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bie Verl-ibuna des M-bjidj-°rd-ns t. Stoffe an Aral), Pascha sei aus den Vorschlag Derwisch Pascha's in Folge der von Arabi Pascha -rsolgt-n B-th-uerung°n seiner Trme eifolgt; schließlich ermahnt der Sultan dte Eghpter zum Gehorsam gegen den Kh-dwe^ durch Reschld Bey im Namen des Sultans dazu er­

mächtigt, die englischen G-nsdarmerte Obersten Baker und Synge zu seinen Adju- tanten ernannt. ______

Zum Eisenbahn Unglück Ireiburg-Hugstetten.

(Privat-Depesche desFranks. Journ.".)

Freivurg, 6. September.

Entgegen der bisher vielfach verbreiteten Ansicht rst jetzt constatirt, daß auch der Mittelstand unter den Opfern des Eisenbahn-Unglücks stark vertreten ist. den Aussagen der Davongekommenen geht hervor, daß dte auf den letzten Bänken der Waggons gesessenen Passagiere am stärksten mitgenommen wurden. Sämmtliche vernehmungsfähige Passagiere des verunglückten Zuges sind gerichtlich vernommen worden^o verarmt, ist keinem der am Zuge Bediensteten eine Schuld bei-

rumessen, lediglich der Umstand, daß eine Güterzug-Loccmotive benutzt wurde, wird besprochen. Mitglieder der Bahndirection sind unausgesetzt mit der Untersuchung be­schäftigt- Die Verwundetenliste ist noch immer nicht vollständig, da dte in Hugstetten und Hochdorf Untergebrachten bisher nur theiiweise zur Aufnahme gelangten. Unter den Schwerverwundeten befindet sich auch em Gymnasiallehrer aus Colmar mit seinem achtjährigen Söhnchen.

Einem Gerüchte zufolge steht die Ankunft des Großherzogs bevor. Die neueste Todtenliste zählt 59 Personen.

Professor Maas erhielt von der Mainau folgendes Telegramm:Die höchsten Herrschaften ersuchen um Nachricht über den Allgemeinzustand der Verwundeten und beauftragen mich, deren wiederholte Theilnahme auszusprechen. Graf Andlaw."

Zu dem heute in Colmar stattgehabten Begräbmß war Ministerialrath Hebting als Vertreter des Großherzogs zugegen. Derselbe legte Namens der Großherzogin eine Blumenspende auf das Grab der Unglücklichen. Auch eine Deputation des Stadt­raths war erschienen.

Heute fand die sehr feierliche Beerdigung der nicht abgeholten Todten unter einer hier noch nie erlebten Theilnahme statt. Es wurden 6 Todte beerdigt: Der Rendant Schlosser aus Münster, dessen Tochter Scholastika Schlosser, Ehrhard Scheller, Steuereinnehmer v. Rusach, dessen Ehefrau Antoinette von Rusach und Anton Düringer von Königsbach. Zu der Feier waren Deputationen von Colmar erschienen. Am Grabe sprachen der katholische und der evangelische Geistliche. Bis jetzt sind schon 66 Todte gezählt.

Telegraphische Depesche«.

Wolff'S telegr. Eorrespondenz-Bureau.

Breslau, 6. September. Se. Majestät der Kaiser hat den Oberpräsidenten von Seydewitz zum Wirkl. Geheimen Rath unter Verleihung des Excellenz-Titels er­nannt und das bezügliche Patent demselben eigenhändig überreicht. Bei der Ankunft auf dem Bahnhofe hatte der Kaiser sehr herzlich zunächst den Großfürsten Wladimir und dessen Gemahlin, sodann die übrigen anwesenden Fürstlichkeiten und Notabilitäten begrüßt und war sodann die Front der Aufstellung der Reserve- und Landwehroffiziere entlang geschritten, indem er ihnen für ihr Erscheinen dankte. Der Generalsupermten- be'lit Dr. Erdmann, der Fürstbischof Herzog und der Rektor der Universität, Biermer, hielten längere Begrüßungsansprachen an den Kaiser, welche derselbe huldvoll beant­wortete. Der Frau Kronprinzessin wurden von mehreren schlesischen Damen Blumen­sträuße überreicht. Der Erzherzog Johann Salvator, dessen bereits erfolgte Ankunft irrtümlicher Weise gemeldet wuroe, ist eines Unwohlseins wegen noch nicht einge­troffen und hat seine Ankunft für später gemeldet.

