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Nr. 37

Zweites Blatt.

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^rschnnt täglich mit Ausnahme des Montags.

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Großh.rzoglichr Polizeiverwaltung Dießen. Fresenius.

Preis vierteljährlich S Mark 20 Pf. mit Vnngerlo-L Durch btt Post bezogen vierteljährlich 2 Mark W Pz.

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Don den Bäckern und Brodhändlern darf daS Brod nur in Laiben von 1, 2 und 3 «l vgramm (2, 4 und 6 Pfund) zum Verkauf ausgeboten werden. § 2.

Dal von den Bäckern und Brodhändlern zum Verkauf, ausa.botene Brod muß stets mit d,m wohl ausgedrückten Namenszeichen des betreffenden Backers versehen sein.

S 3.

Die Bäcker und Brodhändler sind verpflichtet die Preise und das Ge­wicht, zu welchen sie das Brod verkaufen wollen, von 14 Tagen iu 14 Tagen gnfap* fpil.fl.n6 bi« Vormittag« 9 Uhr drr Großh.rzogiich.n Pvliz.ti orrwaitung d-bi-r auf eln.t mit Tinte geschrienen und mit Namen unter- »ckchnetm Anzeige in zwei S;rmplaren einzusrnden. Die eine dieser Anzeigen 6ntn,Jnl cem St'-np-l der Droßh.rzoglichen Poi.zeiverwaltung verseh,» osort zurückz,geben. Di'se «nzeigen werden amtlich in den am Samstag *b dahier erscheinenden Blättern veröffentlicht und treten dann für die -dsten 14 Tagen von Sonntag Morgen 616 Sonntag Morgen in Kraft.

Gießen, den 8. Februar 1881.

Der Tabak und das Bier.

Fürst Bismarck sagte früher e'.nmal, daS Bier mache demokratische Polt- tiker und man weiß, daß er von dem einmal Behaupteten so leicht nicht ab- fleht. Bier und Tabak machen die Hauptelcmente deS deutschen WtrthShaus- 3C^dhU6a,i r nb TrunksuchlSgeseß beweist, wie wenig das deutsche Ü3lrthShausleben nach dem Geschmack des leitenden Staatsmannes ist, so könnten harmlose Leute vielleicht glauben, die unaufhörlichen, auf Tabak und vier gerichteten Steuerprojecte hätten keine andere Absicht, als durch die Steigerung deS Preise- dieser GebrauchSmtttel die sittliche Haltung des deut- cnix" Volkes zu heben. Soll unS auch gar nicht wundern, wenn oifieiöse Blüiter ,s versuchen werden, die gegen Tabak und Bier gerichteten Steuer- prosecte im Sinne solchen .sittlichen Werths" darzustellen.

Eicher ist indeffeu, daß die neue WtrihschastSpolitik deS Reichl kanrlers mehr Ausregung und Unbehagen gemacht hat und machen wird, als alles Bier und aller Tabak der Welt im Stande wären. Denn die fortwährende Beun­ruhigung der beiden in Frage flehenden Industriezweige hat nun doch Manchem, der sonst zu denewig Blinden" zu gehören schien, die Äugen geöffnet über Prmcipten der neuen WtrthschaftSpolitik. Es ,st wohl kaum ein ähnliche Beispiel vorhanden, daß eine Industrie durch fortwährende Beunruhigu, g zu einem langsamen Hinfiechen verurtheilt worden ist, wie jetzt die deutsche Tabaks- mdustrie. Schon seit Jahren wagt man nicht mehr, bedeutet de Geschäfte in Ladak zu machen, weil man nicht wiffen kann, cb man, wenn ein Geschäft rrngegangen worden ist, nicht durch eine Steuere,Höhung oder eine Nachsteuer -der gar bas Monopol inzwischen überrumpelt und an den Rand des Rui, s gedrängt wird. Ter Reichskanzler bot unlängst im preußischen Abgeordneten- 4 krmgewtesen, daß der Tabaknoch mehr bluten" muffe und daß

eme höhere Besteuerung der Gelränke er meinte das Bier unausbleib- sei. Die Wirkungen solcher Ankündigungen werden schnell fühlbar. Im drauergewerbe ist Alle- mit Angst und Zagen erfüllt; in der Tabaksindustrie aber gehtnut Riesenschritten rückwärts. Man fühlt eS allgemein heraus, raß alle diese Experimente den einen Zweck haben, die Tabake induflrie so zu schwächen und mürbe zu machen, daß sie schließlich im Monopol ihre einzige xettung sieht. Man hört Tabakssabr,kanten und TabakSarbeiter in ihrer Aussichtslosigkeit seufzend den Wunsch auSsprechen, eS möchte doch lieber das Nonopol gleich eingesührt werden, damit man endlich von diesemHangen md Bangen in schwebender Pein" erlöst würde. Die Cioarrenarbeiter man- oern zu Tausenden nach Amerika aus und helfen dort dem Westen den Welt- markt erobern.

