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Är. 1118. Erft-S Blatt. Sonntag dkl! 15 Mai L881
6)idicner IMiueifler
Aiirige- uni Amtsblatt für Ära Kreis Gießen.
Vureau: Sckulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme de« M-ntago.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brin-erlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pt.
Amtlicher Hhei 5.
Betreffend: Wanuntrirung de- Feldschutzpersonals in dem Rechnungsjahr 1880/81.
Gießen, den 9. Mai 1881.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die (»rofiberzoglicben Bürgermeistereien des Kreises.
Indem wir Sie benachrichtigen, daß ui.S auch für 1880/81 zuc Belohnung besonder- ipputtgeteeuer Feldpolizeibediensteter ein entsprechender Betrag zur Verfügung gestellt worden ist, fordern wir Sie auf, über diejenigen in Ihren Gemeinden befindlichen Bediensttten der fraglichen Art, welche Sie einer B lohnung für würdig erachten, längstens bi- zum 10. Juni er. an un- Bericht zu erstatten.
GS genügt hierbei, wenn eS sich um solche Bedienstete handelt welche bereit- früher Remunerationen bezogen haben und bet welchen keine Derände« rungen hinsichtlich ihrer Dienstleistungen und ihrer Brauchbarkeit jc. eingetreten find, wenn auf die früheren Berichte k. h. Bezug genommen wird. Werden dagegen Feldschützen re. zum erstenmale in Vorschlag gebracht, so müfftn Sie sich in den Berichten über die persönlichen und dienstlichen Derhältniffe genau auSsprechen.
von Tunis seien.
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Wien, 12. Mai. Ministervräfikenten Grafen -kamen des Kronprinzen in
Hesterreich.
Der Kaiser bat heute ein Handschreiben an den Taaffe gerichtet, in welchem er für fich und im äußerst sympathischen Worten dankt für die Herz-
London, 12. Mai. Unterbau-. In Beantwortung mehrerer an ihn gerichteter Fragen erklärte Unterstaatsseeretär Dtlke, er bedauere fehr, daß fich die Nachrichten über da- vom Fürsten von Bulgarien erlaffene Manifest bestätigen, er glaube aber nicht, daß die Mächte seiner Zeit die bulgarische Verfassung bestätigt hätten. Sus eine Anfrage Bryce's erwiderte Dilke, er habe nichts davon gehört, daß die Pforte die christliche Bevölkerung in Armenien entwaffnet habe, er wolle aber nähere Erkundigungen darüber einziehen. Dem Deputirten Wolff gegenüber erklärte Dilke, der Schriftwechsel über TuniS werde dem Parlamente in der nächsten Woche vorgelegt werden, von der Pforte sei eine Abschrift der französischen Note über die Absendung türkischer Panzerschiffe nach TuniS eir.gegangcn. Hierauf wurde die Derathung über die zweite Lesung der irischen Laudbill fortgesetzt.
— Im Oberhause antwortete Lord Granville auf eine Anfrage Lord De La War?s, er glaube, daß die französischen Truppen in unmittelbarer Nähe
liche Tbeilnahme der Bevölkerung an der Vetmätlung deS Kronprinzen, für die aus allen Ländern der Monarchie und au- allen Steifen der Bevölkerung mündlich, schriftlich und telegraphisch eingegangenen Glückwünsche, für die »on Herzen kommenden und zu Herzen gehenden Huldigungen und glanzvollen fest» lichen Veranstaltungen, für die Acte der Wohltbättgkett, die Stiftungen und sinnigen Ehrengeschenke. Graf Taaffe wird beauftragt, Allen in-gesammt und Jedem für Alles und Jedes Dank zu sagen. Der Schatz der entg'gerge» brachten Liebe und Treue sei dem Kaiser und dem Kaiserbause ein Glück ver- heißendes Zeichen für den geschloffenen Edebur.d. für welchen der Kaiser mit seinen geliebten Völkern des Himmels Segen erflehe. Der Kaiser wünscht, dcß fein Dank bi- in die ärmste Hütte an den äußersten Grenzmarken de- Kricks bringe, da von allen Seiten das gleiche Gefühl ter 8 ebe kundgegeben worden sei, welches in der herrlichen Haltung der Wiener Bevölkerung so unvergeßlich schön zu Tage getreten sei.
England.
Gefundene Gegenft ander
1 Wagenrad, 1 Handschuh, 1 Haarzopf, 1 Taschentuch, 1 Pserdegurte, 1 Pfuhleimer, mehrere Schlüssel.
Gießen, den 14. Mai 1881. GroßherzogUche Polizeiverwaltung Gießen. ,
Freseniu -.
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Vorschläge, welche nach dem oben genannten Termine Sei un- eingeben, bleiben unberücksichtigt. Dr. Boekmann.
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Aukland.
