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Dienstag den 18. Oktober

1881

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AllM- in) Amtsblatt für itn Kreis Gießen

«***«: «chnlstraße B. 1K

ftrri« DtrrtHiäbrfi* 2 War» 20 Pf. mit Bringettobn. Durch bie Post bezogen vierteljthrlich 2 IRarf 50 PI.

den, bet den Stellvertretungen deS flietfen Vaters und btt Erfüllung dtr eigenen großen Pflichten, sahen alt in ihm den energ schen deutschen Mann, bewußt seiner Kraft und würdig der Kaserkrone, die dereinst sein Haupt schmücken soll.

De» Kronprinzen Auftreten, seine Eigenschaften der Leutseligkeit und Herzlichkeit, hat die Brücke über den Main schlagen helfen, indem er die Herztn der Lüddtuischtn im Fluge gewann. Nicht nur den Prtußen, sondern auch den Bayern galt er alsUnser Fr tz", und da» Vertrauen zum Kron, prinzen zeichnet nicht- bester, alS jene Antwort eines einfachen bayerischen Soldaten, zu dem der Kronprinz nach Weißenburg sagte, eS sei diksml bester gegangen al» 1866:Herr Kto- Prinz, hätten Sie uns damals gesuhlt, da hätten die sakrischen Preußen die schönsten Prügel bekommen!" Heute erinnert sich ganz Deutschland daran, daß dem Kronprinzen auch bei dem Einigungs. werke des Reiches ein großes Verdttnst gebührt; heute geb er f en wir auch der Arbeiten desTruppen-Jrspectors" ron Süddtutschland, sowie endlich der Förderungen, welche er weiten deutschen Eulturgebieten aU Protektor und Gönner nach Krä'ten zu Tbeil traben läßt, und darum rufen wir aus vollem Herzen unfern Glückwunsch zum Gtburtslagssestr des tapferen Hohenzollern und deutschen Kronprinzen, den Gott auch ferner schützen möge!

Zum (Geburtstage des deutschen Slronprinjen.

(18. Oktober 1881).

Nr. 24 des Reichs-Gesetzblatts, auSgcgcben den 10. l. M., enthält

(Nr. 1448 ) Verortnui g, bi treffend be Einberufung deS Bundi Sraths Vom 7. Cflober 1881.

Gießen, den 15. Oktober 1881. Großherzogliche- Kreisamt Gieß,n.

Dr. Boekmann.

Kronprinz Friedrich Wilhelm Nikolaus Karl, 1831 geboren, feiert deute den fünfzigsten Geburtstag, und wahrlich, trenn auch nur als Srinne. k rungstag an die reichen Thaten feine« Seien«, er wäre wohl berichtigt zu einer glänzenden Feier. $n der That hatte man in der Armee bit Absicht, k den Tag besonders zu feiern, aber der Kronprinz l selbst den Regimenter», welche tr commaidirt, weil sie seinen Namen tragen, erklä-en, daß er en

'brfzigsten Geburtstag still im Kreise seiner Familie zu verleben wünsche-

Dieser Entschluß zeigt uns den Kronprinzen in feu ern höchsten Rubme, der

tbm allltiiig gespendet wird, als Musterbild eine- deutschen Fam lienvattrS^

Leine hohe Gemahlin, begabt mit jenem hohen Familiensinn, der Qnglanb rhrt, ist gleich dem Kronprinzen bemüht g<wesen. zunächst in der öatnilit tu 3-ugtnbtn zu pflegen, welche eine gute Erziehung der Kinber ausuben und erwecken muß. Einfach tu ihrem Auftreten gilt sie längst als em Vorbild der deutschen HauSfrau. Der Glanz der Hosf.stt, die militärischen Lchauspiele, große Volksfeste, alle Gelegenheiten, bet deren daS »utü. fhge deutsche RaiWr» paar repräsentiren muß, zeigen uns den deutschen Kronprinzen ieutstlig >n Eu fuüunfl feiner Pflichten; überall ist er der Liebling des Dolkesm Waffen und ohne Waffen; er gilt nicht nur als (in Eroberer im Kriege, er erooen rascher ur.b leichter die Herzen. Aber wenn der Pflicht K^ugt 'st, eut er beim, und dieses einfache kronprtnzliche Heim illustrirttrefflich die -et» hauptung: ,2Bo ist es schöner als im Kreise der Fam lie?^

Im Schooße der gamtlit friert der Kronprinz den Tag, cn dem frm Leben ein halbes Jahrhundert vollendet. Mit diesem Säculum ist der Name des ältesten Sohnes des ersten deutschen Kaisers innig verknüpft; er war nicht rnr Augenzeuge jener großen historischen Mo- ente, welche Teut'chlands Politik unter Führung der Hohenzollern in ruhmvolle Bahnen lenkten, er hat dieie Momente ei ringen und schaffen helfen; denn Friedrich Wilhelm war ackzt dnn Kaiser ter eifrigste und biste Berufssoldat und seinen Aeldmarschallstab bat er sich auf den Schlachtfeldern verdenk. Vor Wien und vor Paris, bei t im berühmten Flankenmarsch der kronprin,lachen Armee nach Chlum m b btr Begegnung mit bem Kaiser auf betn Schlachtf-lbe von Königgrätz, von Weißen- barg unb Wörth biS zum Friedei sschluß, überall tritt ber^deutsche Kronprinz mb nicht allein als Sproffe des HohenzollernhauseS, als -Lohn eines btrühm- t-<n Vater-, sondern als Held von eigenem Werth, nicht nur als Mitkämpfer, ficnbern alS em Führer hervor, beffen selbstständigem Eingreifen vorzugsweise yrofce unb entscheidende Erfolge zu verdanken find. Im Kriege wie im §iie>

DiejiIngen Eiawodntr von Gießen, welche Tauben halten, wideii hiermit aufgefor'ert dieselbe > ohne Ausnahme vom 18. Oktober bl- 14. November!. I. bei Meidung der in Art. 79 deS FeldstrafgesetzeS vorbestimmten Strafe in den Lchläz-n eingesp-rrt zu Hilten.

Gießen, den 17. Oki ober 1881 Großherzoglicht Polizetverwnltung Gießen

Fresenius. __

Betreffend: Die Führung der Handel-, unb Genoff nichafts.Register. Dießen, den 15. Oktober 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die CSroßbcrzvglicben -Sürgermeist-reien des Amtügerichtsbezirks Gießen.

Zufolge Ersuchen- re« Großherzogl'chen An'Sger.chtS Gießen loibem u>'t Sie auf, biefer Behörde balbwst mitmtheilen, ob sich in Ihren (Stiuit ben Äcöofitnfcb.ftcn (Sonfum*, Spar-rc.-V-retne) pebiltct baden. t ... , , .

Äud) find die noch rückständigen Tag«buch- Au-züge über den AL- unb Zugang der D werbe im III. Quartal c. dorthin e.nzusenden. Dr. Boekmann. __

Deutschland.

Darmstadt, 15. Oktober. Se. Söwgl. Hoheit der Großherzog wud morgen von Schloß Hmterrch in Tyrcl hier wieder eintreffen und am 19. ds. den Landtag eröffnen.

m Darwftadl, 16. Oktober. In dem Hauptvoranschlag der Staats Einnahmen ur.b -Ausgaben des Großherzogthurns tn btr Finanzperiode 1882 85, welche ben Ständen bei der bevorstehenden Eröffnung des 24. Landtags zugehen wird und :m Truck bereits »orliegt. nd als Einnahme aus Hol- von ben unter Verwaltung der Baubehörden stehenden Ka-neraldomänen, entgegen dem vorigen Budgetansah von 80,(00 nur 50,000 JL jährlich vorgesehen. Hach den dem Haupteoranschlag bei­gegebenen Erläuterungen, welche n ihrer neuen Anordnung die iledcrnchtlichke't des gesammlen Materia s in bedeutender Weise fördern, beruht der Minderanschlag für Holz nicht allein aur den billigen Holzpreisen, sondern auch baraur, daß in '§olge der Beschwerden wegen der Rheinregulirung während der letzten zwei Jahre neue Weiden- Pflanzungen rur ausnahmsweise und da angelegt worden und, wo sie zum Schutze der Uier unbedingt erforderlich waren. Tie (Annahmen aus Hol; betruaen noch tn 1879 80 61,500 unb in 188081 JL 56,600, so bap für b't nddnitn Jahre nur auf

ben Turchschnittsenrag von 50,000 vK. pro Jahr gerechnet werden kann. Als Ein- nähme aus (*ta§, welche besonderer Mtterungsverhältnisse wegen im Jahre 1879/80 mir 23,000 unb in 188031 nur 29,000 JL betrug ftnb tn dem neuen Haupi- Doran'chlag roteber 37,000 JL jährlich vorgesehen worben. Würbe aber wie bie ,u biesem Poüen gegebenen Erläuterungen aussührm bem Verlangen von Beschwerbe- sührern wegen der Rheinregulirungen in Beweff der Befragung ber Weibenpslanzungm

Betreffeiib: Die Beseitigung dürrer Bäume in Feld unb Gärten. Dießen, am 13. Oktober 1881.

Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen

an die (9rofhcri»nlid)eii iSürflcrmriftcrcien, bezickurtgöwclsc bic Lokalpolizeibeamten bcS ftrened.

Dir Obstbausetlion des Gartenbauverein- »u Darmstadt bat darauf aufmerksam gewacht, daß die in Felbern unb Gärten zahlreich vorbanden i abgestorbenen Däner t einti Menge btr Garten, unb Feldwirtbschast schädlichen Infekten zur Bruistätte bienen unb baher deren sch'eunige Wtgrauuiung au« Albern unb Gärten im la!>lwirtbfchastlichen Inten sie geboten s-i. Es bat unS darauf h'n Grvßher'vgl.chi s Ministerium beS Innern unb btr Iisti, angt« wiestn, in gctigntltr Weist auf bi» balbigt Beseitigung btr dürren Bäumt in Ftlb unb ®arttn bin zuwirken. .

Indem wir Ihnen zunächst antmpfthlti . die Sigenthümer solcher dürren Bäume auf gütlichem Wege (insbesondere bu-ch Belehrung u6tr btn intflebcnbtn Schaden) zu bei en Besiitiaung zu veranlassen, (eben wir längstens binnen drei Wochen Ihrem Belicht nach ^ernebmung de- Demem era darüber eutaeaen, cb Sie zur Beleittgung der fraglichen dürren Bäume den Erlaß ein6 besonderen Polizei Regl ment- auf Grund be- Art. «h ber ttrnS. Ordnung, in welchem Falle Sie auch Vorschläge über den Inhalt diese- Rrglemei t« machen wollen, oder einzeln'r Polizeibefehle gegta fäumtge Grundbesitzer auf Grund deS Art. 80 der Kreis.Ordnung beantragen. Letzteren Falles müßten die Namen der Grundbesitzer, deren bezügliche Grundstücke nach Flur mb Rümmer, sowie bie zu entfernenden bürrtn Bäume nach Zahl unb Art angegeben werden. . , - . .

Der Großherzoglicheu Polizeiverwcltnng Gießen bleibt überlafftn, auf Grund des Art- 56. pos. 1 unb 3 btr L-täbte-Ordnung bas Getiqn tt ror< nckehrtn- Vf- Boekmann.__

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. y 11 -w1