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Jahr 1879.

Verwendung des sonntäglichen Kirchenopfers.

Gesuch des Vereins zur Förderung der Bltnden-Blldung um Unterstützung.

Exoropriationsverfahrrn gegen Jeremias Friede! Wittwe und Erben.

Die Schützenstraße betr.

Die Bletchstraße betr.

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das Wort gegen die Aeußerung des Pfarrers Frank über die Handelsjuden. Ec erklärt, er könne sich, weil Frank die Unbefangenheit fehle, mit ihm nicht auf eine Discnjsion einlassen. Aber der Vorschlag, jeden Handelsj iden, bet den Spessart betritt, todtzuschießen, sei gerade eine Anreizung zur Judenhetze.

Berlin, 27. Januar. Nach den Reichs« nts-Etats kommen an lieber- Weisungen aus dem Ertrage der Zölle uno der Tabakssteuer an die Bnndes- taaten zur Vertheilung 40,624,500^ Die Zolleinnahme beträgt 166,851,000 JL die Tabaksteuer-Einnahme 369,000 Zoll und Tabaksteueraversen 3,404,500, zusammen 170 624,500 «X. Auf Preußen kommen 24,475,480 JC.

Berlin, 27. Januar. Dem Bandesrathe ist ein Gesetzentwurf, betr. die Anzeige der in Fabriken und ähnlichen Betrieben vorgekommenen Unfälle, zugegangen, wonach ein Unfall, durch den ein Mensch getödtet oder durch einen Theil der Masch nette rc. derartig verletzt worden ist, daß er die Arbeit verlassen muß und dieselbe den folgenden Tag nicht wieder aufnehmen kann, bet der Ortspolizeibehörde und den zuständigen Aussichtsbeamten schriftlich an- zuzeigen ist. Diese Vorschriften sind auch anwendbar auf Unfälle in Stein­brüchen, Gräbercien, bet Betrieben, wo Dampfkessel oder elementare Kraft (Wasser, Gas, heiße Luft) bewegte Triebwerke verwendet werden, beim Eisen­bahnbetrieb, ferner bet Hüttenwerken, Bauhöfen, Werften, Bauten. Die Un­terlassung der Anzeige wird mit Geldbuße bis zu 150 oder Gefängntß- strafe bis 4 Wochen bestraft.

Madrid, 28. Jan. Die Irrenärzte erklären Otero für geistesschwach und unzurechnungsfähig. Der Proceß gelangt am 8. Februar zur Verhandlung

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Telegraphische Depeschen.

Waguer'S telegr. Correspondenz - Bureau.

München, 27. Januar. Der Landtag ist durch Botschaft des Königs b s 14. Februar verlängert worden.

In ter heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten wurde der Post- Etat für 1880/81 rach den Anträgen des Ausschusses genehmigt, ebenso der Telegraphen Etat mit Erhöhung der internen Worttaxe auf 5 Psg.

® i der darauf folgenden Gn,eraldiscusston über den Etat des Ministe­riums des Innern bespricht Dr. Frank die Roth im Speffart; er meint, das einzige Mittel dieser Roth dauernd abzuhelsen, sei, jeden Handelsjnden, der den Sptssart betritt, todtzuschießen. Redner will nicht zur Judenhetze anre- aen, aber die Handel-juden ieien das Unglück und Verderben des Speffart. Er findet es unerhört, daß ein Beschluß des Landraths die Auswanderung befürwortet und sogar unter Umständen die zwangsweise Auswanderung em- pfi-hlt. Der Minister des Innern erklärt, der Rotbstand im Speffart sei durch thäiiges Eingreifen der Regierung und der Sammel-Comitös rasch ge­lindert. Nicht c ne Kroukhettserfcheinnng sei aus dem Nothstande entstanden, woraus hervorgehe, wie ausgezeichnet abgeholsen worden sei. Uebek die vor- beschlagenen Mittel zu entscheiden, sei Sache der Kreisregierung und be8 8anb- iatM. _ Abg. Schels bittet bcii Minister, bahin zu wirken, baß eine Revision des Wahlges-tzes noch jetzt zu Stanbe komme. Abg. Frankenburger nimmt

