Beilage ?u Nr. 262 des Gießener Anzeigers.
e mpfehlende Erinnerung.
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8. Sterbefälle:
Gestorben sind: Am 22. Mai der Gerichtsvollzieher i. P. Anton Hübin- zu Mainz; an dems. Tage der Distrittseinnehmer Mischler zu Seligenstadt; 25. Mai der Schullehrer Georg Görlach zu Obbornhofen, im Kreise Gießen; 30. Mai der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Guntersblum Christian
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Lichtenäcker; am 8. Juni der Hofmusiker i. P. Karl Dequis zu Darmstadt; am 14. Juni der Obermedicinalrath i. P Dr. Johann Nicolaus Ley dHecker zu Darmstadt.
rinnenstelle an der Gemeindeschule zu Eberstadt, am 11. Octbr. wurde Lehrerin Anna Nanzenberger zu Viernheim eine erledigte Lehrerinnenstelle der Gemeindeschule zu Weisenau — übertragen.
6. Ruhestandsversehungen:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht:
14. September den evang. Pfarrer Karl Draudt zu Schwanheim auf
Darmstadt, 6. Novbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beilage Nr. 25) enthält:
1. Bekanntmachung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend.
2. Ordensverleihungen.
3. Namensveränderungen.
4. Abwesenheitserklärung.
5. Dienstnachrichten:
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 22. Septbr. den von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg auf die erledigte evang. Pfarrstelle zu Ober-Klingen präsentirten evang. Pfarr- amts-Candidaten Karl Knodt aus Eppelsheim für diese Stelle zu bestätigen.
Am 21. Septbr. wurde dem Schulamtsaspiranten Konrad Storck aus Kemd eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ueberau, am 26. Septbr. wurde dem Schullehrer Heinrich Bittmann zu Klein-Auheim die Lehrerstelle an t)cr Gemeindeschule zu Hainhausen, am 3. Octbr. wurde dem Heinrich Werte aus Bensheim die Stelle des Pedellen an dem Schullehrer-Seminar zu Bens- heim, am 10. Octbr. wurde dem Schullehrer Karl Schmitt zu Wald-Michelbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Finthen, dein Schullehrer Wilhelm Listmann zu Nonnenrod eine Lehrerstelle an der Gemeiudeschule zu Wixhausen, der Schulamtsaspirantin Marie Jost zu Langen-Brombach eine erledigte Lehre-
Ein kaufmännischer Hilssverband.
Es ist schon oft mit Recht darüber geklagt worden, daß im Kaufmannsstande so wenig für daS Hilfskassenwesen gethan wird und daß besonders die jungen Kaufleute, die Handlungsgehilfen, sich beinahe gänzlich apathisch gegen Bestrebungen verhalten, welche geeignet erscheinen, ihnen bei materiellem Schaden wieder aufzuhelfen. Wohl gibt es in fast allen größeren Städten Kranken- und Begräbnißkassen für Kaufleute, aber dieselben werden nur in geringem Maße benutzt-
Abgesehen von der lässigen Erfüllung ihrer Pflichten gegen die Zukunft ist diese Nichtbethelligung der jungen Kaufleute an jenen Kassen wohl darin zu suchen, daß dieselben nur lokaler Natur sind und jene Mitglieder, welche den Ort des Sitzes der Kassen verlassen, ihrer Rechte zumeist verlustig gehen. Bei dem fluctuirenden Charakter der jüngeren Kaufmannschaft ist dies aber ein großer Uebelstand und es Jft deßhalb eine Institution mit Freuden zu begrüßen, welche dieser Thatsache Rechnung trägt, indem sie ihre Thätigkeit über das ganze deutsche Reich ausdehnl.
Der „Verband deutscher Handlungsgehilfen" mit dem Sitz in Leipzig, welchen wir unter dieser Institution meinen, hat es sich zur Aufgabe gestellt, für seine Mitglieder durch Stellenvermittelung, Rechtsschutz, Unterstützung bet Stellenlosigkeit, durch Errichtung einer Kranken- und Begräbnißkasse und binnen Kurzem auch durch Errichtung einer P^nsions-Wittwen- und Waisenkasse in den Nöthen des Lebens einzutreten. Jedes Mitglied kann innerhalb des deutschen Reiches verziehen, ohne im Geringsten seiner Rechte unlustig zu gehen und ebenso kann jeder Kaufmann, wo cs auch im deutschen Reich sei, durch Anmeldung bei dem Vorstande zu Leipzig die Mitgliedschaft dieses gewiß gemeinnützigen und dabei keine hohe Opfer erheischenden Vereins erwerben.
