Itußland.
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^en sieben Italiener von einem bis zu drei Monaten Gefängniß und |/b /ranzosen, Bavestra, der die Bevölkerung gegen die Italiener aufreizte, • ' , • fern • 3al)re Gefängniß veiurthetlt.
Marseille, 23. Juni. Diesen Nachmittag 2 Uhr wurden zwei Opfer chlägereien, Bouteille und Cervtn, zugleich beerdigt. Vor Cervins Sarge die Fahne der provencaltfchen Touristen, deren Mitglied er war, getragen und "Musik dieses Vereins spielte- Dec Maire nebst Beigeordneten und Gemeinde, 'then trugen die Zipfel des Leichentuches, die Geasd'armecie bildete die Hecke, ii. jte Volksmenge verhielt sich ruhig. Verschiedene Punkte der Stadt sind noch /'Militärisch besetzt. Eine große Anzahl J:aliener kehrt mit den Paketbooten llhpi Italien heim-
— Wo in Rußland der Hund begraben liegt, das erkennt man besser als aus hundert Leit- und Leidartikeln aus einem offenen Briese des Staatsanwaltes Pawel 6 Bilwonski. Dieser Staatsanwalt hat auf Befehl des Ministers eine viermonatliche \ ' Reise in das Gouvernement Orenburg gemacht, um die Gerichtsbehörden zu inspiciren. l'. Lr berichtet darüber: „Ich sah Richter die Gesetze mit Füßen treten, ich sah die ssnifche Willkür der Polizei, die rohe Gewalt gegen die Schwachen walten; rings um Mr rüch her war ein entsetzliches Stöhnen. Ich befrei e Schuldlose, die noch einige Jahre - ch ihrer erfolgten Freisprechung durch's Gericht im Gefängniß zurückbehalten und f «einigt wurden. Ich hörte Klagen von Bäuerinnen, die auf Befehl unb im Beisein
Polizel-Commissartus gefoltert und mit glühenden Zangen gezwickt wurden, und fir lediglich deßhalb, weil sie es wagten, sich ihrer nqlücklichen Ehemänner anzu- > men Ich überzeugte mich, daß zwischen mir und den Ortsbehörden, deren Thätig- •u meiner Controle unterlag, nichts gemein sei. Eine tiefe Kluft t ennt uns. Es iarcn das Menschen, von denen man nicht ohne innere Empörung und ohne Unwillen ij arechen kann. Sie schacherten willkürlich mit dem Gesetz und machten es zum schänd- J schen Werkzeug, das ihnen alle Lebensgenüsse brachte und anderen dm letzten B-ssen 6 Brod raubte. Man glaubt es kaum, welch' erstaunliche Gewandtheit sie besitzen, die ifl Seufzer ihrer unglücklichen Opfer zu unterbrücfeu unb selbst bem feinsten Ohr unhör- U bar zu machen! . . . Im Krankenhause waren nicht mehr als 5 bis 6 Bettitellen unb i die Kranken mußten sich oft auf ben Dielen neben ben Leichen ihrer Leidensgefährten H walzen. Es ift dies nur ein Theil jener Thatsachen, b-e seinerzeit ausführlich mit- Jl getheilt würben. Das Gefängniß zu Jlezk, unweit Orenburg, staub ebenfalls unter // meiner Eontrole. Zum Gefangnißinspector bafelbft würbe ein wegen Bestechlichkeit if aus bem Dienste gejagter Polizei-Commifsarius ernannt, ber nach der Meinung Aller, die ihn kannten, bes Eigennutzes wegen zu jedem Verbrechen fähig war. Die Thätig- , leit dieses Jnspectors zeigte sich bald im gräßlichsten Licht; die barbarische Behandlungsweise der Gefangenen fing an, einen bestialischen Character anzunehmen. Man schlug sie nicht, klagten vor mir die Zeugen, sondern man erschlug sie; man schlug sie so lange, bis sie das Bewußtsein verloren, dann begoß man sie mit Wasser und schlug sie wieder mit bem, was gerabe in bie Hänbe kam: mit Absätzen. Thürschlössern, eisernen Ketten ober mit Flintenkolben. Es war gerabe, als ob man Thiere schlachtete. Dann banb man alle mit einem Stricke zusammen unb schleifte sie an ben Füßen auf ben Hofraum bes Gefängnisses. Die Unglücklichen bildete' vier Haufen voll blutiger Geschwulst, menschliche Wesen konnte man ba gar nicht mehr unterscheiden" u. s. w. Einen Orben für ben Brief hat ber Staatsanwalt nicht bekommen, er würbe abgefetzt, denn in Rußland ist die Wahrheit, selbst wenn sie bie Staatsanwälte sagen, nicht beliebt: unb bie Zeitung, bie ben Brief abbrurfte, wurde unterbrücft. Staatsanwalt unb Reba'ctcur sinb nun Arm in Arm unter bt Nchil sten gegangen.
