würbe. Ferner ist festgestellt, dah einige der in der Druckerei vorgefundenen Manuscripte von oer Hand der Krylow und Prichodko's herrühren. Der oierte Angeklagte, Perep- letschikow, gibt zu, im Auftrage eines Bekannten, dessen Namen er nicht zu nennen wünscht und mit dessen Gelbe die zur Druckerpresse erforderlichen Gegenstände von Petersburg nach Smolensk bezogen und im März und April 1879 auf seines Auftraggebers Verlangen als «Tischler- und Gußeisenwaaren" nach Peiersburg zurückgeschickt zu haben Betreffs der Krylow wird noch bemerk!, daß dieselbe bereits 1866 in der Angelegenheit Korakasow's eine Zeitlang in Hast gehalten wurde und in den siebziger Jahren als gute Bekannte der Familie Safsulitsch galt. Pjanko ist bereits siüher wegen social-revolutionärer Propaganda in Untersuchung gewesen und 1878 wegen Teilnahme an den Stroßentumulten bei Freisprechung der Wera Sassul.tsch nach Pienga (Archangel) verbannt worden, von wo er entfloh.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S telegr. Correspoudenz- Bureau.
Baden-Baden, 4. Oktober. Se. Majestät der Kaiser wohnte gestern Abend mit der Frau Großherzogin und dem Erbgroßherzog von Baden dem Festconcerte bet. An dem heutigen Diner Sr. Majestät nahm die Frau Großherzogin Thetl. Morgen beabsichtigt der Kaiser dem Wettrennen in Iffezheim betzuwohnen.
Kiel, 4. Oktober. Generalfeldmarschall Gras Moltke hielt im hlesigen Osfizier- kasino der Marine eine Rede, de-, en Inhalt der „Kieler Zeitung" zufolge, etwa folgender war: Von der allen Staatsbürgern obliegenden Pflicht, dem Kaiser und dem Vaterlande mit allen Kräften, jeder in seinem Berufskreise, treu öu dienen, ausgehend, wies Graf Moltke darauf hm, daß dem Knegerstande als specieller Zwerg dieses Dienstes die Vertheidtgung und der Schutz der landesherrlichen Grenzen nach außen anvertraut sei. Damit fei der einheitliche Zweck der beiden Hauptfactoren des Ver- theidigungswesens, der Armee und der Marine, klargestellt. Zwar schienen die Aufgaben beider Faktoren, wenn man ihr Leben und Treiben sowohl in Zeit, n des Krieges als des Friedens oberflächlich betrachte, sehr verschieden zu sein. Im Frieden müsse r.ämlich die Grundlage künftiger Siege gelegt werden. Das Personal des Herres habe in normalen Zetten, im Frieden, seinen festen Standort auf dem vaterländischen Boden, und nur dann und wann sei es den Angehörigen desselben vergönnt, aus kurze Zit in die Fremde zu ziehen. Der Marine liege es umgekehrt gerade während des Friedens ob, die Ehre des Vaterlandes an allen Orten der weiten Welt zu wahren, bm dort wohnenden Landsleuten Schutz zu gewähren und dem deutschen Ramen Achtung zu verschaffen. Im Kriege müsse das Heer den glücklichen Ausgang außerhalb der Grenzen des Vaterlandes sicherstellen, während die Marine gerade dann ihre Hauptrolle an den heimischen Küsten spielen müsse. Das Alles seien aber nur scheinbare Verschiedenheiten, der einheitliche Zweck mache im Gegentheil ein brüderliches Hand ln Handgehen beider Faktoren zu einer Nothwendigkeit, wofern sie ihre Aufgaben voll erfüllen sollten. Unsere Kriegsschiffe könnten auch nur dann unsere Küsten erfolgreich schützen, wenn ihnen diese wiederum feste und sichere Zufluchtsstätten böten, die sie, wie der Vogel sein Nest, nach ihrem Fluge über ferne Meere wieder aufsuchen könnten. Der Vogel baue aber sein Nest nur an solchen Stellen, wo es nicht leicht ein Opfer des Frevlers werde. Geschützt vor Frevlerhand müßten auch die Nester für unsere Seevögel, die Schiffe der kaiserlichen Marine, fein. Und gerade hierbei käme eine enge Verbindung zwischen Heer und Marine zum Vorschein. Deshalb eben seien die anwesenden Mitglieder des großen Generalstabes hier in Kiel, um sich an dem Ausbau dieses schönen, herrlichen Marinenestes mit zu betheiligen Die Liebe und Treue zu Kaiser und Reich sei Heer und Marine gemeinsam, die Arbeit beider verfolge denselben Zweck und könne ihn nur dann erreichen, wenn sie in brüderlicher Arbeit und Gesinnung zusammenstünden und einander gegenzeitig ergänzien. So sei es und so werde es hoffentlich, wie es das Wohl und Wehe des Vaterlandes gebiete, auch immer bleiben.
