264,280 X unb Lasten aus den Cameral- und Forst-Domänen mit 111,982 57 i
ohne Debatte bewilligt. Ein Antrag des Ausschusses, das in der Erläuterung zu Titel 2 A. bezeichnete Abkommen wegen Fixation der Fruchtbesoldungen an Pfarrer, Schullehrer und Kirchendiener aus das zehnjährige Mittel der für die Jahre 1872 bis 1881 bekannt gemachten Durchschnittspreise zu genehmigen. Für Lasten aus den Staatsdomänen werden 4500 X, für Brandversicherungsbeiträge 22,870 X und für Beiträge zu den öffentlichen Anstalten zu Darmstadt 3700 X ohne Debatte verwilligt; ebenso die unter Capitel 7 für „Staatsrenten" geforderten 275,673 X 84 Bei letzterem Posten beschließt die Kammer auf Antrag des Ausschusses, die Regierung um Vorlage eines Gesetzesentwurfs behufs zwangsweiser Ablösung der noch bestehenden Staatsrenten zu ersuchen. Zu Cap 8, „Ausfälle, Abgänge und Nachlässe" hatte der Ausschuß beantragt, die eingestellte Summe von 306,900 X zu bewilligen; werter beantragt die Majorität, Großh. Regierung um eine Gesetzesvorlage wegen Beseitigung der bestehenden Steuerfreiheit der Pfarr- und Schulbesoldungsgüker zu ersuchen. Nach kurzer Dlscussion, in welcher Abg. Ellen berg er dem Majoritätsantrag entgegentritt, die Abgg. Schröder und Wolfs kehl dagegen denselben vertheidigen, gelangt er gegen 3 Stimmen zur Annahme. Am Schlüsse dieser Hauptabtheilung wird noch der Antrag des Ausschusses einttimmig angenommen, Großh. Regierung wolle wegen Ablösung der Grundzinsen. Baulasten, Forst- und Weidegerechtigkeiten eine Gesetzesvorlage an die Stände gelangen lassen. — Zu Hauptabtheilung 2, „Verzinsung und Tilgung der Staatsschuld" beschließt die Kammer dem Anträge des Ausschusses gemäß, die angeforderten 663,065 X 42 H unter Abstrich oon 32,227 X, welche den Einnahmen der Staatsschuldenverwaltung als Zinsen von in Werthpapieren angelegten Activen zuzusetzen sind, also mit hur 630,838 42 H zu verwilligcn. — Die Anforderungen
in ^)en Hauptabtheilungen 3., „Pensionen" (990,657 X 15 H), 4. „Bedürfnisse des Großherzogl. Hauses und Hofes" (1,228,287 X 99 und 5. „Landslände" (47,453 X) werden ohne Debatte bewilligt. Die Regierung wird um eine Vorlage aus Einrichtung der Gasbeleuchtung im Ständehaus ersucht. — In Hauptabtherlung 6., „Staatsministerrum" werden die Anforderungen zu Cap. 13, „Ministerium" (57,050 X), 14. „Kosten der auswärtigen und Bvndesverhältnifse" (36,000 X) und 15. „Cabinets- direction" (11,150 X) ohne Debatte bewilligt; zu Cap. 16., „Ober-Rechnungskammer", dagegen erklärt sich die Kammer gegen 5 (Stimmen gegen dre von der Regierung pro; ponirte Fixirung des Gehalts des Präsidenten der Ober-Rechnungskarnmer auf 9000 X und für Beibehaltung des seitherigen Gehaltssatzes von 7500 X. Die Beratbuna und Abstimmung über die von der Regierung vorgeschlagenen Gehaltssätze der Räthe der Ober-Rechnungskarnmer wird bis zur Berathung des Etats der vortragenden Räthe im Ministerium des Innern ausgesetzt. — Eine eingehende Debatte entspinnt sich über Cap. 17., „Verwaltungsgenchtshos", wofür 13,640 X, also 7800 X mehr als seither gefordert werden. Diese Erhöhung rührt daher, daß für den Präsidenten ein Gehalt von 9000 X vorgesehen wird, während seither die Stelle durch einen pensionirten Beamten versehen wurde, der dafür neben ferner Pension eine nicht pensionsfähige Remuneration erhielt. Die Regierung beabsichtigt, die Stelle zu einer etatsmäßigen zu machen, während der Ausschuß der Ansicht ist, daß zur Zeit kein dringender Grund vorliege, das seitherige Verhältniß zu ändern. — Staatsminister Frhr. von Starck empfiehlt dringend die Annahme der Regierungsforderung unter Hinweis auf die Bedeutung des in Frage sichenden Gerichtshofes und auf die Möglichkeit großer Verlegenheiten für die Regierung bei dem Fortbestand des gegenwärtigen Zustandes im Falle einer Vacanz — Abg. Metz ist für den Ausschußantrag; die Abgg. Tecklenburg und Küchler sind für Schaffung einer etatsmäßigen Stelle, ebenso Heinzer- ling, Baur, Maurer, Haas und Dittmar, welch letzterer beantragt, den Gehalt des Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes auf 7500 X zu fixiren. Der Ausschußantrag, für welchen noch die Abgeordneten Wasserburg, Schröder, Frank, Ellenberger, sowie der Berichterstatter Scriba eintreten, gelangt schließlich gegen 10 Stimmen zur Annahme.
