2870
F. Holberg, Kirchenplatz.
1805
Früh-Gemüsepflanzen
Karl Berger.
(2737)
aller Sorten empfiehlt
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Frankfurt a. M., 19. April, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactten 294Ve, Staatsbahnactien 281V4, Galizier 267‘/8, Oesterr. Silberrente —, 4o/o Ungar. Goldrente 76, 4% 1880er Russen 71"-/8, 2. Orient-Anleihe 57ll/)6, 5% Rumänische Rente 90Vz, Lombarden 123%, Oesterr. Localbahn —. Tendenz fest.
sich weithin gebieterisch geltend gemacht hat. Bereits sind auch von verschiedenen Eenen Schritte geschehen, um diesem dringenden Bedürfniß abzuhelfen. Der Frauen verein hat m der Ueberzeugung, die ihm im vorigen Jahre zur Verfügung gestellten Mittel nicht besser verwenden zu können, eine dritte Diaconissin zum Dienst in der Gemeindepflege angestellt. Freilich mußte er dabei das Vertrauen hegen, daß ihm die erhöhten Beiträge künftig nicht nur nicht entzogen werden, sondern, da ja seine Ausgaben damit gewachsen sind, deren Zahl dem Wachsthum der Stadt entsprechend sich vermehren werde.
Zu gleicher Zeit hat em Comitö von Aerztcn einen Aufruf zur Anstellung einer jiuelten Altcepflegerin erlassen Wir konnten dabei nur zweierlei nicht umhin zu bedauern. Einmal, daß die Herren nicht alsbald eine größere Anzahl ins Auge faßten, da selbst zwei solcher Pflegerinnen für die Privatpflege völlig ungenügend sind, und zum andern, daß sie den Weg vorschlugen, sich an die öffentliche Wohlthätigkeit zu wenden, wahrend cs sich doch nicht um einen Akt der Wohlthätigkeit, scmd in um das wohlverstandene Interesse grade der wohlsituirten Leute handelt. Wir möchten vielmehr den unmaßgeblichen Vorschlag machen, daß den Mitgliedern des Aliceverems gegen einen bestimmten, nicht zu niedrig bemessenen Beitrag ein Vorrecht auf die Dienste der Pflegerinnen gegeben werde. Wir sind der Meinung, daß auf diesem Wege Die Mittel für die Unterhaltung mehrerer Pflegerinnen unschwer ausgemacht werden könnten.
Endlich hat ein katholisches Comit4 sich die Aufgabe gestellt, katholische barmherzige Schwestern hierher zu berufen und läßt gegenwärtig eine Liste zur Zeichnung von Beiträgen für dieses neue Unternehmen in der Stadt circuliren. Es kann bedauert werden, daß auf diese Weise die Kräfte unserer immerhin kleinen und nicht allzu reichen Stadt zersplittert werden, da zwei getrennte Unternehmungen immer viel kostspieliger sind, als eins. Andererseits steht aber zu hoffen, daß die Concurrenz auch auf diesem Gebiete, wenn sie weiter so loyal geübt wird, roie es eben auf diesem Gebiete eigentlich selbstverständlich ist. insofern sich günstig erroe sen wird, als dadurch solche Kreise, welche bisher noch unbetbeiligt waren, in das Interesse gezogen werden. Jedenfalls ist es erfreulich, daß es sich auf diesem wichtigen Arbeitsfelde bei uns zu regen anfängt, nachdem bisher vielfach nur mühsam das allgemeine Interesse für die bereits bestehenden Arbeiten der Armen- und Krankenpflege wach erhalten werden konnte. Möchten bei den sich erhöhenden Ansprüchen die Wohlhabenden es bedenken, daß nach dem jetzigen Stand der Gesundheitspflege die den Armen gewährte Hilfe auch in ihrem eigenen Interesse liegt. g—z
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Ein gesandt.
Zur hiesigen Kranken- und Armenpflege.
Mittheilungen und Gedanken.
