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aus einen Tisch seine- Zimmers gelegt hatte. Glücklicherweise waren es grüß' > tenthetls Werlhpaptere, die aus leinen Namen lauteren.

England.

London, 19. Januar. London ist durch ungeheuren Schneefall seit gestern von der Außenwelt nahezu ab^eschnitten. Telegraphie und Postendienst mit Festland und P ovinzen sind gestört; der Verkehr in den Straßen ist schwierig. Dover, Portsmouth und andere Häfen waren wegen Sturmes gestern unerreichbar. Die Springfluth der Tyemse überschwemmt überdies mehrere Quartiere, wobei sie gewaltigen Schaden anrichtete.

London, 21. Januar. DasReuterssche Bureau" meldet aus Buenos- Ayres: Die chilenische Armee griff vor der Einnahme Limas die Peruaner bei Miloflores an. Präsident Pierola rettete sich durch die Flucht; deffen Bruder und der peruanische KttegSrntntster wurden gefangen. Die Zahl der an der Schlacht betheiligten Peruaner betrug 25 000, obschon dieselben in der Schlacht bei Chorillos bereits 700 Todte und 2000 Gefangene verloren haben sollen. Die Chilenen haben ebenfalls große Verluste erlitten. Die Chilenen besetzten daraus ohne ein neue- Gefecht Lima am 17. Januar. Das Diplo- maten-Corps in Lima bemüht sich um Abschluß eines Waffenstillstandes und verlangt die Respecttrung deS Präsidenten Pierola.

Belgien.

Brüssel, 18. Januar. Die Deputirtenkammer hat heute ihre zu Weih- I nachten ausgesetzten Berathungeu wieder ausgenommen; deS schlechten Wetters wegen waren aber nur etwa 40 Mitglieder erschienen. Der Schneesturm hatte die Eisenbahnlinien unwegsam gemacht, zwischen Mecheln und Weerde war ein Zug entgleist, desgleichen einer diesseits Charleroi. Auch von Lüttich her war nicht durchzukommen; nur von Verniers fehlte Niemand. In hiesiger Stadt steht es heute sehr wüst aus, der eistge Wind jagt den Schnee durch die Straßen, nur wenige Menschen wagen sich aus den Häusern. Der 63jäh- rige Oberleiter des stenographischen Bureaus. Deliöge, stürzte, als er sich eben zur Kammersttzung begeben wollte, vor dem Auswärtigen Amt zur Erde und blieb auf der Stelle tobt. So begann denn die Sitzung bei sehr gedrückter Stimmung. Die Vertreter Namurs, Waffetges und Tournays stellten an den Minister der öffentlichen Arbeiten die dringliche Frage, was die Regierung zur Abwehr der durch die großen Ströme, insbesondere durch die Maas, ver- ursachten Waffersnoth zu thun gedenke. Sainctelette bemerkte, ausnahmsweise sei die Witterung dieses Winters so schlecht, wie sie seit 50 Jahren nicht ge­wesen, die dadurch entstandene große Roth habe aber auch die Regierung schon veranlaßt, Maßregeln zu treffen, welche verhüten könnten, daß die Ströme wieder solche Verwüstungen anrichten. Hierauf beschloß die Kammer, sich auf eine Woche, bis zum nächsten Dienstag zu vertagen. Für die Ueber- schwemmten find bereits 51,000 Frcs. gesammelt worden. Der Erzherzog Rudolf von Oesterreich ist hier bei Hofe zum Besuche eingetroffen. (K. Ztg.)

Rußland.

Petersburg, 19. Januar. In Rußland lenkten in der verfloffenen Woche namentlich die Kämpfe des Generals Skobelew bei Geok Tepe die all­gemeinste Aufmerksamkeit aus fich. Nachdem stch der General zur förmlichen Belagerung des festen Platzes entschlossen und bereits drei Parallelen ausge- hoben hatte, haben die Turkmenen zweimal mit aller Macht Ausfälle unter­nommen, bet denen es ihnen, allerdings nur zeitweise, gelang, sich in den Besitz der russischen Werke zu setzen. Der überlegenen Kriegskunst der Russen mußten sie schließlich immer wieder weichen, jedoch nicht, ohne den Russen empfindliche Verluste zugefügt zu haben. General Skobelew berechnet die Zahl der Tobten und Verwundeten in beiden Gefechten auf über 350 Mann, doch scheint diese geringe Zahl bei der großen Heftigkeit und der langen Dauer der Kämpfe der Wirklichkeit unmöglich entsprechen zu können. Der Hauptsturm auf die Festung wird täglich erwartet. In Kiew ist abermals eine nihilistische Druckerei aufgehoben worden. DerRegierungsbote" veröffentlicht einen aller­höchsten Ukas, nach welchem durch Zahlung der Reichsrentei an die Rrichsbank die Bestreitung der Ausgaben aus 400 Millionen Rubel zu vermindern sind. Die übrig bleibende Schuldsumme ist mit 50 Millionen jährlich zu tilgen. Die in den Kassen befindlichen Creditbillets find dem entsprechend zu vernichten. Der , Regierungsbote" veröffentlicht ferner das Reichsbudget für 1881 ; das­selbe gleicht stch in Ausgaben und Einnahmen mit 717,461,609 Rubel aus.