, fak wohl überzeugt, daß der Reichskanzler über kurz oder lang in der Lage fein wird, seinen Lieblingsgedavken, das TabakSmonopol, verwirk­lichen zu können. Damit wird freilich Deutschland ebensowenig glücklich wer- den, wie mit dem Zolltarif. Aber so Mancher wird doch zum Nachdenken Gehalt einer Wirthschastspolitik angeregt werden, die unbedenklich rine so bedeutende Industrie einem solchen Sck ck'al vreiSoiebt.

S 4.

Di. Bäck» und Brodhändl» find verpflichtet, da6 ihnen zurücka,geben. Exemplar der Anzeige an ihrem Verkauföiocale an einer von Außen sichtbaren während der Verkauftet! auSzuhängen. Nur nach den so fest- gesetzten Preisen und Gewichten dürfen die Bäck.r und Brodhändl» onkaufen

S 5.

Die Bäck» und Brodhändler find gehalten im V-rk->ul6loc,le eine gesetz. ich gestempelte Waage mit den »forderlichen geeichten G-wi-bten an einem leicht zugänglichen Oite aufmstell.n und die Benutzueg derselben -um Rach- wiegen de« verkauften Brodes zu gestatten. 6 $

.. ©«« «»« «" f-stö-s-fen Gewichte Fehlende find die Bäck« und «rod- Händler auf Verlangen zu ergänzen verbunden.

§ 6.

....3U®lb«ÜonbIung,n geg cotffebenbe Bestimmungen unterliegen den in den Artikeln 184 bis 187 des Polizeistrasgesetzes ang.drohten Strafen.

Lokales.

= , m®te^enn 121 8,6lUQr- fSitzung der Stadtverordneten vom 10. ds. Mts.j antDtfmb LhÄ,,PVlamn temn B'igeordnetm Keller und Heß; von Seitm der hr » ffTufUtöT G°ii. Siüneber,. H-nstetV » = H°ml eV x m' ^u?_e^ln9» Noll, a u g. Noll, Vfannmüller Scbekl bihopbach, Vogt, Wenzel und Wortmann. Laut Beschluß der vorigen Sitzung

ittweÜT) y^hichuij :nl*ire um/ «nichts /

Voealrefll erneut.

toutbf die B,gutach,ung de« Umbau,« in der Stadtkirche der vereiniaten Kinan.. unh Deputation überwiesen. Dieselbe hat sich dahin ausgesprochen, daß sicb ein, vrobeweii, «/

kd vwporm ml, gntngnen Sofien ouefülnn log,, tle VeefomnUung teilt biefm ©ufadj.fn fcel Die Klage g,gen den OrtSarm.nverband Saasen totib genehmiat dekal Jim 4^niR79n0 d'rStad.mädckensckule, eb.nso die Prüfung der Rechnung

<n7?- i~a ®On e,mo e'pgegangenen Dankschreiben d,s Vorstand,« d.ö Localgewerbeb fitfn LcJ|Ttf^»ne\«FftUnVOn »°n01 Üa,er wird lernntmß g,nommen und dl- dmck den^Umbau dirser tocolifättn entstanden,n Kosten auf die Stadtkafse übernommen __ o., ii>hi.kih. .

kd tem °m ,6. t. I. ab^aUente» Ze.enfn in S.mff bST|.mn,M,aw

7. «7"^" »ub.n tteiben bie Herren Wor.m-nn unb e"9. Ätt

Tj? £tm Wflrn »mtn für Geflügel- und Vogelzucht die Turnhalle für die «dt

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foOto, wie die hiesigen Branntwein-Großhändler, nämlich 23 per Hectol, er und soll bitk @ m ' ndturfl prob.wns. auf d.e Dauer ton 6 Monaten be.b,hatten w«den - Die Verwend die'D.rv^chtun^ °fiu6, (b,m lür städtische Zwecke wird genehmigt deSg?