Perris, 4. Octbr. Aus Aden von heute wird gemeldet: Seit 8 Tagen ist kein Eholera-ErkrankungSfall hier vorgekommen.
— Nachrichten auS Tunis vom 2. dS. bestätigen den Brand deS Bahnhofes von Quedzergua und die Ermordung der dortigen Eisenbahnbeamten. Der Oberst Debord, welcher am 1. dS. mit 6 Compagnien aufgebrochen war und den Weg btS nach Beja verfolgt hatte, wurde bet oer Rückkehr durch eine Abtheilung von etwa 1000 Insurgenten angegriffen, welche die Maschine entgleisen ließen. Oberst Debord hielt sich bis um 7 Uhr Abends und kehrte dann mittelst eines von Quedzergua mit Verstärkungen gesandten Zuges nach Medjezelbab zurück. Ali Bey befindet sich noch immer in Testour. — Aus Algier wird gemeldet: Nachrichten auS Oudja zufolge würden an der Grenze zwei Colonnen marokkanischer Truppen gebildet, um zu verhindern, daß die Insurgenten nach Marokko flüchten und so der Strafe entg-hen. — In der Gegend der Schotts ist Regenwetter eingetreten.
London, 4. Octbr. Dem „Reuterffchen Bureau" wird auS Kairo gemeldet : Nach einer Hierselbst aus Konstantinopel eingetroffenen Depesche bezeichnete der Sultan dem Lord Dufferin gegenüber als den Zweck der Absendung der Commiffarten nach Kairo die Befestigung der Autorität des Khedive und die Aufrechthaltung des gegenwärtigen Zustandes der Dinge. — In dem heute Vormittag abgehaltenen Mintsterrach wurde der Entwurf des Decrets genehmigt, durch welches die Wahl der Notabeln-Versammlung angeordnet wird. — Einer Depesche der „Daily News" auS Alexandrien zufolge erklärten die Consuln der Mächte dem Conseils-Präsidenten Cherif P ffcha, daß ihre Regierungen der Absendung der Mission Seitens des Sultans fremd seien.
Allgemein
Hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich in Folge vielfach vorgekommener Namensver- wechselunqen von heute ab die Firma 8. Meimersheim Kachlolger führen werde.
Gießen, den 1. Oktober 1881. Hochachtend
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Stockholm, 4. Octbr. Zu Ehren des Kronprinzen und der Kronprinzessin fand gestern Abend Hofball statt, welcher äußerst glänzend verlief. Bei dem Souper brachte der Köng das Hoch auf die Neuvermählten aus, indem er heroorhob, daß die Prinzessin Victoria nicht als Fremde gekommen sei, da auch ihre Ahnen Schweden gewesen seien. Um Mitternacht verließen die Herrschaften den Ball. Heute Abend findet Galavorstellung statt, wob« die Hoffestlichkeiten ihren Abschluß finden
Breslau, 4. October. Die schlesische Gewerbe- und Industrie-Ausstellung ist heute Nachmittag in Gegenwart zahlreicher Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden nach einer Ansprache des Dr. WebSky, in welcher derselbe die hohe comoierciette Bedeutung deS Unternehmens und deffen vollkommene- Gelingen betonte, durch dm Opräside .ten v. S'ydewitz feierlich geschloffen worden. Die B lance schließt ohne erheblichen Grw.nn, aber auch ohne Deficit ab.
