hen soll wie er mag." Richtig trat er dann auch consequent mit dem rechten - die ftolge war, daß er bet seinem ersten Patrouillengang von seinem Nach-
Fuße an; die Folge war, daß er bei seinem ersten Patrouillengang von seinem tuacy- mann beständig auf die Hacken getreten wurde, was mitten unter dem Marschiren eine Herausforderung zum Duell zur Folge hatte. — Viele von uns hatten vorher Unterricht in der Strategie und Taktik gehabt, der Unterricht wurde aber nicht von einem Militär, sondern von einem Oberpostrathe ertheilt; die Stunden der Taktik nannten wir beharrlich „Wat" und ärgerten den Herrn durch möglichst unpassende Antworten. Z B. auf die Frage: „Was hat eine Cavallerie-Patrouille im Felde zu thun?" Antwort: „Sie hat unter feden Baum zu retten, um zu sehen, ob auf ihm ferne Femde sitzen " Oder auf die Frage: „Warum haben die Chevauxlegers, ungeachtet die gerade Waffe so viele Vorzüge besitzt, doch krumme Säbel?" Antwort: „Wetl die geraden Säbel nicht tn die krummen Scheiden hineingehen" u. s w.
d-tz deutschen Fischeretoereins, daß es in Thüringen dem Rittergutsbesitzer Sperber mit Hilfe von zwei aus England bezogenen Hundett gelungen ist, binnen 9 Monaten tn 60 Faadlaaen 21 Fischottern, darunter 7 tragende Mutterottern zu erlegen. Wenn die Flußgebiete, insbesondere die kleinen Bäche, welche der Otter zumeist als Standort aussucht, systematisch mit guten Hunden abgesucht werden, so ist nach der Meinung des Herrn v Egloffstcin mit Gewißheit zu erwarten, daß die Zahl der Ottern sich bald so verrittgern wird, daß der durch sie verübte, jetzt sehr bedeutende Schaden weniger füblbarjDirb.^ Paulsthurm in Constanz, in welchem Hieronymus von Prag vom Mai 1415 bis Mai 1416 gefangen lag, ist, wie die „Straßb. Post" meldet, tn der Nacht zum 4. ds. Mts. bis auf die Grundmauern abgebrannt. Der sogenannte
Thurm" war eigentlich gar fein solcher, sondern eher ein etwas schwerfälliges viereckiges Gebäude und diente einer der größten Brauereien als Annex; tm Keller verwahrte man das Gährbier, tm übrigen Raum waren Futtervorraihe bis unter das Dach ausgestapelt. Das anfangs unbeachtet glimmende Feuer loderte, als Sturm geläutet wurde, schon von allen Seiten über die festen Mauern empor, die glücklicherweise oas verzehrende Element auf den engen Flammenherd bannten. Da der Thurm unbewohnt war, so beschränkte sich der Schaden auf bett Verlust der - übrigens versicherten - Vorräthe. Die Einbuße der historischen Erinnerung bleibt natürlich unersetzt. Die öden massiven Mauern, beleuchtet von den Fackeln der Feuerwehr, die auf den Leitern auf und ab kletterte, von der bisweilen noch aus der Asche iah auf- zuckenden Gluth und dem Vollmond, „der hoch hinaufschaute", boten nächtlicherweile einen schaurig prachtvollen Anblick r .
