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des Worteswiederholt", in welchem ein gewisser Vorwurf enthalten sei. Seine Freude würden tndeß für den Antrag stimmen und ebenso seien sie mit einer Revlfion der Anwaltsgebührenordnung einverftanden.

Abg Dr. Windthorsl: Die verbündeten Regierungen werden aus der Debatte entnommen haben, wie nothwendig und wie dringend es ist, endlich in der Sache weiter zu kommen. Ein Vorwurf solle damit nicht ausgesprochen werden, aber es fei immerhin klar, daß kaum em Gegenstand so dringender Natur vorhanden ist, rote dieser. Ihm sei allerdings bekannt, daß die verbünde en Regierungen in den Finanz­ministern der Einzelstaaten in dieser Frage großem Widerstand begegnen, dieser Antrag solle die verbündeten Regierungen in ihren Forderungen unterstützen. Er habe zu er­klären, daß seine politischen Freunde einstimmig der Ansicht sind, dem Anträge bei­zutreten, um der Regierung zu zeigen, daß es uns voller Ernst ist, der Sache Fortgang zu verschaffen.

Der Antrag wird hierauf einstimmig angenommen.

3. Berathung des Antrages Dr. Hänel, Dirichlet, Rickert (Danzig), Dr. Baum­bach und Genossen : zu beschließen, die Wahlprüfungskomm'ssion zu beauftragen, dem Reichstage über die bei den letzten Wahlen hervorgegangenen Mängel des Wahlver- fahrens, insbesondere mit Rücksicht auf die Geheimhaltung der Unabhängigkeit der Wahlen und den hiernach als nothwendig erscheinenden gesetzlichen und reglementarischen Abänderungen Beruht zu erstatten,

Abg. Dirichlet begründet seinen Antrag unter Hinweis auf die darüber bereits in der vorigen Session geführten Verhandlungen. Sein Antrag decke sich fast voll­ständig mit dem damaligen Anträge Mendel. Der Antrag gehe dahin, das liebel der Wahlunregelmäßigkeit in den Wahlbeeinflussungen zu beseitigen. Auch bei den letzten Wahlen sei dieses Uebel hervorgetreten, ja man könne sagen, es sei progresiv gewachsen- So seien der Wahlprüfungskommission in dieser Session bereits 50 derartige Fälle üb er wiesen worden, eine Ziffer, die noch niemals erreicht worden sei. Von dieser Ziffer kämen allein auf Preußen 36, auf die übrigen Staaten 14, und von diesen 14 auf Sachsen 8. Redner verweist darauf, daß es häuptsächlich Verwaltungsbeamte sind, die ihre Parteistellung mit ihrer amtlichen Lhätigkeit verwechseln. Es scheine in der That, als ob ein großer Theil der preußischen Beamten der Ansicht ist, als ob der Ausspruch des Fürsten Bismarck, daß er die Einmischung der Beamten in die Wahlen nicht wünsche, gar nicht ernst gemeint sei. Denn anders lasse es sich nicht erklären, wenn die Beamten offen aussprechen, man möge nur ihre agitatorische Tä­tigkeit zur Kenntniß der vorgesetzten Behörde bringen, man erweise ihnen damit einen Dienst. Er (Redner) glaube, daß alle Parteien gemeinsam ein Interesse daran hätten, diesen Zuständen ein Ende zu machen, denn auch die Konservativen dürften nicht ver­gessen, daß die Zeiten sich ändern können. Er bitte um Annahme des Antrages.

Abg. Frhr. v. Heeremann ist mit den Ausführungen des Vorredners im Großen und Ganzen einverstanden. Jedes ältere Mitglied dieses Hauses wisse, daß die Klagen Über Unregelmäßigkeiten, Ungesetzlichkeiten und andere verwerfliche Dinge nach jeder Wahl sich wiederholen. Es sei absolut unzulässig, daß Beamte zu Gunsten irgend einer politischen Partei ihre amtliche Autorität einsetzen. Ebenso halte er es für ver­werflich, wenn einzelne Privatleute denjenigen Wählern gegenüber, welche von ihnen abhängen, einen Druck ausüben Es führe dieses Vorgehen zur Charakter- und Ge­wissenlosigkeit. Redner bittet tndeß, die Sache erst im nächsten Jahre zur Sprache zu bringen, sobald die Wahlprüfungs-Kommission das Material vollständig ge­sammelt hat.