Montenegro.

Cattaro, 21. Januar. In verflossener Nacht schlug der Blitz in ein montenegrinisches Pulvermagazin zu Antioari. Mehrere Häuser wurden -er- kümmert, 20 Menschen kamen um.

Amerika.

17. Januar. In New-Mexico wurde eine Postkutsche von 40 Indianern angegriffen. Die Leichen des Kutschers und vier der Passa­giere, dreier Männer und einer Frau, wurden in verstümmeltem und halb ver­branntem Zustande aufgefunden. Zur Verfolgung der Uebelthäter wurden Truppen ausgesandt. Die Bergstadt Alta Utah ist durch Lawinen fast gänzlich zerstört worden; es sollen dabei 10 Personen umgekommen fen.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. b-rresvondenz-Bureau.

London, 21. Jan., früh. Das Unterhaus hat die Adrisse in erster und zweiter Lesung ohne Abstimmung angenommen.

Paris, 21. Jan. Btt dem Banket der Svndicatskammer der Wein- Händler hielt Gambetta eine Rede, deren Hauptpnfsus hier folgt: Frankreich wolle eine rationelle und fortschrittliche Wesse der Politik trotz des Lärmens derjenigen, welche unwillig seien, daß man stch weigere, ihnen zu folgen. Wir werden eine Demokratie begründen, welche ebenso ergiebig und mächtig als irgend eine Dynastie ist. Die Demokratie ließ seit dem 4. September 1870 durch Thaten erkennen, daß ste nicht mehr anarchistisch und unfruchtbar sein wolle. Gambetta glaubt, das Jahr werde in größter Ruhe verlaufen.

Paris, 21. Jan., Abends. Deputirtenkammer. Gambetta dankt für seine Wiedererwählung zum Präsidenten und erklärt: die Kammer werde stch nicht vertagen, ohne die Presse zu emanctpiren und das Versammlungsrecht zu sanctioniren. Die Kammer vollende ihre Aufgabe inmitten tiefen Friedens, welcher durch keinerlei Abenteuer bedroht und durch den Geist der republika­

Nischen Regierung selbst garantirt sei. Nach Vollendung ihres Werkes werde die Kammer mit Vertrauen stch vor dem allgemeinen Stimmrechte präsentirerr können.

Lokales.

