Ausgabe 
13.8.1882 Zweites Blatt
 
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der Louis Köhler Wwe. erledigte Pfründe im Betrage von jährlich 260-^ an eine andere hilfsbedürftige Wittwe hiesiger Stadt vergeben - Die Rechnung der Plock- scben Stiftung wird vorgelegt und genehmigt; dieselbe stellt sich m Einnahme auf 6999122 jl in Ausgabe auf 69 205,43 JL und weist einen Gesammtoermogensstand von 69636^67 auf - Laut Vertrag vom 17. November 1847 ist die Armenpraxis biestaer Stadt an das academtsche Hospital gegen eine Vergütung von 1000 fl. über­tragen worden, welcher Betrag im Jahre 1864 auf 2000 fl. erhöht worden ist. Nach einem neueren Bericht der Direktion des akademischen Hospitals wird eine Redaction des Vertrages beantragt und sind inzwischen die diesbezüglichen Verhandlungen gepflogen worden Die Direction des akademischen Hospitals weist darauf hin, daß sie zur Behandlung und Verpflegung der dem Hospital zugewiesenen armen Kranken mit den gebotenen Mitteln nicht ausreiche, namentlich halte sie die Anstellung eines Assistenz­arztes für nöthig. In Rücksicht auf die gesteigerte Zahl der armen Kranken gegen das Jahr 1864 u- s- w. beschließt die Versammlung, den an das akademische Hospital zu entrichtenden Beitrag von 2000 fl. auf 5000 «X jährlich zu erhöhen. Von Seiten des Frauenvereins für Krankenpflege liegt eine Eingabe vor des Inhalts: die Stadt wolle gleich wie für die im vorigen Jahre angestellte 3 Schwester auch für die in nächster Zeit weiter anzustellende 4. und 5. Schwester freie Station im städtischen Hospital bewilligen; die Versammlung erklärt sich für Genehmigung des Gesuches, betr. des anderen Theiles desselben um Ueberlassung weiterer passender Räumlichkeiten für die Schwestern wird zunächst die Baudeputation Ermittelungen anstellen. Die 161,92 betragende Vergütung für von Seiten des Kaufmanns Gg. Ehr. Spruck an die Stadt abgetretenes Gelände zur Verbreiterung der Wagengasse wird genehmigt. Infolge der sich oft wiederholenden Verstöße gegen das Verbot des Fahrens und Viehtreibens durch den Tiefenweg wird dem Anträge Großh-Polizeiamts auf Anbringung von Warnungstafeln an den Zugängen zum Tiefenweg entfpiochen. Das von Seiten des Stadtbaumeisters nach Begutachtung der Baudeputation vorgelcgte Project für das Nivellement der Wilhelmsstraße wird genehmigt. Im weiteren Verfolg der Ver­handlungen zwischen der Stadt und den bei dem Ausbau der Bleichstraße in Betracht kommenden Grundbesitzern wegen Geländeerwerbs beschließt die Versammlung, betreffs des Adami'schen und Huhn'schen Geländes das Expropriationsverfahren einzuleiten, eine Entschädigung für den Wegfall der Huhn'schen Seilerbahn, wofür 2500 <X gefordert werden, nicht zu bewilligen, dagegen der Gg. Strauch Wwe. außer der bereits in voriger Sitzung gewährten Entschädigung für Umbau, Auffüllung, Versetzung eines Brunnens rc. weitere 200 zu bewilligen. Wegen des Ausbaues der Löber- straße und Geländeerwerbung daselbst soll, falls in Betreff des Noll'schen Geländes mit dem Gebote von 7 pro Qm eine Einigung nicht erzielt würde, das Expropriations­verfahren eingeleitet werden. Die Pläne und Kostenvoranschläge für die Bepflanzung der Nordanlage werden genehmigt, desgl- die übrigen Gegenstände nach den Anträgen der Baudeputation. __________

Vermischtes.

