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Nr. 78. Samstag den 2. April ,88»

chichener 'TKmciger

Amize- unb Amtsblatt fit brn kreis Gießen.

1**rrnu : Schulstraße B. IR.

rfc^dnt täglich mit Ausnahme brt Montag».

Drei» vierteljährlich 2 Mart 20 Pf mit vringerlot Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P.

Amtlicher H 6 eit.

I Mtbtiluna *k b Uf aufm,r,|am- baB Ri-I->waiion«n, gan$ btfonbtr« aber Remonftrattoaen gegenisinkommensteuer.«! iäpt

,Ü6rin?,n flnb' kl j « fcWMcfc utib jwar unter genaue Angabe der für eine etwaige Ermäßigung sprechender Otünbe, bei£bem Unter,etchneten rc- = .ubtingea sind bam.t der Lommtsfian da« ,ur Beschlußfaflung erforberliche Material demnächst unterbreitet werben kann.

Oieften. den I. April 1881. Der Borgende:

r___________ _________________________________ ____ S üffert.______________

Großherzogllches Steuer-Conuniffariat Gießen.

A m t 8 t.l g r: und Horuüttaps von 8-12 und tladjmittags von 24 Uhr.

Deutschland.

^oruiflabt, 31. März. Deine Königliche Hoheit der Großherzog werde., heute »6<nb 9 Uhr mit E;lrazug von Frankfurt hier etnlreffen.

Darmstadt, 30. März. Das heute auSgegebene Großherzogltche Regierungsblatt 9ir. 6 enthält: Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Finanzen, den AuSschlag der direkten Steuern für daS ElatSjahr 1881/82 betreffend.

DaS Amtsblatt Großh Oberconststortum», Nr. 6, enthält u. A. spec elle Nachrichten auS den einzelnen Gtoßh. Superintendenturen au» dem Jahre 1880. Wir entnehmen denselben:

