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die noch immer ausrechterhaltenen verwandtschaftlichen Beziehungen des Grafen, dessen verstorbener Bruder bekanntlich der Verlobte der Tochter des Reichs- kanzlers war, hatten hier die Vermittlung angebahnt, so daß es einem directen Schreiben des Kaisers an den Grafen gelang, ihn zur Annahme des Postens zu bestimmen.

Herr v. Treitschke hat nach Kreuznach, das ihn nicht wi'derwählen will, eine Erklärung gelangen lasten, laut welcher er sich von der liberalen Partei loSsagt. In der Provinz Westpreußen regt sich bekanntlich eine lebhafte Agi­tation für eine Vereinigung sämmtltcher liberaler Parteien bei den Wahlen. Am letzten Sonnabend hat nun in Marienburg eine Versammlung von Ver­trauensmännern aus ganz Westpreußen stattgesunden und hat dieselbe einstimmig den Beschluß gefaßt, ein Comitö zu beauftragen, sogleich nach der Publicatton des Termins der ReichStagswahlen einen Wahlaufruf zu erlassen, in welchem alle Liberalen Westpreußens aufgefordert werden, sich in jedem Wahlkreise über die Ausstellung desjenigen I.&eralcn Kandidaten, welcher den gemeinsamen Geg» nern gegenüber die meisten Aussichten bietet, zu verständigen und dann ein- müthig für dessen Wahl zu wirken.

Karlsruhe, 15. August. Ihre König!. Hoheit die Frau Großher­zogin, die Prinzessin Victoria und der Kronprinz von Schweden sind heute Abend auf Schloß Mainau etngetroffen.

Mannheim, 16. August, 10 Uhr 20 Min. Die große Chininsabrik von C. F. Böhringer Söhne auf dem Jungbusch steht seit 8 Uhr 15 Mm. in Flammen. Das Feuer ist noch jetzt sehr intensiv und scheint wieder zunehmen zu wollen. Die Nebengebäude sind sehr gefährdet.

Arankreich.

Paris, 15. August. Das Gerücht, der Präsident Grevy habe dem Papste die Gastfreundschaft Frankreichs angeboten, wird von derAgence Havas" für unbegründet erklärt; im Uebrigen sei auch davon, daß der Papst Rom verlassen wolle, gar keine Rede.

Rußland.

Neschin, 2- August. Die Judenverfolgung hat auf's Neue begonnen und zwar in der Stadt Neschin, deren beträchtliche Bevölkerung fast ganz aus jüdischen Händlern und russischen Handwerkern besteht, in einer Ausdehnung und Erbitterung wie kaum zuvor. Schon vorgestern verbreiteten sich Gerüchte über eine Judenverfolgung, weßhalb die ganze Nacht Patrouillen durch die Stadt gingen. Am Abend des nächsten Tages wurde im Centrum der Stadt eine Branntweinschänke zerstört. Die unzureichende Militärmacht blieb dem Volkshaufen gegenüber Zuschauer die Drohung, zu schienen, wurde vom Pöbel verlacht. Während hier die Zerstörung vor sich ging, wurde das Militär nach der VorstadtMatscherka" beordert. In dieser Vorstadt aber ereignete sich das, was sowohl die Stimmung des Volkshaufens als auch den Gang des ganzen Aufruhrs in der Wurzel veränderte. Um 2 Uhr in der Nacht, als das Volk das Haus eines reichen Juden zerstörte und alle Ermahnungen des commandirenden Officiers erfolglos blieben, befahl dieser, eine Salve auf den Pöbel zu geben. Diese Salve war bedeutungsvoll für den Gang der folgenden Ereignisse. Es fielen fünf Menschen: vier Todte und ein Verwundeter. Kaum verbreitete sich die Nachricht davon unter dem Volke, so strömte dieses in Massen nach dem Platze, wo die Todten lagen. Die Wuth des Pöbels mar bei diesem Anblick grenzenlos.Der Juden wegen erschießt man Christen!" hörte man rufen. Bis 10 Uhr heute Morgen blieb indessen die Ruhe er­halten; später aber beschloß der Pöbel, für's Erste die Verhafteten zu befreien, und das Werk der Zerstöiung begann von Neuem. Pöbelhaufen zogen durch die Stadt und gegenwärtig sind in ganz Neschin kaum 20 Häuser, welche verschont geblieben, und zwar solche, welche mit einem Kreuz bezeichnet waren. Nicht nur Buden und Sckänken, sondern auch Wohnhäuser wurden zerstört. Die Soldaten folgten dem Volkshaufen und waren eigentlich Zuschauer der Zerstörung und zu schwach, um den Volkshaufen durch Einschreiten noch mehr zu erbittern. Da wurde um 2 Uhr auf dem großen Marktplatze eine zweite Salve auf den Pöbel gegeben; es fielen fünf Tode und viele wurden verwundet. Das h' Oel in's Feuer gießen. Die Zerstörung wurde mit er­neuter Wuth fortgesetzt. Beim Anblick der Todten richtete sich die Wuth des Pöbels gegen die Soldaten und verursachte ein Handgemenge mit denselben, und als das er­schöpfte Militär zurückgezogen wurde, blieb der Pöbel sich selbst überlassen. Nach und nach beruhigte sich das Volk und zog sich zurück- So endete der blutige Tag. Auch in der Catastrophe von Neschin zeigte sich dasselbe wie in anderen Städten: Es wurde zerstört, aber an Eigenthum hat sich das Volk nicht vergriffen. Für die Juden kann es allerdings gleichgültig sein, ob ihre Habe vernichtet oder gestohlen wird-

