anschaffungen wird schreiten müssen. Zur Zeit umfaßt die Volksbibliolhek circa 1000 Bände.
Als eine hervorragende Leistung müssen wir noch die Vorträge bezeichnen, durch die der Volksbildungs-Verein in Verbindung mit dem hiesigen Gewerbe-Verein allseitig belehrend und anregend gewirkt hat und fühlen uns zugleich verpflichtet, denjenigen Männein, deren Opserwilltgkert das Zustandekommen derselben ermöglichte, den Dank des Vereins auszusprechen.
Im Ganzen wurden während des Winters 1881/82 acht Vorträge gehalten.
Herr Architect Hug sprach zuerst über die mit der württembergischen Landes- Gewerbe-Ausstellung verbunden gewesenen Schülerarbeilen und erläuterte an ausgestellten Zeichenvorlagen die Unterrichtsmethode in den württembergischen Gewerbeschulen, denen er großes Lob spendete.
In einem zweiten Vorträge beleuchtete derselbe das Submissionswesen und die bei dem hier zu Lande üblichen Verfahren hcrvortretenden Schäden.
Herr Uhrmacher Baumann hielt einen Vortrag über Haustelcgraphie, indem er einen von ihm selbst versertigten Apparat vorsührte und erläuterte.
Hierauf folgten zwei Vorträge des Herrn Professor vr. Ludwig, in denen derselbe in ebenso anziehender als belehrender Weise, durch Zeichnungen und Präparate unterstützt, einige Parasiten des menschlichen Körpers (Bandwürmer und Trichinen), die vielfach Angriffe auf Leben und Gesundheit des Menschen machen, vorführt-.
In einer kurzen, aber interessanten, von Schier Vaterlandsliebe durchdrungenen Rede, einzelne Momente besonders hervorhebend, führte Herr l)r. Mensch die Geschichte des deutschen Volkes an den Augen der Zuhörer vorüber.
Herr Professor Dr. Gareis sprach, anknüpfend an einige vorliegende, dem hiesigen historischen Vereine gehörend- Zunftbriefe und Zunstbücher über das Jn- nungswcsen.
Zuletzt hielt Herr Professor Dr. Birnbaum einen Vortrag über das Geheimmittel-Unwesen, welches, auf Leichtgläubigkeit und einem natürlichen Drang nach Rettung und Hilfe basirend, von der Tagespresse in unverantwortlicher Weise vielfach unterstützt, den Geldbeutel und — was noch mehr ist — daS Leben und die Gesundheit vieler Hilfesuchenden aus schnöder Gewinnsucht aufs Empfindlichste schädigt.
Die Vereinseinnahmen betrugen im Jahre 1881 566,70 X Davon wurden 256,60 X für die zur Abhaltung der Leseabende erforderlichen Bücher und zur Vergrößerung der Volksbibltothek verwandt. Der Rest der Einnahmen diente zur Be- ftreitung der Abonnements an Bildungsschriften (Bildungs-Verein, Concordia) zur Anschaffung von Prämien, Ertheilung von Remunerationen für Dienstleistungen, Bezahlung der Annoncen, sowie zur Bestreitung allgemeiner Vereinsangelegenheiten rc.
Der Ausschuß des Volksbildungs-Vereins sagt allen freundlichen Gönnern, die an der guten Sache der Volksbildung auch im letzten Jahre mitgewirkt, allen denen, welche die Bibliothek mit Geschenken bedacht oder in sonstiger Weise den Verein und feine Bestrebungen gefördert haben, herzlichsten Dank und verbindet damit zugleich die Bitte um fernere freundliche Unterstützung.
DstWischtes.
Berlin. Der Magistrat und die Stadtverordneten wollen bis 300,000 X zur neuen Hygieine-Ausstellung beisteuern.
— (Von der Hundeausstellung in Hannover.j Auf derselben befindet sich ein Hund, für welchen -in Preis von 200,000 X gefordert wird. Es ist das ein englischer Setter, der bereits sieben erste Preife und den Ehrenpreis in Birmingham gewonnen Hai. Der Besitzer heißt George Cartmel. Derselbe Herr hat noch einen andern Hund zu verkaufen, der aber nur 20,000 X kostet. Preis- zu 300, 500, 1000, auch 2000 X sind durchaus nicht ungewöhnlich. Danach mag man ermessen, welch großer Kapitalwerth selbst in dieser Hundeausstellung repräsentirt wird, und daß die Hundezüchterei, im großartigen Maßstabe betrieben, jedenfalls ein gutes Geschäft fein muß.