Gießen, 22. Januar. (Sitzung der Stadtverordneten vom 20. ds. Mts.j Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herren Beigeordneten Keller und Heß; von Setten der Stadtverordneten die Herren: Batst, Hanstetn, Homberger, Hoch, Kauf, Lüde- ktng, Ad. Noll, Äug. Noll, Petri, Pfannmüller, Scheel, Schopbach, Vogt und Wortmann. Von Seiten Großh. Polizeiverwaltung ist der Entwurf eines Reglements eingegangen, welcher das Gewerbe derjenigen Personen betrifft, welche auf öffentlichen Straßen und Plätzen ihre Dienste anbteten. Dieser Entwurf ist ipcctell für die­jenigen Personen ausgrarbeiter, welche während des Winters auf dcn Schlittschuhbahncn tbätig sind. Hiernach sind zum An- und Abschnallen von Schlittschuhen, Kebren und sonstigen Dienst« leistungen nur solche Personen zulässig, weiche die erforderliche Conc.ffion hierzu Haden. Die Taxen für derartige Verrichtungen betragen: für das An- und Abjchnallen von Schlittschuhe« 5 pro Peison, für Bahnkehren 3 bei Scknee 5 H für jeden Schlitten 1" Kinder unter 14 Jahreu bezahlen nichts. Dieses Reglement wurde genehmigt mit dem Zusätze, baß diejenigen Personen, die ohne Schlittschuhe das Eis betreten, von jeder Zahlung befreit sein sollen. Das Resultat der von Herrn Prof. Dr. Lau bcnhetmc r vorgenommcnen Unter­suchung des TrinkwafferS auS der Trinkwafferleitung wurde bekannt gegeben und hat sich ergeben, daß das Waffer zum Trinken durchaus geeignet ist. Ein Gesuch in Betreff der Erhebung des Octrois von Branntwein wurde an die Finanzdcputation verwiesen. Zur Anschaffung zweier Rodemaschinen für die städtischen Waldungen wu.de Genehmigung er» theilt. Der Bedarf an Holz und Braunkohlen für die städtischen Schulen und die Hand­werkerschule wird genehmigt. Die Rechnung vom Jahre 1879 tojxb der Finanz-Deputation überwiesen. Rach dem Voranschläge der evangelischen Kirche für 1881/82 hat die Stabt den Betrag von X 12.500 zu leisten, worunter die auf X 7800 veranschlagten Kosten des inneren Umbaues der Stadtkirche einbegriffen sind. Der Voranschlag wird der Finanz- und Baudeputation übeiwiesen. Der Voranschlag der Armenkaffe pro 1881'82 beträgt 41601 X gegen 32042 X 44 im vergangenen Jahre. Die Mehrausgabe findet ihren Grund in der % jährigen Etatsperiode, nach welcher auch der Voranschlag für die evangelische Kirche bcmeffen ist. Der Voranschlag für die städtischen Schulen über die sachlichen Be- dürfniffe mit 1840 X wird genehmigt. ' Nach erstatteter Anzeige Großh. Polizeiverwal­tung hat W. Dietrich eine s. Z. gelegentlich des Baues des Justtzgebäudes von dem Fleisch: waarenhändler Textor benutzte Hütte, die nach Beendigung des Baues des Justzgebäudes in einem Garten auf dem Nahrungsberg aufgestellt wurde, von idem Schneidermeister Loth käuflich erworben und wohnlich eingerichtet, auch mit Feuerungsanlage versehen. Da dieses nach den bestehenden Gesetzen nicht zulässig ist, schließt sich die Stadtverordneten - Versammlung dem Anträge Großh. Polizeiverwaltung auf Entfernung resp Nichtgenehmigung einer Feuerungs- Anlage an. Dem Gesuch des Fuhrmann L u dw Pfaff um Erlaubntß zur Anlage einer Einfriedigung wird Genehmigung ertheilt. desgleichen demjenigen des Photographen Woo ve um Erlaubntß zur Erbaung tinel Wohnhauses mit Stallungen mit dem Vorbehalt, daß die Stadt keinerlei Verbindlichkeit bezüglich der S'raße und deren Beleuchtung übernimmt und demjenigen des Casp. Svies, Erbauung eine- Hintergebäudes betreffend. - Auf das Gesuch des G g. Conr S t m o n, den städtischen Bauplan bett., wobei es sich auch um die Erhaltung von Verbindungswegen von der über die P ip'scke Schanze führenden «Straße nach den Grundstücken des Gesuchstellcrs handelt, beschließt die Versammlung Beitritt zu dem Beschlusie der Baubeputation, vorerst auf das Gesuch nickt einzugehen. Dem Gesuche des Peter König um Pflasterung des Trottoirs vor feinem Hause wird entsprochen. DaS Gesuch von Bewohnern der Frankfurter Straße um Verbeffernng des Straßeubauquets von der Veterinäranstalt an bis an die letzten Häuser wird abgelehnt, für Die Verbesserung deS Erdkauterweges 525 X bewilligt. Dem Gesuche mehrerer Bewohner der Asterwegstraße um Herstellung dieser Sttatzc bis au die Steiustratze, Aufstelleu von Laternen rc. tritt die Versammlung dem befürwortenden Vorschlag bei daß die Cbaussirunq der Fadrbabn bzS verlängerten Asterweqes ausgefüh'.t werde. Die Kosten für Herstellung der Pumpe im Rathhauskeller, für Reparaturen an der Turnhalle, sowie die Decretur verschiedener Kosten­rechnungen werden genehmigt und schließlich dem Gesuche der Gioßy. Handelskammer ent­sprechend derselben ein Zimmer im Bürgermeistereigebäude gegen eine zu entrichtende jährliche Lliiethe von X 100 überlasten mit vierteljährlicher Kündigung.

Gießen, 22. Jan. Wie wir von zuverlästiqer Sette hören, ist für da8 nächste Son» cert desConcertvereines", Sonntag, den 30 Januar, das Auftreten des berühmten Violln- Dtrtuosen Herrn Emil Säuret gesickert und sehen wir mit Spannung der Veröffentlichung des Programmes entgegen.

Heute Mittag </21 Uhr entstand Feuer in der Engrlapo'heke. Aas dies bei einer Temperatur von beinahe 15O heißt, wird wohl J'dem einleuchten. Dank dem raschen Eingreifen von Nachbarn und der Feuerwehr konnte der Brand nicht zum Ausbruch kommen und beichränkte sich derselbe auf ein Schlafzimmer, in welchem Die B tten verbrannten. Der alte Spruch:Bewahrt das Feuer und das Licht" dürfte bei anhaltendem Froste mehr denn je zu beherzigen sein. Wenn das Feuer zur Nachtzeit ausgebrochen wäre, hätte entsetzliches Unglück entstehen können.

