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[@ine Höllenmaschine als Postsendung.) lieber das Resultat der Unter­suchung anläßlich des versuchten Attentats gegen den spanischen Ministerpräsidenten Sagafta berichtet die MadriderIberia" Folgendes: Vor einigen Tagen kam aus Granada ein Gensdarmeneofficier nach Madrid, der dem Grafen Xiquena ein Packet übergab, welches ein Buch in Großoctav zu sein schien. Gleichzeitig kam dem Grafen ein Schreiben der Behörde jener Provinz zu, in welchem ein schwerer Verdacht aus­gesprochen wurde, daß dieses Packet Explosionsstoffe enthalte. Der Gouverneur von Madrid übergab dasselbe mit den von der Natur der Sache gebotenen Vorsichten dem Deputaten Don Gabriel de la Puerta, Professor der Chemie, zur Verificirung des darin enthaltenen Stoffes. Puerta legte das angebliche Buch einige Stunden in's Wasser, bis sich der Umschlag erweichte, der in Fetzen herabgenommen wurde, worauf man entdeckte, daß von den Siegeln Bindfaden ausgingen, welche sich im Innern des Packets verloren. Unter dem ersten Umschlag befand sich ein zweiter von rother Seide und gleich darauf einer von farbigem Papier. Nach Abnahme dieser drei Umschläge erschien eine ziemlich starke Blechcassette, an deren drei Enden viele Nadeln angebracht waren, in welche diese Bindfäden eingefädelt waren- Außer diesen mit Fulminat überzogenen Fäden war der dritte Umschlag durch einige Seidenfäden be­festigt. Nach Eröffnung der Cassette fand man darin eine sehr stark zusammen­geschnürte Patrone, umgeben von derselben Qualität Fulminat wie die Bindfäden, vier kleine Glasfläschchen, mehrere Papierstreifen und Glasstückchen neben den Nadeln, durch welche die Bindfäden der Siegel mit den Patronen in Verbindung standen. Diese enthielten etwa 8 Unzen Pulver. Von den vier Fläschchen war eins zerbrochen, die drei anderen enthielten Schwefelsäure. Die Maschine war so construirt, daß bet Abnahme des Umschlages die mit Fulminat überzogenen Bindfäden das comprimirte Pulver entzündet und die Schwefelsäure explodiren gemacht hätten. Nach der Meinung des Professors de la Puerta hätte die durch die Petarde heroorgebrachte Explosion nicht blos den Tod Desjenigen verursacht, der das Packet öffnete, sondern auch jede, wenn noch so große Wohnung in die Luft gesprengt.

[@in sinkender Berg.) lieber eine höchst merkwürdige Naturerscheinung wird aus Prag berichtet: Einer Meldung derBohemta" zufolge hat sich der südliche Abhang des Berges, worauf die imposante Burgruine Hasenburg bet Libochowitz (Be­zirk Naudnitz) steht, in Folge der letzten Regengüsse unter donnerndem Getöse gesenkt. Der Senkungsproceß hielt bet stets wachsender Hebung des umgebenden Erdreichs volle 10 Stunden an und versetzte die Einwohner des unten liegenden Ortes Klappai in Angst und Schrecken- Eine Bodenfläche von 2Vz Joch, die mit der riesigen Basalt­masse des Berges beladen ist, wurde durch das angesammelte Wasser gelockert und -urch die ungeheure Steinlast abwärts geschoben, wodurch gewaltige Bodenrisse ent­standen. Man bemerkt die Senkung bis zu 5 Meter Tiefe und die wallartig heraus­gedrängte Erdmasse von bedeutender Höhe- Man befürchtet bei einer neuen Wasser­ansammlung eine ernste Gefahr für den Ort Klappai.

Gewerbliche und technische Notizen.

m (Deutscher Kohlenhandel in Italien.) Trotz der Differenzen zwischen der Gotihardbahn und den italienischen Anschlußbahnen macht sich der günstige Einfluß der neuen Weltstraße auf unseren Export nach dem Süden in wohlthuendfter Weise geltend. In erster Lime participirt an diesen Vortheilen der deutsche Kohlenhandel, dem bis dahin Italien ein verschlossenes Land gewesen und der jetzt stetig, wenn auch nur langsam, den Kampf mit der englischen Concurrenz durchführen zu können scheint. Die ausnehmend niedrigen Tarife für Kohlen von Saarbrücken nach Chiasso, der ersten italienischen Station der Gotthardbahn, haben sich vortrefflich bewährt. Im Ganzen sind bis jetzt gegen 3500 Tonnen Kohlen und 300 bis 400 Tonnen Coaks von den fiscalischen Gruben Saarbrückens nach Brescia, Mailand, Bergamo, Chiasso, Venedig, Turin rc. abgegangen. Alles kommt nun darauf an, ob die Qualität der Sendungen dauernd eine so gute bleibt, um den Italienern die Bevorzugung der deutschen vor der englischen Kohle, die sie trotz der Gotthardbahn noch immer um ein geringes billiger haben können, räthlich erscheinen zu lassen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 15. August. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter per Pfd. JL 0.900.95, Hühnereier per Stück 5 6 Enteneier per Stück 6 7 Ä

Käse per St. 59 X Käsematte per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 24 H, Linsen 1 Liter 30 H, Tauben das Paar 7075 H, Hühner per Stück .AL 0.90-1.20, Hahnen per Stuck JL 0.551.00, Enten per Stück JL 1.501.80, Ochsenfleisch per Pfund 6670H, Kuh- und Rindfleisch 5460 H, Kalbfleisch 50 bis 54 H, Schweinefleisch 6264 H, Hammelfleisch 6066 H, Kartoffeln per 100 Kilo AL 4.006.00, Zwiebeln per Gentner JL 67, Milch per Liter 1418^, Kirschen per Pfund 2530 Gänse JL 0.0000.