14. Den Hof der neuen Realschule betr.

15. Bauliche Herstellungen im Bürgerhospital.

16. Reparatur der Bachmauer hinter der Pfarr-Hofraithe an der Kirche.

17. Kosten Decreturen.

18. Die Überschwemmungen einzelner Straßen bei eintretendem Hochwasser.

19. Gesuch des Georg Stühler um käufliche Ueberlassung von Baugelände.

20. Gesuch des Weißbinders Karl Kämmerer um Erlaubniß zur Anlegung einer Ein­friedigung.

21. Gesuch der Firma Nattmann & Weidtg um Bauerlaubmß.

22. Gesuch des Fritz Lony um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen.

23. Baugesuch des Jacob Wagner von hier.

Gießen, 28. Januar. (Sterblichkeit in Gießen.j In Gießen betrug die Zahl der Sterbfälle während der Woche vom 18. bis 24. Januar im Ganzen 8, wovon sich 2 bei Kindern ereigneten. Ein Kind von 3 Wochen starb nämlich an angeborener Schwache, etu 14jahrtger Knabe von auswärts an Knochenfraß. Von den 6 Erwachsenen starben 2 an Recurrenssieber, 1 an Schlagfluß, 1 an Gicht, 1 an Darmblutung, 1 an Lungenemphysem. G.

DieVolksküche" vertheilte heute 1025 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 112, 913 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen.

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Die Rechnung vom Jahre 1»78.

Voranschlag der Polizeiverwaltung für das Jahr 1880.

12. Die Reorganisation der höheren Mädchenschule.

13. Die innere Ausstattung der höheren Mädchenschule.

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Vermischtes.

__ sDie Zustellung der gerichtlichen Urtheile.^ Es ist im Publikum vielfach die Meinung verbreitet daß den Parteien, wie nach dem bisherigen Prozeßverfahren, die Ausfertigung der Erkenntnisse von Amlswegen zugestcllt wird. Nach dem neueren Prozeßverfahren werden indeß die Urtheile vom Gerichte nur und ausschließlich durch Verkündigung den Parteien bekannt ge. macht Wollen die Parteien aber die Ausfertigung eines Urtheils haben, so müßen sie solche« ausdrücklich beantragen. Da durch Unkenntniß der veränderten Sachlage schon vielen Parteien uneinbringliche Nachtheile erwachsen sind, so glauben wir auf das jetzt geltende Verfahren hier besonders aufmerksam machen zu müßen. < ,

Groß-Gerau. Das hiesige Amtsgericht verurtheilte dieser Tage einen begüterten, schon betagten Mann aus Leeheim zu 4 Tagen Gefängniß, weil derselbe einemguten Freunde" einen vollen Sack Unkrautsamen, den er aus der Mühle mitgebracht, auf seinen Acker gesät hatte.

- - Eist jetzt, da durch andauernden Frost die Donau wieder auf das Normalntveau -u- rückqetreten ist, entdeckt man die sehr erheblichen Beschädigungen, welche die massiven, aus ge­waltigen Quadern ausgebauten Pfeiler der im Jahre 1146 (also vor 734 Jahren!) vollendeten steinernen Brücke bei Regensburg durch den starken Eisgang erlitten haben. Die Grundmauern sind erschüttert, auf mehreren Srellen wurden Quatersteine aus den Pfeilern gerissen oder ver­schoben, so daß eine noch längere Dauer des Eisganges und des Hochwassers der alten be­rühmten Brücke aller Wahrscheinlichkeit nach den Untergang bereitet hätte. Natürlich sind sofort die Reparaturarbetten in Angriff genommen worden, und das jetzige Frostwetter mahnt zur Beschleunigung, da in diesem Jahre noch ein zweiter Eisgang nut Sicherheit erwartet narben fan^er la$ente ^be.s In derB. V." lesen wir: Wir erinnerten im Monat Juli Qn die junge Wittwe des Feldmarschalls Steinmetz, welche in diesem Jahre ihre Villcgiatur in Saßnitz adhielt. Bekanntlich hatte sich der greise Marschall in den letzten Jahren seines- Lebens mit einem blonden jungen Fräulein vermählt, welches etwa 40 Jahre weniger zälhte, , als er selber. Der Feldmarschall harte eine Dotation von einer Million Mark empfangen und diese Dotation ging auf die junge Witte als Erbe über. Jetzt hat sich die Dame in Görlitz mit einem jungen Juristen verlobt, der erst 27 Jahre zählt, also lünget ist, als fie selber. Der Erwählte ist ein Graf Brühl, Erbherr der Herrschaft Seifesdvrf bei Dresden. