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feutrwrrli. mner. Vorstand.
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Ph. Kroeck, oeck__________
iblirles Ammer zu -I -tückrath, Martfeld.
-rr. lf>3. Erstes Blatt. Sonntag den 21. 9lugust 1891
Kießmer «Anzeiger
Aiükigc- nnb Amtsblatt fit Örn Kreis Gießen.
Für tau i 6 4 ul ft r n 6 r B. 18.
•rf$emt täglich mit lutnobme des Montag-.
Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf mit Bringer (ofr.
Durch die Post bezogen viertel jährlich 2 Mark 50 Pj.
Amtlicher Hheil.
Betreffend: Verdacht auf Rotz' und Wura krankhrit bei einem Pferde de- JohS. Müller XXI1L zu Lang-Göns.
Bekanntmachung.
Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß ein Pferd des Johannes Müller XXIII. in Lang-Tön- der Rotz- und Wurmkrarrkheit verdächtig, und daß deßhalb bezüglich diese- Pferdes einstweilen Stallsperre angeordnet worden ist.
Gießen, am 19. August 1881. Großherzogliche- Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.
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Wegen Herstellung de- Straßenpflasters bleibt auch die Strecke von der Wagengosse bi- an den Marktplatz von Montag den 22. d. Mts. an bl- aus Weitere- für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Zuwiderhandlungen werden noch § 366, p. 10 de- R St G. bestraft.
Gießen, den 20. August 1881 Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
_________________I V.: R r a e m e r._____________
B ek a ii ntm ach ung.
Mefundeir. 1 Kinderkragen, 1 Handtuch, 1 Sonnenschirm (vor ca. 3 Wochen aus dem Markt stehen geblieben),- 1 Handtäschchen mit Inhalt.
Zugelaufen : 1 schwarzer Hund mit weißem Hal- u, d weißer Brust.
Gießen, den 20. August 1881. Großherzogliche Poltzeiverwaltung Gießen.
I V.: Kraemer.
Feutichlaud.
GieHen, 20. August. Von geschätzter Seite erhielten wir nachstehenden Artikel zur Ausnahme in unserem Blatt zugestellt:
Rr. 191 diese- Blatte-, Freitag den 19. August, brachte an seiner Spitze einen Leitartikel: „Die Judenhetze", der neben einzelnem Wahren so grobe Unwahrheiten enthält, daß es mir al- eine Pflichtverletzung gegenüber unserer Gemeinde, welche doch den größten Theil de- Leserkreise- diese- Blatte- auS- macht, erschiene, wollte man dazu schweigen und die Gemeinde dadurch zu dem Glauben verleiten, man stimme dem zu, ober wisse wenigstens nichts darauf zu erwidern.
Sehr wahr sagt der Artikel: „Die liberale Partei hat Jahrzehnte die Religion-pflege vernachlässigt." Er hätte, wollte er ^anz offen fein, noch weiter gehen und eS geradezu aussprechen können: Die liberale Par:ei in ihrer großen Mehrheit hat Jahrzehnte lang den religiösen Btstrebungen feindselig gegenüber gestanden. Wenn nun der Artikel oie Religion für „das aller« dringendste und darum wichtigste Bedürfniß eine- Volkes" selbst erklärt und eS anerkennt, daß „keine Partei eine volk-freundliche Mission erfülle.: kann", welche die Befriedigung dieses BedürfntffeS PreiS gibt, sind damit n cht die, welche sich wesentlich um dieser Vernachlässigung der religiösen Ii tereffen willen von der liberalen Partei lo-gesagt haben, glänzend gerechtfertigt? Sie haben damit die fteiheitlichen Grundsätze, welche einst auf ihre Fahre geschrieben zu haben da- große Verdienst der liberalen Partei ist, nicht aufgegeben. Diese fteiheitlichen Grundsätze sind heutigen Tage- ein Gemeingut unsere- Volke- geworden, zu dem mit verschwindenden Ausnahmen alle Parteien stehcn. Der Kampf zwischen den Parteien ist heute nicht mehr ein Kampf um d.e Freiheit, sondern der Kampf um Interessen. Zu diesen Jntereffen gehören arch die religiösen Jntereffen. Wenn bte liberale Partei diese nicht vertritt, so ist eS die Pflicht eines jeden Dolksfreundes, diese „wichtigsten" Ii tereffen nüthigen' fall- gegen die liberale Partei zur Geltung zu bringen, und es ist lediglich politische Heuchelei, wenn man die, welche dies thun, einfach al- Feinde der Freiheit denuncirt.
Aber der Artikel sieht ja gerade die große Gefahr darin, daß di/ liberale Partei die Pflege der Religion den „„Frommen"" oder — richtiger gesagt — den „„Frömmlern"" überläßt. Zum Beweise dafür weist er auf d e gegen die Juden in Pommern und Weüpreußen verübten Gewaltthätigkeüen hm, die er als die „Ausgeburten der religiösen Unwlffenhe.t und Verfolgungsrruth^ kennzeichnet und deren Grund er in „der mangelhaften sittlichen und religiösen Er- ziehung, die wir den Muckern und in katholischen Gegei den den JesuUen verdanken", sucht. Hier gilt e-, dem Artikelschreiber die Maske vom Angesicht zu reißen. Wer, so frage ich, find diese „Frömmler", deren religiöse Erziehung solche Früchte gezeitigt hat? Die religiöte Erziehung geht aus ten den Vertretern der Kirche, in erster Linie von ihren Geistlichen. Die also find dem Artikelschreiber die Volks Verderber, welche das Volk zu Unwiffevheit, Aberglaube und Verfolgungssucht erziehen!! Das mag der Theil der L.beraten, welchen der Artikel wegen ihrer religiösen Gleichgültigkeit den T<;t liest, glauben, weil sie jede Religion für Aberglauben halten. Unserer Gemeinde aber, die Gottlob zum größeren Tbeil noch etwas auf Religion hält, rufe ich zu: Glaubt solchen kecken Lügen nicht, wie sie euch in diesem Artikel und in so manchem andern Zeitungsartikeln ausgebunden werden. Ihr glaubt dergleichen mcht von euren eigenen Geistlichen*), glaubt's auch nicht, wenn es euch sonst von d-m Ltand und feiner Wirksamkeit im Allgemeinen gesagt wird. Ich kenne ein gutes
*) DrrartiflkS von den hiesigen (Ie.kliären zu hbauttnr, ist uns Lei dem ALrrvck Liese- Artikels auch nicht im ßntftmhflcn in den Lmn gekommen. D. Red.
S ück der Geistlichkeit tat deutschen Land. Es gibt ja darunter räudige Schafe, wie in jedem Stand. Aber überall werden euch dir Gemeinden in der großen Mehrheit Z<ugniß geben, daß ihre Geistlichen fromm und gläubig, aber keine „Frömmler" find, daß sie nicht „Unwiffenheit, Aberglauben und Versolgung-- sucht" pflegen, sondern religiöse Erkenntmß, fitil che Tüchtigkeit uno brüderliche Liebe. Ich habe noch nie erlebt, daß die, welche so gewissenlos den Vorwurf dc. Frömmelei gegen die seitherigen Pfleger religiösen Sinnes erhoben haben, damit einer einzelnen Person gegenüber Stand qehalfen hätten. Wenn dieser Vorwurf dennoch immer wieder so in Allgemeinen erhoben wird, so verbirgt sich dahinter trotz eines erheuchelten Interesses für Religion die Feindschaft wider das Christenthum. E; ist da- eine Ehristenhetze, die jetzt feit zehn Jahren mit besonderem Eifer gegen das Ehristenthurn, gegen die Kirche, ihre Diener und ihre Einrichtungen getrieben wird. Wir verabscheuen die „Judenhetzen", sollen wir ms aber diese fortgesetzten Christenhetzen, diese Verunglill pfung unserer heiligsten Güter, gefallen lassen? Und wenn es allerdings besonder- eine A zahl jüdischer Bläiter sind, welche sich fortwährend in ganz unbeschreiblich gemeinen Verhöhnungen unserer christlichen Heiligthümer gefallen, wer darf uns schelten, wenn wir das nicht dulden wollen? Warum erhebt sich keine Stimme gegen solche scanda'öse Angriffe?
