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und herein tritt der Gerichtsvollzieher. Diese nicht überall beliebte Persönlichkeit klärte die so seltsame Situation nun schnell auf. Der Mann des Gesetzes yatte nämlich eine kleine Treibjagd aus einen Schuldner angeftellt, welcher sich durch oben erwähnte, auf offener Straße vorgmommcne Escamotagezahlungsunfähig- zu machen gedachte. Im Namen oes Gesetzes forderte nunmehr der Beamte den Laden- und Portemonnaie- Jnhaber auf, das Geld auszuliefern, doch dieser theilte die Ansicht des Gerichtsvollziehers ganz und gar nicht und nach erregten Auseinandersetzungen mußte der Mann des Gesetzes unverrichteter Sache das Lokal verlassen. Wenige Minuten später wurde die Thüre zum dritten Male geöffnet und auf der Bildfläche erscheint ein Herr, der sich ohne lange Vorreden als der -berechtigte Eigenthümec der fortgewIrfencn Geldsumme vorstellt und sich, da die Gefahr nun vorüber, nunmehr sein Portemonnaie wieder aus­bittet. Aber der Tabakshändler weigerte sich auch dieses Mal, aller Bitten ungeachtet, das ihm zugefallene Geld ohne Weiteres wieder herauszugeben und nun mußte bald auch der wurfgewandtegeniale Schuldner" nicht nur mit langem Gesichte, sondern auch was bei Weitem schlimmer mit leeren Taschen abziehen. Unter der Ver­sicherung, nie wieder zuschmeißen", verließ er den Laden. Die schließliche Ent­scheidung in dieser seltsamen Angelegenheit ist dem hiesigen Amtsgericht vorbehalten.

Metz, 5 Oktober. Daß die Wolfe wieder im Anzuge sind, haben unsere Truppen schon während der Manöver aemerkt, wo durch das Schießen verschiedene dieser Unholde aufgestöbert wurden; auch wurde am letzten Sonntag von einer Jagd- Gesellschaft auS Bolchen im Walde von Zimmingen eine dreijährige Wölfin und ein junger Woli erlegt. Die meisten dieser Bestien wechseln aus den französischen Grenz­departements nach Lothringen herüber, auch wird denselben in Frankreich nicht so planmäßig nachgestellt wie bei uns. So wird aus Bremoncourt, Departement Meurthe, berichtet, daß einige dieser Raubthiere in der vorigen Woche in den Schafstall eines dortigen Bauers eingedrungen sind und drei Schafe aufgefressen und fünf erwürgt haben; trotz des Lärms, den die Nachbarn in dem Schafstall hörten, hielten sie es nicht für nöthig, nach der Ursache der ungewöhnlichen Erscheinung zu forschen.

[Offene Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps) Ältstedt, Landbriefträger, 540 JL Gehalt. Altena, Bureau- und Kaffendiener beim Eisenbahnbetriebsamt mit JC. 67 50 monatlich. In Frankfurt a. M. eine Telegraphisten- stelle 1290 JL, eine Buchführerftelle 1590 «A eine Aahnwärterstelle 780820 JL In Altstadt und Jochsten Landbriefträger mit je jährlich 480 und 60 JL Wohnungs- zuschuß. In Nottenburg eine Feldhüterstclle 402 JL. In Wasungen eine Copiften- stelle 800 JL In Wetzlar eine Lohnschreibersielle 100 monatlich. Im Bezirk der Großh. Hesi. (25.) Division: In Darmstadt eine Kanzleiwärterstelle mit einem Jahres­gehalte von 680 vM und freier Dienstkleidung. Zwei Forftwartftellen mit je 840 JL Gehalt. Nähere Auskunft ertheilen die Herren Bezirksfeldwebel.

Handel und Verkehr.

.10- Oktober. Auf dem heutigen Diehmarkte waren aufgetrieben: OlO^^Eck Nlndvieh und 653 Stück Schweine; sämmtliches Vieh war jung und gut genährt. Die Preise aller Viehgattungen, namentlich des Zucht- und Arbeitsviehes, blieben unverändert.

Nächster Markt Dienstag den 24. und Mittwoch den 25. d. Mts., am letzteren Tage auch Krämermarkt (Zwiebelmarkt) und findet an diesem Tage Morgens 8 Uhr das Verloosen der Kramerstände statt.

Kirchliche Anzeigen der Stadt Gieften.

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst r

Sonntag den 15. Oktober (19. nach Trinitatis).

Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.

r^01LnerJ^? 19. Oftobcr, Abends 6 Uhr, im Gymnasium: Bibelftunde, Brief Pauli an die Galater, Kapitel 2. Pfarrer Dr. Naumann.

Dre Pfa r r ge schäfte in der Woche vom 15. bis 21. Oktober besorgt Pfarrer Drngeldey.

Ratholische Gemeinde.

_ 20. Sonntag nach Pfingsten.

1/ 1A ' deichte. 8 Uhr: Frühmesse und Austheilung der hl. Communion.

VilO Uhr: Hochamt und Predigt: Pfarrer Rady. 2 Uhr: Sacramentalrsche Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge.