Telegraphische Depeschen.

Wolff'S tclegr Korrespondenz-Bureau.

Berlin, 16. August. Der Kaiser machte heute Nachmittag dem Für­sten BiSmarck einen längeren Besuch.

Stettin, 16. August. Gestern Abend fanden hier Ruhestörungen statt, eine aus etwa 800 Personen bestehende Menge durchzog u.-ter Hepphepprufen die Straßen. Die Polizei schritt sofort ein, verhinderte weitere Exceffe und Eigenthumsbeschädigungen und nahm gegen 40 Verhaftungen vor.

London, 16. August. Unterhaus. Unterstaatssecretär Dilke erwi­derte auf eine Anfrage Bryce's, er bedauere, daß bisher noch kein Fortschritt bezüglich der Ausführung des Artikels 61 bc? Berliner Vertrags (6etr. die Reformen in den von Armeniern bewohnten Provinzen) gemacht worden sei. Lord Duffertn habe darüber dem Sultan und dem Ministerpräsidenten ener­gische Vorstellungen gemacht; Beide schienen sich des Ernstes der Lage wohl bewußt zu sein. Lord Dufferin habe ie ernstlich aufgefordert, während der Ausarbeitung des permanenten ResormprojectS sofort Maßregeln zu treffen, um die ärgsten Uebelstände durch E'nennung befähigter, mit hinreichender Macht­vollkommenheit ausgerüsteter Verwaltungöbeamten abzustellen. Die Abwesen­heit einiger Botschafter von Konstant.nopel, die Suspendirung her Geschäfte während des Ramazan-Monats und andere Ursachen hätten bisher jedwede gemeinsame Aktion der auswärtigen Vertreter in Konstantinopel betreffs der Reformen für Armenien verhindert Lord Duffertn kenne sehr wohl die große Wichtigkeit, welche die englische Regierung und das englische Volk dieser Frage beilegen und habe erklärt, daß er keine Mühe sparen und keine Gelegenheit vorübergehen lassen werde, um die Lösung dieser Frage zu betreiben.

Washington, 16. August. Präsident Garfield hat seit 9 Uhr Abends ziemlich gut geschlafen und ruht gegenwärtig ohne Anwendung von schmerzstillenden Mitteln.

Die gastrische Reizbarkeit wird indessen von den Aerzten als eine äußerst ernste Complicatton angesehen. Die Cabinetsmitglieder Lincoln und Blaine sind hierher berufen worden.

Washington, 16. August. Das ärztliche Bulletin von heute früh 8 Uhr 30 Min. meldet: Der Präsident verbrachte eine unruhige Nacht. ES stellte sich mehrfach Neigung zum Erbrechen ein. Alsdann trat ruhigerer Schlaf ein.