Selbstverständlich ist dieser Verein nicht nur für Handlungsgehilfe, sondern auch für Princ'pale bestimmt, ia, deren Eintritt und Unterstützung ist sogar sehr erwünscht. Inwieweit das Bedürfniß nach einer solchen Vereinigung vorhanden ist, erhellt am besten daraus, daß derselbe schon nach kurzem Bestehen über ein halbes Tausend Mitglieder über ganz Deutschland verbreitet zählt und daß sich ihm täglich neue Mitglieder und auch ganze Vereine anschließen. Jedenfalls sind die Bestrebungen des Verbandes deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig wichtig genug, um dieselben näher kennen zu lernen.
Der Vorstand versendet d-ßhalb auf V-rlann-n gratis Statuten-
Der Verband ist mit Corporat'ons-Rechten ausgestattet und im Genossenschafts- Register des Kgl. Amtsgerichts zu Leipzig eingetragen.
Als Postadresse genügt der Name des Verbandes.
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Schiffsbericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd in Bremen, C- W. Dietz Nachfolger, Gießen.
Bremen, 6. November. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer General Werder, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. Oktober von Bremen abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten in Newyork angekommen.
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A. Fangmann«
Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.
Am 14. Octbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Bürstadt Peter Wetzel auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt.
7. Concurrenzeröffnungen:
Erledigt ist: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Lais im Kreise Schotten, mit einem Gehalt von 900 e/M; mit Der Stelle ist Organistendienst verbunden.
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Korneuburg bei Wien, 28. Oktober. [Sine fürchterliche Hinrichtung.) Am letzten Donnerstag wurde hier der Raubmörder Ignaz Binder gehangen. Die Execution gab zu schrecklichen ©eenen Anlaß; der Delinquent warf sich erst den Richtern zu Füßen und flehte um sein Leben. Den Henkern setzte er sich zur Wehre und konnte nur mit Aufbietung aller Gewalt zum Galgen geschleift werden; 8 Minuten 34 Sekunden vom Augenblick des Aufhängens dauerte es, bis das Leben aus dem Körper entflohen war. lieber diese Hinrichtung schreibt das „Jllustrtrte Wiener Extrablatt": Selten mag sich bei einer Einrichtung ein so grausiges Schauspiel abgespielt haben wie das, welches nun folgt. Der arme Sünder, in dem die jugendliche Lebenskraft sich mit aller Macht gegen den drohenden gewaltsamen Tod aufbäumte, suchte, sich sträubend, demselben zu entgehen; der Scharfrichter, seines traurigen Amtes waltend, war bemüht, ihn durch Ueberredung und Gewalt zum Aufgeben unnützen Widerstandes zu veranlassen. Den vereinten Bemühungen Willenbach er's und seiner Gehilfen gelang es schließlich, den sich weigernden und um sich schlagenden Delinquenten zum Galgen zu zerren und zu binden. Zwischen dem Scharfrichter und seinem Opfer entspann sich dabei folgendes grausige Zwiegespräch: Delinquent (zurückweichend, in weinerlichem Tone): Na, na, i will net, lassens mi geh'n — Scharfrichter: Ja, mei liaber Freund, i kann nix dafür, kummens nur her. — Delinquent (schreiend): I hab' no a Bitt', a Bitt' hab' i, a Bitt' will t hab'n. — Scharfrichter: Machens ka so a Aufseh'n. Z'erst die Leute umbringa und nachher ... — Delinquent: I hab' a Bitt', t möcht was reden. — Scharfrichter: Wann's der Herr Präsident erlaubt- Da der Scharfrichter jedoch einen Wink erhielt, in der Procedur fortzufahren, so wollte er eben den bereits gebundenen Delinquenten durch seine Gehilfen zum Galgenpflocke hinaufheben lassen- Pater Raimund trat in diesem Augenblick hinzu, um einige tröstende Worte zu sprechen. Delinquent (sich an den Priester wendend): Hochwürdiger Herr, a Bitt' hab' i! I will nit zerschnitzelt werd'n. Sagens es, daß t nit zerschnitten wir. — Scharfrichter: Kommens nur her, es g'schicht Ihnen nix. — Delinquent: Na, in Gottesnam. (Nach einer Pause, während er zum Galgen hinaufgezogen wird): Js mei Bruder nit da? — Scharfrichter (ihm den Strick um