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sRothwein als Mineralwaffer.j Nach einer dem preuß. Finanzministerium gemachtm Mit- theilung deS Reichskanzlers soll vor Kurzem der Versuch gemacht worden sein, ungarischen Rothwein in Flaschen unter der DeklarationMinrralwasier" zollfrei in das deutsche Zoll­gebiet einzubringen. Die Flaschen, in welchen der Rothwrin sich befand, find keine gewöhn- Nchen Weinflaschen, sontern solche Flaschen gewesen, in denen Mineralwasser versandt zu werden pflegt, jedoch hat daS GlaS derselben eine dunkle Farbe gehabt, so daß der Inhalt der Flaschen von außen kaum zu erkennen gewesen ist. Auf dem Boden einer jeden Flasche hat sich In erhabenen Buchstaben in Glas die Aufschrift:Natürliches Ofener Bitterwasser" be funden und die Verpackung der Flaschen ist in der Weise bewerkstelligt worden, daß nur die Fläche deS Bodens, welche die vorgedachte Aufschrift enthielt, sichtbar gewesen ist. Da die Befürchtung nahe liegt, daß ähnliche Zollhinterziehungen, welche bei der Höhe des Zollsatzes für Wein in Flaschen (48 für 100 Kg ) großen Gewinn verheißen, auch an anderen Orten versucht worden, so hat das Kgl. Finanzministerium die Provinzialsteuerbehörden veranlaßt, die denselben untergebenen Zoll- und Steuerämter auf dieses Dorkommniß zur Sicherung des Zoll- Interesses gegenüber Sendungen der in Rede stehenden oder ähnlicher Art aufmerksam zu machen. Man wird sich also für die Folge über das Mißtrauen bei der Zollabfertigung von Mineral« waffer nicht wundern können; leider haben darunter auch die reellen Geschäfte mit zu leiden.

Eine neue Beleuchtungsart, die ganz überraschende Resultate ergab, wurde vor einigen Tagen zum ersten Male in dem Gratweil'schen Lokale zu Berlin probirt. Dieselbe, eine Er­findung des Dr. Siemens, vereinigt die Benutzung des Gases mit der Ventilation nebst einer ganz enormen Gasersparung. In dem Saale, wo sonst große LustreS mit vielen Flammen Licht gaben, brannten in den betr. Apparaten nur drei Flammen und erzeugten Tageshelle biS in die entferntesten Winkel. Trotzdem der Saal vom Publikum fast überfüllt war, blieb die Lust rein und sammelte sich kein Tabaksqualm.

Literarische-.

Ein neues Lied (Adelina Patti gewidmet) von Henry Looper3m Früh­ling" erregt in Amerika und England großes Aufsehen- Die Mufikoerlagshandlung H. iS x l er in Berlin hat soeben eine AuSgabe mit deutschem und englischem Texte erscheinen lassen- Looper ist der Lomponist deS virlvnbreiteten Liedes v3Retn Stern."

Das Regeln- und Worlerverzeichuih für die deutsche Rechtschreibung, welches durch Verfügung Großherzogl. Ministeriums des Innern und der Justiz in den Schulen deS Groß- herzogthums zur Einführung kommt, ist im Commissionsverlag bet Arnold Bergstr er in Darmstadt erschienen und durch alle Buchhandlungen für 15 zu beziehen.

SeMfFnberlcht. Mitgethellt von dem norddeutschen Lloyd in Bremen.

Bremen, 3. Septbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. August von Bremen und am 23. August von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohl» behalten in Newyork angekommen.

Handel und SStrfebr.

Frankfurt a. M., den 7. Sept., Nachmittags 2 Uhr 20 Mtn-(Telegr. CourSbericht. Mitgelheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credit- actlen 305, Staatsb.-Äctien 310% Galizier 278%, Oeft. Silberrente 67%g, 4% Ungar. Goldrente 77% 4°/o 1880er Russen 75% 2. Orient-Anleihe 61%s, 5% Rumänische Rente 91% Tendenz refemirt.