nommenen Inventar um 93,537 JC 97 überschuldet, welche Ueberschuldung nach einer Berechnung des L. H. Strauß unter Mitwirkung seines Anwaltes sich auf 280,461 jl 66 3) erhöhte.
AlS eine der im Concurs des L. H. Strauß angemeldeten höchst verdächtigen Forderungen erschien diejenige, welche Levi Kramer von Griedel am 18. September 1878 liquidirt hatte. ES wurde daher am 31. Oktober 1880 gegen den Angeschuldtgten die Eröffnung der Voruntersuchung beantragt und wurde diesem Anträge auch am 14. Januar 1881 stattgegeben.
Daß Ergebniß der gegen Levi Krämer eingeleiteten Untersuchung führte denselben beute auf die Anklagebank deS Schwurgerichts unter der Anschuldigung, „daß er am 18. Eeptbr 1878 im Interesse des Kaufmann«' L. H. Strauß zu Friedberg, welcher seine Zahlungen eingestellt, oder um sich oder einem Anderen Vermögenövortheil zu verschaffen, ervichtete Forderungen geltend gemacht babe.'^
D'e Geschworenen erkannten den Levi Krämer des ihm zur Last gelegten Verbrechens für überführt, worauf derselbe in eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten verurtheilt wurde.
— Ueber den von uns gestern erwähnten Kometrn schreibt die „Frankfurter Zeitung-. Der von dem Astronomen G ould In Cordoba (Südamerika) Ende Mai d. I. entdeckte Komet, der bisher nur in südlichen Gegenden sichtbar war, ist nunmehr auch über unserem Horizont erschienen. Schreiber dieses sah ihn mit bloßen Augen am Donnerstag Abend von ungefähr, ohne ihn zu suchen, woraus hervorgeht, daß seine Helligkeit groß genug ist, um ihn trotz der die ganze Nacht anhaltenden Dämmerung für Jedermann auffällig zu machen. Im Fernrohr freilich ist die Erscheinung viel deutlicher. Er stand am Norbwest Himmel im Sternbilde deS Fuhrmannes unb glich einem Sterne zweiter Größe, der von einer nebeligen Waffe umgeben war, ein nach oben gerichteter (von der Sonne abgewendeter) Schweif von einigen Graden Länge ging von ihm aus. Auf der Sternwarte Kiel wurde er in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni beobachtet und sein Ort bald nach Mitternacht folgendermaßen bestimmt: RektaS- cenfton 830, Deklination 40i/2°, erstere täglich um fast 1°, letztere um fast 5° zunehmend, so daß er im raschen Laufe am Himmel gegen den Nordpol hin aufsteigt und die Sternbilder deS Fuhrmanns, der Giraffe unb des kleinen Bären durchzieht. Wenn das Wetter günstig ist, so wird er die ganze Nacht hindurch sichtbar sein, bis er durch den anbrechenden Morgen ausgelöscht wird.
Gießen, 25. Juni. Zur Richtigstellung von verschiedenen im Publikum curfirenden Nachrichten über ein demnächst in der Stadtverordneten Versammlung zu berathendes Local- Reglement, die Beaufsichtigung ber Hunde in der Stadt Gießen betr., lasten wir nachstehend den Entwurf desselben im Wortlaut folgen:
Local-Reglement.
Betreffend: Die Beaufsichtigung der Hunde in der Provtnztalhauptstadt Gießen.
