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Ar 2^2. Dienstag den 17. Oktober 1882.

Gießener Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für dm Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.

Bureaur Schulstraße 7.

Gießen, am 13. Oktober 1882.

haben

Rödel- zu er-

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Deutschland.

Darmstadt, 14. Octbr. Se. Königl. Hoheit der Großherzog Illlergirädigst^gench^r^ ben eöang, Pfarrer Rudolph Trümpert zu heün zum Lehrer an dem Ludwig - Georgs - Gymnasium zu Darmstadt

neunem $je ge Tarif-Eommission der deutschen Eis-nbahnverwaltung-n batte sich m ihrer letzten Conferenz u. A. auch mit dem Anträge ^oßherzogltchen Direktion der oberhessischen Bahnen, betreffend die Versetzung von Petroleum in den Sveeialtarif II. zu befassen. Veranlassung hierzu hatte eine Vorstellung des Alfens bahnraths für das Großherzogthum Hessen an die dortige Regierung gegeben, dahin zu wirken, daß für Petroleum allgemein billige Frachtsätze eingeführt würden, weil Petroleum auf Grund der für deutsche und auch für ausländische feeeljofen be? stehInden AusnahMttarife nach einzelnen begünstigten Stationen , zu Frachtsätzen befördert werde welche nicht allein niedriger als bte des Specialtariss II. jelen, sondern auch die weiter belegenen Stationen ungerechtfertigter Weise vor anderen Statwmn^b^evorzugten.^i i^^n Generaldirection der sächsischen Staatsbahnen, welcher das Referat über diese Angelegenheit übertragen war, wurde bemerkt, daß es sich bet Herstellung der in einer großen Zahl deutscher und ausländischer Verbandverkehre be­stehenden Ausnahmetarife für Petroleum entweder um bte Aufnahme der Concurrenz aeaen die Wasserstraßen oder um die Stärkung der deutschen Seehäfen gegen die aus- wärtiaen Seehäfen, niemals aber um die Hebung des Verkehrs eines größeren Con- sumtionsplatzes gehandelt habe. Dabei sei durchgängig der Grundsatz festgehalten, daß auf der birecten Route, auf welcher die Ausnahmetarife Geltung haben, vorgelegene Stationen in keinem Falle theurere Frachten hätten, als die weiter gelegenen und m der Regel der für die durch die Schtsifahrt beeinflußte Station angenommene Satz so lanae zmückwirke, bis die normale Berechnung nach dem Satze der allgemeinen Wagen- ladunasklassen eine billigere Fracht ergebe. Anormales liege in dem Satze nicht und in dem Bestände der Ausnahmetarife auch, keine Begünstigung der betreffenden Stationen, da diese das Petroleum auch ohne dieselben auf dem Wasserwege zu denselben ober noch billigeren Sätzen erhalten würden. Selbst bei Aufnahme des Petroleums in Sveeialtarif II. blieben noch Ausnahmetarife vorhanden. Jede Deklassification würde bei den Massentransporten des Petroleums mit bedeutenden Einnahmebußen für die Eisenbahnen verbunden fein, ohne daß den Consumenten daraus Vorlheil erwachse, letzterer würde lediglich den Zwischenhändlern zufallen. Im Uebrigen bedürfe das Petroleum der Unterstützung durch Frachtermäßigung nicht.

Der Referent des Verkehrsausschusses, Commerzienrath Haker, erklärt, daß der Ausschuß in seiner Majorität sich wegen der den Eisenbahnen voraussichtlich entstehenden Einnahme-Ausfälle gegen die Versetzung des Petroleums aus der allgemeinen Wagen­ladungsklasse ausspreche. Persönlich empfehle er die Versetzung in ben (Specialtarif L, njeil Petroleum ein Massenartikel und billiger als viele andere z. B. Häringe, Reis dem Specialtarif I. angehörende Maaren sei. Es sei zu berücksichtigen, daß der Verbrauch von Petroleum bet den unbemittelten Klassen dem der besser situirten aleichkommeu und daß Frachtermäßigungen voraussichtlich auch dem ärmeren Th eile ber Bevölkerung zu Gute kommen würden. Schließli ch wünsche er im Interesse des. Stettiner Platzes die Deklassifikation nach Specialtarif I., welcher Ausnahmetarife für Petroleum nicht habe und in einer großen Anzahl von Relationen Hamburg und Bremen aeaerüber benachthetligt sei.

Der Vertreter ber Berlin-Hamburger Eisenbahn konstatirte, daß Hamburg in einer Reibe von Relationen, so auch nach Berlin, keine Ausnahmetarife habe. Die Sacke liege bet Petroleum überhaupt so, daß, so lange die Schifffahrt offen sei, alles Petroleum nach Berlin per Wasser, im Uebrigen per Bahn transporlirt werde. Die Eisenbahnen behalten immer noch namhafte Transporte, für welche Frachtermäßigungen zu schaffen, ihnen nicht zugemuthet werden könne, zumal diese nur den Zwischenhändlern zu ^^^Vntreter von Elberfeld bemerkt, daß die Berechnungen so gehalten seien, daß die Ermäßigung ausschließlich auf belgisches Gebiet falle; diese Tarife ließen sich nicht beseitigen. Die Ausnahmetarife müssen beibehalten werden, wenn die Eisenbahnen nicht ganz auf die Transporte verzichten wollen.