Die Parade des 5. Armeekorps, welche heute Vormittag bei Wahren^ statt­fand, war vom prächtigsten Wetter begünstigt. Um IIV2 Uhr traf Se. .Majestät der Kaiser mit Ihren K. K. Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin,,, dem Prinzen und oer Prinzessin Albrecht, dem Prinzen Friedrich Karl, der Großfürstin Wladimir und einer überaus glänzenden Suite über Wahren, wohin die Fahrt mittelst Extrazuges der Freiburger Bahn, erfolgte bei Neudorf ein, stieg dort zu Pferde und nahm die Parade über die in zwei Treffen aufgestellten Truppen ab. Ihre K. K. Hoheit die Kronprinzessin führte hierbei das 2. Leib-Husaren-Regiment Nr. 2 bei Sr- Majestät vorüber, Seine Majestät der Kaiser setzte sich bei dem Vorbeimarsch des Königs-Grenadier-Regiments an die Spitze desselben. Nach dem Vorbeimarsch der Truppen ritt Seine Majestät die Front der 33 Kriegervereine der Provinz Pofen ab und fuhr dann mit den übrigen Fürstlichkeiten nach Schloß Dybernfurth, wo das Dejeuner eingenommen wurde- Die Rückkehr nach Breslau erfolgt Nachmittags 43/4 Uhr.

Alexandrien, 6. Septbr. Der griechische Consularagent Artonopulos, der wegen Unterhaltung einer Verbindung mit Arabi Pascha vor einigen Tagen verhaftet wurde, soll nach Griechenland zurückgesendet werden. Mehreren ande­ren verdächtigen Personen wurde von der Polizei der Rath erthellt, das Land zu verlassen. Die egyptrschen Behörden sind eifrig bemüht, die Einwanderung von mittel- und unterhaltslosen Personen zu verhindern.

Heute früh brach in der Scherisstraße eine Feuersbrunst aus, mehrere der Anlegung des Feuers verdächtige Personen sind verhaftet worden. Gestern wurde hier ein Haus und ebenso auch in Ramleh ein Haus ausgeplündert.

New * Aork, 6. Septbr. Die Eröffnung der electrischen Beleuchtung ist durch Edison's Central-Station heute Nacht aus 6 Mellen Leitung bewirkt worden. Es sind bis jetzt 100 Gebäude mit je 3 bis 100 Lampen beleuchtet, welche rund um die Central-Station auf Entfernung bis zu einem Kilometer liegen. Die Arbeiten sollen so gefördert werden, daß täglich 1020 Häuser dem Beleuchtungs-Netze angeschlossen werden. Im Publikum hat die Beleuchtung allgemeine Anerkennung gefunden.

Vermischtes.

Wetzlar, 4. September. Di^ Arbeiten für die vom 10. bis 13. September in unserer Stadt stattfindende 50. General-Versammlung des landwirthschaftlichen Vereins für Rheinpreußen sind im vollen Gange. Namentlich sind es die Vorbereitungen für die mit der General-Versammlung verbundenen Ausstellungen von Vieh, land- und forstwirthschaftlichen Producten, Maschinen rc., welche die unausgesetzte Thätigkeit der hierfür bestellten Commissionen in Anspruch nehmen. Die zahlreichen werthvollen Staats- und Vereins-Prämien, in Geld, silbernen und broncenen Medaillen bestehend, haben begreiflicherweise eine lebhafte Concuirenz in allen Ausstellungsgebieten hervor- gerufen. Es ist daher kein Wunder, wenn nach den bis jetzt aus allen Theilen des Rheinlandes vorliegenden Anmeldungen zu urtheilen namentlich die Vieh-Aus­stellung selten Schönes und Vollkommenes darbietet. Aber auch die Producten-Aus- ftellung, welche im weitesten Sinne alle Erzeugnisse des Landbaues umfaßt, dürfte für die Interessenten des Neuen und Sehenswürdlgen genugsam bringen. Ueberdies ist das Programm der Festlichkeiten, welche die ernsten Verhandlungen in harmonischer Weise ergänzen sollen, so reichhaltig, daß der Aufemhalt in unserer anmutyigen Gegend dem in großer Zahl erwarteten Fremdenbesuch zweifelsohne im besten Andenken bleiben wird.