Zur Verhütung von Beschädigungen und Belästigungen durch Hunde, welche frei und ohne genügende Beaufsichtigung durch ihre Besitzer herumlaufen, wirb — abgesehen von den bereits bestehenden gesetzlichen Vorschriften in Art. 257 des Polizetstrafgesctzes, sowie in § 367 pos. 11 des Retchsstrafgesetzes auf Grund des Art. 56 der Städteordnung nach Anhörung der Stadtverordneten - Versammlung und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums deS Innern und der Justiz vokn . . . . 1881 zu Nr. M. d. I. . . . . für die Pro- vtnzialhauptstadt Gießen verordnet, wie folgt:
§ 1. Es ist untersagt, Hunde in dem, dem Publikum geöffneten Großherzozltchen Botanischen Garten, in den städtischen, sowie in den Anlagen vor den Bahnhofen frei — d. h. ohne daß sie an einer kurzen Leine oder dergleichen gehalten werden — umherlaufen oder die Gebüsche, Grasplätze unb Beete in denselben betreten zu lasten.
§ 2. Das Mitnchmen von Hunden auf den Friedhof, in öffentliche Dienstgebäude, in I Wirthicbaftslocale innerhalb der bewobnten Theile der Stadt, auf den Wochenmarkt, den । Jahrmarkt und zu öffentlichen Festlichkeiten ist verboten.
§ 3. Es ist verboten, Hunde, welcher Art sie auch sein mögen, zur Nachtzeit auf der ! Straße frei Herumlaufen zu lasten.
§ 4 Für jeden Hund, welcher in das nach Vorschrift der Verordnung vom 16. No«
Telegraphische Depeschen.
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Sortttiunb, 24. Juni. Die „Dortm. Ztg." berichtet: Aus der Zeche „ßouife Tiefbau" fand heute Nachmittag 3 Uhr eine Explosion schlagender Wetter statt. Des Nachmittags 5 Uhr waren 5 Tobte und 4 schwer Verwundete herausgeschafft. Die Zahl der Verunglückten ist noch nicht bekannt.
Loudon, 24. Juni. Im Unterhause antwortete der Secretär der Admiralität, Trevelyan, auf eine Frage des Depulirten James, eme neue Art Kriegsschiff sei der Gegenständ der ernstesten und sorgfältigsten Erwägung der Admiralität unter Berücksichtigung der Vorgänge auf den italienischen und französischen Regierungswerften gewesen. Ein neuer Typus sei bereits bc- schloffen und er hoffe, dem Hause bald weitere Mittheilung darüber machen zu können.
Rom, 24. Juni. Wie der „Dtritto" erfährt, hat zwischen der französischen und italienischen Regierung ein Austausch freundschaftlicher Mittheilungen stattgefunden, wobei beide Regierungen gegenseitig den festen Willen 6e» kündet hätten, das durch die Jntereffen beider Länder erforderte ruhige Einvernehmen rasch wieder herzustellen.
Rom, 24. Juni. Ueber die in verschiedenen Städten stattgehabten Demonstrationen liegen folgende weitere Meldungen vor: In Mailand zog am 23. ds., Abends, eine Volksmenge unter Hochrufen auf den König und die Armee vor das Präfekturgebäude, ging aber auf die Aufforderung des Präfekten, welcher erklärte, daß die Regierung die nationale Ehre zu wahren wiffen werde, ruhig auseinander. — In Palermo wurden anläßlich der gestrigen Demonstrationen einige Verhaftungen vorgenommen, ebenso in Turin. — In Messina fand gestern ebenfalls eine Demonstration statt, doch zerstreute sich die Volksmenge, nachdem die gesetzliche Aufforderung hierzu erfolgt war.
. Neapel, 24. Juni. Gegen 100 Studenten verlangten heute von dem Präfekten die Freilassung von 34 gestern verhafteten Individuen. Der Präfekt versprach, dem Verlangen nachzukommen, wenn den Verhafteten nichts vorzuwerfen sei. — Die Königin beftteg heute oen Vesuv.
Palermo, 24. Juni. Einige Hundert Studenten versuchten gestern wiederholt vor dem französischen Consulat Demonstrationen zu veranstalten, \r\ zerstreuten sich aber, da sie sich von Truppen in ihrem Vorhaben gehindert | sahen, ohne weitere Aufforderung abzuwarten.