Duperlntendentur ließen. Äl« Dekane und Dekanats»Stellvertreter wurden gewählt und bestätigt: für da» Decanat Gießen: Decan Strack zu Lang-Gün«, Pfarrer Dr. Naumann zu Gießen; für daS Decanar Alsfeld' Decan Ebel zu «ir'orf. Pfarrer Müller zu Alefcld; für daS Decanat Fried- berg: Decan Buchhold zu Offenheim, Prof. Dr. Köhler zu Friedberg; für da- Decanat Grünberg: Decan Pullmann zu Grünberg. Pfarrer Georgi zu Ehrmg-Haufen; sür da« Decanat Lauterbach: D'can Trautwein zu Lauter, bach Pfarrer Stock zu Stockhausen; für das Decanat Nidda: Decan Hof. meyer zu Nidda, Pfarrer Schimpff zu Gettenau; für daS Decanat Schotten- Decan Kullmann zu Schotten. Pfarrer Draudt zu Laubach; für das Decanat Büsmgen: Stellvertreter Pfarrer Dr. Röe zu Bleichenbach; für daS Decanat Hungen: Stellvertreter Pfarrer Schnabel zu Langsdorf; für das Decanat Nodheim: Stellvertreter Pfarrer Hellwig zu Büdesheim. DaS 50jährige Dienfijubtläum feierten: Pfarrer Eich zu Gerß-Nidda am 14. März, Pfarrer Becker zu OberWibberShcim am 19. December v. I«. Die Definitorial. Prüfung bestanden: die Land,baten Lelte auS Lang.Göns und Walbrecht aus Nieder Rosbach. Ordinirt wurden: dre Pfarramts Candidaten Ohly m Ober Ofleiden, Belte in Büdingen, Jllert in Ober-WltderShetm, Muhl iu Freten.Steinau. Huber in Heichenhain AIS Pfarrverwalter und Pfarrvicare wurden bestellt: Belte für Büdingen I, Odly für Obet.Ofleiben, Münch für Ulfa. Huber für Herchendaw, Jllert für Ober-WidderSheim. Mubl für Freien. Steinau, Walbrecht für Frischborn, Dr. Schott in Freirn.Seen für Lardenbach. Pfarrer Wahl zu Münzenberg II für Münz.nberg I, Eandtdat Wegfahn kam al» Lsfistent nach Lmdhetu. Eiledigt find: Allei.dorf a. d. Lahn, Allen, dorf <?. d. Lda.. AltBuseck, Bellersheim, Berneburg, Beuern, Busenborn, Dortelweil. Ermenrod, Eschenrod, Freirn-Steinau, Frischborn, G-dern II, Gel'haar, Groß Felda. Groß Eichen, Gonierskirchen. Herbstein, Hain GrÜ! bau Hoxfmmisf.Ib Hungen II, Leihgestern Lißb.rg, Münz.nberg I, Ob-rau^ Ober RoSbach I, Ober Seemen, Rode« bach, Staven, Stumpertenrod, Üben- hausen, Usenborn, BolkartShai -, Wallenrod Watzenborn, W.nmgs In zwischen beseht), Willofs und das Diaconat Kirtorf. Eingeweiht wurden: die neue ffirdje zu Annerod bei Gießen, bie restaunrten Kirchen zu E.fa und Wahlen, neue Orgeln zu Emenrod und Ettingshausen; durch einen Blitzstrahl wurde entzündet und brannte nieder die Kirche zu Herchenhain. DecanatSlynoden wurden gehalten: im Decanate Gießen am 27. September, im Decanare Als­feld am 25. October, im Decanate Büdingen am 10. November, im Decanate Grünberg und Hungea am 27. October, im Decanate Lauterbach am 29. Sep­tember , im Decanate Nidda am 28. September, im Decanate Ro>Herrn am 3. November, im Decanate Schotten am 15 November. Kirchenvisttattonen fanden statt: in Alsfeld, Berstadt, Bingenheim. Bönstadt, Burg.Gemünden, Burkhards, EckartShausen, EichelSdorf, Gambach und Ober-Hörgen, Groß- Karben, Grüningen, Hainchen. Hain-Gründau, Hausen ber Butzbach, Hauken bei Gießen, Hoch.Wcisel, Hopfgarten, Hungen Äincif, Kreuzersgrund. Leusel, Londorf. Mmizeuberg, Nieder-Moos. Ober Eschbach, Ober-Mockstadt und Heeg, he'm, Ober-Leem-n, Pohlgöns, Romrod, Schlitz, Stumpertenrod und Ködoin- gen, Trais-Horloffs Wieseck. Wingershausen und Eichelsachsen, Wolf, Wölfers- heim und Weckcsheim. Decanatsvifitation wurde gehalten im Decanate Alsfeld.

. ^0. März. Bon dem großen Entwurf, der die Abänderung

der RcichSverfaffung in den wichtigsten Bestimmungen über die Berufung d-s Reichstages, sowie die Budget» und Statspenoden bezweckte, ist in der Com- misfion nichts ubng geblieben, als der Antrag v. Benmzsen, wonach der Reichstag alljährlich im October einzuberufen sein würde. Selbst die vier»

jährigen LegiSlatur.Perioden fanden trotz vieler Freunde in der Eommtsfion keine Gnade; v öglich, daß im Plerurn zu ihren Gunsten noch ein Antrag ge» stellt w rd. Et ist bemerkt worden, daß das Eentrum fich bet der Debatte wie bet den Abstimmungen über diesen Gesetzentwurf nicht einig zeigte. Das Eentrum scheint fich in zwei Lager gespalten zu haben. Die in dem einen glauben durch möglichst weitgehende Nachgiebigkeit gegen den Kanzler auf allen Gebieten und ostentative- Zusammengehen mit den äußersten Eonservativen den Fürsten Bismarck bei Geberlaune erhalten und der Zeit die gewünschte anti. liberale Signatur aufbrücken zu können; die in dem andern dagegen und ihre Zahl und ihr Gericht dürfte bedeutender sein wollen ihre politische R puianon auf politischem Boden nicht wegwerfen in der ungewissen Hoffnung, auf kirchlichem Gebiete Zugeständniffe zu erhalten. Sie würden selbstständige Politiker auch bann noch fein und bleiben, wenn es keinen Eulturkampf gäbe. Beide Strömungen konnte man innerhalb be« Eentrum- schon lange wahr» nehmen; seit einiger Zett tritt die Spaltung auch nach Außen offen hervor; fie wird fich eher vergrößern als schließen.