Abg. Rickert (Danzig) kann sich mit dem letzten Vorschläge nicht einverstanden erklären. Noch heute klinge es m der Seele des Volkes nach, was bei den letzten Wahlen in der bezeichneten Richtung von Seiten König!. Beamten geschehen ist. Das Volk würde es nicht begreifen, wenn der Reichstag nicht Protest einlegte gegen ein Verfahren, das geradezu unerhörterscheinen muß. Er (Redner) freue sich, den Minister des Innern v. Puttkamer am Bundesrathstisch zu sehen, der in erster Reihe dafür verantwortlich zu machen sei. Er behaupte, daß noch niemals eine derartige Wahl- beeinflußung geübt worden sei, wie bet den letzten Wahlen. Selbst Graf Eulenburg habe m der Conflictzeit nicht dergleichen Mittel geduldet, welche der gegenwärtige Minister habe passiren lassen Er nehme an, daß der Reichskanzler hiervon keine Kenntniß hat. Was die Geheimhaltung der Wahlen anlange, so sei dieselbe zum Gaukelspiel geworden. Redner bezeichnet die vom Reichskanzler oorgetragene Wahl- statiftik als unrichtig und ungenau. Es sei unrichtig, daß die deutschkonleroative Partei bei den letzten Wahlen ein Plus von 120,000 Stimmen gehabt hat. Nach seiner Rechnung habe diese Partei im Jahre 1878: 749,000 und im Jahre 1881: 785,000 Stimmen erhalten und dieses Plus sei eine Folge der antesirnitischen Bewegung in Berlin. Wenn man die Stimmen des Centrums in Hessen-Nassau und in Berlin von dieser Ziffer abziehe, dann bleibe noch ein Minus vorhanden. Was nun die Gift und Galle anlange, die gegen den Herrn Reichskanzler bei den letzten Wahlen ausgespeit seien soll, so wisse er nicht, wo dieselben hervorgetreten, aber das wisse er, daß es eine amtliche Stelle ist, von der aus die Wahlbewegung einen so heftigen Charakter ange­nommen hat. DieProv.-Cor." habe einen Ton angeschlagen, wie er selbst in der Confllktszeit nicht beliebt worden sei. (Abg. Windhorst ruft: Aber wahrend des Cul- turkampfes.)

Redner verliest eine Anzahl Stellen aus dem halbamtlichen Blatte gegen die Fortschrittspartei und beklagt sich namentlich darüber, daß man die Krone in den Wahlkampf hineingezerrt habe. Ob damit der Krone ein Dienst geleistet werde, das wolle er der Erwägung der Herren am Regierungstisch anheimgeben. Er seinerseits glaube, daß das Ansehen der Krone darunter leide. Ihm stehe das Ansehen der Krone zu hoch und deßhalb wünsche er, daß dieselbe über allen Parteien stehe. Wenn von emem halbamtlichen Blatte in dieser Weise tn den Wahlkampf eingegriffen wird so sei das geradezu empörend. Und derartige Klage werde gegen eine Partei in die Welt geschleudert, deren Patriotismus außer Zweifel steht. Redner richtet an die Regierung die Anfrage, ob denn der preußischen Regierung die bekannte Verfügung ebenfalls zu­gegangen sei, ober ob Meiningen ein Unicum sei. Er bringe dieses Alles hier von dreser Stelle zur Kenntniß des Herrn Reichskanzlers; derselbe werde dann vielleicht den Protest, den er nach Meiningen gerichtet hat, auch an den preußischen Minister des Innern richten. Redner kritisirt weiter die agitatorische Thätigkeit des Hofpredigers Stocker und kommt bann zum Schluß, indem er die Rechte daran erinnert, daß bei ben letzten Wahlen erst der Anfang gemacht worden. Warten Sie ab, das Volk hat letzt erst angefangen, sich zu erheben, die nächsten Wahlen werden Ihnen eine ganz andere Antwort geben. 8

