Einzelbild herunterladen

benfle für »»begründet. Dieselbe habe weder eine Frühgeburt gehabt, noch fei ße tobt, noch habe je irgend eine Tortur stallgesunden. Wie eS heißt, wird der Marquls Tseng demnächst nach Petersburg »urückkehren behuss Aus­wechselung der Ratificationen deS russisch -chtnestschea Vertra-s.

Marseille, 24. Mai- Der Geldwechsler Amoretti hler ist gestern wegen dringenden Verdachts, falsche Schweizer Münzen angesertizt zu haben, auf dem hiesigen Bahnhof« verhaftet worden. Seine Handlungtbucher und mehrere Säcke mit Geld wurden m seiner Wohnung mit Beschlag belegt.

Berlin, 24. Mat. In der am 23. d. Mts. unter dem Vorsitz- des ; Staat-Ministers v. Bötltcher abgehaltenen Sitzung des Bundesrathe« gelangten Mittheilungen des Präsidenten des Reichstags über die Beschlüsse des Reichs- | laas betr. us den Entwurf eines Gesetzes wegen Besteuerung der zum Mili­tärdienst nicht herangezogeuen Wehrpflichtigen, b) den Entwurf, eines Gesetzes wegen Bezeichnung des Raumgehalts der Gesäße, m denen Flüssigkeiten zum Verkauf kommen, c) Petitionen wegen Besitzstörungen aus Anlaß von Artillerie. Schießübungen und d) Petitionen wegen des Schutzes nützlicher Vögel, zur Vorlage, von welchen die Resolution zu c) dem Herrn Reichskanzler und die- ienige zu d) den mit der Prüfung der Frage der Emanation eines Vogel« chutzaesetzeS befaßten Ausschüssen überwiesen wurde, während über den Gesetz« entwurf zu b) in einer der nächsten Sitzungen Beschluß gefaßt werben soll. Der von der königlich sächsischen Regierung etngebrachte Gesetzentwurf wegen Abänderung des Zolltarifs bezüglich der unbedruckten und bedruckten Tuch« und Zeugwaaren, erhielt mit einigen von den Ausschüssen für Zoll« und Steuerwesen und für Handel und Verkehr empfohlenen Modificationen die Zustimmung. Auf den Bericht der zuständigen Ausschüsse wurde ferner be- schlossen: a) Karbolsäure zur Denaturirung des zu landwirthschastlichen und gewerblichen Zwecken bestimmten SalzeS behusS Erlangung der Steuerfreiheit für das letztere zuzulassen, b) dem von der städtischen Bank zu Breslau ge­stellten Anträge auf Genehmigung einer Erweiterung ihres Deposttengeschäfts zu entsprechen, c) eine auf die Genossenschaften mir beschränkter Haftung be­zügliche Eingabe dem Herrn Reichskanzler zu überweisen.

Petersburg, 24 Mai. lieber die vom Kaiser einer Deputation der hiesigen iüdischen Gemeinde heute in Gatschma erteilte Audienz wird weiter gemeldet: Der Kaiser empfing heute Miltag 12 Uhr eine aus 5 Mitgliedern der hiesigen jüdischen Gemeinde bestehende Commission, an deren Spitze Baron Günzburg und der Director Sack von der Discontobank standen. Die Deputation wurde vom Bahnbof in Gatschlna im fiofroagen abgeholt, im Palais des Kaisers vom Grasen Worouzow-Daschkon em- vfanaen und sodann in das Vorzimmer vor dem Cabinet des Kaisers geleitet, wo der Kaiser die Deputation allein empfing- Baron Günzburg stellte dem Kaiser bie übrigen Mitalieder der Deputation vor und richtete dann eine kurze Ansprache an den Kaiser, in welcher er für den den Juden bisher erteilten Schutz dankte und um den weiteren Schutz derselben bat- Der Kaiser unterhielt sich mit jedem einzelnen der Deputaten äußerst huldvoll und gnädig, hörte in zwangloser Unterhaltung Alles an, was die Deputtrten oorbrachten, forderte dieselben auf, >hm ihre Bitten und Anliegen durch den Minister des Innern schriftlich zugehen zu lassen und sagte zum Schlüsse, die Deputation möge allen ihren Glaubensgenosten mlttheilen, daß für ihn irgendwelche Unter,chlede zwischen treuen Untertanen in Bezug auf das Resigwnsbekenntniß und die Nationalität nicht eriftirten, daß die Judenverfolgungen nur em äußerer Vorwand feien und daß er wohl wisse, wie die Juden und Christen lange Zeit hindurch in Frieden neben einander gewohnt hätten- Die Deputation kehrte von dem Empfange des Kaisers im höchsten Maße befriedigt nach Petersburg zurück. v x