Aus dem Großherzogthum Hessen, 8. August. Für die Landwirth- schafslehrer im Großherzogthum Hessen hat das Ministerium des Innern und der Justiz eine Instruction erlassen, nach welcher dieselben den in der Dienstpragmatik nnd in den Ergänzungen hierzu enthaltenen Bestimmungen unterworfen sind; sie sind somit dem Großh. Ministerium des Jnnein und der Justiz unterstellt, welches durch die Großh Centralstelle für die Landwirthschaft und die landwirthschaftlichen Vereine die erforderlich scheinende Verbindung mit den Landwirthschaftslehrern unterhält, daher letztere auch die für Großh. Ministerium bestimmten Berichte 26. zunächst an die Großh. Centralstelle abzugeben haben. Im Besonderen wird jeder Landwirthschaftslehrer einem der drei landwirthschaftlichen Provinzialvereine zugethetlt, innerhalb dessen er rn Ver­bindung mit den bezüglichen Organen des Vereins nach Maßgabe der ihm gegebenen Instruction der Förderung der landwirthschaftlichen Interessen dienen soll. Behufs Förderung des Meliorationswesens im Großherzogthum wird, dem bewahrten Vor­gehen anderer Staaten folgend, an der technischen Hochschule zu Darmstadt mit Beginn des kommenden Studienjahres ein Cursus für Consolidations-Geometer und Cultur- techniker eröffnet werden, welcher für die Dauer je eines Wintersemesters bemessen ist. Derselbe wird dem in der Praxis der Feldvermessung thätigen Personal Gelegenheit geben, das Consolidations- und Separationswesen, sowie die Elemente der Cuttur­

technik nebst den hierfür grundlegenden Wlsfen-chaftm kcnnen zu lernen und demselben somit ermöglichen, sich mit Prmc pien bekannt zu machen, deren rationelle Anwendung für die Steigerung des Ertrages der Ländereien und für die Rentabilität der bei Meliorationen aufgewendeten Capitalien unerläßlich ist. Zur Theilnahme an dem bezeichneten Cursus berechtigt das Patent eines Geometers erster Classe, nicht minder auch der Nachweis derjenigen Vorkenntnisse, welche von einem außerordentlichen Studtrenden der technischen Hochschule verlangt werden. Der betreffende Studienplan umfaßt außer den erforderlichen grundlegenden Wissenschaften und außer Uebungen im technischen, sowie im Planzetchnen, namentlich Vorträge über niedere Geodäsie, Bau­materialien, Baukonstructionen, Straßen- und Wasserbau, Culturtechnik, insbesondere Wiesenbau und Drainage, Consolidations- und Separationswesen, landwirthschaftliche Gesetzeskunde.