Munster des Innern v. Puttkamer: Als er den Antrag gelesen, da habe er ge- gtaubt derselbe befolge den Zweck, technische Mängel bei den Wahlen zu beseitigen. Aus der Atede des Abg. Rickert habe er die Ueberzeugung geschöpft, daß diese Seite der Sache völlig außer Acht gelassen, und daß es sich bei diesem Antrag um einen wohlvorbereiteten Angriff gegen btc preußische Staatsregierung und speziell gegen seine Person handle. Er sich freuen, nut dem Abg. Rickert im preußischen Abgeordnetenhause darüber zu diSkutiren. Es werde sich dann zeigen, ob diejenige Partei, welcher Herr Rickert ange- hort, tn der That zu solchen Wage« berechtigt ist. Rach dem Material, das ihm vorliegt, bezweifle er das. Er halte sich allerdings verpflichtet, die Haltung derProvinzial- Eorrespondenz zu vertreten, aber er glaube denn doch, daß bei der Schärfe der Angriffe welcher tue Regierung ausgesetzt gewesen, diese nicht ruhig bleiben darf. Die Regierung sei von netten der liberalen Partei mündlich und schriftlich in der schärfsten Weise ange­griffen worden. Der Abg. Mommsen habe es für gut befunden, die Politik der Regierung in einer Versammlung als eine Jnteressenpolitik zu bezeichnen, die um fo nichtswürdiger ff*' als sie zur Bildung der Koalitionen geführt habe, um Andere zu schädigen, es sei das eine Politik des Schwindels. Wundere man sich denn darüber, wenn auf die Regierung geschaffen wird, diese sich wehrt und wieder schießt. Die Sprache einiger Wahlaufrufe sei geradezu eine demagogische gewesen und deshalb mußte die Regierung die Waffen schärfen (Hort! hort!) Die Regierung sei keine Parteiregierung; sie besinde sich bei den Wahlen ui einer sehr hülfslosen Lage. (Lachen links.) Es fehle ihr an direkten Organen, durch welche sie auf die Wahlen Einfluß gewinnen kann. Die Regierung habe deshalb den Wunsch, von den Beamten bei den Wahlen unterstützt zu werden. Aber sie unterscheide dabei die unerlaubten Wahlbeeinflussungcn, welche die Regierung ebenfalls nicht wünscht Er wiederhole, die Regierung wünsche, daß innerhalb der Schranken des Gesetzes ihre Beamten sie bei den Wahlen nachdrücklich unterstützen, und er könne hinzufügen daß Denjenigen Beamten, welche sich bei den Wahlen in hervorragender Weise Hervorthun' der Dank und die Anerkennung d;r Regierung, und was mehr werth sei, daß sie auch des Dankes ihres Komgl. Herrn sicher sind. (Bewegung links; Zustimmung rechts.)

. Störung (kons.) macht einige Vorschläge bezüglich einer befferen Erledig-

ung des Wahlgeschäfts. Er bittet die Regierung in Betracht zu ziehen, ob es sich nicht empfehle, das Wahlgeschäft auf zwei Stunden zu beschränken.

Staatssekretär v. Boetticher: Wie die Regierung zu den Wahlen stehe, habe der Herr Reichskanzler in der letzten Session genügend dargelegt. Was ihn veranlaßt, das Wort zu nehmen, sei der Umstand, daß er in der Lage sei, dem amtlich statistischen Ma­terial des Herrn Rickert ein amtliches Material des statistischen Amtes gegenüber zu stellen. Dasselbe kocrigirt die Zahlen, die der Herr Reichskanzler früher angegeben allerdings; die wesentlichste Korrektur beziehe sich darauf, daß einzelne Wahlkommissarten bei den Warnen ber konservativen einfach bie Bezeichnungkonservativ" angegeben hatten, während bet näherer Betrachtung sich herausstellte, daß die Kandidaten der deutschen Reichspartei an­gehört haben. Die Zahl der für bte deutschkonseroative Partei abgegebenen Stimmen be­ziffert sich danach genau auf 828,101 und bas ergab ein Plus gegen das Jahr 1878 von 78,607 Stimmen, also genau 16,18 Prozent. Redner stellt sodann eine Revision des Wahlgesetzes in Aussicht.

Die Debatte wird hierauf vertagt.