~ iS, 17. August. Die Wahlversammlung gestern Abend zu Charonne, Gambetta sein Programm entwickeln wollte, war von ca. 10,000

Personen besucht. Die Versammlanz beginn mit großem Lärm, welcher die Bildung eines Bureaus unmöglich machte. Gambetra versuchte wiederholt, sich Gehör zu verschaffen und schlug mit dem Stock auf die Tafel, aber vergebens. Nur seinen nächsten Nachbarn gelang es, einzelne Worte zu verstehen. Nach 20 Minuten langem V-rsuche sah Garnbetta sich genöthigt, sich zurückzuziehen. Die Versammlung wurde sodann aufgehoben.

Lokales.

Gießen, 17. August. ^Sterblichkeit in Gießenj. Im Laufe der Woche von 7.13. August ereigneten sich hier im Ganzen nur drei Todesfall«. Davon kamen zwei vor bet erwachsenen Personen (Herzkrankheit, Brightische Nterenkrankheit je einmal) und einer bei einem 9 Jahre alten Ktnde (Lungenschwindsucht.)

Gießen, 17. August. Die in unserer Dienstag-Nummer gebrachte Notiz, Zertrümmern einer Laterne am Wiesecker Weg betr., berichtigen wir auf Wunsch dahin, daß der Thäter fein Gym­nasiast sondern ein Realschüler au8 Wieseck war.

Am 15. d. M., Morgens gegen 9 Uhr, erhängte sich Philipp Klingel- Höfer H., ledig, von Mainzlar, auf dem Speicher seines Elternhauses.

Verwischtes.

Mainz, 16. August. Am Montag Vormittag um 8 Uhr hatte auf dem Fesiplatz da« Preisturnen seinen Anfang genommen; an demselben betheiliqen sich 6 Riegen, von welchen die 1. und 4. Riege Doppelriegen waren. Fast ununterbrochen wurden die Uebungen, zu welchen sich 248 Turner angemeldet hatten, bis zur einbrech nden Dunkelheit fortgesetzt. AbendS um 10 Uhr fand dann in Gegenwart des Herrn Gouverneurs von Woyna und des Herrn Ober­bürgermeisters Dr. Dumont auf dem Festplatze die Pretsvertheilung statt. Folgende Turner erhielten Preise (die Namen sind nach der Werthfolge der Preise geordnet): Mich. Möller- Frankfurt, Ad. Werner Frankfurt, Ferd. Dix-Mcunz. Arth. Lublentetzky-Hanau, Fritz Gärtner- Frankfurt, Cbrist Riese-Frankfurt, Jak. Molitor-Höchst, Ludw. Neumann-Kastel, Kurl Ulrich- Frankfurt, Ad. Weil Homburg, Em. Hänlein-Mainz, Gottfried Schnarr-Hanau, Wilhelm Dapper- Gießen, Jak. Christ Mainz, Jos. Henninger-Mainz, Karl Becher Hanau, Alb. Röhrig Wetzlar, Willy Gerlacd-Frankfurt, Christian Heister-Frankfurt, Heinrich Röcking-Neuwted, Jos. Roth- Wiesbaden, Simon Hochstätter Ob.-Ursel, C. Burkard-Wiesbaden, I. Meckcnstock-Frankfurt, Friedr. Kaminsky-Darmstadt, Ferd. Bock-Frankfurt, Jean Keller Offenbach, Jak. Merd<s Frank- furt, Aug. Günther-Frankfurt, Georg HenßBornheim, W. Seid.Wiesbaden. Jerome Pfann- stiel-Frankfurt, Louis Braun-Offenbach, A Klein-Kreuznach, A. Blank-Bockenheim, L Balz- Worms, E. Gramm-Frankfurt. A Gärtner-Frankfurt Jak. Una-Hanau, Heinrich Eoerhard- Bornheim, Hcinr. Hoffmann-Frankfurt, Karl Hoffmann-Gießen, Erhard Amelung-Mainz, Lorenz BorwHöchst, Karl Jacobi-Frankfurt, Karl Hcck-Hanau. Heinrich Reichard-Wiesbaden, Paul Kotsch-Koblenz, D. Hemmes-Geisenheim, Rud. Schwab-Sachsenhausen, Mart. Würges- Sachsenhausen, Karl Zimmer-Idar, Herrn. Dittmar-Frankfurt, Louis Heuser-WieSbaden, Dav. Beffer-Matnz, G. Unverzagt-G i c ß e n, Heinr. Reincmer-Homburg, Rob. Seib-W>esbaden, I. Klein-Rödelheim, H. Rapp-Frankfurt, H. Dötschmann-Wtesbaden, Georg Eidmann-Gießen, Felix Dietzmann-Matnz, Ludw. Schneider-Wächtersbach, Karl Stoll-WieSdaden. Im Ganzen kamen 68 Preise zur Dcrtheilung. Die drei ersten wurden den Siegern durch Herrn Ober­bürgermeister Dr. Dumont, die übrigen durch den Obmann des Preisgerichts, Herrn Stahl- Offenbach, überreicht. (Gießen erhielt demzufolge den 13., 45., 59. und 65. Preis.)