Der Antrag der oberhessischen Bahn, Petroleum in den Specialtarif II., wie der Antrag Haker, Petroleum in den Specialtarif I. zu versetzen, wird sodann vom Aus­schuß und ber Tarif-Commission abgelehnt.

München, 16. Octbr. Mit dem gestrigen Sonntag sind die Doppel- Ausstellungen hier und in Nürnberg zu Ende gegangen, beide mit einem die Erwartungen weit übertreffenden Erfolge. War die Nürnberger insofern eine territorial beschränkte, als nur Erzeugnisse des bayerischen Inlandes zugelaffen waren, sodaß der Ruhm des Erreichten dem bayerischen Kunst- und Gewerbe­fleiß voll und ganz zu gute kommt, so nimmt doch auch auf der electrischen Ausstellung das specifisch bayerische Element eine hervorragende und anerkannte Stellung ein, wie ja auch der ganze Gedanke und das gute Gelingen des Unter-

nehmens auf hiesige Kräfte zurückzuführen ijt. Dies werden auch solche Kritiker zuaeben, welche mit besonderm Nachdruck darauf verweilen, daß alles Wißen Stückwerk und aller Anfang schwer ist. Die Münchener interessirt setzt ganz besonders die Frage, ob sie als praktische Folge dieses Rendezvous ver W> sen>cha,t und Kunst der Electricität bald ihre Stadt auf diesem Wege beleuchtet sehen werden, wozu schon ein unternehmender einheimischer Industrieller em Angebot gemacht hat, dessen Erwägung einem gemeinsamen Ausschuß beider städtischen Colleaien überwiesen wurde. Daß die Vorbedingungen fuv oiefe Zurichtung gerade in Milchen besonders günstig liegen, scheint unzweifelhaft. Aber auch die Nürnberger Gewerbe-Ausstellung, bei der die über Preisvertheilung ausge­brochenen Streitigkeiten und Klagen nur emen vorubergehendm Mißton dar­stellten wie dergleichen ja auch andern Unternehmungen gleicher Art nicht erspart worden ist, wird sich in ihren Folgen für Bayern und ganz Deu chland segens­reich erweisen, und nicht zum wenigsten darin, daß sie dem deutschen Gewerbe- fleiß wohlbegründetes Vertrauen in die eigene Kraft und Fortentwickelung gegeben und gestärkt hat. Und wenn für das Gedeihen der Industrie nament­lich im Weltwettbewerb ein gutes Verhältniß zwischen Arbeügebem und Arbei­tern eine wesentliche Vorbedingung ist, so verdient ganz besonders h-rvo^oben zu werden, daß die bayerischen Arbeitgeber in sehr großer Zahl ihren Arbeitern zum Theil mit sehr erheblichem Kostenaufwand, deu Besuch der Nürnberger Ausstellung ermöglicht haben. Solch freundliches Entgenkommen bring den Doppelgewinn, daß es die rein menschliche persönliche Seite m dem Verhaltmste Zwischen Arbeitaeber und Arbeitnehmer, die besonders un Großbetrieb zuruckge- treten ist wieder in den Vordergrund rückt, und daß der Arbeiter in der wur- diaen Ausstellung von seiner und der Arbeitsgenossen Hände Werken eine innere Geuuqthuung empfinden muß. Möge auch in dieser Beziehung die am 15. ds. abschließende Nürnberger Ausstellung, wie sie sonst in jeder Richtung gelungen war, fortfahren, gute Früchte zu tragen. ,, .

Bremerhaven, 14. Octbr. Aus dem DampferFrankfurt des Nordd. Lloyd brach heute Abend 6 Uhr bei der Hinteren Luke Feuer aus. Die Leute sind alle gerettet, die Dampsspritzen in voller Thätigkeit.

Hesterreich.

Wien, 13. Octbr. Der hiesige Gemeinderath hat beschlossen, die im nächsten Jahre in Berlin stattfindende hygieinische Ausstellung abermals zu be­schicken und zu diesem Zweck einen Credit bis zum Betrag von 5000 $1. be­willigt. Außerdem sollen die bei der diesjährigen Ausstellung °erbm"n^ Aquarelle der Hochquellen-Leitung und die Pläne des Central-Friedhofes zur Verwendung für die nächstjährige Ausstellung ersetzt werden.

England.

London, 14 Octbr. Eine von derTimes" veröffentlichte Zuschrift des Generals Havelock, welcher das englische M°die BehaWtuna'

lffche Soldaten auf g g Woblthäter aeschossen und mehrere Osficiere,

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nehmen, wenn solchen Verwundeten der Garaus gemacht wurde.

Rußland.

14 Octbr. Der Kaiser und die Kaiserin sind mit ihren Kindern und kem Hoflager gestern Nachmittag von Peterhof zum standi- gen ®anrtbra ^Gestern hat hier die Eröffnung des deutschen

Bekanntmachung.

Gießen, am 13. Oktober 1882. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Pr. Doermann. _____---

Betreffend: Die Aufstellung der Voranschläge der evang. und kath. Kirchenfonds des Kreises Gießen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

nn die betreffenden evana. Kirchenvorstände des Kreises.

5W.W* * SS -7m

1. December d. I. durch Vermittelung der Großherzoglichen Dekanate entgegen. .

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