Es erhebt sich eine längere geschäftliche Discussion über die für morgen festzu­setzende Tagesordnung, für welche der Präsident an erster Stelle die Fortsetzung der Etatsberathung und an zweiter Stelle Fortsetzung der soeben unterbrochenen Berathung in Vorschlag bringt. Die Abg. Richter (Hagen), Lasker, Hänel sprechen für die Berathung des letzteren Gegenstandes an erster Stelle während die Abgg. Minnigerode, Malzahn- Gültz für den Vorschlag des Präsidenten eintreten. Abg. Windhorst empfiehlt, den letzteren Gegenstand in einer heutigen Abendsitzung zu erledigen. Richter (Hagen) widerspricht Bei der Abstimmung wird der Vorschlag Windhorst mit 136 gegen 134 Stimmen vom Hause angenommen.

Der Präsident beraumt hierauf die Sitzung auf 8 Uhr Abends an.

Schluß 5 Uhr.

Telegraphische Depeschen.

Wolff'- telegr. Correfpondenz - Bureau.

Paris, 15. December. Der Senat genehmigte heute die für die Er­richtung von zwei neuen Ministerien geforderten Credtte. Im Verlaufe der Sitzung erklärte der Minister Rouvier auf eine von Laretnty wegen der jüng­sten Unruhen tn Martinique an ihn gerichtete Anfrage, der Vorgang sei ohne jede größere Bedeutung, die Schuldigen seien verhaftet, die Ruhe sei vollstän­dig wieder hergestellt.

In der deutschen Botschaft fand heute Abend zu Ehren Gambctta's ein großes Diner statt, an welches fich eine Sotr6r anschlteßen wird.

Der Poltzetpräfect hat Instructionen an die hiestgen Theaterdirectoreu erlaffen, worin Maßregeln angeordnet werden, die geeignet sind, ähnlichen Un- glücksfällen wie in Wien vorzubeugen.

In dem Proceffe Roustan-Rochefort wurden heute die PlaidoyerS fortgesetzt. Der Generalprocurator beantragte die Verurthetlung Rochefort'-, damit die Ehre der Beamten und die Ehre des Landes geschützt werde.

In Grandcombe (Departement Gard) ist eS anläßlich eines StrikeS der Kohlengrubenarbeiter zu Ruhestörungen gekommen, die Truppen sind con- signtrt worden.

Wien, 15. December. DieWiener Ztg." verweist die Nachricht diesiger Blätter, daß dem ersten Obersthofmetster Fürsten Hohenlohe das aller­höchste Mißfallen darüber ausgesprochen worden sei, daß er am Tige nach dem Brande des Rtngtheaters an Director Jauner ein Kondolenzschreiben ge­richtet hat und daß der Obersthofmeister seine Entlastung nachgesucht habe, in das Bereich schlecht erfundener tendenziöser Fabeln.

Petersburg, 15. December. Da sich herausgestellt hat, daß das Attentat auf den General Tscherewtn auS politischen Gründen erfolgte, so ist die Untersuchung tn dieser Angelegenheit beschleunigt und der Verbrecher Nicolai Martinost, wie derRegierungsbote" meldet, nach beendeter Untersuchung dem Kriegsgericht übergeben worden.

Lokales.

Gießen, 16. Dezbr. (Schwurgerichtsverhandlung am 15. Dezdr. 1881, Nachmittags).

Gegen Elisabetha Martin von Romrod wegen Bestechung.

Derselben wurde zur Last gesetzt, daß sie einem Richter, nämlich dem Großh. Oberamts­richter Bornemaun zu Alsfeld, am 24. Juli l. I. Geschenke, bezw. Vortheile angevoten oder nnr zu dem Zweck-? gewährt bat, um denselben zu bestimmen, bie gegen ihre E tern schwebende Prtvatktagesache, deren Leitung dem genannten Richter oblag, zu deren Gunsten zu leiten.

Die Geschworenen verneinten indeffen die ihnen vorgelegte Schrldfrage und wurde demgemäß die E. Martin von Strafe und Kosten fretgesprochen.

Greßen, 16. December. Bei der gestrigen Wahl zur Handelskammer wurden die Herren H. Schirmer, R. Scheel, Alb. Kraatz, A. Katz und A. Zinßer »u Mit­gliedern erwählt.