Fortsetzung der Berathung morgen
Berlin, 14. Febr. Die bayerischen Parlaments-Verhandlungen bieten wirklich ein höchst merkwürdiges Schauspiel dar. In ihrer tiefen Abneigung gegen das Ministerium streicht die Majorität des Abgeordnetenhauses Alles, worauf das Ministerium nur einigermaßen Werth legt, während der Reichsrath, das Oberhaus, alle Vorlagen im Sinne der Regierung wieder hersteüt' Woraus das schließlich hinaus will, ist vorläufig noch unklar.
Frankfurt, 14. Febr. Die Handelskammer hat sich in ihrer letzten Plenarsitzung gegen die Anträge des Referenten des Handelsvertrags bezüglich des Eisenbahnwesens ausgesprochen. Die Handelskammer wünscht eine gewisse materielle Einheitlichkeit oer Tarife und drückt ihre volle Zustimmung zu der Gütertarifordnung des Ministers der öffentlichen Arbeiten aus, sowie zu den seitherigen durch die Verstaatlichung erreichten Erleichterungen im Personen- und Güterverkehr.
England.
London, 14. Februar. In Her Majesty's Theater wurde heute Abend zum ersten Male in England die Oper „Tannhäuser" in englischer Sprache von der Operngesellschaft Karl Rosa's aufgeführt. Das Haus war voll besetzt, die Ausstattung des Stückes eine sehr glänzende, das Publikum rief die Hauptdarsteller stürmisch nach jedem einzelnen Akte, nach Schluß der Vorstellung auch den Impresario Rosa.
Telegraphische Depeschen.
Wolffs telegr. Correspondenz-Bureau.
Berlin, 15. Febr. Die Commission zur Berathung der Kirchenvorlage nahm mit 11 gegen 10 Stimmen den Antrag Bruel an, wonach die Befugniß der Präsentationsberechtigten und Gemeinden zur Wiederbesetzung eines erledigten geistlichen Amts (sog. Staatspfarrer) aufhören soll. Bei der Fortsetzung der Discussion erklärte der Cultusminister, über die Verhandlungen Schlözer's Weiteres nicht mittheilen zu können, übrigens sei die vorliegende Materie überall zum Gegenstände der staatlichen Gesetzgebung gemacht, auch von der Volksvertretung so aufgefaßt, die katholische Abtheilung des Cultusministeriums habe 1846 die Frage, welche geistlichen Stellen in Bezug auf ihre Besetzung dem königlichen Placet unterstehen sollten, für einen Ausfluß des staatlichen Oberaufsichtsrechts erklärt, worin sich die Kirche ebensowenig zu mischen habe, als der Staat in die Angelegenheiten der Kirche. Der Antrag Bruel, wonach die Bestimmung wegfallen soll, daß ein Einspruch zulässig, wenn gegen den Anzustellenden Thatsachen vorliegen, welche die Annahme seines Entgegenwirkens gegen die Staatsgesetze oder einer Störung des öffentlichen Friedens rechtfertigen, wurde mit allen gegen 6 Stimmen abgelehnt und hierauf der § 4 in der Fassung der Regierungsvorlage mit 12 gegen 9 Stimmen (cons. und freicons.) abgelehnt.
— In der „Verl. Tagespost" von heute früh steht unter dem Titel: „Entdecktes nihilistisches Attentat" eine Mittheilung über die angebliche Entdeckung eines nihilistischen Attentates durch einen hiesigen Einwohner, durch welches der Kaiser von Rußland am 17. d. Mts. in seinem Schlafzimmer in Gatschina mittelst Dynamit ermordet werden solle. 'Der Inhalt dieser Notiz beruht nach den angestellten Ermittelungen lediglich auf Mysüficationen.
Stuttgart, 15. Februar. Zur Theilnahme an der heute Nachmittag in Nordstetten stattsindenden Beerdigung Berthold Auerbach's haben sich der Minister des Innern, v. Hölder, der Professor Friedrich Vischer und eine große Anzahl anderer Freunde und Verehrer des Verstorbenen nach Nordstetten be
geben. Sehr viele deutsche und österreichische Zeitungen und mehrere Schriftstellervereine haben zu der Beerdigungsfeier besondere Vertreter entsandt.