Der hinter uns liegende Winter ist ungewöhnlich reich an Krankheiten, besonders gewissen epidemischen Krankheiten gewesen. Vor Allem hat die Diphtherie zahlreiche und schwere Opfer gefordert und ist auch jetzt noch lange nicht erloschen. Dabeimachte sich in empfindlicher Weise der Mangel an geschulten Pflegerinnen geltend.
Die wenigen vorhandenen Kräfte waren über alles Maß überbürdet, so daß z B- die eine Diaconissin unter der Ueberlast zusammenbrach und seit Wochen völlig arbeitsunfähig ist. Diese Erfahrungen haben w-nigstens das Gute gehabt, daß die Erkenutntß der Rothwendigkeit, die Zahl der vorhandenen Pflegerinnen zu vermehren,
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hielt und der Fahrgast, ein Herr von ungefähr 40 Jahren, mit großem dunklem Vollbart und gut gekleidet, stieg aus, indem er die Dame, die anscheinend kraftlos war, bald und halb zu tragen schien. Einen Augenblick darauf sahen die Vorübergehenden nut Entsetzen, wie der Mann im Scheine der Laterne, immer noch seine Begleiterin mit sich ziehend, auf die Brüstung der Brücke stieg und, ehe Jemand zu Hilse eilen konnte und ubne daß die Dame nur einen Laut von sich gegeben hätte, diese in die Fluth hinabstürzte. Er selbst blieb auf der Brüstung stehen, streckte beide Arme theatralisch in die Luft und schrie mit lautem Affekt: „So soll es allen Schwiegermüttern ergehen!" Run stürzten sich die für einen Moment erstarrten Passanten auf den sich >uhig Ergebenden und mit Hilse einiger herbeigeeitter Schutzmänner wurde derselbe festgehalten und nur mit Mühe vor dem Gelynchtweiden geschützt. Inzwischen hatten andere hilfreiche Hände versucht, die Ertränkte zu retten und dieselbe mit Hilfe von Stricken und Stangen an das Land gezogen. Wie groß war jedoch das Erstaunen Aller, als man in der mit so schwerer Mühe Gereiteten eine elegant gekleidete, lebensgroße — Puppe erkannte! Mit Blitzesschnelle verwandelte dieser tragikomische Aus- g.ing die Stimmung des Publikums und lachend und mit Fragen bestürmend, um- 'ingte man den still dreinschauenden Attentäter Derselbe wurde zur nächsten Pol-zei- wache gebracht. Ob es sich hier um einen vielleicht symbolischen Scherz handelt, oder ob bei Mann nicht völlig bei ©Innen war, wird die Untersuchung ergeben. — Mit Jordan-Wasser wurde in den letzten Tagen, wie der vollziehende Geistl'che in der Peiri- f rche besonders hervorhob, ein junger Berliner Weltbürger getauft. Das Wasser, das sich in einer dicht verschlossenen Zinkkapsel befand, war bei einer der im letzten Jahre stattgehabten Stangen'schen Gesellschaftsreisen aus dem Jordan geschöpft und von ti iem Freunde der betreffenden Familie mitgebracht worden-
Rieder-Mörlen, 15. Apr'l. Seit ehrgen Tagen wurde ein hiesiger Mann D -rmifet; gestern sand man seine Leiche im Nauheimer Teiche. Da ein Grund mm Selbstmord nicht vorliegt und die Leiche auch ke ne Spuren von Gewalt zeigt, so läßt sich nur annehmen, daß der Mann vielleicht in der Dunkelheit oder durch sonst einen unglücklichen Zufall in das Wasser fiel und ertrank-
— Eine interessante Heiraths-Anzeige findet sich in einer der letzten Nummern brr „Frankfurter Nachrichten" unter den standesamtlichen Meldungen. Es heißt dort: „Getraute: Walter, Otto, Dr. med., von Limburg (Königreich Sachsen), praktischer Arzt dahier, mit Adams Hope, Bridget, von London, Dr. med. und praktische Aerztin dahier.