Frankfurt, 15. August. Am Tage ist auf dem Observatorium der Ausstellung bei heiterem Wetter die Sonne mit ihren Flecken, Fackeln u. s. w. zu sehen und Abends werden die Rtngnebel in der Leyer, der große Nrbel in der Andromeda, der Spiralnebel in den Jagd­hunden u. s. w. gezeigt. Desgleichen auch die Sternhaufen im Herkules, im Perseus und in der Berenice, ferner Doppelsterne im großen Bären, in der Cassiopeja und in anderen Stern­bildern. Auf die Beobachtung des Mondes wird, sobald derselbe sichtbar ist, besondere Auf­merksamkeit verwandt.

Schließlich kommen die beiden größten Planeten, Jupiter und Saturn, in dieser Woche in genügende Nähe, um Beobachtungen zu gestatten.

Frankfurt, 16. August. Die künstliche E-Sbahn erfreut sich eines seh'- lebhaften Besuches; so waren z. B. am letzten Sonntage über 1000 Einlaßkarten genommen worden und noch um 10 Uhr Abends war die Bahn von schlittlaufenden Herren und Damen stark besetzt. Es sind bereits Anfragen aus Hamburg, Kopenhagen und Wien, auch aus England und Belgien eingetroffen, die sich auf die Herstellung einer solchen EiSbahn und aus alle damit verbundenen Details beziehen, gewiß ein Beweis, welche Bedeutung man der Sache bei egt Im nächsten Sommer werden sehr wahrscheinlich verschiedene Städte Deutschlands und deS Auslandes eine solche Etsbahn besitzen; Frankfurt bleibt aber jedenfalls der Ruhm unter ihnen, die erste gewesen zu sein.

Gestern besuchten die Mitglieder der Gewerbe Vereine von Limburg, Camberg und Schwetzingen in sehr zahlreichen Gesellschaften unsere Ausstellung; desgleichen die Zöglinge der Aiicen-Schule 'in Worms. Auch viele Turner waren aus Mainz herübergekommrn. um mit den Mitgliedern der verschiedenen Ruderclubs im AusstellungSgarten zusammen zu treffen. Am heutigen Dienstag wird ein Extrazug aus Berlin mit ca. 900 Personen erwartet.

Was den Besuch der Ausstellung im Allgemeinen betrifft, so hat derselbe in den letzten Wochen stetig zugmommen, wobei allerdings die 50 Pfennig-Tage in Betracht zu ziehen sind. So war beispielsweise der Besuch am letzten Sonntage, trotz des schwank nden Wetters, wobei auch das Mainzer Turnfest und die Frankfurter Regatta in Anschlag gebracht werden müßen, ein sehr bedeutender; in den Nachmittagsstunden mochte er wohl gegen 20,000 Personen betragen.

sZum Lernen ist man nie zu alt]. Dieser Satz findet seine B'stäligung in vollstem Maße, wenn wir den letzten Jahresbericht des Technikum zu Mittweida in Sachsen, technische Fachschule für Maschinen Ingenieure und Werkmeister, durchsehen und unter den Schülern Leute von über 30 Jahren finden Offenbar sind dies Männer, die im praktischen Leben schon Stellungen bekleidet haben, aber schließlich zur Einsicht gelangt sind, daß zum Fo tkommen in der Welt jetzt nicht blos praktische Bildung gehört, sondern auch theoretisches Wißen, welches allein d»n strebsamen Techniker befähigt, den Fortschritten in seinem Fache zu folgen und sich eine beffere Stellung im Leben zu erringen.

