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ArauLreich.

Pari-, 10. Januar. Gestern Abend stieß auf der Ostbahn der Per- ionemua welcher aus den Ardennen kam, mit einem Güter,ug an der Station Mezig bei Chateau-Thierry zusammen. Zehn Reisende wurden schwer verwun-

führung des Baugrundes anzuempfehlen, wt.il einmal die Kosten hierfür febr bet-.ächt- lich seien und außerdem bei Tieserlegung der Straße vor Nackenheim Schwierigkeiten wegen der Futtermauern der Weinberge entstehen würden, für deren Solidität die Re­gierung in Zukunft womöglich eine Verantwortung zu übernehmen hätte. Aus diesen Gründen erachtet der Ausschuß diese Frage für spruchreif und stellt deßhalb den An­trag, unter Ablehnung der Beschlüsse zweiter Kammer an die Regierung das Ersuchen zu richten, den für die sachgemäße Erhöhung dieser Straße nöthigen Geldbetrag in daS nächste Budget einstellen zu wollen. Bezüglich des Antrages des Abg. Betz wegen einer Revision deS Gesetzes vom 21. Juni 1869, die Einkommensteuer betreffend, nament­lich die Abänderung einzelner Bestimmungen desselben, hatte die 2. Kammer auf münd­liche Berichterstattung deS Abg. Woliskehl beschlossen, zur Zeit dem Antrag keine Folge zu geben. Dem Berichterstatter des Fmanzausschusses erst-r Kammer, Herrn L-ernher (Nierstein>, scheint es angemessen, auch in der ersten Kammer denselben Weg zu gehen und behält sich derselbe vor, über diesen Gegenstand einen mündlichen Vortrag zu erstatten.

In Uebereinstimmung mit den Beschlüssen des andern Hauses beantragt der Finanzausschuß bezüglich des Antrags der Abgg Osann und Baur auf Erbauung einer stehenden Brücke über den Main bei Kostheim, an die Regierung das Ersuchen zu richten, die erforderlichen Vorarbeiten zur Herstellung eines Projectes für die Errichtung einer festen Brücke über den Main bei Kostheim nebst Kostenvoranschlägen zu beschleu­nigen und alsdann der Kammer weitere Mittheilung zu macken.

Nach einem von Sr. Gr. Hoheit dem Prinzen Wilhelm von Hessen erstatteten Berichte beantragt der dritte Ausschuß der ersten Kammer in Uebereinstimmung mit dem Beschlüsse deS andern Hauses, der Beschwerde des Gememderaths zu Bensheim, die Niederlegung deS sogenannten NinnenthorS betreffend, keine Folge zu geben-

Berlin, 9 Januar. Mit der Großh. Hessischen Regierung ist, dem Reichs-Anz." zufolge, ein Uebereinkommen dahin getroffen, daß die im König- reiche Preußen auf Grund der Prüfungsordnung vom 24. April 1874 ausge­stellten Befähiguugs-Zeugniffe für Lehrerinnen an den höheren Mädchenschulen auch in dem Großherzogthum Heffen als gültig anerkannt, somit deren Inha­berinnen auch in diesem Staate zum Schuldienste zuzelaffen werden, und daß die im Großherzogthum Hoffen auf Grund der Verordnung über die Prüfung der Aspirantinnen für das Lehramt an höheren Mädchenschulen vom 10. März 1880 ausgestellten Befähtgungszeugniffe auch im Königreiche Pr-ußen als gültig gtierfannt und deren Inhaberinnen in diesem Staate gleichfalls zum Schuldienste zugelaffen werden. Ferner ist vereinbart worden, daß diese An­erkennung im preußischen Staate auch auf diejenigen Befähigungszeug >tffe für den Unterricht an höheren Mädchenschulen, welche im Großherzogthum Heffen auf Grund der in den Monaten März 1879 und April 1880 an dem Leh« rertnnen-Seminar zu Darmstadt abgehaltenen Abgangsprüfungen ausgestellt worden sind, ausgedehnt werde.