Madrid, 24. Ium. Der diesseitige Consul in Dian schätzt die bei i k Sajida von den Arabern ermordeten Spanier auf 100, die Zahl der Ver- I wundeten oder Gefangenen soll gegen 400 betragen.
। Petersburg, 24. Juni. Die Fürstin von Montenegro ist mit ihren Kindern und Gefolge gestern Nachmittag von hier abgereist. Der zum Gefolge der Fürstin gehörige Wojewode Plamenaz mußte jedoch dem „Golos" zufolge hier zurückbleiben wegen einer Verwundung, welche er in Folge eines j auf ihn von dem hier ansässigen Montrnegriner Dschuraschkowitsch gemachten Angriffs erhalten hatte. Dschuraschkowitsch war gestern bei Plamenaz erschie- , r.en und wollte ihm mit einem Säbelhieb den Kopf zerschlagen, brachte ihm jedoch nur eine Wunde an der Hand bei. Plamenaz zog hierauf seinen Re- | volver und erschoß seinen Angreifer. Die Untersuchung über diesen Vorfall ist eina-l-itet.
Lokales
Gießen, 25. Juni. Schwurgerichtsverhandlung am 24. Juni l. I: Gegen Levi Krämer von Grieb«!, wegen Bankerutts.
Löb Hermann Strauß in Frtebberg, em Schwager bes Angeschulvigten, meldete , am 8. April 1878 feine Insolvenz an. Das Vermögen des Strauß war nach dem aufge-
vrmbrr 1874, bie Hunbesteuer betreffend, von der Bürgermeisterei zu führende DeclarationS- reglster eingetragen ist, erhält der Besitzer des Hundes eine Blechmarke mit fortlaufender Nummer, welche der Hund auf der Straße k. stets am Halsbande oder am Maulkorb zu tragen hat.
§ 5. Alle bissigen Hunde, ferner alle größeren Hunde, namentlich Bullenbeißer, Bulldoggen, Metzger- und Schäferhunde, Neufundländer, Bernhardiner, Leonberger unb Ulmer Hunde, bann alle an einem Fuhrwerk angespannten ober zur Bewachung irgendwie angebunbenen Hunde, endlich solche Hunde, bezüglich welcher die Polizeibehörde deßfallsige besondere Anordnung getroffen hat, müssen innerhalb der bewobnten Thetle der Stadt oitf ber Straße mit einem daS Beißen wirksam verhindernden Maulkorb versehen sein ober an einer kurzen Leine ober dergleichen geführt werden
§ 6. Huncc. weiche in dem Großhcrzoolichen Botanischen Garten, in den städtischen Anlagen, sowie den Anlagen vor den Bahnhöfen (§ 1) ober zur Nachtzeit auf der Straße ($ 3) frei unterlaufen, ober welche auf bei Straße rc. nicht Die in § 4 vorgeschriebene Blcchmaike tragen, oder ber Vorschrift zuwider nicht mit einem das Beißen wirksam verhindernden Maulkorb versehen sind, bezw. nicht an der Leine geführt werden, sollen eingefangen unb Dem Wasenmeister überliefert werben, sofern ber Eigentümer nicht zur Stelle ist unb b'n Hunb in Gewahrsam nehmen kann. Die Rückgabe ber Hund« erfolgt an ihre gehörig leguimirte Sigenthümer oder Besitzer nur innerhalb der nächsten fünf Tage nach bem Einfangen ber Hunde und nur gegen Erstattung der von der Polizeibehörde zu bestimmenden Futterkosten.
Die binnen der genannten Frist nickt ausgelösten Hunde werben zu Gunsten der Gemeindekaffe veräußert ober getödtet. Durch vorstehende Bestimmung wird bas gegen bie Eigenthümer ober Besitzer ber Hunbe wegen Übertretung ber Vorschriften dieses Reglements bezw. der Verordnung vom 16. November 1874 die Hundesteuer betreff, einzuleitende Strafverfahren nicht berührt.