Konkursverfahren.

Ueber daS Vermögen des verstorbenen Wirths Konrad Bingel zu Bellnhausen, wird, da die Vor­münder der minderjährigen: Johannes, Johann Konrad, Anna Margaretha, Anna Katharina Bingel in Bellnhausen, Namens Konrad Bingel und Balthasar Jung von Bellnhausen, welche an dem Grundvermögen deS Gemeinschuldners hypothekarische Rechte besitzen, die Er­öffnung desKonkurSverfahrens beantragt haben, heute am 5. September 1881, Vormittags 11 Uhr, das Kon­kursverfahren eröffnet.

Der Kaufmann Wilhelm Finger hier wird zum Konkursverwalter ernannt.

Konkursforderungen sind bis zum 30. September 1881 bei dem Gerichte anzumelden.

Es wird zur Beschlußfaffung über die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines GläubtgerausschuffeS und eintretenden Falls über die <n§ 120 der Konkursord­nung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten For­derungen auf

den Oktober 1881,

Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Ter­min anberaumt.

Allen Personen, welche eine zur Kon- kursmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemetnschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie auS der Sache abgesonderte Be­friedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 30. Septbr. 1881 Anzeige zu machen.

König!. Amtsgericht zu Fronhausen, gez. Fenner.

Wird veröffentlicht. (5817 Fronhausen, 5. Sept. 1881.

Lulley, Gerichtschreiber König!. Amtsgerichts.

Dienstag drn 13. Srplbr.,

Nachmittags 2 Uhr,

und die folgenden Tage werden im Saal des Gasthauses zumEinHern" dahier das zur Concursmasse des I. Baermann gehörige Waarcnlager, bestehend in Damenkleiderstoffen, Leinwand, Shirting, Barchent, Damast, Piqnsdecken, Tischdecken, Tafeltücher, Handtücher, Hemden, Binden und dabin einschlagende Artikel, sowie ver­schiedene Ladenutensilien öffentlich gegen Baarzahlung versteigert.

Die Waaren können an den Ver­steigerungstagen, Morgens von 10 bis 12 Uhr, angesehen werden.

Gießen, den 7. September 1881.

M. Pilger, 5824)________________Concursverwalter.

Freitag den 9. September,

Nachmittags Vr5 Uhr.

wird auf meinem Bureau 1 Jagdhund versteigert.

Bauer, 5829) Gerichtsvollzieher.

Allgemeiner Anzeiger. Aufforderung.

Betr.: Die Parzellen-Vermeffung in der Gemarkung Gießen.

Nachdem die Parzellenvermeffung in den Fluren 17 bis 47 einschließlich, mit Ausnahme der Flur 21, stattgefunden hat, empfiehlt fich die Aussteinung der einzelnen Parzellen nach Maßgabe des Besitzstandes. Es werden daher alle Grundbesitzer in den bezeichneten Fluren ersucht, ihre Anträge wegen Vor­nahme der Aussteinung bet Herrn Stadtverordneten Theodor Wortmann bis zum IS. September d. I. zu stellen, worauf die Ausführung unter Zuziehung der Interessenten und unter Mitwirkung des Herrn Geometer Buttron alsbald erfolgen soll.

Gießen, den 31. August 1881.

Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen.

5714) A. B r a m m.

Ä Jagdgewehre WM

°^-r Systeme empfiehlt

Jb Dickore, Büchsenmacher.

Geschafts Verlegung.

Einem vrrehrlicken Publikum zur Nachricht, daß ich mein Geschäftslokal von heute an in das Haus der Wittwe Schlicker, Neuenweg Lit. D. 139, verlegt habe. (5834

Konrad, Hofmann, Metzger und Wirth.

Neeller Ausverkauf.

Bet der gegenwärtig herrschenden Concurrenz in der Möbelbranche habe ich mich entschloffen, die noch auf Lager habenden Möbel aller Art einem Ausverkauf auszusetzen.