Würzburg, 8. August. sJubiläumsnachklänge.j Die Festtage sind vorüber, die Stadt hat ihr Feiertagskleid wieder abgelegt. Mit den Festgästen sind auch die meisten Studirenden wieder in ihre Heimath zurückgekehrt. Ferienstille herrscht über der Stadt, desto mehr bilden die Jubiläums-Erinnerungen den Gegenstand der allge­meinen Besprechung. Jetzt erst läßt sich übersehen, in welchem Umfang das Jubiläum auf den Geschäftsverkehr dahier eingewirkt hat. Man wird nicht fehl gehen, wenn man.annimmt, daß über 150,000 JL allem für Decorationskosten aufgewendet worden sind. Für die prachtvolle Deconrung der Centralhalle hat der Münchener Unter­nehmer, der die Gobelins rc. wieder zurücknimmt, allein 6000 <X erhalten. Einzelne Buchbindergeschäfte haben in Dekorationsartikeln über 5000 JL vereinnahmt. Ebenso reiche Einnahmen erzielten die 12 Musikcorps, welche aus Anlaß des Festes hier zusammenkamen, und von denen keines, auch an nicht officiellen Tagen, unbeichäftigt blieb, da die Specialfestlichkeiten der einzelnen Verbindungen sie vollauf in Anspruch nahmen. So erhielt die Capelle des badischen Jnsanterie-Leibregiments, unter Leitung ihres Capellmeisters Vottge, 1600 JL allem für die Mitwirkung beim Feste der Nicht- Corporationsstudenten und beim Festzug, und die anderen in ähnlichem Verhältnisse. Von den Specialfestlichkeiten haben wir noch nachzutragen, daß das Corps Nassovia am Empfangsabende im Platz'schen Garten einen FestCommers abhielt, an einem der nächsten Tage ein Gartenfest mit Familie veranstaltete und allein an Corpsangehörigen und auswäit'gem Corpsbesuch 138 Mann stark am Festzuge Tbeil nahm. Nicht minder haben Wirthe und Brauer glänzende Geschäfte gemacht. Man darf wohl annehmen, daß sich die Zahl der Festtheilnehmer auf ca. 4000 stellt und da mag man ermessen, wie jede Winhschaft an diesem Tage frequentirt worden sein mochte. Am Tage des Festzugs hatte der Extrazug von Aschaffenburg an 1500 Zuschauer herbeigcführt und alle Züge trafen, des großen Fremdenandranges w.gen, wesentlich verspätet hier ein. Das beste Geschäft erzielte wegen des meist ungünstigen Wetters der Wirth der C ntral- Festhalle, in welcher Unmassen von Bier vertilgt wurden. Am Bankettabende stieg dessen Verbrauch auf 93 Hektoliter und in den letzten Tagen blieb derselbe stets über 60 Hektoliter. In dem Böttinger'fchen Festlocale wurde trotz des kühlen Wetters am Freitag gleichfalls eine sehr erkleckliche Summe an Stoff vertilgt; man hört von 165 Hektolitern, und mehr noch als dieses Quantum mag vorgestern bei dem in dem­selben verstalteten Volksfeste verbraucht worden sein, wo am Nachmittage und Abend 1213,000 Menschen sich versammelt hatten. Das ganze Fest ist ohne einen Mißton verlaufen, selbst die ultramontanen Organe loben den Takt und die maßvolle Sicherheit der Redner, das Alles ausgleichende conciliante Wffen des Rector Magnificus und das Verdienst des Festzugscomite's, dessen Hauptarbeit Herrn H. T. Böttinger zufiel und dessen künstlerische Vollendung nicht wenig durch die hingebende Thätigkeit des Assistenten des Herrn Professors Dr. Seitz, Herrn Hans Kaufmann, Akademiker in München, gewann. Das Publikum verdient nicht minder für d'e willige Unterordnung unter die Anweisung des Comite's und der Polizei seine vollste Anerkennung. Norddeutsche Fest- th^ilnehmer batten nicht genug Ausdruck für das lobende Verhalten des Publikums, nirgendswo kamen Uebergriffe oder Ungehörigkeiten vor, dasselbe betheiligte sich selbst mit Eifer an der Aufrechterhaltung der Ordnung und sicherte so sich den ruhigen An­blick des majestätischen Zugbildes, zu dem alle Stände der Stadt ihr bestes Theil beigetragen hatten. Darum wird die Erinnerung an den schönen Verlauf dieses Festes überall eine freundliche sein und der Rector Magnificus hat in der That Recht behalten mit seinem beim Bankett gethanen Ausspruch:Unser Fest muß gelingen, weil wir es gelingen lassen wollen", und es ist auch gelungen.

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bis zum 25. August 1. Js.,

2) Produkte des Molkereibetriebes

bis zunx 1. September 1. Js.

verlängert worden ist. , L r

Bis zu den gedachten Terminen müssen jedoch dte Anmeldungen dahrer eingelausen sein.

Darmstadt, den 7. August 1882.

Der Central-Ausschuß:

Haas, Präsident. Friedrich Graf zu Solms-Laubach, Vicepräsident.

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