Wer hätte je in christlichen Zeitschriften eine unehrerbietige Aeußerung aegen die jüdische Religion, gegen jüdische« Cultus und jüdische Sitten gelesen? Wir ebren und achten da- Judenthum als den Mutterschoß aus welchem unser Christenthum geboren ist, wir halten dafür, daß die Verheißungen für das Reich Gölte-, welche dem Judenvolke gegeben find, noch nicht erloschen firb. Die Predigt les Evangeliums, welche den Decheißungen GotteS glaubt, führt nimmermehr zu Haß und Verachtung des jüdischen Volkes. C- ist darum eine schändliche Unwahrheit, wenn man jene schmachvollen Vorkommnisse in Neu'Stettin und anderen Orten den „Muckern und Frömmlern", wie man die gläubigen Prediger zu tituliren beliebt, in die Schuhe schiebt. Die Antisemiten vom Schlage Henrici mögen vielleicht nicht ganz schuldlos daran sein. Sie aber treiben die Inder frage ausgesprochener Maßen gerade nicht al- Religions', sondern als Racenftage, ein Standpunkt, den ein christlicher Prediger nie theilen kann, den auch Hofprediger Stöcker weit von fich weist. Wenn wir aber devjei igen jüdischen Blät'ern gegenüber, welche in „Christenhetze" machen, mit ihm die Forderung erheben: Seid ein wenig toleranter gegen unseren Glauben, wie wir e- sind gegen den euren, seid ein wenig bescheidener in der Beurtheilung de- Chr stenthumS und seiner Einrichtungen, gönnt aucb uns Gleichberechtigung, wie wir sie euch zugestanden haben, so ist da- keine Judenhetze, sondern (in Akt der Selbstvertheidigung, die wir nicht unterlassen dürfen, wer.n wir n'cht mir Recht den Respekt vor unS verscherzen und eS verschulden wollen, daß der Respekt vor unseren Heiligthümem auch unter unserem Kirchenvclke schwindet. Andere-, als eine solche Lelbstverthei- digung, zeitigt die gläubige Pred gt deS Evangeliums nicht. Sie ist keine Pflavzschule von Unwissenheit, Aberglaube und religiösem Fanatismus. Der Beweis, welchen ter Artikel dafür au- jenen Vorgängen in Pommern zu erbringen vermeinte, ist eitel Schein urb Blendwerd. Da er aber bie Miene sittlichen ErnßeS angenommen hat, hielt ich es für meine Pflicht, ihn zu entlarven und urferer Gemeinde zu nennen. Laßt euch nicht bange machen vor dem Popanz: „Frömmelei und Muckerei". Was ihr darunter versteht, hat hiutigen Tage- wenig Boden mehr in der Welt, was aber die ZeitungS- schreibrr darunter verstehen, iß ruer ehrlicher christlicher Glaube. Und den wollen wir unS nicht neiden lassen $.
Da mOat t, 18. August. In Betreff der Zusammenlegung der Grundstücke hat das ($TOFberiogIi±e Cberdonfinorium folgendes Ausschreiben an sämmrliche evangelische Kirchenvorüänd er! aff en: Wir sind veranlaßt. Ihnen tn obigem Betreff die nachstehende Jnstrun on zu en her len. Bü einer ZusammcnlMiüL__dLI-l2ULEckÜllL^lLÜllüüÜ^iÜM
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