Wien, 15. Februar. Officielle Nachricht. Risano ist gestern entwaffnet worden.
Rom, 15. Febr. Die „Agenzia Stefani" veröffentlicht eine Depesche aus Ragusa, in welcher die von dem „Neuen Wiener Tagebl." gebrachte Nachricht von der Wegnahme eines italienischen Handelsschiffes mit Lebensmitteln und Waffen für die Insurgenten ofsiciell dementirt wird.
Breslau, 15. Februar. Wie der „Schles. Volksztg." aus Rom gemeldet wird, hätte der Papst den Probst Herzog in Berlin, welcher auf der Vorschlagsliste des Breslauer Domkapitels stand, zum Fürstbischof von Breslau ausersehen und stände die Präconisation desselben in der nächsten Zeit bevor.
Wien, 15. Februar. Ofsiciell. Eine Truppen-Division führte von Mostar und Nevesinje in der Richtung ans das Plateau von Zimje eine Unternehmung aus und ordnete die Befestigung des Han's von Zimje und der Kulas von Bachtjevica, Privorac an. Es bestätigt sich, daß Jnsurgenten-Ansammlungen frei, Zagorje, Ulok Borke, Susjenica und Planina stattgefunden haben und daß dieselben Raubanfätte in den nächsten Ortschaften ausführen. Der engere Bereich der Garnisonen und Hauptverbindungen ist durch die Truppen nunmehr gesichert. Die Insurgenten versuchten am 12. ds. vergebens sich Greben und Ledenice zu nähern. Der Wald von Coljice gegen Knezlac zu ist in Brand gefleckt. Die Orte Greben und Ledenice werden befestigt. Bei Foca herrschte am 12. und 13. ds. Ruhe, die Jnsurgentenschwärme in der Gegend von Tirnowa, weichen den streifenden Truppenabtheilungen aus. Bei Tirnowa verloren die Insurgenten am 10. ds. gegen 100 Todte und Verwundete.
Lokales.
Gietzen, 16. Februar. In der auf Samstag den 18. d. MtS. anberaumten Sitzung des Krelsausschusses des Kreiscs Gießen kommen neben einer Anzahl von Angelegenheiten in geheimer Versammlung folgende Gegenstände zur öffentlichen Verhandlung:
1) Beschwerde des Theodor Brück zu Gießen gegen einen Polizeibefehl, betr. die Errichtung einer Tonnenanlage in seiner Hofraithe;
2) Ansinnen Großh. Kreisamts Gießen an die Gemeinde Trais-Horloff, betr. die Festsetzung der Bureaukosten des Großh. Bürgermeisters daselbst.
Gietzen, 16. Februar. Im Anschluß an den vor Kurzem in unserem Blatte gebrachten Aufruf halten wir es für unsere Pflicht, unsere Lffer nochmals dringend aufzufordern, dem Deutschen Schulvereine beizutreten. Der Verein hat sich bekanntlich das Ziel gesteckt, nach Möglichkeit den Stammesgenossen an Orten, an welchen das Deuffchthum m Gefahr ist, den fremden Nationalitäten zu unterliegen, beizuspringen, dieselben im Kampfe um Erhaltung ihrer deutschen Sprache, ihrer deutschen Sitten und ihrer deutschen Kultur zu ermutigen und zu unterstützen Seine Haupthätigkeir hat der Verein augenblicklich auf Ungarn-Siebenbürgen richten müssen. Dort wird von der herrschenden magyarischen Rasse wider Recht und Gesetz und in der perfidesten Weise ein Vernichtungskamps gegen Alles, was deutsch ist, geführt. Dem Deutschthum in Ungarn-Siebenbürgen droht vollständiger Untergang, wenn nicht den Stammesgenossen vom Deutschen Reiche her Hilfe kommt. Besonders ist jetzt das Augenmerk der Magyaren auf die Zerstörung, auf die Magyarisirung der deutschen Schule, des letzten Bollwerkes der Deutschen in Ungarn Siebenbürgen, gerichtet. Soll aber eine wirksame Unterstützung der um Erhaltung i hrer Nationalität kämpfenden, ihrer Stammestreue wegen verfolgten Deutschen möglich sein, so müssen alle Kreise des deutschen Volkes die Ehrenpflicht ihre Stammesgenossen durch moralische und materielle Hilfe zum Ausharren m dem Kampfe zu ermuthigen, auf sich nehmen, und die Uebernahme dieser Pflicht ist für Jeden um so leichter, als der geringe Beitrag es auch dem weniger Bemittelten möglich macht, dem Deutschen Schulvereine beizutreten. Ein jeder sich selbst und sein Volk achtender Deutsche, gleichgültig, welchem Stande, welchem Bekenntniß, welcher^pol'tischen Partei er auch angehört, muß seine Pflichtmark für die gute deutsche Sache des Deutschen Schulvereins geben, eingedenk des Dichterwortes: „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre."