Gestern ist man dahier einem am 20. v. M zu Marburg verübten Wäschediebstahl auf die Spur gekommen. Die gestohlenen Gegenstände wurden theils in Pfandhäusern und theilS in Privatwohnungcn vorgefunden und in Beschlag genommen

Bet einem hiesigen Backer wurden wiederholt Brode vorgefunden und verkauft, die statt 1 Kilo Sollgewicht nur 625 Gramm wogen; obschon das n ft .mal eine Täuschung ange­nommen worden, wurde doch diesmal vermuthet, daß es auf Betrug abgesehen, und An­zeige erhoben. Der betreffende Bäcker wird sich demnächst wegen BetrugSversuchs zu verants Worten haben.

Vermischtes.

Zur Entstehung des Theaterbrandes tn Wien theilt rin alter Fachmann, der 37 Jahre auf den Brettern zugebracht hat, derW. A. Ztg." sehr bemerkenswerthe Notizen mit, denen wir das Folgende entnehmen: Im Rmgtheatrr befinden sich 38 Feuertvechsel, tn drei Minuten läßt sich bas Theater unter Waffer setzen. Don sämmilichen Gallenen führen 2 Haupt- und 2 Nothtreppm, welche Tausenden von Menschen einen ruhigen Ausgang gewähren konnten. Wie konnte trotzdem ein so namenloses Unglück 10 Minuten vor Beginn der Vor­stellung -intreten? Nach den Wiener Theatergesetzen muffen eine Stunde vor Beginn der Vorstellung alle beschäftigten Mitglieder im Theater anwesend sein. Das technische Personal, bie Arbeiter, stellen bte Dekorationen auf und gehen dann in s Wirthshaus, ebenso die Feuerwehrleute. Geschieht tn dieser Zett ein Unglück, dann ist Niemand da. So war «8 auch am 8. December Als die betreffenden Leute 10 Minuten vor SB# inn die Bühne betraten, schlugen ihnen die Flammen entgegen. Niemand ließ die eiserne Courttne herunter, deren Kranich zwei Schritte von der Bühne liegt, Niemand war instruirt, die Feuerwechsel zu öffnen, Niemand gab das Fcuersignal, Niemand war da, bie Rettungsarbeiten anzuordnen oder die nöthigen Kommandos zu geben Alle« verlor den Kopf. Daß der Brand beim Anzünden der Soffitenbeleuchtung entstanden sei, erklärt der alte Fachmann für Unsinn. Eine Gas' explosion sei ebenfalls außgeschloffen. Dagegen ließen sich aus Thatsachen erkennen, daß der Brand tn dem Dersenkungsraum entstanden sei. Für diese Annahme spricht, daß die beiden Tischler, die unter der Versenkung arbeiteten, mit verbrannt sind, was unmöglich gewesen wäre, wenn das Feuer auf dem Schnürboden oder auf der Bühne entstanden wäre. Im ersten Act kommt ein Kübel mit brennendem Spiritus vor wer weiß ob dieser im Dunkeln nicht um­gestoßen, tn die Versenkung gesickert, auf eine Gasflamme getropft und alS Flamme zunächst die in der Versenkung angehäuften Dekorationen, Latten, Hölzer verschiedener Art angezündet, so das Feuer in den Bühnenraum getragen, die stehende Dekoration angefacht und bei dem Mangel der ersten Hülfe eine so rasche, verderbenbringende Ausdehnung genommen hat I Das unvernünftige Äusdreben des Gases bat dann die Rettung erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht, fluch hier ist gegen die Vorschrift gehandelt, ebenso wie bei ben nicht angezündeten Oellampen. Das Gas soll nämlich erst dann ausgedreht werden, wenn das ganze Publikum die Theaterräume verlaffen hat. Die k'ndtsche Furcht der Gasometer könne explodiren, konnte nur Einer hegen, der gar keine Localkenntnffse hat, denn dieser steht im Keller. Man fraat nun mit Recht, wo waren die Feuerwehrleute, wo waren die Sicherhettsorgane? Warum brannten bte Nothlampen nicht? Der lahme Entschulbigungsgrund, die Letzteren seien in Repa­ratur gewesen, ist unwuhr. Ein Theil derselben hat noch gestern an seinem Platze gehängt.