Die Nachricht, daß demLahrer Hinkenden Boten" der Debit in Preußen verboten sei, so lange durch die Prämtenvertheilung der Vertrieb des Kalender- den Charakter eines Lotterie-Unternehmens besitze, und daß in Folge deffen der Verleger erklärt habe, er werde Kalender mit Umschlägen der frag­lichen Art fortan nicht mehr nach Preußen versenden, gibt derElsaß-Lothr. Ztg." Veranlaflunq zu folgenden Bemerkungen:

Dieses Beispiel beweist von Neuem, wie nothwendtg es ist, daß diese Materie endlich einmal für ganz Deutschleud einheitlich geregelt werde, damit nicht länger, was in dem einen deutschen Staate erlaubt ist, in dem anderen, benachbarten, verboten sei. Aehnlich ergeht es den Zeitungen in ElsaßLothrrn- gen bezüglich der Lotterie-Anzeigen. Alle tn Baden erscheinenden und in zahl­reichen Exemplaren nach dem Elsaß kommenden Zeitungen enthalten z. B. die Anzeigen der Baden-Badener Lotterie, während den im Elsaß erscheinenden Zeitungen die Aufnahme dieser Anzeigen durch die zur Zeit hier noch gültigen französischen Gesetzes-Bestimmungen untersagt ist."

Berlin, 10. Januar. Von Mitgliedern des in der Bildung begriffe- nen Vereins deutscher Studenten ist an den Rector Magnificus die Biite ge­richtet worden, durch osfictelle Untersuchung mit Hülfe des König!. Poltzei- PräfldiumS den die Studentenschaft berührenden verleumderischen Berichten über Vorgänge in der Silvesternacht entgegenzutreten. Rector Hofmann erklärte,der Antrag gereiche ihm zu großer Genugthuung; cr werde densel­ben durch den Ausschuß, deffen Aufgabe es sei, den guten Ruf der Studenten zu wahren, gern amtlich entgezennehmen und in aller Weise fördern." Die nöthigen Schritte sind bereits eingeleitet. Aus Petersburg wird dem Tageblatt" vom 10. ds. telegraphirt:Gestern Früh 3 Uhr ist das Theater in Kronstadt abgebrannt. Der Theateraufseher mit seiner Familie, zusammen 7 Personen, verbrannten. Samstag Abend wurden nach Schluß der Vorstellung im hiesigen großen Theater im fünften Rang zwei junge Leute arretirt. Bei einem derselben wurde die letzte Nummer der Revolutions-ZeitungNarodnja Wolga" und compromittirende Papiere gesunden.

Der Kaiser empfing gestern Nachmittag den Fürsten Bismarck und conferirte längere Zeit mit demselben.

Stuttgart, 10. Januar. Heute Nachmittag feuerte im hiesigen Post­hofe der frühere Etsenbahnbau-Unternehmer Braun von Stuttgart ein Doppel- Terzerol zweimal aus den Oberbaurath v. Abel ab, welcher an der Hüfte, jedoch nicht lebensgefährlich, verwundet wurde. Der Attentäter ist verhaftet. Das angebliche Motiv seiner That ist ein verlorerer Proceß gegen die Eisen- bahnbau-Commisston.

Stratzburg, 8. Januar. Großes Aussehen erregte der Umstand, daß der hiesige PoUzeictrector von Saldern auf längere Zeit Urlaub erhalten hat, nach deffen Ablauf, wie man saat, die Stell- anderweit besetzt werden würde, und daß zwei Generale, der Gouverneur von Straßburg, Gmerallieutenant v. Schkopp, und der Commandant Generalmajor Bauer ihren Abschied erhal­ten haben oder demnächst erhalten werden. Man bringt diesen Personalwechsel in Verbindung mit jenem Vorfall, bei welchem die hiesige Feuerwehr mit einem Trupp Soldaten zusammenstieß. Es erfolgte nämlich alsbald nach dem Er- eigntß eine angeblich auf Veranlassung des Gouverneurs erlaffene Verordnung des Polizeidirectors, wodurch der Feuerwehr das Abhalten öffentlicher Umrüge verboten wurde, in Folge deffen sämmtliche Officiere der Feuerwehr ihr Amt niederlegten. In einem Theile der altdeutschen Preffe wird wahrscheinllch die Sache so dargestellt werden, als ob der Statthalter aus Nachgiebigkeit gegen die einheimische Bevölkerung drei Beamte geopfert habe. Wir können dieser Auffaffung nicht beitreten, glauben vielmehr annehmen zu müffen, daß der eigentliche Grund tiefer liegt. Möglicherweise wird man höheren Orts der Ansicht gewesen fein, daß die betr. Beamten bezw. Militärs nicht an ihrem Platze gewesen find. (Magd. Ztg.)

btt, ein Heizer getödtet. Ein Locomotivfü'yrer, sowie der Ches deS Zuges sind von den Aerzten bereits aufg-'geben.

Telegraphische Depeschen.

Waguer's telegr. lLsrresvoudenz-Burearr.

Pari-, 10. Januar. Die Municipalwahlen in den Departements 1 find im Allgemeinen günstig für die Republikaner ausgefallen.