— Aus den überschwemmten Bezirken Louisianas bringt die „Deutsche Zeitung" von New-Orleans IN einer ihrer neuesten Nummern folgenden günstigen Bericht: „Das Wasser ist überall im Fallen und sobald das Land zum Vorschein kommt, beeilen sich die Pflanzer, Mais ui-d Baumwolle auszusäen. Das Baumwollpflanzen geht rasch voran und bei der anhaltend günstigen Witterung hofft man aus eine reiche Ernte. Mehrere Pflanzer sind der Ansicht, daß ein großer Theil des überschwemmten Zuckerrohrs noch gerettet werden kann. Di- Witterung war bis jetzt frisch und kühl und man hegt die Hoffnung, daß die Beschädigungen der Zuckerfelder nicht so bedeutend sein werden. Ein großer Theil des überschwemmten Zuckerrohrs, das man bereits verloren gab, kommt nach dem Abzug des Wassers frisch und grün zum Vorschein, was die Pflanzer mit neuen Hoffnungen erfüllt."
— (Unangenehme Verwechselung.j Ein Bürgermeister einer kleinen italienischen Stadt, der früher ein Richteramt bekleidete, sollte vor einigen Tagen eine Civil-Trauung vornehmen. Er wandte sich zuerst an tue Braut: „Mem Fräulein, sind Sie geneigt, den Herrn hier als Ihren Gatten anzunehmen?" Als er das Ja-Wort erhalten, richtete er zum Erstaunen Aller an den Bräutigam die Frage: „Und Sie, Angeklagter, was haben Sie zu Ihrer Vertheidigung vorzubringen?"
— (Grobheit per Telephon.j Jemand unterhielt sich mit einem Andern per Telephon und empfing eine verkehrte Antwort. „Mit welchem Esel glauben Sie denn zu sprechen?" ries Jener ärgerlich. „Mit Ihnen, Herr Müller", war die prompte Antwort.____________________________________________________________________
Die Nähmaschinen-Jnbustrie. Zu welcher Blüthe diese erst seit ver- hältnißmäßig kurzer Zeit bestehende Industrie gelangt ist, davon giebt ein von Rew-Uork eingetroffenes Telegramm Kunde. Dasselbe bringt nämlich aus den Geschäftsberichten der Singer Manufacturing Co. die M>ttheilung, daß deren Verkäufe im vorigen Jahre die enorme Höhr von 561,306 Nähmaschinen erreichten. Eine solche Verkaufsziffer von einer einzigen Fabrik, die mehr als ein Drittel der gesammten Nähmaschinen-Production unserer Erde beträgt, hat ihre Bedeutung und spricht jedenfalls am besten für die Güte des Fabrikat-s, sowie für das unaufhörliche Bestreben der Singer Co., stets Besseres und Vollkommeneres zu leisten. Thalsächlich vergeht denn auch kein Jahr, in welchem diese Fabrik nicht Verbesserungen ihrer Maschinen vornimmi oder ganz neue Hülss- apparate und Maschinen conftruirt und ist es deshalb kein Wunder, daß deren Fabrikate sich einer allgemeinen Beliebtheit erfreuen und überall vorgezogen werden, zumal auch die geschäftlichen Einrichtungen des hiesigen Vertreters der Singer Co. den Ankauf b;r Maschinen außerordentlich erleichtern und die größte Garantie für Leistungsfähigkeit und immerwährende Instandhaltung derselben bieten.
Handel und Verkehr.
Gießen, 27. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. X- 0.90—1.05, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 H, Enteneier per Stück 5 4, Gänfeeicr per Stück 0—00 4, Käse per St. 5—12 4, Kasematte per Stück 3 Erbsen 1 Liter 22 «$, Linsen 1 Liter 30 H, Tauben das Paar 60—80 H, Hühner per Stück X 1.20—1.40, Hahnen per Stück X 1.50—1.70, Enten per Stück X 2.00—2.30, Ochs-nfleisch per Pfund 64—66 4, Kuh- und Rindfleisch 54—56 H, Kalbfleisch 46 bis 54 Schweinefleisch 62—64 -Ä, Hammelfleisch 60—70 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 3.00—3.80, Zwiebeln per Gentner x 15—18, Milch per Liter 16—18
iTj.iiniijM Wuiiiaiii iihr— iti.ui'i i i.taM—rnaMM————m——a—bmb—
Dem Oecouom Ludwig Euler eine Tochter, Johannette, geboren
Den 26. Mai. den 15. April.
Den 23. Mai. Sattlermeisterz Jakob
Beerdigte.
Sophie Schmidt, ledige Tochter des zu R-ichenfachsen verstorbenen . «Schmidt, alt 31 Jahre, gestorben den 21. Mai.
Den 2a. Ma,. Emil Map, Rentner, alt 51 Jahre, gestorben den 23. Mai.
Denselben Karl Griebel, Schuhmachermeister, alt 40 Jahre, gest. den 23. Mai.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
,., Den 21. Mast Christian Heinrich Schnautz, Brauer und Karoline Henb-ra-r ledige Tochter des Wagners Matern Herzberger von Queckborn. -v z g ,
Den 24 Mai. Georg Wilhelm Schwarz, Pfarrverwalter in Magdala, Gcoß- herzogthum Sachsen-Wennar und Marie Emilie Hagenlocher, Tochter des Rentners Gottlieb Adolf Hagenlocher zu Brooklyn, Nordamerika.