— fAmerikanische Gerichtsscene.] Präsident: „Herr Zeuge, glauben Sie an Gott?" - „Nein." - „Glauben Sie an die Ehre?" - „Nein-" - „Haben Sie em Gewissen?" — Nein." — „Zum Teufel! Sind Sie wenigstens ein (Spitler?' — „Ja Herr Präsident." — „Nun also, Sie sollen das infamste Pech im Spiele haben, wenn Sie nicht die vollste Wahrheit sagen!" ± t
— Harmlose Plaudereien aus München nennt ein Ungenannter seine Erinnerungen an den Völfersrühlmg von 1848. Die Münchener Revolution fing mit der verhaßten spanischen Tänzerin Lola an und die „Schwarzen" fd)ürten Haß Am 6. Marz ernannte König Ludwig den äußerst populären Herrn v. Thon-Dittmer (auj Regensburg) zum Minister, ganz München schwamm in Wonne, die Leute umarmten sich vor Freude auf den Straßen. Zehn Tage später traf den Minister ein Steinwurf. Er batte zu einem Volkshaufen gesprochen, der ein Haus stürmte, m welchem Lola versteckt sein sollte. Sie ist nicht da, hatte er betheuert, da traf ihn ein Stemwurf ins Gesicht. Diesen Steinwurf, erzählt der Plauderer, hob ich auf, ließ abschleifen Mn Briefbeschwerer und gab ihm die Inschrift: „Damit dankt das Volk-' Das „Lolasuchen war damals zur Sucht geworden. Ein Bekannter des „Plauderers" spurte einmal unuermutli t eine Hand in seiner Rocktasche, er hielt dem Besitzer die Hand fest und stellte ihn zur Rede. „Ja wissens/ sagte der Strolch, „ich hab' nur die Lola suchen wollen" Studenten, Beamte und Bürger traten zu Compagnien zusammen und ererctrten; ihr Commandant war der „Wagnertoni", der Student Anton Wagner, der durch Hunderte von Duellen berühmt war. Mit der Disciplin aber stands so so- „Als ich meinen Wehrleuten sagte: auf das Commando „Marsch" tritt Jeder mit dem linken Fuße an, entgegnete mir Einer aus Reih' und Glied: „Das ist eine ganz ungerechtfertigte Beschränkung der persönlichen Freiheit, ich sehe nicht ein, warum nicht Jeder gehen soll wie er mag." trnt <>r hnmt rmrfa cnnfeauent mit dem rechten
— [Vertilgung der [Raupen.] Von allen den Mitteln, welche zur Vertilgung der Raupen anempfohlen werden, ist eines der practtfcbften und empfehlenswerihesten hie sogen. Raupenfackel. Am schlimmsten ist man bekanntlich bei Vertilgung d^r Raupen im Sommer daran, wo es gilt, der Aepfelgespinnstmotte, den Raupenkolonnen des Schwammspinners rc. beizukommen. In diesen Fällen erweist sich das Abraupen mit her Raupenscheere als unpraktisch, da die meisten Raupen bei der geringsten Bewegung sich auf den Boden herabfallen lassen und dann schwer zu vernichten sind. Die Raupenfackel, die bereits in Folge des sehr mäß-gen Preises und des hohen praktischen Werthes allgemeine Verbreitung gefunden hat, besteht aus einem cylmderformigen Behälter für Petroleum, dem ein starker Brenner mit Volldocht aufgeschraubt ist, das Ganze hangt beweglich in einem Bügel, der mit einer Tülle versehen ist, um den Apparat auf eine Stange aufstecken zu können. Raupen und deren Nester können mit der Fackel sehr leicht vertilgt werden, da diese Thiere schon bet einer momentanen Berührung m>t der Flamme versengt zu Grunde gehen. Den Aesten und Zweigen, sowie den Blättern schadet ein vorsichtiges Arbeiten mit diesem Instrumente durchaus nicht.
— [Handelsnamen der flüchtigeren Destillationsproducte des Petroleums.] Die flüchtigeren Destillationsproducte des Petroleums werden im Handel mit sehr verschie
denen Namen bezeichnet. Rhigolene ist der flüchtigste Bestandtheil und wird namentlich in Amerika als Anaesthetikum benutzt- Eine Probe geriet!) bei 30° C- in l.bHaftes Sieden- Petroleumäther, welcher neben den flüchtigsten auch eine geringe Menge minder flüchtiger, bei 90° C übergehender Kohlenwasserstoffe enthält, wird namentlich als Einreibmittel bei rheumatischen und gichtigen Schmerzen verwendet. Petroleumbenzin heißen die zwischen 80° und 120° C- destlllirenden Bestandtheile des Petroleums; sie lösen Fette reichlich auf und werden wie das eigentliche Benzin als Ffickwasser benutzt. Von Hirzel in Plagwitz werden zwei Sorten Petroleumbenzin in den Handel gebracht, die zwischen 80° uno 120° sieben. Ein von E- de Häen u Comp. (chemische Fabrik in List vor Hannover) in den Handel gebrachtes Petroleumbenzin, welches sich namentlich dadurch auszeichnet, daß cs. einen sehr schwachen, nicht unangenehmen Geruch besitzt, siedet schon zwischen 60° und 80° C Ligroin ist in der Regel ein Gemenge derjenigen Kohlenwasserstoffe, welche die verschiedenen Sorten der tm Handel vorkommenden Petroleumbenzine bilden und bann durch Rectification tn letztere zerlegt werden. Gaso- lene ober Keroselene sinb Sorten bes flüchtigsten Petroleumbenzins, welche mit besonderer Sorgfalt von den schweren flüchtigen Antheilen befreit werden- Künstliches Terpentinöl enthält meist diejenigen Kohlenwasserstoffe, welche zwischen 120° und 150° best'lliren. Es ist zu schwer flüchtig , um als Fleckenwasser verwendet zu werden und zu leicht entzündlich, um als Leuchtöl zu dienen. Man braucht es zum Verdünnen des Leinölfirnisses, auch zum Reinigen der Buchdrucklettern. Da es indessen Harze (Dammar, Copal 2C-) nicht auflöst, so wird seine Anwendung als Surrogat des Terpentinöls immer eine beschränkte bleiben. (Journal für Gasbeleuchtung.)
Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C W. Dietz Nachfolger Gießen.
Bremen, 15. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. R- Ningk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 2. April von Bremen und am 4. April von Southampton abgegangen war, ist heute 7 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 15. April. [Per transatlantischen Telegraph.] Der Postdampfer Straßburg, Capt. O. Heimbruch, vom Norddeutschen Lloyb in Bremen, welcher am 30. März von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten in Baltimore angekommen.
Handel und Verkehr.
Grün berg, 15. April. (Frachtpreise vom 15. April.) Weizen 25.10 Korn 19.26, Gerste JL 18.00, Hafer JL 17.06, Erbsen JL 21.46, Sein JL 00.00 Samen JL 00.00, Kartoffeln 3.00, Wicken JL 00.00.
Frankfurt, 15. April. Aus dem heutigen Markte kostete der Gentner Heu je nach Qualität 3-50—5 00, Stroh «M. 3.30—3 05, Eier das Hundert 4.70—5 60
Ochsenfleisch das Pfund 65—70 Kuh- und Rindfleisch 45—55 H, Kalbfleisch 45 bis 55 Hammelfleisch 40-13 4, Schweinefleisch 65—75 H, 1 Hahn J4 1-70—2.50 1 Huhn 1.50—2.50, 1 Taube 50—60 H, 1 Poularde Jl. 0 00—0.00, Butter 1. Qual. 1.42, 2. Qualität M. 115, Handkäs 45—50 H das Pfund, Kartoffeln das Malter jt 4.50—7.00, Kopfsalat 15—18 H, gelbe Rüben das Gebund 7—12, Romainsalat 80-00 H, Rettig das Stück 5—10 4, Sellerie der Kopf 10—20 Blumenkohl 30 bis 70Wirsing 10—20^, Weißkraut 15—30 H das Stück, Rothkraut 35—40 Kohlkraut 00 Kohlrabi 0—0 H, Endivien 25-35, Spargel 3.50—4.00 JL das Pfund, Zwiebel 4—7 JL der Centner-
Frankfurt, 15. April. (Fruchipreise.) Weizen, effectiv hiesiger und Wetterauer .X 24.50-2550, fremder 00.00—00.00. Roggen effectiv hiesiger^L18.00—20.00, fremder JL 00-00 - 00.00. Gerste effectiv hiesige und Wetterauer JL. 16.00.—20-50, fremde JL 00 bis 00-00- Hafer effectiv hiesiger und Wetterauer JL 15.25—17 50. fremder JL 00 —00.00 per 100 Kilo-
Frankfurt »♦ M«, 17. April, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 297, Staatsbahnactieii 283, Galizier 267Vr, Oesterr. Silberrente 66Vs, 4°/o Ungar. Goldrente —, 4% 1880er Russen 723/e, 2. Orient-Anleihe 585/16, 5°/0 Rumänische Rente 91, Lombarden 125V4, Oesterr. Localbahn 163 7z. Tendenz fest.
"Wir machen im allgemeinen Interesse die Leser unseres Blattes auf das heutige Inserat des Herrn Rud. Schleicher, München, betr.: „Unentbehrlich für Blumenfreunde", hiermit aufmerksam.
Am 20. und 21. April hält die hier im besten Andenken stehende Ty-wler Sänger- gescllschast Hans Lechner (N anuy und P ep pi) in Wenzel s Garten ihren Einzug. Die vorzügliche Truppe, welche dem wirklichen berühmten „Rainer" vollkommen ebenbürtig ist, kommt auf directcm Wege aus den Vereinigten Staaten von Amerika, woselbst die Gesellschaft viel Aussehen erregte und nahezu 2 Jahre das Land mit außerordentlichem Glück bereifte. Daß die Gesellschaft „Hans Lechner" bei uns wieder großes Furore machen wird, steht sicherlich außer allem Zweifel. Herzliches Willkommen diesen liebenswürdigen Alpenkindern. 2789
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