Hamburg, 30. März. Der Senat hat der Bürgerschaft folgenden, vom 28 März dmirten Antrag zugeben lasten:' Seitdem die ReichSregterung den Anschluß von Hamburg und Br.men an daS ReichSzollgebtet in Anregung gebracht und sodann der BundeSrath Beschlüffe gefaßt hat, welche die Ein. schränkung deS mit dem hiefigen Freihafengebtet biS j.tzt verbundenen Bezirk« bezwecken und die bisher völlig freie Verbindung be« hiefigen Hafen« mit dem Meere mehr ober weniger beeinflussen werden, haben die dadurch hervorgeru. fenen Fragen den Gegenstand fortgesetzter Erwägungen im Schooße des Senat« und der betheiligten Bedörden gebildet und nicht aufgehört, zugleich da- leb- Hafteste Jntereste weiter Kreise, sowohl innerhalb wie außerhalb der Stadt, bis zum gegenwärt gen Augenblick in Anspruch zu nehmen. Der Senat ist der Anficht, daß der Zeitpunkt gekommen ist, um den Versuch zu machen, den nun einmal bestehenden Gegensatz zwischen den hiefigen Anschauungen und der von ber Reichsr.gterung vertretenen Austastung ,m Wege der Verständigung au«zu- gleichen, sofirn eine solche unter Modalitäten zu erreichen ist, welche geeignet sein würden, die Aufrechterhaltung der Handelsstellung Hamburg« im Wesent- lidjen zu sichern. Um in dieser für untere Stadt so hochwichtigen Angelegen, heit die bisher zwischen Senat und Bürgerschaft herrschende Einrnüthigkett zu e halten, wünscht der Senat schon jetzt übcr die Modalitäten einer solchen Vrr. ständigung mit ber Bürgerschaft fich in'S Vernehmen zu setzen, und zwar erachtet er als den hierzu geeigneten Weg, daß die Bürgerschaft diejenigen ihrer Mn. glieder bezeichne, welcde fie beauftragen will, in eine vertrauliche Erörterung des Gegenstandes eii z-itreten. Der Senat würde fich mit denselben sodann durch Eommistare m Verbindung setzen und ihnen die erforderliche Auskunft über die Sachl.ge ertheilen. Der Senat richtet seinen Antrag dahin: Tie Bürgerfchift wolle 9 chrer Mnz'.ieber erwählen und dem Senate al- ihre VertrauenSmäner in der fraglichen Angelegenheit bezeichnen.

Schweiz.

Bern, 30. März. Die griechischen Studenten in Genf haben Befehl erhalten, zurückzukehren, um fich zur Armee zu stellen.

Auhland.

Petersburg, 30. März Der Prinz von Wales hat heute mittag die Rückre se nach England angetreten.

iktitgraphische Depeschtv.

Wolff'» telegr. leorrespo»deuz-Bvrea«.

. - .. Berlin, 31. März Der Reichstag setzte heute die Debatte über die Tenk- schrrtt bezüglich der Ausrührung des Socialiftengesetzes fort Der Abg. Wolffton und der Senator Dersmann (Hamburg) legten d'e vollständige Legalität der Ausführung de« Gesetzes in Hamburg dar. Senator Versmann stellte außerdem mehrere ver aeitrigen Lehauptunqen Auer s richtig. Mininer Matzbach rechtferttgte das Verhalten der preußischen Behörden in der Angelegenheit desNeunkirchener Tageblatts". 2er Abg. Stumm glaubt in der nämlichen Angelegenheit gleichfalls durchaus forrect ce? bandelt zu haben. Abg. Payer hält den Belagerungszustand in Hamburg für n'ckt ausreichend gerechtfertigt, und meint, die Bedeutung der gestrigen Ausführungen 3e5 Ministers v. Puttkamer werde überschätzt- Abg. Bebel weist die Solidarität der deutt'chen Socialdemokratie mit Most und Hasselmann zurück, Beide seien von den deutschen Socialisten aus der Partei längst ausgestoßen worden. Abg. o. Schlieckmann