Bei der Audienz, welche der Kaiser den Vertretern der Petersburger iüdischen Gemeinde, Baron Günzburg, Bankiers Sack und Passower m Gastchina gewahrte hielt Baron Günzburg eine kurze Ansprache:Wir schätzen uns glücklich, Ew-Majestät namens der israelitischen Unterthanen die Gefühle der Loyalität, der Ergebenheit und Dankbarkeit für die zum Schutze der Israeliten getroffenen Maßnahmen darzubringen. Ein Wort von Ew- Majestät wird alle Beunruhigungen zerstreuen. Wir sind ubcr- reuat daß Ew- Majestät alle Ihre Unterthanen mit derselben Gnade und Liebe ohne Unterschied der Race und Religion umfassen.- Der Kaiser erwiederte: daß er wohl verstanden ,ei und daß Unterschiede für ihn in Bezug auf feine treuen Unterthanen nicht eriftirten, welches auf ihre Religion und ihre Race sei. Die Juden hatten un- alücklicher Weise den Vorwand für Ruhestörungen im Süden abgegeben- Man müsse in dieser Hinsicht jedoch berücksichtigen, daß dort specielle ökonomische Zustande eine Ausbeutung des Bauern durch die Juden ermöglichen. Hieran» wies em Mitglied der Deputation auf den Umstand hin, daß die vorhandenen Uebel eine Folge der Eingrenz- una der Juden auf bestimmte Punkte des Reiches seien. Die Juden, vorwiegend Gewerbetreibende änden bei den armen Bauern keine Gelegenheit zu anderer Gewerbs- tbätiafeit als zu dem Beiriede der Schankwirthschaft. Die Israeliten hofften, daß diese Eingrenzung der Juden beseitigt werden würde. Der Kaiser erkannte an, baß m bein Gesagten viel Wabres liege und sprach den Wunsch aus, daß bic geäußerten An­schauungen in einem Memorandum dem Minister des Innern dargelegt würben. Die Aufnahme der Deputation war von Anfang bis Enbe eine überaus gnadenvolle.

Sie Ortsvichversicherungsverliände im Großherzogihum Hessen.

qu Ende des Jahres 1880 angestellte amtliche Ermittelungen haben ergeben, daß im Großherzogthum Hessen zu dieser Zeit 369 Viehversicherungsverbände cx.sUrten: 298 hiervon sind Rmbviebkasscn, 33 Pferdekassen und 38 Kasten für Pferde und Rind­vieh. Bei 15 Viehkassen fehlt die Angabe des Versicherungskapitals. Dieselben schlagen ihre Prämien nicht auf das versicherte Kapital, sondern^ auf die Stückzahl der ver­sicherten Thiere aus und enischädigeii theils bestimmte Summen für gewisse Thiere, tbeils lassen sie erst im Entschädigungsfall eine Taxation emtreten Von den übrigen 354 Verbänden beträgt das Gesammtoerficherungskapital 15,166,828 JL. Auf einen dieser Verbände kommt mithin ein durchschnittliches Versicherungskapital von 42,844 JL Der höchste in den letzten Jahren zur Erhebung gelangte jährliche Prämiensatz beträgt 7 Procent des Versichcrungskap'.tals, der niederste 0,10 vCt- Aus sämmtlichen Prämien­sätzen berechnet sich ein durchschnittlicher von 1,63 pCt. Der größte Theil der Verbände entschädigt immer nur einen gewissen Theil des versicherten Capitals. Die zur Aus­zahlung gelangende Entschädigungssumme, welche zwischen Vz und Vi des taxirten Werthes variirt, berechnet sich durchschnittlich auf 8/i0.

Von den drei Provinzen bat die Provinz Oberhessen die meisten Viehkaffen, nämlich 171 Rindviehkasten, 21 Pferdekafsen und 22 Kassen für Pferde und Rindvieh. Von diesen 214 Viebkassen weisen 205 ein G sammtoersicherungskapital von 9.122,427 auf Die übrigen 9 gehören zu den obengenannten 15, welche kein bestimmtes Ver- ficherungskapital aufnehmen. In zweiter Linie steht bie Provinz Starkenburg mit 120 Rinbviebkasten, 10 Pferdekafsen und 13 Kassen für Pferde und Rindvieh. Von diesen 143 Viehkassen haben 139 em Gesammtversicherungskapital von 5,496,193 JL. Rhein- hessen bat die wenigsten Vi hkassen. nämlich nur 7 Rindviebkassen, 2 Pferdekasten und 3 Kasten für Pferde und Rindvieh. Von diesen 12 Viehkassen haben 10 ein Ver­sicherungskapital von 548,208 v4L Hier gehören 2, in Starkenburg 4 zu den Kassen ohne bestimmtes Versicherungskapital. An Versicherungskapital kommt mithin durch­schnittlich auf eine Piehkasse in Oberbesfen 44,500 JL, in Starkenburg 39,541 JL und in Rheinhessen 54,820 JL

