Reiche den inneren Frieden wieder gibt, und hierauf wollen wir zum Schluß das hoffnungsreiche, beseligende Wort des Dichters anwenden: „Und währt der Winter noch so lang, — es muß doch endlich Frühling werden". - i—f 11 i«i T n ■müttttt-i h ■ ■tirwciprnawDaraiii—in «■ i m,
KeuLschland.
Darmstadt, 6. April. Den Ständen ist ein sehr umfangreicher Gesetzesentwurf, betreffend bte Erbschaftssteuer und die Schenkungsstcuer, zugegangen. Derselbe ändert die gegenwärtig bestehende Gesetzgebung in den verschiedensten Richtungen wesentlich ab und erscheint von der weitgehendsten Bedeutung, zumal die CollaüraE steuer in den meisten Fällen eine unveihältnißmäßige Erhöhung erfährt. Befreit von der Erbschaftssteuer sollen Vermögensanfälle sein, wenn deren Werth für ein und dieselbe Person die Summe von 100 Mark nicht übersteigt, ferner an Descendenten, sofern dieselben aus gültigen Ehen abstammen oder durch nachfolgende Ehen legitimirt sind, weiter Ehegatten und endlich Dienstboten oder andere Personen, welche dem Hausstand des Erblassers angehört haben und in demselben in einem Dienstverhältniß gestanden Huben, wenn die Erbschaft den Betrag von 1000 Mark nicht überschreitet. — Die Erbschaftssteuer wird von demjenigen Betrag berechnet, um welcher der Steuerpflichtige, dem der Anfall zukommt, oder zukommen sollte, durch denselben reicher wird oder reicher werden konnte. Unbewegliches Vermögen, welches sich außerhalb des Gi oß- herzogthums befindet, unterliegt der Erbschaftssteuer nicht. Die Steuer soll betragen:
1) vier Pfennige von je einer Mark, wenn der Anfall gelangt an: a. Eltern; b. vollbürt'ge Geschwister;
2) fünf Pfennige von je einer Mark, wenn der Anfall gelangt an: a. Großeltern und entferntere Voreltern; b. halbbürtige Geschwister; c. Kinder und deren Abkömmlinge, sofern das Verhältniß auf Adoption, Arrogatwu oder Einkmdschafts- vertrag beruht; d. Neffen und Nichten;
3) sechs Pfennige von je einer Mark, wenn der Anfall gelangt an: a. Stiefkinder und deren Abkömmlinge; b. Schwiegerkinder; c. Stiefeltern, Adoptiveltern, Schwiegereltern; d. Oheime, Tanten, Großneffen und Großnichten;
4) acht Pfennige von je einer Mark in allen übrigen Fällen.
Dresden, 6. April. Durch heute publicirtes Uriheil der dritten Strafkammer des Landgerichts vom 4. d. Mts. wurde der Abg. Liebknecht wegen Beleidigung des Reichskanzlers und der Reichsregierung zu 2 Monaten Gefängniß verurthcilt.
Hesterreich.
Wien, 6. März Abends. Meldung der „Polit. Corresp." aus Konstantinopel: Der diplonlatische Agent Bulgariens hat von seiner Regierung Auftrag eihalten, wegen der Vermehrung der Garnison von Djuma an der bulgarischen Grenze von 3 Compagnien auf 7 Bataillone und wegen der anscheinend gegen Rillo m Bulgarien gerichteten Bewegung türkischer Truppen Aufklärungen von der Pforte zu verlangen.
Wien, 6. April Abends. Officüll. In der Nacht vom 1. zum 2 d. M wurden in der Nähe des Uebergangs über die Sutjeska bei Jgovci 150 Insurgenten von 130 Freiwilligen überfallen und mehrere Insurgenten niedergemacht; der Rest derselben flüchtete nach Bucevobdro Am 5. d. M. wurde die Gegend von Dragali und Gradovina nach Lupoglava und Grkovac hin von Insurgenten gesäubert, wobei ein lebhaftes Feuergefecht bet Dragali stattfand. Unsere Truppen hatten 5 Verwundete.
Italien.
Rom, 5. Aprll. Das „Journal de Rome" bementirt formell die Behauptung der „Jtalie", daß der Cardinal-Staatssecretär zu demissioniren beabsichtige.