— (Vorsicht und Etikette.) Ein französisches Journal stellte kürzlich die Frage auf: „Wenn eine Dame ben Besuch eines Herrn empfängt, soll sie sich erheben ober sitzen bleiben, wenn der Besucher eintritt unb wenn er sich beurlaubt?" Ein amerikanisches Blatt beantwortet biefe Frage in folgenber Weise: „Wenn eine Dame in Washington lebt, wird sie sich ohne Rücksicht auf die Pariser Etikette erheben und den Besucher bis in die Vorhalle des Hauses begleiten, schon aus dem Grunde, um darauf za sehen, daß er nicht einen Regenschirm von Seide und mit Elfenbe ngriff im Werthe von zehn Dollars mitnimmt statt des eigenen baumwollenen Schirmes für mderthalb Dollars, wie solche unsere Staatsmänner bei Besuchen gewöhnlich mit sich führen."
— Unter ben Hochzeitsgeschenken für ein neuoermähltes Paar, respective für bie 11 raut, befanb sich kürzlich in Newyork, von einer Dame gefenbet, ein Besen, woran eine Vffitkarte mit folgenber Widmungsschrift befestigt war: „Nehmen Sie bieses kleine beschenk von mir an, beffen Gebrauchsweise ich Ihnen empfehlen will; wenn in Ihrer Ehe Sonnenschein ist, gebrauchen Sie ben unteren Theil zum Kehren; wenn es stürmt, das anbere @nbe.*
— sSchlagenbe Beweise.) In Jersey City kam^es kürzlich bei einer Schulrathssitzung zu einer regelmäßigen Keilerei- Die Herren Schulräthe konnten sich bezüglich der gegen eine Lehrerin erhobenen Anklage U'cht einigen unb sanden es am bequemsten, die Sache gleich im Sitzungssaale durch eine Art Gottesgericht, einen persönlichen Zweikampf unter sich auszufechten. Der Vertheidiger der Angeklagten applicirte seinem anklagenden Collegen emen Faustschlag ins Gesicht, so daß er zu Boden stürzte, und mcht zufrieden damit, kniete der Thäter noch auf ihn und bearbeitete ihn gehörig mit den Fäusten. Mehrere Lehrerinnen, die man zur Sitzung eingcladen hatte, waren Zeugen dieses höchst unerquicklichen Vorgangs- Zuletzt wurde der Geprügelte hinaus- ijpebirt und der Rest setzte die Sitzung fort, als wenn gar nichts Ungewöhnliches vorgefallen. W-'e herrliche Blüthen muß die amerikanische Volksschule treiben unter so competenter, würdevoller Leitung!
— (Lösung des Kesselsteins.) Ein einfaches Mittel zur Lösung des Kesselsteins ist nach dem praktischen Maschinen-Constructeur das sorgfältige Anstreichen der inneren Kesselwand mit gutem Theer. Man überläßt dann den Kessel eine Stunde lang sich selbst, während welcher Zeit der Theer etwas angetrocknet ist, damit er n cht durch das gleich nachher einzufüllende Wasser weggespült wird; darnach wird wie gewöhnlich fortgearbeitet. Ist nun ein Vieiteljahr verstrichen, während welcher Zeit ein gewissenhafter Kesselbesitzer immer reirrgt, so wird sich finden, daß der anhaftende Stein mit lichter Mühe sich fchuppenförmig ablösen läßt-
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— sGartenbau-Kalender für April ) Die aufgegangenen Gemüsepflänzchen sind vor den Sperlingen zu schützen, entweder durch aufgelegte Reiser oder, noch besser, durch darüber gezogene weiße Fäden (etwa 2 Zoll hoch über dem Boden, damit sie weder bar uni er noch barüber gehen können.) Ebenso stellen sie den Blüthenknospen der Obstbäume, besonbers ber Pyramiben, m unangenehmster Weise nach; umwinbet man aber bie Bäume recht kreuz unb quer mit weißen Fädeso setzt sich kein Sperling mehr barauf. Die Erbsen sind gegen Ende bes Monats zu behacken, zu behäufeln unb zeitig mit Reisern zu versehen. Zu pflanzen kann man versuchen etwas Salat unb Überwinterten Blumenkohl, in wärmeren Lagen auch alle durchwinierten Kohlarten; der Blumenkohl