Lokales.
Gießen, 4. Oktober. ^Sterblichkeit in Gießen.j In der Woche vom 25. September bis 1. Oktober belief sich die Zahl der Todesfälle in Gießen im Ganzen auf fünf. (5tn Kintz im eisten Lebensjahre starb an Krämpfen, ein Kind im zweiten Jahre an Scharlack. Von drei erwachsenen Personen starb eine an Gehirnentzündung, eine an Tuberculose des Gehirns und eine an Magenkrebs.
S t r tn i f 4 t «
Köln, 4. Okt. ZuEhrenfeld wurde am Samstag Vormittag zwischen 5 und V26 Uhr, während der diensttbuende B-amte sich nach der Eisenbahn an den von Derviers kommenden Zug begeben hotte, die Postkafse beraubt. Der Betrag, den der Dieb an sich gebracht hat, beläuft sich sich auf 7—8000 JL
Köln, 4 Okt. In unserer Vorstadt Lindenthal traf gestern Abend ein dortiger Einwohner sein Dienstmädchen bei einer kleinen Veruntreuung an. Er drohte ihm, die Polizei zu rufen, und schloß eß auf dem Zimmer zweiter Etage, in welchem es sich befand, ein. Der Mann führte auch wirklich seine Drohung aus. Als er aber mit einem Polizeibeamten eintraf, riß Dal Mädchen daß Fenster des Zimmers auf und sprang hinaus; man fand es bald nachher unten als eine Leiche liegen.
— Um Binsen von den Wiesen zu vertilgen, sagt man, gebe es kein anderes Mittel, als die Entwässerung, beziehungsweise Drainirung, sodann Düngung mit Ka k und Asche. Jndeß giebt eß noch ein Mittel, welches darauf beruht, daß die Binsengräser öfteres und mög. lickst kurzes Abschneiden nicht vertragen können, bei dieser Behandlung zu kümmern beginnen und nach und nach eingehen.
— fEine originelle Luftfahrt.j Vor einigen Tagen unternahm der seiner Tollkühnheit wegen Mannte Aeronaut Deudet in Marseille eine eigenthümliche Luftfahrt. An dem mit erhitzter Luft gefüllten Ballon „Grand Orient" befand sich nämlich statt deS üblichen Nachen- ein mit Stricken gebundener Esel, auf dessen Rücken Beudet sich installirte. Unter lebhafter Heiterkeit und lauten Bravorufen der Zuschauer stieg der Ballon in die Höhe, hielt sich einige Zeit über der Stadt, wurde aber plötzlich von einem leichten Winde erfaßt, der ihn rasch gegen das M^er führte. Glücklicherweise gelang es dem Luftschlffer, den Ballon bald zum Sinken zu bringen ; cr fiel zwar ins Wasier, aber nicht allzu entfernt vom Hafen La Ioliette, wo eine riesige Mensckenmafse sich drängte, um die einzelnen Phasen der tollen Luftfahrt zu ver: folgen Beudet begann Dem Ufer zuzuschwimmen und versuchte es sogar, den Kopf sein s Reisegesellschafters Über dem Wasier zu erhalten; aber das arme Grauthier hatte bald Über Gebühr Seewasier getrunken uno versank in den Fluthen. Beudet wurde von einem Remor: queur ausgenommen, den man ihm vom Hafen aus zu Hilfe geschickt hatte, und landete, von der Zuschauermenge stürmisch begrüßt. — Ein Thierschutzverem scheint in Marseille nicht zu existiren.