— Der König von Württemberg, welcher unter dem Namen eines Grafen von Teck in Florenz Aufenthalt genommen hat, beabsichtigt, die Osterfeiertage in Rom zuzubringen.
Amerika.
Washington, 6. April. Der Gesetzentwurf, welcher die chinesische Einwanderung verbieret, hat im Senate nicht die Zweidrittel-Majorttät erhalten, die erforderlich ist, um das Veto des Präsidenten zu beseitigen.
Telegraphische Depeschen.
Wotff's telegr. Correspondenz-Bureau.
Konstantinopel, 7. April. Auf die Reklamation des bulgarischen Agenten wegen der Truppenverstärkungen in Dschuma erwiderte der Minister des Auswärtigen, Assim Pascha, er habe hiervon keine Kenntniß, werde aber Erkundigungen einziehen. Bulgarien dürfe indessen nicht darüber erstaunt sein, wenn die Pforte angesichts der verschiedenen Anzeichen von Agitationen in den angrenzenden Ländern Vorsichtsmaßregeln ergreife.
Ragusa, 7. Aprll. Der Correspondent ferbischer und russischer Zeitungen, Westes, ist wegen seines Einverständnisses mit den Krivoscianern und mit panslavistischen Agenten von dem Kriegsgerichte zu einer eininonatlichen Kerkerstrafe verurtheilt worden.
— Bei den: nach Esseg abgeführten Archiinandriten von Mostar, Ra- dulovic, sind kompromittirende Briefe des Metropoliten von Belgrad, Michael, und von Belgrad importirte aufrührerische Proklamationen mit Beschlag belegt woroen.
Lokale-.
Gießen, 8. Aprll. sA r t 6 t C o n c e r t] Obgleich der gestrenge Regent „Winter" einem milderen Herrscher Platz gemacht hat, der seinen Lockruf ins Fr:ie ei tönen läßt und der wohl überall mit Freuden begrüßt wird, so glauben wir doch, daß die Gäste, welche uns am Donnerstag den 13. April mit einem Concert erfreuen wollen, auf ein recht zahlreiches und kunstsinniges Publikum herabblicken werden. Madame D6strse Artöt gehört entschieden zu den bedeutendsten Sängerinnen der Gegenwart, die in der Oper sowohl, als auch^im Concertsaal mit nachhaltigen Erfolgen gekrönt, auch in unserer Stadt sicher die Sympathien des Publikums gewinnen wird. Herr Pad illa darf als ebenbürtiger Künstler der Heldin des Gesanges an die Seite gestellt wer den. Er ist ein mit den vortrefflichsten Mitteln ausgestatteter Baritonist, der ebenfalls zu hohen Erwartungen berechtigt. Die Claviervcrträge des Herrn Pianist Scharling werden jedenfalls als eine recht annehmbare Abwechslung im Programm begrüßt werden und so können wir den Concertabend dem musikliebenden Publikum nochmals aufs Beste empfehlen.
Handel und Verkehr.
Gießen, 8. April. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. JL 1.15—1.26, Hühnereier 1 Stück 5 H und 2 Stück 9 H, Enteneier per Stück 5—6 Gänseeier per St. 9—10 Käse p. St. 5—8 Käsematte per Stück 2—3 H, Erbsen 1 Liter 24 Linsen 1 Liter 30 Tauben das Paar 100-00 Hühner per Stück JL 1.40-1.70, Hahnen per Stück JL 2.00—0 00, Enten per Stück 2.00—2 50,
Ochsenfleisch per Pfund 64-66 Kuh- und Rindfleisch 50—54 H, Kalbfleisch 40 bis 48 H Schweinefleisch 62—64 H, Hammelfleisch 60—66 Kartoffeln 100 Kilo 4.00—5.00, Zwiebeln der Centner JL 12, Milch per Liter 16—18 H.
Frankfurt a. M., 8. April, Nachmittags 2 Uhr — Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credltactien 273%, Staatsbahnactien 279%, Galizier 267%, Oesterr. Silberrente 65%, 4% Ungar. Goldrente 75, 4% 1880er Russen 69%, 2. Orient-Anleihe 56%, 5% Rumänische Rente 87%, Lombarden 118%. Tendenz fest.