.D-n 25. Mast Jakob Andreas Emil Karl Hohmeier, Schlosser zu Gießen und Kcetttng ju*®ieTen® '*Ereiling, ledige Tochter des Schlossermeisters Justus , r., ?^?b. Mai. Ludwig Kceuter, Schlosser und Johanna Johannette Meckert, ledige Tochter des Bergmanns Karl Meckert ju Haigcr.
Getaufte.
beit "8 März' ®em Schneider Reinhard Gceb eine Tochter, Elise, geboren Denselben Dem Brauer Christian Heinrich Schnautz ein Sohn, Karl Heinrich, geboren den 17. April.
. „ Denselben. Dem Barbier Philipp Ster eine Tochter, Anna Maria, geboren den b. Mal.
„ -Frankfurt a, M., 27. Mai, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telearavbifcher Coursberlcht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kauf mann in Wen 4 Credttactiens 288s/4, Staatsbahnactien 2823/,, Galizier 270V- Lombarden 124^ snnri? westbahnactien 176-/t, Darmstädter-Bankactien 162Vr, Ob-rschlestsch- E-B-Act^ - °Cftei877r@,^iirennt8R65^' W CSerÄ^S’/e'
JtaÄK"C&ft @Pa"ier 287/'6' 5% Rumänische
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen. Aufgebote. u
t Kupferschmied Jacob Wenzel von Seelenberg mit Marie fteufter
™ Phllipp Fenster von Rödgen. 26. Kausmann G ora Lotb
non $arbo« mit Äatborme Äarnlme Elisabeth- Chtistiane Duill, Tochter des ver- storbenen Landwirihs Jacob August Duill von der Badenburg bei Wieseck.
™ Eheschließungen.
Mat. 24. Psarrverwalter Georg Wilhelm Schwarz von Schlitz mit Marie H°«'nl°ch-r, Tochter des Rentners Gottlieb Adolf Hagenlocher von Caft-l be^ mir V'.r, a Jneob Andreas Emil Carl Hohmeier mit Auguste Karoline
26 be§ Schlossermeisters Justus Kreiling ^von Gießen
des Se^äÄ^ß«'! 6ai^an"a
Geborene.
Mai. 13. Dem Rangirer Friedrich Bachmann ein Sohn, Karl Heinrich. 13. Ein Sohn von auswärts, Heinrich. 16. Dem Müller Heinrich Zell ein Sohn Wilhelm ,s?!'rab- Eine Tochter von auswärts, Elisabeth. 17. Ein Sohn von aus- warts, Adam. 18. Dem Cigarrenmacher Johannes Gilbert ein Sohn Karl Jacob
Bureaugehülsen Christian Emil Peiri eine Tochter, Wilhelmine. 18.^Dem ®un*TUP’ cin Sohn, Karl. 18. Ein Sohn von auswärts, Emil, ai °£n Dem Metzgermeister Heinrich Georg Meister ein
§?h.u - Friedrich Karl. 19. Dem Lackirer Christoph Schmidt em Sohn, Wilhelm Christoph. 19. Dem Taglohner Johannes Kreiling eine Tochter, Elise. 20 Dem
Gestorbene.
- , Mui. 20. Eine todtgeborene Tochter von auswärts. 21. Eine Tochter nun ms- »art§, Esjiobeihe, 4 Tage alt. 21. Katharine Hiebenthal, 68 Jahre alt. 21. Rätherin Sophie Schmidt, 31 Jahre alt. 21. Dem Zimmermann Gerhard Hassel von Reinbach -'n iodtgeborener Sohn. 23 Schuhmacher Karl Johann Ludwig Griebel, 40 Jahre qs 'cv2.3 Schm,edmeffter Emil May 51 Jahre alt. 23. Zimmermann Jacob Gilbert 38 Jahre alt, von Heuchelheim. 24. Marie Jöckel, geb Engel 48 Jabre alt Melbach. 24. Der Musketier im II. Großh. Hessischen Jnsanterie-Reaiinent Rr 116 Heinrich Christoph Wallenfels, 21 Jahre
p-nswn'rt- P°stpnckmeis -r Johannes Reitz, 72 Jahre alt. 25. Otto Friedrich 3 Jahr! alt, Sohn des Hautboisten Gottlieb Richter. v
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Schriftliche Anfragen wegen Auskunstsertheilung über Inserate tc. können wir nur dann beantworten, wenn denselben eine Freimarke für di- Rückantwort beigelegl ist. lieber Inserate bezüglich deren Offerten -inzureicbeu sind, ist die Exp dition zu keinerlei Auskunftsertheilungen befugt. Offertenbriefe sind — soweit keine bestimmten gegeniheiligen Abmachungen getroffen wurden — in der Expedition abzuholen.
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