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Sonntaq den 11. December
CFrflre Blatt
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Erscheint tAfllldi mit Ausnahme des Montags
Bureau t Schulstraße B. 18.
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Preis vierteljährlich 2 Mari 2ü Ps. ml! Brmgeriohn. Durch die Post bezogen rieNeljLbrlich 2 Jlarf 50 l?-
Wefundene Gegen ft ander
1 goldener Ohrring. 1 Waschkorb, 1 Rodhacke, i Schleier, mehrere Schlüssel.
Gießen, den 9. December 1881. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
_________ FresenluS.
Telegraphische Depeschen.
Wolff's tclfflt. (?vrrefpondeaz-Bureau.
Mainz, 9. Decbr. Nach dem jetzt vollständig vorliegenden Resultat ftfcidhn bei der biefigei: Nachwahl zum Reichstage Philipps (Fortjchr.) 6500, Bebel (Soc) 5488 und Frank (Gentium) 4847 St mmen. Ts »st (omlt (ine Stichwahl zwischen Philipp- und Bebel erforderlich.
Berlin, 9 Decbr. Den heute eröffneten zehnten deutschen HandelStag begrüßte ter Staatssekretär Bötticher Namens der ReichSregterung und sühne auS, die Regierung wolle ein sachrerständlgeS Unheil der gewichtigen Ersah, rungen über d'e Förderung dee Handel- unK de- D'rkehr- entgegennci-men. Dec Minister betonte den Degmn einer allmäligen wirthschaftlichen Besserung und hofft, eS werde bald gelingen, auch von denjenigen Industriezweigen die Sorgen zu nehmen, welche von denselben noch bedrückt werden. Es sei für d e Regierung seh' wichtig, tn engster Verbindung mit den Vertretern eeS Handel- und der Industrie zu b eiden, um den laut werdenden Klagen abzu- helft . Die Schuld d-ran, daß der deutsche Export nicht auf der Höhe sich befinde, woraus er fich b-finden wüßte, liege größtenthetl- an uns selbst. Die deutsch' Ma^ke habe die Oeff-.Mchkett nicht zu scheuen, wie die Melbourner Ausstellung bewtrs-n habe. Der Handeistag wählte bann den Commerzienrath Delbrück zum «rstrn, Feustel (Bayreuth) zum zweiten, Papendick (Bremen) zum dritten Vor fitzenden.
— Der deutsche HandelStag nahm im Verlaufe seiner heutigen ersten Sitzung mit 45 gegen 22 Stimmen den Antrag deS AeltesteN'Collegiuais der Berliner Kaufmr nickast an, die R^ieru g zu ersuchen, daß, falls sie überhaupt g r eigr, eine intern atonale Auöstelluia in Deutschland zu begünstigen, sie fick dafür verwenden soll-, daß die nächste solche Ausstellung nicht in Italien, :e für 1885/86 geplant, sondern 1885 oder 1886 in Deutschland stattfinde. Der Amrao, die Reoirrrng zu ersuchen, daß sie, fall- sie einer intm uationelev Aufstellung in Deutschland ihre Mitwirkung nicht gewähren wolle, sie einer nationalen deutschen Ausstellung wen gstenS dadurch Vorschub leiste, daß sie di- Hinausichi bung der int rnatron len Ausstellung in Italien auf 2 I-hr? erwirke, w-rde mt 62 g-gen 8 S'immen abgelehnt.
Wien, 9. Derer ber. Die Fv' dsbörse ist bisher absolut geschäftslos; das gelammte Jnlereffe ist auf tas Brandung'.ück coneeotrirt, welches weit wehr Opfer, cif b sb»' ar genommen wurde, gefordert haben dürfte. An der Börse wurden für die Opfer des Brandes bis jetzt 10000 Fl. gesammelt.
Wien, 9. Dezember, lieber die Entstehungsursache des Brandes im Ringthcater giebt der Maschinenmeister an, daß der Brand beim Anzünden der flammen mittelst des elektrischen Stromes dadurch entstanden sei, daß die Dekoration Feuer gefangen habe. Dasselbe habe sich so rasch verbreitet, daß das Herablassen der Courtine wegen des wahren Flammenmeeres nicht mehr zu bewerkstelligen war. Tas Unglück ist viel entsetzlicher, als bisher angenommen wurde, es haben über 300 Ozner den Tod in den Flammen gefunden! Ganze Familien, viele Mitglieder des Orchesters, Dheaterarbeiter werden vermißt'. Tie Sammlung zu Gunsten der Hinterbliebenen ergab an der Börse bisher über 28,000 Gulden. Die Wiener Leich enbestattungs-Unter- nehmungen haben sich geeinigt, um die Opfer des Unglücks zur letzten Ruhestätte zu bringen. Tie Feuerwehr ist unausgesetzt mit Wegräumuug der rauchenden Trümmer im Innern des Theaters beschäftigt. Auf den Gallerten sollen noch verkohlte Leichname liegen, zu welchen man erst nach Stützung
Kichcner Mimger
Anzchc- uni AnitMait für den Kreis Gichn.