Von den einzelnen Kreisen besitzt der Kreis Gießen die meisten Viehkasten, näm­lich 58 Rindviehkassen, 7 Pferdekasien und 9 Kasten für Pferde und Rindvieh mit einem Gesammtoersichernngskapital von 3,537,525 X. Nack diesem kommt der Kreis Friedberg mit 45 Rindviehkasskn, 6 Pferdekafsen und 10 Kasten für Pferde und Rind­vieh mit einem Versicherungskapital von 2,688,755 JL Der einzige Kreis, welcher gar keine Ortsviebkassen aufzuweisen hat, ist der Kreis Bingen.

Mit Ausnahme zweier Pferdcversicherungsoerbände sind sämmtliche hier auf; gezählten Versicherungsoerbände Ortsoerbände. ,,

Die beiden Pferdeversicherungsverbände haben aus dem Gmnde vier Aufnahme gefunden weil sie auf denselben Grundsätzen beruhen, wie die Ortsoiehkasten. Wie diese sind sie nämlich nicht in speculativer Absicht gegründet, sondern bilden reine

Pnvatverbände, welche unter der Selbstverwaltung der Mitglieder stehen und gar keine Verwaltungskosten verursachen. Es sind dies 1) die Pferdeversicherungsanstalt für den Kreis Alsfeld und 2) diejenige für den Kreis Lauterbach. Die erstgenannte beliebt fett 1867 und hatte ,m Jahr 1880 ein Capital von 214.260 JL versichert. Die fett der Gründung des Verbandes erhobenen jährlichen Prämien, von welchen die entstandenen Schäden mit 80 pCt., außerdem aber auch noch bie Curkosten bestritten werben und aus benen endlich auch ein beständiger Reservefond in der Höhe von 3 pCt- des Ver­sicherungskapitals unterhalten wird, haben zwifchen V, pCt. und 2 pCt- des Versicher­ungskapitals betragen. Seit dem 14jährigen Bestehen stellt sich der Durchschnitts- prämiensatz auf 1,66 pCt. jährlich. Die Pferdekasfe für den Kreis Lauterbach existin feit 1875. Das Versicherungskapital derselben betrug im Jahr 1880 155,280 JL Der jährliche Prämiensatz ist 2 pCt., der Reservefond beträgt 3400 «X.

Von Ortsviehkassen dürste noch besonders zu erwähnen sein die für Pferde- und Rindviehversicherung bestehende Kaste zu Roßdorf im Kreise Darmstadt Dieselbe be­steht seit 1832, zahlt gegenwärtig 233 Mitglieder, welche mit 727 Thieren und einem Versicherungskapital von 341,031 JL versichert sind. Bet Schadenfällen wird 75 pCt. bes versicherten Capitals entschäbigt. Die Prämien betrugen in ben letzten 5 Jahren einmal 1 pCt. und viermal 1/2 pCt-, also durchschnittlich 0,60 pCt- jährlich. In ben letzten drei Jahren sind in dieser Kasse 30 stück Vieh mit 5779.50 je entschädigt worden.

Wenn die hier gemachten Angaben auch nicht in jeder Hinsicht Anspruch auf absolute Genauigkeit und Vollständigkeit machen können, so bürgt doch für deren an­nähernde Richtigkeit wenigstens der Umstand, daß die Erhebungen mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit auf amtlichem Wege gemacht worden sind.(Darmst. Ztg.)

Lokales

Gießen, 25 Mai. (Sterblickkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 15. bis 21. Mot belief sich im Ganzen auf 10. ES wurden 6 erwachsene Per, fonen betroffen und wurde bei diesen als Todesursache bezeichnet: Lungenentzündung, TvphuS, Krebs, Gallenstein, Bauchfellentzündung, Altersschwäche. Von 3 Kindern, welche sich im 2. Lebensjahre befanden, starb eins an häutiger Bräune, eins an DiphtheritiS, ein« an Lungen­schwindsucht. Ein Kind im ersten Lebensjahre erlag der häutigen Bräune. G.

Vermischtes.

