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Nr. 217. Erft-S Blatt. Sonulag den 18. September 1881.
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Axirigr- nnh AmtsblsN für htn Kreis Gießen.
Burca« l S chulftraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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Gießener Anzeiger,
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Der „(Siebener Anzeiger" erscheint, wie gewohnt, täglich, mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen, incl.
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Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, den Anzeiger auch im IV. Quartal 1881 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lasten.
Wir bitten die neuen Abonnenten, namentlich auswärtige, ihre Bestellungen baldgefälligst aufgeben zu wollen, um vollzählige Exemplare liefern zu können. Die ^Spedition.
Amtlicher Hheil.
Gießen, den 16. September 1881.
Betreffend: Statistische Ermittelungen der Personen, welche der Armenpflege anheimgesallen find.
Das Grobherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großberzoglicben Bürgermeistereien des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Erledigung uuferer Verfügung vom 3. August er. — Anzeiger Nr. 181 — im Rückstände find, werden an Einsendung der fraglichen Nachweisungen mit Frist von 3 Tagen bei Meidung von Strafe erinnert. ___Dr. Boekmava.__________ __ __
Gefundene Gegenstände:
1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 seidenes Halstuch, 1 Fischernachea, 1 Kinderstrumps, 1 Taschenmesser, mehrere Schlüssel.
Gießen, den 17. Septbr. 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
Fresenius.
Darmstadt, 16. Eeptbr. Wie bereits mitgetheilt, begaben sich Se. König!. Hoheit der Großherzog mit der Großherzoglichea Familie am 14. d. M, nachdem Allerhöchstdieselben den Manöver» beigewohnt hatten, nach Romrod. Die Herrschaften fuhren von Gießen aus mit Extrazug nach Altfeld. Hier sand ein feierlicher Empfang statt; demnächst begaben sich die Herrschaften zu Wagen nach dem recht hübsch geschmückten Romrod, woselbst ebenfalls Empfang stattsand. Abends brachten die Vereine de- OrteS Sr. König!. Hoheit eine Serenade und Fackelzug. Die Herrschaften wohnten in den nun bereits wie- der restaurirten Zimmern des alten Schlosse-.
— Wie wir hören, werden Se. M-j. der Kaiser und J.J. K. und K. H.H. der Kronprinz und die Kronprinzessin des deutschen Reich- und von Preußen mit Kaiserlichen Extrazug am Sonntag den 18. dS. hier eintreffen. Während Se. Maj. der Kaiser die Reise unverzüglich fortsetzen, werden die Kronprtnzl'chen Herrschaften hier im Großherzozlichen Schlosse absteigen und erst am Montag in Gemeinschaft mit Sr. König!. Hoheit dem Großherzog und den Prinzessinnen Victoria und Elisabeth, Gr. Gr. H.H., nach Karlsruhe reisen, um den daselbst statt sinkenden HossestliLkeiteu betzuwohnen.
Frankfurt, 16. Srptbr. Die „Franks. Ztg." enthält heute den Wahlaufruf und da- Wahlvrogramm der deutschen Volk-Partei. Das Wahlprogramm verlangt von den Abgeordneten vor Allem, daß sie eintreten für Aufrechterhaltung aller verfassungsmäßig garantirteo Rechte des Volke- und der Volksvertretung, für Ausbildung der Verfassung in wahrhaft freiheitlichem und föderativem Sinne und im Geiste der deutschen Grundrechte, für Gewährung von Diäten an die Reichstag-abgeordneten; gegen jede Verkümmerung de- allgemeinen Stimmrecht-, gegen Verlängerung der Budget« und Legi-latur« Perioden, gegen Vermehrung der Rechte de- BundeSraths und des Reichskanzlers und gegen jede Vergewaltigung der E nzelftaaten. Ferner spricht sich da- Wahlprogramm gegen alle Ausnahmegesetze, für die Herabminderung der öffentlichen Lasten und für Ersparnisse, insbesondere beim Militäretat, für die Herab« setzung der Präsenzzeit, für die Herabsetzung der Gerichtskosten, für die Aufrechterhaltung der CivilstandS«Gesetzgebung und für die Oeffentlichkeit des Militärgericht-verfahren-, sodann für die Aushebung aller Zölle und Steuern auf nothwendige Lebens« und Genußmittel, gegen das System der indirekten Besteuerung und gegen da- Tabaksmonopol auS. Schließlich betont das Programm die Stellung der Partei gegen jede Art von wirthschastlicher Reaction.