den Hals legend): Versöhnens Ihnen lieber mit Gott. — Delinquent (stammelnd, in Todesangst): In Ewigkeit — gelobt — sei Jesus Christus — Amen. Jetzt trat Stille ein, eine furchtbare, lautlose Stille. Die Hin: richtung war vollzogen, der gerichtete Mörder hing am Galgen, aber — er lebte noch, athmete, es schlug sein Herz, ja er schien sogar noch die Augenlieder und Lippen zu bewegen. Es verstrichen drei, vier, fünf Minuten, der Mann am Galgen lebte noch Der Scharfrichter griff wiederholt unter den Rock des Erhängten, um zu erproben, ob sein Herz noch schlage. Es schlug noch. Willenbacher hielt dem Justificirten minutenlang Mund und Nase zu, er lebte noch immer. Kopfschüttelnd konnte der Meister vom Stricke nur, wie er nachher sagte, conftatiren, daß ihm in seiner einundzwanzigjährigen Praxis noch keine so schwierige Hinrichtung vorgekommen sei. So verstrichen noch einige bange Minuten. Lautlos, starr vor Entsetzen, standen die Zuschauer herum, Keiner wagte es, ein Wort zu flüstern- Mit zitternder Hand betastete der Scharfrichter fort und fort den Kopf und die Schultern des Gehängten, zupfte ihn leise an den Ohren und streichelte ihn am Halse und den Wangen. Endlich, endlich, nach neun Minuten trat der Tod ein, den auch der Arzt constatirte. Der Priester trat heran, besprengte den Leichnam mit Weihwasser und sprach: „Requiescat in pace“! (Ruhe in Frieden!) Dann entblößte er sein Haupt und betete ein Vaterunser.
— Der Pforzheimer Anzeiger bringt in feiner Nr. 254 folgende Mittheilung: Wegen vollständiger Trunkenheit unseres Maschinenmeisters sind wir genöthigt gewesen, das Blatt erst heute Mittag erscheinen zu lassen und bitten unsere Leser um Entschuldigung.
— (Holzcementdächer.) Der Preuß. Herr Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten hat vor Kurzem folgende Circulairverfügung erlassen: „Die sogenannten Holzcementdächer, welche vor ca. 30 Jahren zuerst zur Ausführung gelangt sind, haben seit dieser Zeit bei privaten und öffentlichen Bauten vielfach Anwendung gefunden und sich bis jetzt nach dreißigjähriger Erfahrung durchaus bewährt- Bei Verwendung guten Materials und sachgemäßer Ausführung sind Reparaturen völlig ausgeschlossen und die Dauer des Daches ist nur durch die Vergänglichkeit der Dachschalung begrenzt- Das Holzcementdach hat vor allen Dächern die flachste Neigung (Vs—V20 der Tiefe), so daß der Bodenraum in allen Theilen bequem zugänglich und nutzbar ist. Das Dach bietet durch seine Herstellungsart mit einer Erd-, bezw. Kies- ausschüttung den wirksamsten Abschluß des Bodenraums gegen Temperaturwechsel und Feuersgefahr und gewährt eine vollkommene Undurchlässigkeit gegen atmosphärische Niederschläge. Die Construction des Dachstuhls ist wegen der fast horizontalen Lage der Sparren außerordentlich einfach, muß aber bei der Schwere des Daches (140 bis 150 Kilogramm der Quadratmeter) von genügender Festigkeit fein. Namentlich ist die Stärke der Sparren nicht unter 13/29 Ctm. zu wählen und darf ihre Entfernung von Mitte zu Mitte 80 Ctmtr. nicht übersteigen. Die Dachschalung muß 3 Etmtr. stark fein. Die oben geschilderten Eigenschaften machen das Holzcementdach ganz besonders geeignet zur Anwendung bei ländlichen und landwirthschaftlichen Bauten, zu- mul seine Kosten die anderer soliden Dachdeckungsarten nicht nur nicht übersteigen, fonbern mit Rücksicht auf dte geringere Dachfläche des Holzcementdaches hinter derselbe Zurückbleiben. Da die Ausführung von Holzcementdächern bei Bauten auf den Königlichen Domänen, Forstdienst-Etabliffements, Gestüten rc. bisher verhältnißmäßig selten war, so wolle die Königliche Regierung (Landdrostei, Finanzdirection, Milstär- und Ministerial-Baukommiision) die Kreisbaubeamten veranlassen, fortan bei der Anlage neuer Dächer für Bauten, welche zum Bereiche des diesseitigen Ministeriums gehören, die Anwendung der Holzcementbedachung in eingehende Erwägung zu ziehen und geeigneten Falles zur Ausführung zu veranschlagen. Die Anfertigung dieser Dächer ist aber ausnahmslos nur völlig zuverlässigen Unternehmern zu übertragen" rc.
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