Gewohnt, nur gediegene Möbel zu führen, bin ich nicht in der Lage, den heutigen Anforderungen zu genügen.

Zum Verkauf kommen: Waschschränke mit und obne Marmor, Nachtschränkchen, Kleiderschränke, Bücher- und Porzellan­schränke mit Glasthüren, b und 2 thürig, Küchenschränke, polirte und lackirte Kommoden, Seeretäre, Damenschreibtisch, Aus­ziehtische, Ovaltische, kleine Tische mit Wachstuch, Kleider­leisten, Kleiderständer, 30 bis 40 Spiegel in Gold, Nuß­baum und schwarz in allen Größen, Vertikows, poltrte Weißzeug- schränke, Rohrsessel, Stühle, lackirte und poltrre Bettstellen, Etageren, Blumentische, Nähtische re.

Vorstehende Artikel halte ich ferner nicht mehr auf Lager, bin jedoch gern bereit, aus Wunsch gefl. Aufträge gegen mäßigen Verdienst (5pCt.) direkt zu vermitteln.

Mein Polstergeschäft führe ick in gewohnter Weise weiter. Tapezierarbeiten werden gut und preiswürdig ausgeführt. (5820

P. Möllmann,

100 Heue-Bäue 100.

5828) Den Empfang der neuesten

tzerbsl- unk) TOinierftoflTe in größter Auswahl zu billigsten Preisen zeigt ergebenst an

M. Kaan, vorm. S. Weimersheim.

4868) Das Flechten von Stroh- und Rohrstühlen, Anferttgen aller Gattungen von Stühlen wird prompt und reell aus- gesührt von Phtlepp Henkel, Stuhl- macher, Sonnenstraße B. 60.

Zur gefl. Beachtung.

Knaben, welche die hies. Schulen be­suchen wollen, finden freundliche Aufnahme und Nachhülfe bei Lehrer W. Plaut. (5515

Donnerstag drn 8. September.

Nachmittags 2 Uhr, werben in derFlett 'fchen Hofraithe dahier

1 Nähmaschine,

1 Kleiderschrank

öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung, versteigert.

Gießen, den 1 September 1881.

Bühner, 5823) Gerichtsvollzieher.

Feilgebotcncs.

la holl. VoWriiM

ä 6 Pfg. per Stück off ehrt (5335-

(£ Lehrmund am Neuenweg.

Lahrer Hinkender Dole, Deutscher Ueichsbote für das Jahr 1882 (547»

sind eingetroffen und zu haben bei

Wilhelm Klee

Wiederverkäufer erhalten hohen Rabatt.

Venniethungen.

5836) Wolkengasse 94 ist der unterste Stock, sowie ein möblirtes Zimmer mit Cabinct zu vermiethen.__

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1. Oktober zu vermiethen.

Zu erfragen in der Exped. ds. Bl.

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5826) Zwei Zimmer mit Küche und Zubehör an eine kleine Familie zu ver­miethen bei Ehr. Schopback»

Vermischte Anzeigen. 5815) Ein Sonnenschirm auf dem Festplah verloren. Dem Wiederbringer eine Belohnung Marktplatz A. 7.__

5819) Ein Pensionär findet freund­liche Aufnahme. NLH. zu erfragen bei der Exped. ds. Bl.__________________

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Dvn wem/ sagt die Exped. ds. Bl.

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Frau Lieutenant Elößner, ______________ Lubwigsplatz.__ 5831) Schwarz unb gelb gesteckte junge Stafce entlaufen. Wiederbringer Be­lohnung.D. 100*.

Geld» Goars.

20-FrancS-Stücke . . . bo. in V» .

Englische Souvereigns .

Russische Imperiales

Holländische st. 10-Stücke

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Dollars in Gold . . .

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16 1822

20 4045

16 74-79

16 72- 76

9 55-59

4 21-24

Verantwortliche Redactton: 8L Scheyda. - Druck und Verlag der Brühllschen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.

Hierzu eine Beilage.

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