Petersburg, 11. Mm. Die Unruhen in Kiew scheinen ernster Natur gewesen zu sein; da- Militär mußte, um die Ruhestörer, die fich zur Wehre setzten, auseinander zu treiben, von der Waffe Gebrauch machen; ob gefeuert wurde, verschweigt der „Regierung-- Anzeiger.- Au- Privat-Telegrammen russischer Zeitungen, die hier unterdiückt worden find, geht hervor, daß mehrere Todte und zahlreiche Verwundungen zu beklagen find. Im ganzen Süden Rußlands war schon vor den Ostertagen das Gerücht verbreitet, eS solle eine allgemeine Judenhetze ftattfinden. Die Juden versahen fich de-halb mit Waffen, fie wandten fich auch an den General-Gouverneur von Odessa um Hülfe, welcher mit beruhigenden Derficherungen antwortete und die Kosaken- Regimenter heranzog. Odessa war Überhaupt zu jener Zeit mit Militär gefüllt und daS soll nach der Meinung deS Berichterstatter- der „Deutschei PeterSb Zeitung" der einzige Grund gewesen sein, der den Pöbel von Odessa davon abhielt, gleichfalls aus d e Juden loSzuschlagen. In der russischen JuderVerfolgung liegt ein planmäßige- Vorgehen, die ganze Hetze ist eine längst abgekartete Geschichte gewesen. Gegenwärtig sucht man die eigentlichen Anstifter au- den Haufen der Verhafteten heraus, e- ist indessen sehr zweifelhaft, ob man namentlich die Haupträdelsführer ergriffen hat. Die Letzteren haben fich höchst wahrscheinlich au- dem Staube gemacht, sobald da- Unheil im Zuge wat, um fich ein neue- Feld der Thäti^keit auszusuchen. Nur so läßt fich das gleichzeitige LoSschlagen auf die Juden in ziemlich weit voneinander abliegenden Orten erklären. Der „Petersb. Ztg." schreibt man au- Golta über die letzten Ereignisse:
Am 29. April, Abends, läuteten plötzlich die Kirchenglocken; wir stürzten aus dem Hause in der Ueberzeugung, eine Feuersbrunst zu erblicken, aber ein seiner, kalter Regen empfing uns, die Nacht war stockfinster, in der Ferne bewegten sich zahlreiche Laternen immer näher, und nun konnte da- Ohr auch w'ldes Angst» und Wittbgeschrei, das Klirren zerbrochener Fenster und da- Krachen eingeschlagener Thüren vernehmen, kurz, die Iudenhetze war im vollen Gange. Eine Rotte von etwa 200 Menschen, Bauernburschen, Eisenbahn- aTbeitem. Kutschern und fremden hier unbekannten Leuten wüthete mit vanda- lischer Wuth und ganz genauer OrtSkenntniß im Eigenthum der entflohenen oder in den Kellern versteckten Juden. Etwa zwölf Buden, Magazine und Wohnungen wurden bi- Morgens 4 Uhr rollständig zerstört und au-geraubt. Der Inhalt wurde in den Strcßenkoth getreten, die Betten zerschnitten, die Federn umhergestreut, die Branntweinfässer zerschlagen, Thüren und Fenster mitsammt den Rahmen herausgeschlagen und die Möbel in Scherben zertrümmert. Die Juden hatten fich so versteckt, daß auch nicht ein einziger getüdtet oder verwundet wurde, aber da- Loos der Familien war denn doch höchst be- klagenswerth. Der angerichtete Schaden wird hier in Golta auf 20,000 bi- 30,000 Rubel veranschlagt. Die an- den Lazarethbaracken zur Hülfe herbeigerufenen 60 Reconvalescenten (junge Ulanen) konnten wegen Mangels an Waffen nichts au-richten und blieben müßige Zeugen, anderes M'litär war nicht zur Hand. Mit der beginnenden Morgendämmerung war das Raubwerk gethan und die Thätigkeit der Behörden begann. BiS jetzt find 70 Personen gefängl'ch eingezogen, von Haus zu Hau- sucht man nach den geraubten Sachen, Vieles ist bereits gefunden worden, so ziemlich hat jeder Zeuge aus niederen Ständen mehr oder weniger mitgeschleppt, wovon das Meiste N'cht wird entdeckt werden können. Allgemein herrscht die Ansicht, daß hinter ber ganzen Sache unentdeckte Avstister verborgen und die rohe Masse nur blinde-
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Pfarr-Conferenz: Mittwoch den 18. Mal in Gießen.
Unter anderen wichtigen Verbandlunaen Besprechung über die Vorträge des Reiseprediger- Degg au im Dekanat Gießen. Lang-Gön-, den 12. M^i 18ol. Strack, Dekan.
^euf^fanb.
m. Darmstadt, 13. Mai. Nach einer soeben im Regierungsblatt erschienenen Bekanntmachung in Betreff der Ausbringung des Bedürfnisses der Großberzoglichen Landei'BrandverslcheruugS'Anstatt für 1880 berechnet sich diests Bedürsniß tm Ganzen auf 1,0^7,1*25 1 H. Davon belaufen sich die Entschädigungen und Abschätzungs-
kosien auf 1,009,004 v* 71 und zwar entfallen auf die Provinz Oberhessen 317,05'2 M 33 H, auf die Provinz Starkenbui g ‘298^63 55 und auf die Provinz Rheinhessen
393,688 JL 83 X Als Beitrag in den ftonbfl zur UnterstÜpung von Personen, welche m ,rolge ihrer Theilnabme an den Löschansiatten verunglückten, und ihrer Hinterbliebenen, sowie zur Förderung deS Feuerlöschwesens, insbesondere zu Beitragen an Feuerwehren und Gemeinden (1° 0 der Einnahme) erscheinen 10,960 jk. Zur Deckung )eS BedÜrsnisseS sollen nach Beschluß der verstärkten Brandoersicherungs-Eommission unb mit Genehmigung Gr. Ministeriums des Innern und der Just,- auf je 100 .* JersicherungSkapital 12 Pfennige auSgeschlagen und in einem Z'clc im Monat Juli d.J. erhoben werden. Das Persicherungskapital bet'ägt nach dem Stande am Schlüsse deS Wahres 1880 in der Provinz Oberhesien *247,588,080 in der Provinz Starkenburg '$4.360,310 JL und in der Provinz Rheinhessen 300,887,450 fc*, demnach im Ganzen 912.835340 .*
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