Frankfurt a. M., 21. Mai. In Deutschland scheint sich nun auch derSpleen- bemerkbar machen zu wollen. Aus gar manchen in der Neuzeit in'S Leben gerufenen In« sti»utionen läßt sich dies schließen. So wurde in Berlin ein Verein der Kahlköpfigen qegrünbet. Auch unser Frankfurt, das sonst eigentlich ziemlich bei klarem Verstände zu sein pflegt, weist eine Gründung auf, bei der man in der Lage ist, diesen Satz auSsvrecken zu müffen. Haben sich da einige Interessenten zusammeng'than, in der Absicht, einen Hänaematten-Verein, der seine - Sitzungen können wir doch nicht sagen also seineMüdigkeit" bei dem Schlage der Vögel im Biegwalde ausschlafen will, zu gründen. Wir wünschen den Theilnehmern viel Vergnügen. Möchten die Stricke, aus denen die Matten gefertigt sind, recht dauer­hafte sein.

sOriginelle Grabschrift.j Auf dem Friedhöfe zu W ... in Tyrol findet man auf einem Grabstein ein Kästchen befestigt mit einer kleinen Thür, auf der ist zu lesen: .Wanderer, mach's Thürle auf 1" und innen:Hier liegt Herr Thomas Hasenauf Gott schenke ihm die ew'ge Ruh'! Jetzt mach' das Thürle wieder zu!"

Göttingen, 20. Mai. Trotz der sehr erregten unter Bürgern und Studenten berrsch-n ben Stimmung verlief die vorige Nacht sehr ruhig. Eine Compagnie der hiesigen Garnison zog die ganze Nackt in Zügen von zehn Mann durch die Straßen in Marschgepäck; jedem der Soldaten waren 40 scharfe Patronen ausgehändigt. Wie ernst man benAufstand" nahm, geht daraus hervor, daß die vor der Stadt befindlichen Pulverkarren auf den Lasernen'wf gebracht wurden und dos ganze Militär in Marschgepäck die Nacht in der Laterne zubrachte. (Die frühere Angabe, daß in der Nacht zum 17. d. M. zwei Compagnieen Soldaten einge- schritten seien und einige hundert Platzpatronen verschossen hätten, war nickt richtig. Ein militärisches Einschreiten war zur Wiedeiherstellung der Ordnung nicht erforderlick; eine Militärratrouille, welche bei der Verhaftung von Excedenten außerhalb der Stadt mitwirkte, kam nicht in die Lage von der Waffe (gebrauch machen zu müffen, und Platzpatronen waren überhaupt von keiner Truppenabtheilung oder Patrouille geführt worden ) Da die Bürger­schaft mit Recht fürchtet, baß biese unliebsame Geschichte ähnlich, wie 1*49, übel auf den Besuch bet Universität einwirken wirb, soll sie, wir bet Magd. Ztg. geschrieben wird, eine Petition mit der der Studenten zusammen einreichen wollen.

Literarisches.

Don der seit Kurzem im Verlag von Th Dietrich LE o. in Eassel erscheinen­den illustrirten Wochenschrift .Garten- und Blumenfreund^, beraußgegeben von Dr. H. Möh l, liegt uns die soeben erschienene Nr. 6 vor. Aus dem reichhaltigen und gediegenen Inhalt dieser Nummer heben wir besonders b-rvor: Die Palmen zur Zimmereultur <mtt Illustration). Die Champion-Kartoffel (Fortsetzung). Baumphyfiologiscke Bedeutung d's kalten Winters 1879 80 (Fortsetzung). Myrsiphylium aapar^giodes. Willd. (mit Illu­stration). Acer: Acer Negundo fol. var. (mit Illustration). Acer UUricum var. Ginnala (mit Illustration). Gemeinnützige Mittheilungen.

Sehlffaberteilt. Mitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Blorb

E. W. Dietz in Gießen.

Bremen, 21. Mai (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Eapt. C. Undütsch, vom Norddeutscken Lloyd in Bremen, welcher am 8. Mai von Bremen und am 10. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 24. Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer HabSburg, Eapt. R. Ringk, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. Mai von Bremen abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Kirchliche Anzeigen

der evangelischenGemeinde juGießen.

Gottesdienst:

Donnerstag den 26. Mai, Himmelfahrtfest:

Morgen- 9*/i Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Nachmittags 2 Uhr in der FriedhofSkapelle: Pfarrer Schlosser.

Todes Anzeige.

Heute Morgen 11 Vr Uhr entschlief sanft nach kurzem Kranken­lager und zwanzigjähriger treuer Thätigkeit als Köchin in unserem Hause

Marie Scholl.

Gießen, den 24. Mai 1881.

Familie Noll.

Die Beerdigung findet am Himmelfahrttage, Nachmittags 4 Ubr, von der Pulvermühle aus statt. (3662

I