Berlin, 10. Januar. Der La'dwirthschaftsrath wird unter Anderem ! verhandeln über die Handelsverträge Deutschlands in ihrer Beziehung zur \ deutschen Landwirthschaft, über die Effenbahn-Tarifsrage, die VrrstcherungS- Gesetzgebung für das Reich, insbesondere die Arbeit-r-V?rficherungskaffen, die ; Vorschläge für Abhülfe der Nachtheile des Freizügigkeitsgesctzes und über die Erhöhung der Branntweinsteuer.

Linz, 10. Jan., Abends. Der hier abgehaltene Dauerntag, der einen ; sehr ruhizen Verlauf nahm, Hit Anträge betreffs der Grundsteuer angenommen, j ferner den Erlaß einer Dankadreffe an den Kaiser und das Gffammtmintste- ; r um für die günstige Lösung der Lehenssrage und eine Resolution betreffs des Wahlrechtes in den Landgemeinden.

London, 10. Jan., Abends. Unterhaus. Auf eine Anfrage Wilff's l betreffs der beunruhigenden Nachrichten über die Beziehungen zwischen der \ Türkei und Griechenland erwidert Gladstone: soweit die britische Regierung | hierbei in Betracht komme, habe die Thronrede Alles mltg-thetlt. Die Mächte I seien bestrebt, die griechische Grenzfrage zu regeln, aber über die Mittel zum Zwecke noch nicht übereingekommen. Selbstverständlich trügen diese Bemühun­gen einen friedlichen Charakter.

Lokale-.

Gießen, 11. Jan. Arn Freitag den 14. b. Mts. wird der rühmlichst bekannte Pianist Hans Weinberg aus Berlin, der begabteste Schüler R u b i n sr e i n's, nach dessen eigenem Ausspruche, ein Concert im Saale des Eaf 6 Leib abhalten Der Eoncertgeber wird unterstützt von der Opernsängerin Frl. Anna Bock aus Frankfurt, welche auch in Concerten, u. A. im Saalbau zu Frankfurt mit dem größten Erfolge gesungen hat, und von dem Coneertsänger Herrn Wilhelm Bartschat aus Berlin, der über eine sehr sympathische Stimme und eine edle Vortragsweise verfügt.

Gestern Abend spielte sich in der Schramm 'scken Herberge eine Schlägerei zwischen hiesigen Arbeitern ab, wobei die Schutzmannschaft einschrrtt und 2 Beiheiligte verhaftete. Heute Morgen bekamen beide 8 Tage Belohnung.

Eine Straßenlaterne, welche wahrscheinlich einem Dunkelmann m hell brannte, wurde von demselben gelöscht. Er wurde dabei erwischt und zur Anzeige gekrackt.

Vermischtes.

Darmstadt, 8. Januar. sMilttärdienstnachrichten ] Deiglmayr, Garnlsons Auditeur in Mainz, der Charaeter als Justizrath verliehen; Reimann, Lazarethinspector in Gießen, nach Jülich, Schlaeserett, Lazar,thlnspcctor in Straßburg t. E>, nach Gießen versetzt; Schulze, Rechnunasrath und Festungs-Jniprctions-Sccretär in Mainz, auf seinen Antrag zum 1. April 1881 mit Pension in den Ruhestand versetzt.

Mainz. Ktnver zu ängstigen, um sie hierdurch zur Ruhe zu bringen oder gehorsam zu machen, ist ein verwerfliches Mittel, wie wieder fol enber hier vorgekommene Fall beweist. Kurz vor Weihnachten begab sich eine Frau von zu Hause weg und wurde das Dienstmädchen beauftragt, das Kind zu Bett zu bringen. DieS geschah, aber das Kind war nickt zum Schlafen zu bringen, es sprang munter im Bett umber Das Mädchen griff auch hier zu seinemHausmittel". Derschwarze Mann" wurde citirt und das Kind mit allen möglichen Stimmen geängstigt, bis es ruhig war. Als die Mutter nach Hause kam, fand sie das jhnb ganz tn Schweiß gebadet, mit offenen, stieren Augen und am ganzen Körper zitternd. Sofort wurde der Arzt geholt, da das Kind in heftige Krämpfe verfiel, die es nach Aussage des ArzteS in Form von Epilepsie auch wohl behalten wird. Das ist die Folge des Fürchtcn- machcns.

Aus Heidelberg wird nachträglich eine lustige Geschichte bekannt. Am Weih, nachtsfest brachen Diebe tn dem Äroßb. Bezirksamt dort ein und bestahlen das Bureau des dritten Beamten. Die Bureauröcke und confiscirte Sachen, auch solche socialistrscher Natur, mußtenmitlaufen". Das Heitere an der Geschichte ist, daß die Diebe zur Begehung der That an der Schlaf-, Pardon, Wachtstube der Schutzmannschaft vorüber mußten, um von der Thür des mit einem Besuch beehrten Bureaus aus die Straße zu gelangen.

