; oberhalb dieses bereits fertigen Gerüstes war noch ein kleiner Transportsteg ausgeführt, welcher das Ufer mit dem nächstgelegenen, ebenfalls fertigen Strompfeiler verband und dessen Pfähle 4 M. von einander geschlagen waren. Durch diese enge Durchfahrt mußte alles Holz- und Strauchwerk hindurchtreiben und es waren, um dies zu bewerkstelligen, 50 Arbeiter mit Feuerhaken und dergleichen angeftellt worden. In der Nacht bei starkem Regen konnten die Stämme jedoch nicht gesehen werden und so kam es, daß sich 600—800 derselben nebst Strauchwerk vor den Transportsteg und das Montirungs- gerüft der Brückenöffnung legten und hier — unmittelbar oberhalb des später zerstörten Joches der hölzernen Brücke — eine bis auf die Fußsohle reichende feste Wand bildeten, welche zuerst den Transportsteg abwärts gegen das Montirungsgerüst und dann dieses gegen die hölzerne Eisendahnbrücke drückte. Es wurde noch an der Wegschaffung der Stämme gearbeitet, als diese, in der Nacht auf den 22 September sich Luft machend, die Gerüste der neuen Brücke fortrissen. Der Sectionsingenieur der Alsöldbahn l>cß hierauf eine Locomotioe kommen mit welcher er die alte Brücke befuhr, infolge welcher Probe der Verkehr aufrecht erhalten blieb Es gingen auch bis zur Katastrophe noch vier Züge über die Brücke, ohne daß das Zugpersonal oder die an der Brücke beschäftigten Ingenieure und Arbeiter verdächtige Anzeichen bemerkt hätten. Das Wasser stieg nun noch weiter und führte noch tuinur Stämme zu. Am 23. September, Nachmittags 2 Uhr 10 Min., fuhr dann der von Essegg kommende Personenzug sehr langsam über die Brücke. Die Locomotive hatte ungefähr die Mitte der siebenten Oeffnung (vom rechten nach dem linken Ufer gerechnet) erreicht, als das sechste Brückenjoch, welches dem Druck der aufgestauten Stämme und dem dadurch entstandenen Strudel ausgesetzt gewesen war, sich langsam umlegte, worauf die hölzernen Träger sich beinahe bis zum Wasserspiegel, fast 5 Meter tief einsenkten und bann unmittelbar über ben angrenzenden Jochen durchbrachen, so baß bas sechste und siebente Brückenfeld zum Einsturz kam und b;n darüber befindlichen Theil des Eismbabnzugs mit in die Tiefe riß. Die Joche bestehen aus je 26 in drei Reihen eingerammten Pfählen, welche in Niedrigwasserhöhe abgeschnitten und mit dem aufgesetzten Jochtheile verbunden sind. Man hat den aufgesetzten Theil des zerstörten Joches zwei Meilen unterhalb'der Unfallstelle beinahe unbeschädigt aufgefunden. Das Holz der Construction war noch m gutem Zustande, nur einzelne nebensächliche Constructionsthelle waren verfault- Nach dieser Schilderung wird man die Ursache des Einsturzes in der Unterwaschung des Joches suchen dürfen, und die gerichtliche Untersuchung soll in der That an der Stelle des zerstörten Joches eine Auskolkung von 6 Meter ergeben haben. Vor dem Zusammenbruch waren die vorgeschriebencn Peilungen und Untersuchungen allmonatlich vorgenommen worden; leider hat man es während des Hochwassers versäumt, solche anzustellen, wodurch man die Gefahr ohne Zweifel sofort erkannt haben mürbe
— [Seltene Ehrlichkeit.) Vor einiger Zeit erhielten die Directoren der Bank von England einen anonymen Brief, der ihnen anzeigte, daß die Person, die ihn geschrieben, sie an dem Tag und Stunde, die sie selbst angeben würden, in dem Zimmer treffen wollte, welches die Werthobjecte der Bank enthielt, und das man so uneinnehmbar hielt wie Gibraltar. Zuerst achtete man nicht auf den geheimnißoollen Briesschreiber; aber als die Briefe sich wiederholten, willigten einige Directoren ein, zu antworten und die Einladung zur Begegnung in dieser Schatzkammer anzunehmen. Zur festgesetzten Stunde in der Nacht traten sie in dieses abgelegene Zimmer ein und sahen mit großer Bestürzung einen als Arbeiter gekleideten Mann mit einer Laterne in der Hand vor sich Das Näthsel war bald gelöst; der Fremde zeigte auf den Fußboden, in welchem sich ein Loch befand, groß genug, um einen Mann durchzulassen. „Dieses Loch, meine Herren", sagte er, „steht mit einem Abzugscanal in Verbindung; ich habe denselben früher ausgebefsert und dabei entdeckt, daß es sehr leicht sein müßte, auf diese Weise in das Zimmer einzudringm, das man für so wohlverwahrt hielt." Die Directoren nahmen alle möglichen Vorsichtsmaßregeln, um die Wiederholung solchen Besuches zu verhindern und gaben dem Manne, der sie davon benachrichtigt, 1000 Pfund Sterling Belohnung. Glücklicherweise war cs ein ehrlicher Mann gewesen, sonst hätte er sein Geheimniß sehr treuer an Leute verkaufen können, welche von Raub und Diebstahl leben.