— Daß das Lesen von Kohlen resp. Stehlen an den Abladestellen am Bahnhof stark betrieben wird, beweist der Umstand, daß am Nachmittage des 13. d. Mts. nicht weniger wie 11 solcher Personen abgefaßt und zur Anzeige gebracht worden sind.
Verwischtes.
Darmstadt, 15. Februar. (Militärdienstnachrichten^ Külp, Pr. Lt. vom 4. Großh. Jnf.-Regt (Prinz Karl) Nr. 118, zum überzähligen Hauptmann befördert; Seid, Sec-Lt. vom 2 Großh. Jnf.-Regt. (Großherzog) Nr. 116, in das Jnf.-Regt. Nr. 99 versetzt; Prinz von Battenberg, Sec.-Lt. k la suite des 1; Großh Jnf.- (Leibgarde-)Regts. Nr. 115, unter Verleihung eines Patents vom 11. Oktober pr., in das genannte Regiment einrangirt.
Hagen, 7. Februar. Ein Beamter aus einem kleineren Orte unseres Kreises dessen Namen wir dem Leser nicht verrathen dürfen, machte pDr Kurzem die unliebsame Entdeckung, daß ihm von seinem in einem verschlossenen Kasten seines Sekretärs aufbewahrten Geldvorrathe öfters kleinere Summen fehlten. Alle Versuche, durch Wachsamkeit rc dem Diebe auf die Spur zu kommen, scblugen fehl. Nun befestigte der Bestohlene in dem Geldkasten ein von ihm in der Art eines Fuchseisens konstruirtes nur aus schwächerem Material gebautes Instrument derart, daß eine Person, welche 'ohne erst an einer gewissen Feder zu drücken, in den Geldkasten hinein langte unfehlbar gefangen wurde. Wenige Tage darauf, von einem Geschäftsgang nach Haus zurückkehrend, fand er in der Falle - ferne Frau! Unter Thränen bekannte sie, mit Hülfe eines ihrer Schlüssel der Kasse ihres Mannes öfters einen Besuch abgestattet zu haben aber nur zu dem Zwecke, einen Nothpfennig zu sammeln, da dies ihrem Manne nie recht gelingen wollte. Selbstverständlich wurde ihr volle Verzeihung zu Theil und ibr Mann versprach ihr sogar, ihr künftig an jedem Gehaltstage eine kleine Summe mm Nothpfennig zu geben. 8
Eingesandt.
Ein in Nr. 115 des „Frankfurter Journals" unter der Rubrik „Zur Secundär- bahnfrage in Oberhefsen" abgedruckter Artikel, sowie auch in Oberhessisch en Localblättern enthaltene Veröffentlichungen über denselben Gegenstand bezeichnen die Unterzeichneten als Mitglieder eines Comitä's, welches die Erbauung einer Secundärbahn von Buü- bach über Lick nach Laubach rc- betreibt.
Wir sind aus diesen Veröffentlichungen veranlaßt, hiermit zu erklären daß unsere Namen bei dieser Gelegenheit ohne unser Vorwissen und Zustimmung genannt werden, indem mir weder der in dem Artikel angeführten Versammlung in Lich angewohnt, noch uns den dort vertretenen Anschauungen angeschlossen, oder gar unfern E'ntrit in genanntes Comite erklärt haben. Da wir Mitglieder des Comitä's sind welches die Erbauung der für unsere Gegend viel wichtigeren Secundärbahn von Grünberg über Laubach und Hungen nach Friedberg betreibt und nach wie vor dessen Anschauungen vertreten werben, können wir uns einer Bestrebung nicht anschließen die außerdem weder hier, noch in unserer (legend einen Anklang findet.
Laub ach, am 14. Februar 1882.
_________________________Weber, Kammerrath. Ritter, Bürgermeister.
Theater.
Dem schlechten und trüben Wetter allein ist es wohl zuzuschreiben, daß die gestrige Vorstellung von ^Dors und Stadt^ so wenig besucht war. Aber die wenigen Zuhörer werden einstimmig mit mir in das Lob einfttmmen, welches sich die Künstler an diesem Abend erworb n haben.
Frau Bernhardine Schubert gab uns ein Bcüble so naturwüchsig und frisch, daß sie unsere Sympathie in vollem Maaße erweckte. Heber ihr frisches Temperament, welches sie sich bei ihrem Alter erhalten hat, haben mir uns aufrichtig gefreut und wünschen ihr auch fernerhin eine ungetrübte Gesundheit. Das Lorle wurde