^ranffnrt, 14. August. (Getreide-Preise.) Weizen eff. hiesiger und Wetterauer AL 22, fremder «AL 22% Roggen eff. hiesiger AL 16^17, fremder AL 1617, Gerste eff. hies. und Wetterauer «AL 18% fremde «AL 19% Hafer eff. hiesiger AL 151/z, fremder «AL 1516. Rüböl eff. ohne Faß hiesiges in Parthien von 50 Ctr. «AL 33% Branntwein eff. ohne Faß 45.

731) Ueber die Höhe der Kesten, welche die Einrückung einer Anzeige In eine oder mehre Zeitungon verursacht, wird man sich niemals enttäuscht sehen, wenn man von der Annoncen - Expedition von HAA.SEÄ8TEI1V A VOGLEB in Frankfurt a. M. (Karlsruhe, Stuttgart oder München) zuvor Auskunft einfordert, die auch hinsichts der für den jeweiligen Zweck geeigneten Blätter auf Grund reicher Erfahrungen und gründlicher Beobachtungen zuverlässigen Bath ertheilt

Bezirksbauaufseher.

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75, 126,

12, 441,

66, 25, 10, 135,

Dachdeckerarbeiten, Schreinerarbeiten, Schlosserarbeiten, Weißbinderarbeiten, Spenglerarbeiten, Steinlieferung, Chaussirarbeiten,

Aeitzeßotenes.

Ein Dampfdreschwagen in gutem Zu­stand, sowie eine Handdreschmaschine zu verkaufen. Balthasar Weller II., Bevollmächtigter, Wieseck. 5355

Fuhrlöhne, Fertigen v. Faschinen, 20.

Voranschlag und Bedingungen liegen auf der Großh. Bürgermeisterei daselbst zur Einsicht der Interessenten offen.

Groß-Buseck, den 15. August 1882.

Dorn,

Donnerstag den 17. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werden im Magazin des Herrn I. M. Schulhof Burgaraben folgende Gegenstände gegen Baarzahlung meist­bietend versteigert:

2 Sophas, 1 runder Tisch, IKtttder- schrank, 2 Kommoden, 2 vollständige Betten mit Sprungfedermatratzen, 6 Stühle, 1 Regulator, 1 Waschtisch und 1 Nähmaschine.

Die Versteigerung findet bestimmt statt.

Gießen, den 14. August 1882.

Geißler, 5358 Gerichtsvollzieher zu Gießen.

Obkrhcsfische Wndchlell.

Mit dem 1. Oktober d- I. gelangt ein neuer Gütertarif

1) für den Verkehr zwischen Stationen des Eisenbahn - Directionsbezirks Frankfurt a. M. und der Ober­hessischen Bahn

2) für den Main-Neckar-Oberhessischen Verkehr,

sodann ein neuer Vieh- rc- Tarif für den Verkehr zwischen Stationen des Eisenbahn- Directionsbezirks Frankfurt a- M. und der Oberhessischen Bahnen zur Ein­führung.

Die Gütertarife enthalten theilweise er­mäßigte, theilweise erhöhte Frachtsätze, während unser Tarifbureau bis zum Er­scheinen der Tarife, welche vom 15-. Sept- ab käuflich zu erhalten sind, jede gewünschte Auskunft ertheilt.

Gießen, den 12. August 1882.

5361___________Grotzh Direktion.

Arbeits-Vergebung.

Nachfolgende Arbeiten sollen Sams' tag den 19. ds. Mts., Nachmittags 2 Uhr, in dem Rathhaus zu Groß- Buseck durch öffentliche Versteigerung vergeben werden:

Maurerarbeiten, veranschlagt zu JL. 54,

Allgemeiner Anzeiger.

Gießen, den 12. August 1882. Betreffend: Mißbrauch der öffentlichen Mildthätigkeit durch Schulkinder.

Der Schulvorstand Gießen

an

die verehrtichen Einwohner der Stadt Giehen.

Es ist in letzter Zeit öfter vorgekommen, daß Schulkinder in verschiedenen Häusern Gaben gefordert und erhalten haben. Wir fühlen uns verpflichtet, das Publikum zu ersuchen, Kindern, die den Gebern unbekannt sind, auf keinen Fall etwas zu verabfolgen, da wir häufig die betrübende Erfahrung gemacht haben, daß Kinder in den betreffenden Häusern Diebstähle verübt, die erhaltenen Geldspenden zu Näschereien verwendet haben u. s. w.

Es erscheint darum sowohl im Interesse wahrer Mildthätigkeit, wie der Schulzucht geboten, alle Kinder abzuweisen, die auf diese Weise die Gutmüthig- keit und Mildthätigkeit des Publikums in Anspruch nehmen.

Für den Schulvorstand:

A. Bramm, Vigelius, 5362 Bürgermeister. Schulinspector.

Salz

von der Großherzogl. Saline Bad-Nauheim aus grabirter Soole dargeftellt, ausge-

.^urch feine Schärfe und Leicht- loslickKit Kochzalz, Viehfalz, Bade­salz, Eisfalz, Mutterlauge, letztere in Salinenkannen, alles bester Qualität, wie allgemein anerkannt, ist stets vorräthig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J. G. ». Banst auf dem Markt in Gießen. 2792

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