— s Triftiger Grund.s Neulich stritten zwei Parteien um einen Brunnen; der Advokat der einen Partei hielt eine Rede; die dem Präsidenten zu lang für die geringfügige Sache schien, er bemerkte das. „Verzeihen Sie", erwiderte der Advokat, es handelt sich um einen Brunnen und beide Parteien sind — „Weinhändler l" „Ach dann ift's etwas anderes!"
Sctii(Feberteilt. Mitgetheilt von Dem norddeutschen Lloyd in Bremen.
Bremen, 4. Oktober fPer transatlantischen Telegraph.] Der Poftdampfer Salier, Capt. C. Wiegand, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 21. September von Bremen abgegangen war, ist heute 6 Uhr MorgenS wohlbehalten in Newyork angekommrn.
Bremen, 4. Oktober. Der Postdampfer Main, Lapt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 24 September von Newyork abgegangen war ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 8 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe Überbringt 184 Pasiagiere und volle Ladung.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 4. Oktober. Der heutige Diehmarkt war ziemlich befahren. Angemeben waren ca. 300 Ochsen und Stiere, 220 Kühe und Rinder, 180 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. J€ 64—67, 2. Qual. JL 58—60, Kühe unt Rinder 1. Qual. JL. 52 54, 2. Clual. JL 40 — 48, Kälber 1. Qual. JL 53—55, 2. dual- Jt. 40—45, Hämmel 1. dual. JL 58—60, 2. dual. JL 40 - 45 per 100 Pfd. Schlackt» gewicht. Schweine wurden 550 Stück angeführt und das Pfund mit 65 H bezahlt.
Frankfurt a. TO., den ö.dftbr., Nachmittags 2 Uhr 10 Min- (Telegr. CourSbericht Mitgetheilt durch das Bankgeschäft Albert Kaufmann in Gießen.) Credtt- actien BIG1/«, Staatsb.-Actten 309V,, Galizier 278Vr, Oest. Silberrente 6?Vi6, 4% Unaar Goldrente 78Vi 4% 1880er Russen 75Vr, 2. Orient-Anleihe 61Vr, 5% Rumänische Rente 92V,- Tendenz flau.
er Anzeiger.
August Montanus
emrsiehlt das Neueste in
Winter-Mänteln u. Regen-Mänteln
für Damen und Mädchen,
sowie sein reichassortirtes Lager in
Damenkteisterstoffen und ResaMossen wie: farbige Atlas, Seiden- u. Baumwoll-Sammt, zu billigen Preisen. (6525
Das Neueste in Damen- und Mädchea-Ailz- und Pelufch- Süten, Sammeten, Pelufcbe, Federn, Blumen und Hut» fournituren »st in reichster Auswahl um Lager und offerire solches j« billigsten Preisen.
Mädchen-Hüte offerire schon von 60 H an.
A. Fangmann,
6434) Kirchcnplatz.
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Unta;
W M HM, taufen.
A. Ka -____Grün
J-W) Mch H- 4 J) mir wieder 35(
f'ne In T^den y . Kied7^ 8a. S. &e in
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*K » ycintKP/ <zW, jetzt u „cherA-lU"? anttflg aus' flijttn zur 5 M. Zf!-" und lade'de» lidien Belhan vor dai SrW ausDoklnekf 1681,
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Aßen, 4. £ 6531) N« EelichMreibe,
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Nachm sollen in dem Hansen llwi teo der Sti setzen, Schlagen bii Abhitzen »oi h,tzen von ®rö JL 71.86, du StcoiO gegeben
Hansen, bin Eroßh. $ü(|
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Nachm soll auf hiesigem Nachlaß der Frau aehöriae Garten glur 33/240 150 K meistbietend verste Gießen, den 28.
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