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dies eint Forderung der Statin ihr, welcher fast alle Staaten bet gröfecun Aufi.ahrnen gereckt würden. . . u .
Gegenüber dem Vorwurf des Afag. Hirsch, daß die Interessen des kleinen Vanb» wirths von der Rechten n'cht deachttt wären, al« bei Zolltarif 1879 festg'sirllt worden, bemerkt „ ,
,Jrbr. v. Ow. daß diese Inn-ressen allein von der Rechten unb itn Pentium wahrgenommen seien
Ein Schlußantrag wirb abgeühnt.
Abg. Reichensperger befürwortet die Rubrik „Religion"
Abg. DinchUt meint, der Zolltarif sei dem kleinen Grundbesitzer, wie er aus eigene, ftrfflbuivg bezeuge, nicht tu (Mute glommen; vielleicht sei der gute Wille vorhanden itrorfin, der Erfolg fei ausgeblichen Hierauf wirb btc erste Berathun« geschlosst n
Es iolgte versönliche Bemerkung beS Abg. Meyer (Icna), worauf das Hau« beschlirßk, bt-- Vorlage an eine jiommilfion von 21 Mitgliedern zu überweisen.
Es folgen Berichte der Wahl Prüfungtz Zkommission betreffend die Wahlen der Abgeordneten von Wedill-Malchow, von B.nda, von Eolmar und von Pogge, welche sämmtl'ch rach den Ar.'.agcn der Kommission für gültig erklärt werden Die Sitzung wird sodann um 3’/* Ubr geschlossen.
Nächste S tzung Sonnabend 12 Uhr. DO : 1-Berathung des Antrages Baum- back und genossen, bttrffenb die Einstellung ded Strafverfahrens gegen den Rdg. Dohren; 2. die brüte Beratbung Über den Gesetzentwurf, betreffend die Eontrole de« ReichSbausbalts und Haushalts von Elsaß Volbringen und 3. Beratbung ber Denk- schnltcn über den klc'mn Belagerungszustand in Berlin, Vetpz'g und Ham'n'g.__
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Deutschcr lltidjstag.
13. Sitzung vom 9. December.
Am BundeSraihstische: v. Bötticher und Kommtffaic. .
Pt äsident v. Vev tzow eröffnet d>e Sitzung um l1/* Uhr mit gefchaftlichen Mtt- tHeilungen, darunter die Ankündigung, daß dem Reichstag noch heute Abend die Bor- läge, be'r. den Bau cm « ReichstagSgebSudes, ivgehen werbe.
8um ersten Gegenstände der Tag «ordnui g, 1. und 2. Beratbung deS Ent wurf« eines <Äksctzes, betr. bteGonirole de« Re-chshausbaltü unb Vandeshausbalts von Elfaß-Votbringen für das Etatsjahr 1881-82 nimmt da« Wort der Abg v Benda, um bei dieser Gelegenheit nochmals die Nothwendigkeit eines EtatSgesetzeS zu betonen. Es meldet sich Niemand zum Wort, wora. f die Beratbung geschloffen und in die erste Beratbung des Entwurfs eines GeirtzeS, belr. d c Erhebung einer BerufSstaiisttk, sowie die Porvabme einer Vtebzühlut g im Jahre 1882 getreten wirb.
Adg. v. Ackermann weift auf die Notbwendigkeit ber Statiftif tur bie Gesetzgebung hin unb führt al« befonberen Beweis hierzu an, daß daS Unfallgcsctz haupt- sächltch aus Mangel an auSi eichendem statistischen Material nicht zu Stunde g. kommen sei. Er begrüße die Bo lag- m-t Freudrn, wenngleich er fo manchen Mangel b<fonbertz in der unterlass'nen P^äcisirung des Begriffs ,Beruf«ftatistik" zu conftahrcn habe. Er würde sich der Lei Weisung der Vorlage an eine Commission Nicht Widers«-» em
Aba. Baumbach tadelt b.foi tcr« die Strafbest.mn ungen, die ihm nicht genügend motivirt rrsche nen. Mit Strasandrobu- gen vermehre man i ur d>e Abnc gung der grotzen Masse der Bevölkerung gegen flat ft fd)t Erhelunt-e., die in jed.r Aussüstung großer Formulare für ein neues M tt«l zur Steuererböhung erbt cke. Es fei dringend notb -venbig, r.Sberen ?luf chluß über d> Art, wie ri.fe Statistik hobrn werden soll, zu erhalten; gerade die BerufSstatrstik sei überaus schwierig, ma müßte über die Met hebe, wie über da« System belehrt rverdm; die Vorlage möge an eine Eommstston von 21 Mitgliedern verwiesen werden. t . .. ... ,
(Mit). Raid Bödiker weift daraus bin, daß der Entwurf an der Romenk.atur test halte, welche d r int nratioi ale statistisch. Eongreß ausgestellt hat. Tie strengen Ltras- bestimmnngen fc «n der Bedeutung und W'cht gkeit dieser Ltatist k enispre^.en-, um Btr'chl.vvui'gen dösw ll'ge Bersch! rerungen h ntanzudalten. Die Lttafdes^mmung sei auch schon bei früheren Erhebungen dieser Art, z B. bei ber Waarenstatisiik, aut genommen u orber. unb jetzt fast wörtlich wiiberbolt in ber Bor läge Gegen eine eom- missaiische Beratbung w.ibe die Regierung nicht» emzuwenben haben.