Freitag Abend 5" Uhr, Samstag Morgen 8^ Uhr, Samstag Mittag 3 Uhr, Samstag Abend 6.

Altkstholischer Gottesdienst.

Sonntag den 15. Oktober wird um 9 Uhr Vormittags Herr Pfarrer Rrcks aus Heidelberg in der hiesigen Hospitalkirche die heilige Messe lesen und predigen.

(Obrrhrffifdie AseMhnen.

Das Umändern und Versetzen eines Wagenschuppens im hiesigen Bahnhof soll aus der Hand vergeben werden. Die Be­dingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten auf. 6712

Gießen, den 12. Oktober 1882.

Stegmayer, Eifenbahnbaumeister.

Aufforderung.

Zufolge Uebergabövertrags, der zwi­schen Georg Nicolai Eheleuten und ihrer Tochter Maria Nicolai von Lang-Göns am 12. Dezember 1868 abgeschlossen und am 10. März 1870 gerichtlich bestätigt worden ist, ruht auf den der Maria Nicolai übergebenen, jetzt auf Konrad Nicolai übergegangenen nachbenannten Grundstücken der Ge­markung Lang-Göns 1/486, 487,2, 501, 502, XV1I/21, XlX/534,559, XXI/613, 926, XXV 11/49,3 u. 50 eine Heraus- zahlung von 100 fl., welche nach dem Ableben der Georg Nicolai Eheleute von Konrad Nicolai erfolgen sollte.

K. Nicolai hat die Maria Nicolai beerbt, indeß kann der Uebergabs- oertrag nicht beigebracht werden und ergeht daher die Aufforderung, etwaige Ansprüche aus demselben, insbesondere auf die etwa Seitens des Konrad Nicolai abgetretene Herauszahlung von 100 fl. bis zum 10. November 1882 dahier anzumelden, widrigenfalls jener Vertrag für erfüllt angesehen und die Löschung des Vorbehaltseigenthums angeordnet werden wird.

Gießen, den 3. Oktober 1882.

Großh. Amtsgericht Gießen. 6528 Dr. Gilmer.

Freitag den 10. November,

Nachmittags 2 Uhr,

soll auf hiesigem Ortsgericht das Grund­stück der August Nauheimer Wittwe, Flur XXVH/lOS/to, 691 Mtr. Wiese in der Stepbansmark, an der Seltersbrücke meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 27. September 1882.

Großh. Ortsgericht. 6302 Müller.

Feilgebotenes.

Junge Kanarienv-gel (Hahnen), per Stuck <A 3.50, sind zu verkaufen.

Näheres bei der Exped. ds. Bl. 6714

Kartoffeln.

Ich liefere schöne gelbe Speisekartoffeln zu JL 3.05 per Gentner frachtfrei Bahnhof Gießen bei Doppelladungen. 6723 Würzburg, den 11. Oktober 1882.

H. Barthelmes, Haugerpfaffengaffe 20.

Allgemeiner Anzeiger.

Fischerei Verpachtung

in den

Obersörflereien Gieren, Schiffender g und Treis.

Mittwoch den 18. Oktober, des Morgens 10 Uhr, sollen im GasthauseZum Einhorn" nachverzeichnete fiskalische Fischerei­bezirke auf 12 Jahre öffentlich verpachtet werden:

l . In der Oberförsterei Gießen und Treis.

Bezirk Nr. 1, die Luurda, von der Treis - Mainzlarer Grenze bis zu ihrem Erguß in die Lahn, sammt Mühlgraben und altem Bach, 8702 Meter lang.

Bezirk Nr. 2, die Wieseck, von der oberen Grenze der Gemarkungen Alten-Buseck und Trohe, einschließlich der Koppelstscherei der Familie von Buseck, bis zum Einflüsse der Oberlach in die Wieseck und der Oberlache selbst, 9740 Meter lang.

Bezirk Nr. 4, die Lahn, von der Grenze zwischen Odenhausen und Ruttershausen, vom Landesgrenzstein Nr. 286 abwärts bis zum Landes­grenzstein Nr. 279, zwischen der Ruttershäuser und Wismarer Grenze, ,3500 Meter lang.

Bezirk Nr. 8, mit früherem Bezirk Nr. 9, die Lahn, von der quer durch die Lahn ziehenden Grenze zwischen Launsbach und Gießen, vom Landes­grenzstein 266 abwärts bis an das Wehr der Neumühle bei Gießen, 3130 Meter lang.

II. In der Oberförsterei Schiffenberg.

Bezirk Nr. I, der Gründel oder Lückenbach in den Gemarkungen Garbenteich, Hausen, Schiffenberg, Watzenborn, Steinbach, Leihgestern und Groß-Linden, sowie das tiefe Bächlein, der große Woog und der Kleebach in der Gemarkung Groß-Linden.

Bezirk Nr. 2, der Bieberbach in der Gemarkung Heuchelheim.

Bezirk Nr. 3, die Lahn, von dem s. g. Landwehrgraben in der Gemar­kung Gießen bis abwärts an die Preußische Gemarkung Dutenhofen.

Gießen, den 12. Oktober 1882.

Großherzogliche Oberförsterei Gießen.

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