Telegraphische Depeschen.
Wolff*- telegr. Eorrespondeuz - Bareau.
Berlin, 16. Septbr. Prinz Heinrich erhielt bei Beginn des heutigen Manövers zu Itzehoe die Beförderung zum Major.
— Der belgische Gesandte am hiesigen Hofe, Baron Nothomb, ist heute Vormittag hier gestorben.
Itzehoe, 16. Septbr. An dem Familien«Thee bei der Prinzessin Louise von Schleswig-Holstein nahmen Se. Maj. der Kaiser, Se. K. K. Hoheit der Kronprinz, Ihre K Hoheiten die Prinzen Wilhelm und Albrecht von Preußen und der Großherzog von Mecklenburg - Schwerin Thell. Nach dem Thee sand daS Souper statt, gegen 10 Uhr Abend- kehrten die Allerhöchsten Herrschaften in ihre Absteigequartiere zurück. — Der Festvorstellung der Mitglieder de- Hamburger Stadttheater- wohnten von Personen de- Hofs und fremden Gästen die Hofchargen und die fremdherrltchen Officiere bet.
Heute Vormittag begab sich Se. Maj. der Kaiser zu Wagen nach Schneefeld, um dem Feldmanüoer der 17. gegen die 18. Division beizuwohnen. Die Truppen haben die vergangene Nacht in der Nähe von Itzehoe im Bioouack zugebracht.
— Se. Maj. der Kaiser kehrte kurz nach 12 Uhr Mittags von dem Manöver bei Schneefeld zurück. Zur letzten Begrüßung vor der Abreise Sr. Majestät, welche um 4 Uhr erfolgt, werden besondere Veranstaltungen getroffen.
— Se. Maj der Kaiser hat mit den anderen fürstlichen Herrschaften heute Nachmittag 4 Uhr die Weiterreise nach Kiel angetreten. Bei der Abfahrt bildeten die Frauen und Jungfrauen der Stadt, Blumen auf den Weg streuend, Spalier; auch alle Vereine hatten sich wieder ausgestellt, um dem Kaiser ihre Abschied-grüße zuzurufen. Der Kaiser dankte unau-gesetzt nach allen Seiten grüßend, aus die begeisterten Zurufe der Bevölkerung. Eine prächtig geschmückte Locomolive sühne den kaiserlichen Extrazug.
Washington, 16. Septbr. Eine osficelle Depesche sagt: Der Präsident hat genügende Nahrung zu sich genommen und natürlichen erfrischenden Schlaf gehabt, tm Uebiigen iß sein Zustand unverändert.
Peter-burg, 16. Septbr. Das Finanzministerium dementirt in dem heutigen „Regierungsboten" die Zeitungsmeldung, daß die Regierung die Absicht habe, daS Tabaksmonopol oder eine Erhöhung der Acciseßeuer auf Tabak einzufübren.
Essen, 16. Septbr. Don den gestern auf der Zeche „Zollern" durch schlagende Wetter verunglückten 23 Personen find, der „Essener Ztg." zufolge, außer den 4 sofort Gelödteten späler noch 2 gestorben. Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt, wahrscheinlich ist dieselbe durch Fahrlässigkeit eines Bergarbeiters herbeigeführt. Die durch die Bergbehörden sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß die Beamten ter Zeche keine Schuld trifft, die Wetterführung ist intakt, der Betrieb ist nicht gestört.
Dortmund, 16. Septbr. Späteren Nachrichten zufolge find von de* gestern aus der Zeche „Zollern" Verunglückten noch weitere drei gestorben, so daß die Zahl der Todtea zusammen 9 beträgt. Acht Personen, welche leicht verwundet waren, find dagegen wieder arbeitsfähig. Als Ursache der Explosion