ist aber etwas tiefer zu pflanzen, als er vorher gestanden hat, um das Herz der Pflanzen gegen etwaigen Frost besser zu schützen. Mitte des Monats sind Kürbisse und Gurken in Töpfe oder Aesche zu stecken, Ende des Monats auch Bohnen. Spargelbeete können von jetzt an bis zum Juni angelegt werden, entweder mit Dünger als Unterlage oder, was zuweilen mit Glück versucht worden, mit Brecharneu, die man in Flachsspinnereien ziemlich billig haben kann; bei letzterer Unterlage darf bann aber künstliche Düngung nicht fehlen. Die vorhanbenen Spargelbeete mögen ja erst bestellt (Dünger untergehackt, gute Erbe barüber gebreitet) werben, wenn bie Erbe recht trocken ist; erfolgreiche Düngung giebt auch schwffelsaures Kali und Salz; letzteres kann in ziemlicher Menge (auf 4 Qu.-Mtr. würbe vor Kurzem 5 Kilo Kochsalz zu bringen empfohlen) gleichmäßig aufgestreut werden. Schnittlauch wird jetzt durch Theilung der Pflanzen vermehrt; auch sind nun die Steckzwiebeln zu legen; man hänge sie vorher in die Nähe des heißen Ofens, denn stark abgetrocknet treiben sie keine Samenstengel und bringen besonders große Früchte; man wähle zum Stecken die kleinsten aus und stecke sie bis an den Hals in bie Erbe. — Rabatten mit Perennen ftnb zweckmäßiger Weise erst dann zu bestellen, wenn man die jungen Keime ber letzteren sieht, bamit man die Stöcke nicht zersticht. Die Rosen können bei einhetenber Wärme von ihrem Deckreisig befreit werden Buxbaum kann noch umg pflanzt und beschnitten werden; ebenso wird das Verschneiden derjenigen Ziersträucher, die es bedürfen und vertragen, foi tgesetzt. Spältreibende Gehölze können auch jetzt noch verpflanzt werden, Nadelhölzer erst dann, wenn sie zu treiben begonnen haben. Zu pflanzen sind gegen Ende des Monats: Stiefmütterchen Tausendschönchen, Nelken, Veilchen, Primel, Aurikel, Gentianen, Zwergschwertlilie (Iris pumila), Gedenkemein (Ornphalodes verna), Frühlingsphlox. Die nun zu blühen anfangenden Frühlingsblumenbeete möge man durch — auf HoJunlerlage gelegte — Matten oder Decken vor etwa noch kommendem Schnee, längerem Regen und ebenso vor greller Sommerhitze schützen, damit man ihre Blüthe länger genießen könne. Ebenso empfiehlt man neuerlich, den Boden dieser Beete mit einer Schicht gebrauchter Gerberlohe zu bedecken; die Blüthen heben sich so wirkungsvoller ab und weiden bet Regen nicht so mit Schmutz bespritzt. Die Zimmerpflanzen fahre man fort, umziiseren; Stecklinge können jetzt von fast allen gemacht werden, insbesondere von Fucbsien, Heliotrop, Lantane, Pelargonie und wo die Zweige noch nicht getrieben, von Camelien und Azaleen.
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mit Verioosung, Prämiirung, landwirthschaftlicher Ausfleilung und Pferderennen am 8,6 und 7. Juni 1882.
Zur Verioosung kommen:1 Equipage mit 4 edlen geschirrten Pferden, Werth 10 000 J-L, 4 zwei- und einspännige Equipagen zu 6000, 5000, 4000 und 3500 1 Paar Chaisen- und 1 Paar Arbeitspferde zu 3000 und 2500
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General-Vertriev der 1 oo|e » 3 j/. durch H. Ylende, Marktstraße 20 in Kassel, an welchen Anfragen wegen Uebernahme von Loosen zu richten find.
Verkauf der Loose in Gießen durch C. Lehrmund und Julius Wallach.
2R77 Das Comite»
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fle(djäfts Verlegung.
Wegen Umbau meines Hauses befindet sich mein Geschäft von Donnerstag den 20. April in dem ne» bergerichteten Laden des Herrn Buchhändler Ferber, LchZoßgasse.
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2874 Metzger.