- [Gin spätes Opfer des Bremer Maffenmörders.^ Kurz nach dem Bremer Thomas Verbrechen zog ein etwa 40jähriger unverherratheter, sehr wohlhabender Rentier, RamenS Thomas, von einem in der Nahe von Halberstadt gelegenen Dorfe nach letzterer Stadt weil cr sich beständig darüber ärgerte, daß er dort mit seinem Namen gehänselt wurde Doch nahm dies auch dort fein Ende, und er zog sich, nachdem sein Anteag, seinen Namen ändern zu dürfen, von dir Regierung als grundlos abgewtesen war, gänzlich von aller Welt zurück, wohnte mit seiner Wtrtbschafterin in einem einzelnen Hause vor dem Tbor und nahm am liebsten ein- |ame Spaziergänge vor. Schließlich ward er seines Lebens gänzlich überdrüssig und machte mehrmals Selbstmordversuche Vor etwa 14 Tagen nun verbrannte er seine sämmtlichtn Staatßpapiere heimlich und verließ seine Wohnung, ohne dahin zurückzukeheen Am 28. Dee wurde er beim Steinbolz bet Quedlinburg erhängt gefunden. Uhr und 30 .A Geld befanden sich noch in seinen Taschen. Hande und Gesicht waren von Raubvögeln stark angefressen So können alberne Sckerze auf die Länge einen Menschen zur Verzweiflung und zum Selbst­mord bringen. 0 1'

Straßburg. [Unglücksfall.) In dem benachbarten Neudorf hat sich ein iunaer Bursche in brr Nrujahrsnacht beim Abschießen einer alten Pistole, die zersprang eine derartiae Verletzung zugezogen, daß ibrn drei Finger der reckten Hand amputirt werden mußten

t. ®efenid>a;V'35rÜl(.,e leidenschaftlicher Jäger bekannter Herr ein

von ihm erlebtes Abenteuer, welches sehr stark an den seligen Münchhausen erinnerte Da überfiel d.n Erzähler plötzlich ein heftiger Husten.Mein Gott, was ist Js-nen?" fraaten öngstück bie ihm zunächst Sitzenden.Ach,- erklärte beruhigend ein Arzt dem ist »ufällia ein wahres Wort tn die Kehle gekommen" ' 6 1ß

StTa6bur6. ®t, hichqon Z-ttungm bringen fortwährend Noch-

rliten von Folien wo Leute >n Folge übertriebenen Bronntwelngenuffes verunglückt, resp. um'8 geben gefomm.n stnd Romen Ilch Im Ober.Elsoß, wo man sonst an den Welnqenuß gewohnt war, der j,,t einem großen Th-,1 der Bevölkerung in Folge der suchten W-Insohre und der vermebrt.n Ausfuhr versagt Ist, und wo man daS Bier weniger kennt und stbätzt greift der Branntwetngenuh m erschreckender Weise um stch. Vor einigen Togen hat Wied« 'n noto tsehn Sauf« ,n Wittelöheim se ne Frau und ,we, Kinder umgebracht Es wäre wirklich an d" kl m , °"'S'«'nMreten DaS bisher ergriffene Mittei, die Ltttn,steuer

hat die Wein, und Bterwirthschaften harter getroffen wie die Schnapsduoiken, Jetzt ist auch den Eperialtarff der Eisenbahnen elng,reibe worden, der sonst nur (»etretbe, Äortoff.In, Kohlen und Brennmaterialien ic. zu Gute kommt, und stellt sich > m tzj, ** "och Straßburg für einen Waggon Schnaps auf ea. 30 billig» w

Äh * n'4t S"ab< Ö<1 »«* nach den Reichsten «'orschub

. . ®an^en i" die weite, weite Welt.) In derSchlesischen Gartenlaube"

lesen wir W'U der deutsche Student seinem Kneipbruder eine Aufmerksamkeit er- rn a m c^m "em Stück",einen Halben", und bei besond rer Gettaenbeii

auch wohleinen Ganzen" vor, den jener selbstverständlich erwid->rt Am aber ist eS allgemeiner Brauch,einen Halben" oder emen aanren in hi» m>?r^enb schicken. Das geschieht folgendermaßen: Bruder Studio A tnnft ff

zu; B. kommt dem A. nach und wnlcidi bem (? Dnr unh n f $reuff,e seinen Lauf, bis er endlich vom Bruder 3 wieder beim A "Ganze"