§ 7. Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen dieses Reglements werden, insofern nicht die oben citirten Bestimmungen des Polizeistrafgesetzes ober des Reichsstrafgesetzbuchs An- wenbung zu finbtn haben, mit Geldstrafe bis zu dreißig Mark bestraft.
öermifebtee.
Karlsruhe. Die aus amtlichen Quellen kommenden Mitthellungen über die Ernte- AuSsichten im Großherzogthum Baben im Jahre 1881 lauten übereinstimmend sehr günstig. Das Wmtcrgetrride ist fast überall in befriedigendem Zustande, wenn auch an einzelnen Orten Mäusefraß dem Roggen geschadet hat. Man erwartet eine gute Körnerernte, wogegen die Stroh» ernte unter dem Durchschnitt bleiben dürfte. Der Reps steht im Allgemeinen gut, nur im Kreis Offenburg flogt man über Schaden durch ben Glanzkäfer. Die Sommerfrucht läßt nichts zu wünschen übrig. Weniger günstig lauten die Berichte über Futtergewächse. Klee und Luzerne haben durch Mäusefraß an vielen Orten gelitten. Die trockene und kühle Witterung der letzten Monate hat, mit Ausnahme der Wafferwiesen, ben Hruwuchs beeinträchtigt, der wohl unter Durchschnitt bleiben wird; nur im Schwarzwald steht «ine befriedigende Heuernte zu erwarten. Die Berichte übet dir Hackfrüchte lauten günstig. Der Stand ber Reben ist sehr erfreulich, an vielen Orten rechnet man auf einen vollen, tn der Mehrzahl jedenfalls auf einen mittleren Herbst. Von den Obstbäumen versprechen Kirschenbäume ben reichlichsten Ertrag, Steinobst unb Nußbäume haben durch bie kühle FrühjahrSwitterung gelitten Auch machen sich jetzt erst recht die Nachweben der Winterkälte von 1879/80 geltend, Infolge deren manche Bäume jetzt erst absterben, nachdem unmittelbar durch ben Frost große Lücken in die Baumbestände gerissen worden sind.
Stromberg, 18 Juni. In der letzten Woche wurde in einem der Wolff'scken Kalksteinbrüche hier ein interessanter Fund gemacht In einer Höhle, wie sie tn den Kalkfelsen häufig Vorkommen, fand man das Knochengerüst eines Höhlenbären. Nach der Größe und Stärke der Knochen zu schließen, muß das Thier mindestens 2,5 biS 3 M. lang und fast 2 M. hock gewesen sein. Die Zähne, deren 16 an der Zahl gefunden wurden, sind von gewaltiger Größe. Ueberreste dieser vorweltlichen Art werden in ben sogenannten Knochenhöhlen, Klüften oder Grotten, die vorzüglich tn Kalkformationen am Gehänge bet Thäler Vorkommen, in Deutschland, England unb Frankreich gefunden. Nach Bronn ist die Menge der Knochen von Höhlenbären jeden AlterS in manchen Höhlen so groß, daß auf Hunderte von Individuen geschloffen werden muß. Diese mögen theils gleichzeitig, theils in einander folgenden Generationen Dort gewohnt, ihre Beute eingetragen haben und endlich auSgestorben sein. Der Höhlenbär war Zeitgenoffe des Mammuth.
Köln, 21. Juni. Die Sprengung ber Bresche in der Stadtmauer am 11. d. M.» welche durch das Westfälische Pionier-Bataillon Nr. 7 aus Deutz bewerkstelligt worden ist, geschah in folgender Weise: In die Futtermauer des sogenannten Seilerwalles, ^nach der Wallstraße zu, wurden vier Minen gelegt, die mit je 5 Kg. Pulver geladen wurden; unter dem Halbthurme wurden fünf Oefen angebracht, von denen zwei mit je 12, einer mit 20, einer mit 60 und einer mit 61 Kg. Pulver geloben wurden. Im Ganzen sind fofnit 185 Kg. Pulver • bei der Sprengung zur Verwendung gelangt; die Ladungen waren nach den bezüglichen Vorschriften, doch in Anwendung berechtigter und weiser Vorsicht so berechnet, daß man es vorzog, eher eine zu geringe Wirkung zu erzielen, aI8 irgend einen Unglücksfall hervorzurufen, was