I ' o der StranpSwies. zu d.m seitl erigen Pochtpre.S von 70^. - ®In Echreiben

iu trÄ,fLöl|,nbQ6nö^,,^,,Dn H^nover in Betreff d.S Umbaue« di« Main.Weser Dabnbcfe« rn fie Mod.fieation.n, namentlich in Betreff der prcjeetirten Wegunterführung be' "^^ beschlossen waren, wurde mit n<u,n Plänen nockmal« zur Prüfung vorgeleat und nicht beanstandet. - D.e Gesucke von Bauunternebm.r Koch, Peter Könia W Wa/ner und H. Rusag, welche sammtlich um S'laubniß zur Anlage von Einfriedigungen, kinkommen werden genehmigt dagegen dasjenige de« L Mever von Butzbach um ^rlautniß 7ur »faUuAr/,.nnTfc^l,pfObU rt,m abgelehnt. - Eine Anzahl L.nwobner am Seltns-

rk Tonlage hat um Anlegung einer fab,baren Straße vom SelterSwea nach pkUUon'rt. Der diderhalb von der Bau Deputanon gefaßte Beschluß der Ausführung einer Stiaße an fragt. Stelle näher zu treten und dieselbe in den Stadtbauvlan fragen zu lassen, wird abgelebnt. - Auf eingegangene« Ersuchen Großb Lande« Universität die Gothetrroße durch prov. Rohrleitung mit Ga« beleuchtet und die Ludwiaesiraße soweit erforderlich, da Gasrohrleaung nicht möglich, mit P'traleumlaternen vor.äusia

beT ^a^ellung einig weiteren acad,misch gebildeten Lehrer« an dir '-öberen unh ^wetterten Mädchenschule beschließt die Versammlung nach länge!»Debatte^ Unterstes Herrn D.rector« V.geliu« die Rothwend.gkeit de!^Anstellung tineVÄ JlAta eotbanbn,fn Lehrkräfte, inSbe-cndere für Erthe.lung de« Unter-

r auSre.chten, reip überbürdet seien: in Tarmstatr urb rfffn-

böd>, wo auch gleiche Anstalten testeben, Erkundigungen über den Lehrplan und die ^abl^ver von ernzelnen Lehrkräften ertheilt werdenden Stufen dnzuziehen. W "

vermischtes.

Slllendors a. d. Lumda. Wie viel manche Leute nach dem bestehrnden Wucheradeu deute sich dasselbe zu Nutz machen, da« mag folgender Lor a! beweisen Ern bikfiger jüdischer HanbelSmann machte einem Bürger von bier ein Darlebn enn 1OO X und zwar auf 5 Monate. Der Schuldner mußte dafür ^ ^ Z.nsen ^ prechm

5cna,£o um waren, kam der ,üctsche Hancelemann zu dem Bauern und fordere sein (Sdth Der Mann konnte itn Augenblick nicht bezahlen und ließ sich noch 14 Tage Frist b^obHc ®ttT tn Gläubiger forderte noch weitere 5 JL Vkriuqßzmse^n Und im hQU,? nc<^ fcictfc Ducberz nftn. statt seinen Drängn vor Gerrckt

1?'Houde'smann erbiett von 1OO JL Capital in 512 Monaten nicht ® V bas macht in einem Jahr 37 er hat also von seinem Kavikal

37 Procent Zinsen gefordert und bekommen. Es ist traurig daß solche Blutsauaereieri nrrfi t8J^ b°vpelt traurig, daß sie noch .mm» gel^^

scheuen, den Schutz des Wuchergesetzes für sich anzurufen. $

fHn,m wurde tn St. Gallen verübt. Ein Commis unterschlug

w l Um den Verdacht auf den un'chuldigen LehUing

VnPMJlfA M n btnfeIfcen drs Abends vor Schluß des Bureaus, erwürgte ihn und hing Unalütfltd-fn*°U a *n steckte, damit man annehme, der

a?rU8 a?lR 6?T fcSt ^Edeckung seiner Vergehen selber erbängt. Indessen verrückte P^n nickt, der Lehrling wurde noch lebend vom Strik gelöst und in s Bewußtsein zurückgebracht. Der Commis ist verhaftet.

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*r' Wsstafilag,.

Sonntag dm 13. Februar

Mchener ÄWiger

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