^tbr. v. He,Hingen erörtert bie Schwierigkeiten ber genauen Aufstellung einer HerufSstatisiik, wenn dies Ide ihre 'hiigabe erfüllen soll. E n tuser E-nblrck werde in die ErweibS- unb W'rtbsckasts-Berhältniste de« Einzelnen getban werben. Es wird sich ergeben, wo der Staat, wo ber Einzelne einzugreifen hat, um schaden zu peilen, jU bks«Wg'N b<tontj ta{l bi( Soitfd)rilt6patlci t« mit @tnuptbming btgrüfe- n>enn bic Sttaierung jc»t brn ffie« ber Stotiftif emidtlofle bfn feine P°"ei non je «Mftbkn bnbt übit bie Jicprerurfl nerlonfie e ne t<lantnnoflmod>t; bie lotlofle ent- bebte de^ Rnbcll« über den Unüang der Auir.ahme, ei.tfaolte llnklarhesten und Wider- fviücki ES fei unn öglich, daß mittelst dieser einzigen Eifaedung d'e gesammten Er.- wer! sviibäliniffe der Raston s.stgesiellt weiden könnten- Bei der Daarenstastst.k bandle ed sich um Steuevinkreffiir, die diesmal nicht in Betracht kämen. Habe man bei der Bolksiäfaluna obre Strafbestimmungen Gust« l^cn können so wurde sttztohne solche auszvkommen sein- Redner fabelt es, daß die Eenttal'faston rm Re.ch?amte des Innern erfolge und n cht wie bei sonstigen Zählungen zunächst bie statistischen Bureaur b“ Ärba6 olele B.d.nk-n ber Rebner.m brr Pom=
mtffion bS n eiben würden Ter Porwun. daß ausreichende« stastft.'ches Ma enal schon ^vor faand?n . cwesen sei. als die Regierung mit d eser Vorlage der vor trat und bofi.lb. schon dem Unsollversichtruni.sgesetz -zu Grunde gelegen babe sii'm Zunder, ebenso die Bemerkung, die Berussstatistik werbe m bleuer zwecken denutztw^dei un- mtreffend- (^efchafisgefaeimn sie werben nicht ergründet wc ben.^ würben d'e näberin MobalstSten der Aumabme bist.^t werdcn xa« 'tast'.^e Am fteUt die Formulare nur. in bene« b:e (Arenzen itenau^f.stg stellt Itr.b, irietfaalb_ b«en bk- Aufnahme der Berufsstatistik zu erfolgen bade. ^as ^rmular wie 6 ]A- TDö’fen fei enthalte 16 Rubriken, Vorname, Familienname, Vcrwand'chast. ^ichlechf. "tamilienarob Religion Berus (Hauptberuf), Stellung im Hauptberufe, N'.benberu SäSMÄ’-J?IÄÄ BXÄ SÄISÄ ‘»K 8SM»'w
einva und allein um die Erreichung em es Gefamm'dildes über b«e -aJ ß*
be"^ Volkes bandle .s sich. Tic Waarenftotisstk fei r/efct eteucriwftfen halb« r aut- aerommer sondern behufs Ccntrcle über btc Ein- und Ausfuhr. -Lit ^^ofbesttm- mrinacn seien nöthig, wie die Erfahrungen bei der Volks ahlung cezcigt. es ie btfier, fofort folche Bestimmungen zu triff en, als später durch Pol>z imatzreg-ln eingrcn^u i müssen Auch in anderen Staaten würde durch solche Sttatbe^stmmungen dem doie ^^^Ab°a°v^Ow beforidbt eing.-h-nb d-- $><beutunfl ber Notlage unb bebauet. baB niebt s-bon mit ber Dolkszäblung uon 1880 diese Beruisttatistlk autgenommen waiden "et® Auch dieser Redn.r erklärt sich für eine Verwci,ung der Vorlage an eine &Omm’Xn's2ne„Cr (^cna) spricht für Herabmilderung der Strafbestimmung, Fallen- lassen ber8sS unb ^rmir.derung der Geldstrase. Auch er sei mr em.e K°m- "^^b e^e MÄH der Bo.ksM.ung -er,
bU”be%bgneSRe;teeÄteine'^nfrä^^n'^egierung über, hen S 2. -eiche durch
On"r ®ta”a??“r daß '-m- BerussüaKik dem
ünfallgesetz zu Grunde gelegen habe. Was die Ausnahme der Religion bewnt, so sn