Auszug aus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen.
Aufgebote.
April. 5. Schreiner Georg Vefth, Wittwer von Gaulsheim mit Christine Gebhard, geb. Fink, Wittwe des Buchbinders Heinrich Gebhard von Gießen. 5. Scribent Georg Eidmann von Rmdel mit Marie Elisabeihe Metz, Tochter des Schuhmachers Karl Metz von Himbach. 5. Kunstgärtnr Heinrich Jacob Heilmann von Neckargemünd mit Johanna Margarethe Roth, Tochter des verstorbenen Landgestütsdieners Adam Roth von Darmstadt.
Eheschließungen.
April. 5. Gärtner Jost Slemmüller, Wittwer von Rödgen mit Katharine Dorothea Eiff, geb. Pfeiffer, Wittwe des Schäfers Ludwig Konrad Eiff von Groß- Buseck. 5. Maurer Daniel Weißenstein von Büdesheim mit Katharine Walther, Tochter des verstorbenen Mühlarztes Christoph Waliher von Beuern. 7. Glaser Heinrich Karl Christian Fillmann mit Margarethe Luise Wiedmeyer, Tochter des Schneidermeisters Heinrich Wiedmeyer von Gießen.
Geborene.
März. 25. Ein Sohn von auswärts, Robert. 27. Dem Steindrucker Theodor Damm ein Sohn, Ludwig Georg. 29. Dem Schneider Karl Hendrich ein Sohn, Christian Karl. 29. Em Sohn von auswärts, Adam. 30 Dem Schneider Jost Schneider ein Sohn. April. 1. Dem Taglöhner Karl Dietz eine Tochter. 2. Ein Sohn von hier. 2. Dem Photograph Ludwig Orth eine Tochter. 4. Dem Landgerichts- schreiber Ernst Löwer eine Tochter, Eugenie. 5. Dem Bauaccessist Dr. Edmund Hesse ein Sohn, Georg Karl Edmund Friedrich Hermann.
Gestorbene.
März. 30. Ludwig Georg, 3 Tage alt, Sohn des Steindruckers Theodor Damm. April. 1. Taglöhnerin Margarethe Diehl, 26 Jahre alt, von Manderbach. 2. Schneiderlehrling Kaspar Krick, 16 Jahre alt, von Leihgestern 3. Eduard Valentin, 6 Jahr alt, Sohn des Schreinermeisters Emil Beil. 5. Justus Karl, 4 Jahre alt, Sohn des Dtenstmanns Georg Adam Möbus. 5. Eugenie, 1 Tag alt, Tochter des Landgerichts- schretbers Ernst Löwer. 5. Eine Tochter von auswärts, Marie, 1 Monat alt. 5. Henriette Hochstätter, geb. Ferber, 63 Jahre alt. Wittwe des Taperiers Heinrich Hochstätter. 5. Der pens. Feldwebel Alexander Lang, 59 Jahre alt. 6. Marie Elisabethe «Schäfer, geb. Schmandt, 54 Jahre alt, Wittwe des Johannes Schäfer IV. von Steinberg.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 29. März. Franz Otto Bernhard Schwabe, Reallehrer dahier und Marte Karoline Dorette Buchner, des Reallehlers Dr. Otto Buchner dahier eheliche lebige Tochter.
Den 1. April. Clemens Heinrich Carl August Ludwig Schwerdtfeger, Schlosser dahier und Katharine Charlotte Friederike Wilhelmine Rettberg, des verstorbenen Zieglermeisters zu Dransfeld August Rettberg eheliche ledige Tochter.
Getaufte.
Den 2. April. Eine uneheliche Tochter von auswärts, Anna, geboren den 10 März.
Denselben. Dem Bremser Johannes Gilbert ein Sohn, Karl, geboren den 10. März.
Beerdigte.
Den 7. April. Henriette Hochstätter, ged. Ferber, Wittwe des Tapeziers Heinrich Hochstätter, alt 63 Jahre 29 Tage, gestorben den 5. April.__
Gießen, im Aprll 1882.
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Der Vorstand.
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