Nebenbau sei noch erwähnt, daß mit dem Feste eine Verloosung verbunden ist, die bet dem billigen Preise der Loose das Stück kostet 1 Mark die günstigsten Chancen für wirklich nützliche und dabei werthvolle Gewinne darbietet-

Kassel, 4. September- Zwei jugendliche Abenteurer aus Siegen, welche ihren Eltern erhebliche Summen Geld entwendeten und dann sich aus dem Staube machten, wurden heute früh Hierselbst verhaftet. Der eine von den jugendlichen Durchgängern i st 17 Jahre all und angeblich der Sohn eines Buchdruckereibcsitzers. Sein Genosse t st 3 Jahre jünger. Sie hatten das abenteuerliche Project, über Hamburg oder Bremen sich heimlich nach Amerika zu flüchten. Die gestohlenen Summen sollen sich auf viele Tausende von Mark beziffern. Die jungen Herren trafen mit dem Frankfurter Früh­zuge hier ein und hatten wohl keine Ahnung davon, daß die hiesige Criminalbchörde

von dem ganzen Vorfall schon genau unterrichtet war. Sie flanirte« auf dem Bahnhofsperron und halten sogar die Dreistigkeit, wiederholt bte dort stationirten Schutzleute um Auskunftsertheilung anzugehen. Dabei wurden die Burschen erkannt und verhaftet.

Ofsenbach, 6. September. Die Stearinkerzenfabrik der Gebrüder Vollmar ist heute ein Raub der Flammen geworden. Das ca. 60 Meter lange Gebäude bildet einen wüsten Trümmerhaufen, aus dem nur der rauchgeschwärzte Schlot und ein Theil der Umfassungsmauern emporragt. Das Wohnhaus ist unversehrt geblieben, ebenso gelang es, das Bleichhaus, in welchem sich mehr als 100 Ctr. fertige Kerzen befanden, intact zu erhalten. Die Offenbacher freiwillige Feuerwehr eine Berufsfeuerwehr haben wir nicht hat sich glänzend bewährt- Das Feuer, das um 1 Uhr in dem Raum, in welchem sich die Lerseifungsapparate befinden, bemerkt wurde und das sich mit rasender Schnelligkeit in dem quasi mit Fett durchtränkten Gebäude verbreitete, war etwa um 5 Uhr so weit gedämpft, daß eine Gefahr für den Stadttheil, in welchem sich die Fabrik befand, nicht mehr vorhanden war. Nächst den heldenmüthigen An­strengungen der 6 Spritzen der Offenbacher und der Spritze der Fechenheimer Feuer­wehr, denen die Fabrik-Feuerwehren der Offenbacher Firmen Müller u. Co. und Huppe u. Bender tapfer zur Seite standen, ist es vor allem dem Umstande, daß fast völlige Windstille herrschte, zu danken, daß das Feuer, daß an 8001000 Gentnern Palmöl und etwa 300 Zentnern Heu reichlich Nahrung fand, auf seinen Herd beschränkt blieb und nicht in die in nächster Nähe befindliche Tricotfabrtk von I Adler u. Co-, die Papierfabrik von L. A- Hill, die mit Korn gefüllten Oeconomiegebäude von Hamann rc. ergriff. Es gelang, diese Gebäude, indem man sic ununterbrochen mit Wassermaffen überschüttete, zu retten. Als gegen 3 Uhr das ca. 180 Ctr. schwere eiserne Wasserreservoir aus dem zweiten Stock unter fürchterlichem Krachen herabstürzte und einen großen Theil des Gebäudes niederriß, als die drei Dampfkessel, deren Ventile rechtzeitig geöffnet worden waren, unter den Trümmern der zusammenstürzenden Mauern begraben wurden und eine ganze Reihe aufgestapelter Oelfässer zusammenbrach und sich deren Inhalt zischend und eine unerträgliche Gluth verursachend in das Flammenmeer ergoß, da z-tterten alle Herzen und auf einige Zeit mußten die tapferen Feuerwehren schleunigst retirtren. Das rasende Element war spät Abends noch nicht gänzlich bewältigt. Die Oelmassen brannten ununterbrochen fort. Verletzungen kamen un­geachtet der gefährlichen Arbeit nur unbedeutende vor. Die Mobilien der Fabrik, welche ca. 50 Arbeiter beschäftigte, sind bei der Magdeburger Feuerversicherungs-Gesellschaft, die Gebäulichkeiten bei der hessischen Landesbrandkaffe versichert- Die Entstehungsweise des Feuers ist noch unaufgeklärt-