Neben vielen intereßanten statistischen Notizen finden wir in dem erwähnten Jahres­berichte auch noch daß die Eltern der ungefähr 400 Schüler meistens Fabrikanten, Ingenieure, Gewerbtreibende rc. sind, ein Beweis, daß die Schule gerade in technischen Kreisen nach wie vor Vertrauen genießt. Ferner zeigt uns ein dem Programme beigefügecs Verzeickniß früherer Besucher der Schule, welche ausgezeichnete Stellungen dieselben im praktischen Leben gegen­wärtig cinnehmen.

Programme sind unentgeldlich von dem Director der Schule, Herrn C. Weitzel in Mittweida zu b ziehen.r

Schlüchtern, 15 August. Von der Kissinger Poiiz!ibeh5rde wurde auf die hiesige Bürgermeisterei eine Probe Preißelbeeren eingesandt und gleichzeitig bemerft, daß dieselben noch unreif seien, daß ihnen aber auf künstlichem Wege das Ansehen von vollständig reifen beigebracht worden sei. Auf Grund einer genauen Untersuchung sei festgestellt worden, daß der Genuß der­selben äußerst gesundheitsschädlich sei, event. sogar wie Gift wirke. Dem Publikum wird deß- halb beim Ankauf von Preißelbeeren die größte Vorsicht anempfohlen.

Hannover, 13. August. In dem zwischen Ahlem und Velber belegenen Asphalt- bruche der englischen Asphalt-Gesellschaft ereignete sich gestern Mittag, wie derHannov. Cour.^ berichtet etwa 20 Minuten vor 12 Uhr ein schrecklicher Unglücksfall, indem etwa 1000 Gentner Gestein sich von der Wand eines vor etwa acht Tagen angelegten neuen Minenganges loSlösten und auf 6 Arbeiter, welche mit dem Fördern des mittelst Dynamits abgesprengten AsghaltS in der Tiefe beschäftigt waren, herabstürzten Trotzdem die Rettungs und AbräumungSarbe.ten von zahlreichen Händen unter Leitung des Direktors und im Beisein des KreiShauptmanneS Herrn v. Linsingen, des Polireicommißarius Fuhse, eines Schutzmannes und des GenSdarmen Neubauer aus Limmer. in deßcn Patrouillenbezirke die Grube liegt, gefördert wurden, konnte« dir Verschütteten erst um 5 Ubr 30 Minuten erreicht werden, da man äußerst vorsichtig zu Werke gehen mußte, um weitere Nachrutsckungen des Gesteins zu vermeiden. Der Anblick, der sich den Anwesenden bot, war ein schrecklicher; fünf der Verschütteten waren von den Stein- maßen erschlagen und müßen, da ihre Körper förmlich zermalmt erschienen, augenblicklich den Tod gefunden haben, während ibr sechster Genöße gänzlich unversehrt blieb. Diesen batte eine schräg siebende Leiter unter welcher er sich zur Zeit der Catastrophe befand, geschützt, indem daS Gestein an ihr hinabgeglitten war

London, 6. August. Ein Mann Namens Walters kam am vorigen Montag in Kennington auf eigenthümliche Weise um's Leben. In trunkenem Zustande miß- bandelte er ein Pferd derart mit einer Peitsche, daß das Thier wüthend ausschlug und seinen Quäler so unglücklich in den Unterleib traf, daß er mit einem Schrei zu Boden Uürzte und bald darauf unter großen Schmerzen verschied. Thierquäler sollten sich diesen Fall zur Warnung dienen lassen.