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23S. Zweites Blatt. Sonntag den 9. Oktober 1881.
Aichener ^Anzeiger
Aykige- m) Amtsblatt für bei Kreis Gießen.
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-l*rwii «chvlstraße B. 1A tAflUA mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bez-gen vrerteljLhrlich 2 Mark LV Pf»
Amtlicher Jheiü
Betreffend: Herbst-Lontrol-Derfammlungen. Dießen, den 5. Oktober 188t.
Das Grotzherzogliche Kreisamt Gieyen
an die (^rofiderzoglicbcn Bürgermeistereien des Streifes.
Die nachstehende Bekanntmachung wollen Sie in Ihren Gimeinden auf ortsübliche Weise veröffentlichen laffrn.
Dr. Boekmann.
Gießen, den 30. September 1881.
Bekanntmachung.
Die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen, wie folgt, abgehalten werden:
1. Im Bezirke der 1. Compagnie (Gießen).
1. Zu (Niesten am 2. November 1881, Vormittags, im Oswatd'schen Garten m
nnb »war um 8 Ubr für sämmtliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppenthette und der Lrsatz.BehSrden entlassenen Ma schaftrn aller Waffen, um » Uhr für sämmtliche Reservisten der'übrigen Waffen und d.e am Schluff, näher bezeichneten Wehrleute.
Hierher ^^^^^^bardsfelden, Gießen mit Schiffenberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod. mAf,Mhntdrt,Mllhe
2. Zn Lollar am 3. November 1881, Nachmittags 12'/« Uhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude.
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Wbaen Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelbausen, Tret« a. d- Lumda, 'tTobe' ,
3, Zn (Nrünberg am 4. November 1881, Vormittags 8' 2 Uhr, am ahnhofe.
Stangenrod, Stockdausen, Weickartshain, Weitersham, Winnerod. .
II. Im Bezirke der II. Compagnie (Lich).
1. Zu Hungen am 11. November 1881, Nachmittags 12'/« Uhr, am Friedhöfe,
Hun„». Jnh-Ib-n. Langd. L-»,.d°-!. Ctoombof«,. Ito,,«Mui«, mil Sin,.«!>*,
cvodbeim mit Hof Graß. Röthges, Steinhrim, Trais-Horloff, Ulpbe, Vellingen.
,K ’ 2. 3u Licd am 12. November 1881, Vormittags 9 Uhr, am Bahnhofe.
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Beginn der Eontrol-Dersammlunz Schirme. Stöcke, Pfelfen ic- sortzulegen si> d. ^berstlieutenant z. D. und Bezirk«.Eommandeur.
Wochenscbau.
Die HochzeitSklänge, dir ron Karlsruhe aus ganz Deutschland durchzogen, find längst verdallt, um im Vaterland« deS jungen Ehepaares einen um so freudigeren Wlederboll zu empfangen. Don großartigen und feen- hasten Festen meldete unS der Trlegrcph auS der schwedischen Hauptstadt Stockholm, die Zeugniß ablegten für den Jubel des VolkeS über die ,unge Kronprinzessin. Im Bacenlande ist demzufolge nicht mehr Karlsruhe den Mittelpunkt der öffri.tliLen «ufmerksamkeit, Baden-Baden, dem idyllischen Bave- orte, ist jetzt die Ehre zu Tbr l geworden, nicht nur die Residenz des Groß- herzoglichen PaareS von Baden, sondern auch die des deutschen Kaiser« und der «aiserm Augusta zu sein. Still hat die hohe Frau am 30. Leprember ^mitten ihrer Familie ihren 70. Geburtstag dort gefeiert, von größeren Festlich» ke<ten ließ die ReconvaleScenz der Kaiserin noch immer abiehen. In gewohnter Rüstigkeit bewegt sich dagegen Kaiser Wtth.lm unter den zahlreichen Badegästen, soweit dem hohen Herrn die schwere Regrerungsaibert, dre auch hier nicht ruht, Stunden persönlicher Erholung erlaubt. Kaiser Wilhelm sorgt und schafft trotz seine- hohen Alters noch mit ungeminderter Kraft für das Land, er beißt nicht nur Kaiser von Deutschland, sondern er ist eS auch m Wahrheit, nnfet Grotzherzog ist cm Montag den 3. ds. einer Einladung des Her- was von Eoburg-Golha nach Tvrol behufS Ausübung der Semsenjagd gefolgt. Der Kronprinz d.s deutschen Reiches und von Preußen ist mit seiner Ge- mahlin nach Potsdam über Trier zurückgekehrt, wo der jüngst inthroinsirte Bischof Tr. Komm eine Audienz bei den hohen Herrschaften hatte. In seinem TuSkulum Darzin weilt noch immer der Reichskanzler. Man sprach bermS wiederholt davon, daß der Fürst nach Berlin zur Abwickelung dringender Ge-
schäfte und zur Slaistellung politischer TageSsragen zmückkehren werde, aber bi« jetzt ist die Thatsache noch nicht eingetrelen. Daß die Regirrungsrnaschlne trotz der Abwesenheit des Kanzlers nicht langsamer geht, dafür sorgen schon die zahlreichen Besuche der höheren Staatsbeamten, welche der Fürst trotz seinis noch immer andauernden Urlaubis erhält. FÜist BiSmarck lebt in ge» müthlicher Ruhe und bleibt der großen Welt fern, in der die kurze Zeit, dir bis zu den Wahlen unS ncch übrig bleibt, von Tage zu Tage wachsende Un- ruhe md Aufregung heraorbringt. Um deS Reichskanzlers Pläne, um ihre Wetterführung oder Senderung handelt es sich in dem Wahlkampf. unv für wen die DolkSstirnme entscheiden wird in der Majorität, ist noch fraglich. — Eine große Rede hat Graf Moltke In Riel gehalten, er sprach für die Sicherheit der stolzen deutschen Flotte, zu deren Schutz die Seefeste Kiel eine bedeutende Verstärkung der Festungswerke erhalten soll. «Wenn Du den Frieden willst, so sei zum Ktiege gerüstet', das betonte auch Graf Moltke, und der muß es koch gewiß verstehen. Wir müffen für die Flotte des deutschen Reiches eine feste sichere Burg haben, denn der Tag kann ernst kommen, an dem sie zeigen soll, was sie im Frieden gelernt hat, wo sie im bitteren Krieg »um Schutz und Schirm des Vaterlandes dienen soll. Und dahin kann es in Wahrheit einst kommen, wenigstens wurde in dieser Woche wieder versucht, eine heillose Verwirrung zwischen die europäischen Mächte zu bringen, die einen Krieg im Ge'clge hätte'haben müffen, wenn die Detheiligten den Dersuchir nicht kurzer Hand von sich gewiesen Men. Diesmal war England der schuldige Theil, von wo ganz überraschend und unerwartet plötzlich eine Thei» lung des Lsrnanenreiches zwischen Oesterreich, England und Rußland propomrt I wurde. Glücklicher Weise' war man in Wien, wir in Petersburg klug genug,