Darmstadt. sLandwirthschaftliche Landesausstellung sj Es dürfte von großem Interesse sein, daß auf der landwirthschaftlichen Landesausstellung hier insbesondere auch das landwirthschaftliche Genossenschaftswesen in einer Weise zum Ausdruck kommen wird, wie das bisher noch auf keiner anderen landwirthschaftlichen Ausstellung der Fall gewesen ist und machen wir darauf namentlich alle Interessenten von außerhalb Hessen aufmerksam, da dieselben Gelegenheit haben werden, alle Einrichtungen und alle Erfolge der verschiedenartigen landwirthschaftlichen Genossenschaften Hessens bis ins Detail kennen zu lernen und zu ftubiren. Der Verband der Hessischen landwirth- schaftlichrn Consumvereine gibt in großen, sehr schön ausgeführten Tableaus eine Darstellung der Entstehung und des Wachsthums des genannten Verbandes und feiner einzelnen Vereine, von den Einrichtungen dieser Vereinigungen, von dem Verbrauch an Phosphorsäure, Stickstoff, Protein und Fett im Ganzen, sowie per Hectar und per Stück Großvieh, von dem Verbrauch an anderen wirthschaftlichen Hilfsmitteln, von dem Umsätze der Vereine und des Verbandes, sowie von allem Wissenswerthen über die landwirthschaftlichen Creditveretne und des Verbandes derselben.

Auf einer Karte von Hessen wird die Verbreitung der Genossenschasten vorgeführt, die einzelnen Consumvereine liefern gesonderte Beschreibungen, Statuten, Instructionen für den Vorstand, Formulare u. s. w., sowie Buchführungen werden ausgelegt sein, kurz man ist bemüht, nichts fehlen zu lassen, was zur Kenntniß der genossenschaftlichen Vereinigungen in Hessen gehört und was zur Nachahmung zu dienen vermag. Endlich werden auch einzelne Consumvereine Collectivausstellungen in Producten machen.

Die Sammelmolkereien und genossenschaftlichen Molkereiunternehmungen, welche in Hessen relativ eine sehr schnelle Ausbreitung gefunden haben, werden nicht blos durch ihre Producte vertreten sein, sondern auch ganze Betriebe vorführen, so daß sich ein Bild über die Ausbildung des Molkereiwesens in Hessen daraus entnehmen lassen wird; überhaupt verspricht nicht blos die Ausstellung im Molkereiwesen, sondern auch die Ausstellung von Milchvieh großes Interesse, und es darf die Hoff­nung daran geknüpft werden, daß die Ausstellung in diesen Beziehungen der Hessischen Landwirthschaft nicht blos zum besonderen Ruhm, sondern auch zum praktischen Nutzen gereichen wird.

Handel und Vermehr.

Limburg, 6. Septbr. Nother Weizen Jk 18.80, Weißer Weizen Jk. Korn Jk 12.10, Gerste Jk 9., Hafer Jk 6.80, Erbsen Jk, Kartoffeln Jk.

Frankfurt, 6. Sept. Auf dem heutigen Markt kostete der Gentner Heu Jk2.503.50, Stroh Jk 1.301.50, Eier das Hundert Jk 5.506.50, Stück 67 Butter 1. Qualität Jk 1.30, 2. Qualität Jk l.lo, Kartoffeln per Gentner Jk 2.503.50, ausgekernte Erbsen das Pfund 80 H, Bohnen per Pfund 8^, Wirsing 810 H, Blumen­kohl 5060 H das Stück, 1 Hahn Jk 0, 1 Suppenhuhn Jk 1.001.20, 1 Poularde Jk 00.00, 1 Ente Jk 1.351.70, 1 Taube 4050 .H, 1 Welschen Jk 00, 1 Gans Jk 4.50.

Arauksurt a. M«, 7. Septbr., Nachmittags 2 Uhr Min. (Telegraphischer Coursbericht. Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Creditactien 275V2, Staatsbahnactien 3041/?, Galizier 276V4, Lombarden 1351/4, Nord- weftbahnactien 187Vr, Darmstädter-Bankactien 16U/s, Oberschlesische E.-B.-Act. 2597/s, Oesterr. Silberrente 66%, 4% Ungar. Goldrente 76V16, 4°/o 1880er Russen 699A6, 5% 1877r Russen 867/b, 2. Orient-Anleihe 56%, Spanier 655/i6, 5% Rumänische Rente 91 Vs, 4% IXniftc. Egypter 6i3/4. Tendenz schwankend.

Verzeichuiß

der Mittelpreise der gewöhnlichsten Verbrauchsgegenstände in der Stadt Gießen vom Monat August 1882.

Je 50 Kilogramm kosten Mark und Pfennige.

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