Petersburg. Vor einigen Tagen langte in Kronstadt der aus Hüll kommende Dampfer Quito" an, welcher die elf Metallfärge an Bord führt, die zur Aufnahme der verunglückten Nordpolfahrer von der Jeannette bestimmt sind. Die Särge werden von amerikanischen Offizinen bis nach Orenburg geleitet, woselbst die Einsargung ^ottfinden soll. Es ist anzunehmen, daß die im Lena-Delta begrabenen Körper der verstorbenen Polarforscher ganz wohlerhalten angetroffen werden und daß sie in den eigenartig conftruirten Särgen auch die Reise bis nach Amerika gut überstehen. De Long und feine verhungerten zehn Genossen sehen zwar, wie mir Augenzeugen von der Jeannette-Expedition berichteten, bis zur Unkenntlichkeit abgemagert aus und ihre Hautfarbe soll der des Schnees wenig nachgeben, aber die im Eise und Schnee erstarrten Leichname waren im llebrigen ganz außerordentlich gut erhalten. — Der Winter rückt immer näher. Aus verschiedenen Nachbargouvernements werden bereits bis zu 14 Grad Kälte gemeldet und die „Nowoje Wremja" behauptete gestern, wir gingen einem harten Winter entgegen, weil sich in der nächsten Umgegend Petersburgs jetzt schon eine Menge Bären gezeigt hätten. Ein Gutsbesitzer, in der Nähe der Bahnstation Siwerskaja ansässig, stieß in seinem Bezirk auf drei Bären, vor denen er sich kaum zu retten vermochte, und vorgestern wurde auf der Treibjagd von Sardje ein Bär erlegt. cyn Petersburg schwankt das Thermometer beständig noch zwischen Null und 6 Grad Kälte. (K. Z.)
Lokales.
Gießen, 27. Oktober. Mit allgemeinem Interesse dürste der Vortrag aufgenommen werden, welchen der Afrikareisende Gerhard Rohlfs nächsten Mittwoch, Abends 7 Uhr, in der großen Aula der Universität über seine auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers 1880/81 unternommene Reise nach Abessinien halten wird. Herr Rohlfs ist uns nicht ganz unbekannt, durch einen früheren Vortrag über seine Reise nach dem Tsad-See in Inner-Afrika hat er auch hier das Interesse für den »dunkeln Erdtheil" geweckt und gefördert.
Verwischtes.
Darmstadt, 25. Oktober. [Militärdienstnachrichten.j Budde, Premierlieutenant vom 2. Großh Jnf.-Ngt. (Großherzog) Nr. 116, unter Stellung ä. la suite des 2. Hess. Jnf.-Rgts. Nr. 82, in den Nebenetat des Großen Generalstabes, Hiepe, Premierlieutenant vom 3. Hannoverschen Jnf.-Ngt. Nr. 79, in das 2. Großh. Jnf.- Ngt. (Großherzog) Nr. 116 — versetzt. ,
Nidda, 23. Oktober. Bei dem heutigen Gewitter schlug der Blitz in eine Scheuer in Fauerbach ein, welche sofort in Flammen stand und auch vollständig niederbrannte. Es gelang jedoch, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Anstrengungen der Niddaer freiwilligen Feuerwehr müssen hierbei rühmend hervorgehoben werden.
Bensheim, 23. Oktober. Der Preis des 1882er Mostes, welchem die Rheinpfälzer den Titel „Arabi" verliehen haben, ist ungeachtet verschiedener Manipulationen
— Die Anlage einer Zahnradbahn von Konigswinter auf den Drachenfels ist nach langen Verhandlungen nunmehr als gesichert anzusehen und es wird mit der Ausführung des Baues noch in diesem Jahre begonnen werden. Die Bahn hat eine Länge von 1520 Meter und eine Gesammtsteigung von 220 Meter. Am unteren Anfangspunkte liegen die Geleise auf 50 Meter in der Horizontalen, so daß sich die Gefammtst'igung auf 1470 Meter vertheilt, woraus sich eine mittlere Steigung von 1:6,7 (15Proc.) ergibt Die größten Steigungen betragen 1:5 (20Proc.) auf 93 Mtr. und 1:5 5 (18,2 Proc.) auf 183 und 303 Meter Länge. Die vorkommenden Curven haben Radien von 180 und 220 Meter. Die Bahn wird eingeleisig mit 1 Meter Spurweite angelegt. Der untere Anfangspunkt der Bahn liegt etwa 6 Minuten von dem Bahnhofe der rechtsrheinischen Eisenbahn und ungefähr 8 Minuten von der Landebrücke der Dampfschiffe entfernt; der obere Endpunkt ist auf der Höhe des Denkmals und der Restauration links neben der Chaussee gelegen. Die vorgesehenen Betriebsmittel und die Anordnung der Geleise an den beiden Endpunkten ermöglichen als größte Leistung die Beförderung von 500 Personen in der Stunde zu Berg und zu Thal, so daß auch beim stärksten Andrange eine schnelle Beförderung gesichert ist. Der Bau der Bahn wird, fofern nicht allzu ungünstige Witterung eintritt, derart beschleunigt werden, daß die Eröffnung des Betriebs Anfangs nächsten Sommers stattfinden kann. Die Bahn wird von der „Deutschen Local- und Straßenbahn-Gesellschaft in Berlin" gebaut.
— [Nach der Unterrichtsstunde.) Unterofficlcr: „Kerls, bedenkt, daß Ihr, wenn Ihr Euch immer propper haltet, bei den Mädels besonderes Glück habt. Jedes hübsche Mädchen muß Euch, wie dem alten Römer, sogleich mit einem „veni, vidi, wuppti“ an den Hals fliegen!"