Vermischtes.

Wetzlar, 21. Januar. Esn fckwerer Unglücksfall hat sich gestern Abend bei Niedern­biel zugetragen. Sieben Emwobner aus genanntem Orte, welche von ihrem Tagewerk heim- kehrten, waren im Begriff, über die Lahn zu setzen, alS das kleine sie beherbergende Fahrzeug umicklug. Fünf der im Nachen befindltcken Personen, vier Männer und ein Knabe, ertranken; nur zwei waren so glücklich, sich zu retten.

Don dem Brande eines Affenhauses wird aus Hannover berichtet. Man schreibt nämlich von dort: Der zoologische Garten bot am Sonntag Morgen nach 3 Ubr ein ebenso tnterestantes wie schauervolles Schauspiel. Das Affenhaus ctannte und die Hellen Flammen leuchteten in der dunklen Nacht weithin durch die schneebedeckten Baumgruppen, schlugen auf einige Zeit hoch über die Bäume empor Ehe den Jnsaffen, deren Geschrei w-lthtn durch die Stille der Nackt hallte, Hülfe gebracht werden konnte, waren sämmtliche Affen und ein Alli­gator bereits erst'ckt. Nur die in dem unteren Raume befindlichen Hunde konnten noch gerettet werden. Nahrung war dem Feuer dadurch gegeben worden, daß am Sonnabend Heu in daS Gebäude gekommen. Die Heizungsräume sind jedoch vollständig unversehrt geblieben, es kann also das Feuer nicht von den letzteren ausgegangen sein. Auch die Auß nkäfige sind nur un­bedeutend beschädigt worden Das Gebäude ist bei der Elberfelder Feuerversicherungsgesellschaft mit 18,000 X versichert, die Tbtere, 32 Affen und ein Alligator, sind unversichert. Der größte Verlust besteht jedoch darin, daß die verloren gegangene Äffenfamilie vollständig acclima» tisirt war und der jährliche Abgang vollständig durch Zucht gedeckt werden konnte. Es gehört eine lange Reihe von Jahren dazu, um einen so gearteten Bestand wieder zu erhalten. Wie bereit« früher berichtet, ist auch das Affenhaus im zoologischen Garten zu Antwerpen vor Kurzem ein Raub der Flammen geworden, und auch dort ist die Entstehung des Feuers räthsel- haft, jedenfalls ein seltsames Zusammentreffen.

In Berliner Bauernfängerkretsen erregt eine Nachricht, die aut Monako da'elbst eingetroffen ist, unqebeure Sensation. Zwei Haupimadatore der Berliner Sptelerzunft, welche ibre Opfer nur in Bädern aufzusucken und abzuschlachtcn pflegen die H'rren W. und R., die bereits seit November in Monako, bezw. Nizza sich aufbalten haben dort einem französischen Industriellen im Spiel Die Summe von 104 000 Frcs abgenommen. W. hat vor zwei Jahren den Winter in Spanien verbracht und dort ebenfalls bedeutende Summen im Spiel zusammengeschlagen. Daß der Coup in Monako in der Berliner Spielerwelt vielGenug- tbuung" und auch Neid erzeugt, versteht sich von selbst.

fAuch ein Zweck des SchlittfchuhlaufenS ] Ein etwa lOjährtges, dem Eissport ebenso graziös als energisch huldigendes Backfischlein wurde kürzlich von einem jungen Manne gefragt, weßbalb ibre (etwa 16jährige) Schwester in diesem Winter nicht mehr auf der Schlitt­schuhbahn erscheine. Daß liebe Herzchen gab prompt zur Antwort:Die ha», es nicht mehr nöthig; sie hat sich verlobt!* (Wörtlich l)

Handel und Verkehr.

Gießen, 22 Januar Auf dem beutigen Wockenmarkte kostere Butter per Pfd. X 0.80 biS JKO.95 Hühnereier 1 Stück 7-OH, 2 St. 00 Gänseeier 1 St. 12-13 H. Käse per Stück 58 H Käsematte ver Stück 30 Erbsen 1 Liter 22 H, Linsen 1 Ater 25 H. Tauben da- ßn - 10000 Hübner p. St. X 1.001 50 Hahnen p. ®t. X 1.501.70, Gänse pr. Pfd. 6066 H, Enten per Stück X 1.50-2 00, Ochsenfleisch 66 -00 per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 4550 H, Kalbfleisch 4550 H, Hammelfleisch 5066 Schweinefleisch 6800 Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00-0.00 Zwiebeln p. Ltr X 910, Milch per Liter 16 und 18 Weißkraut 100 Stück X 4.005.00.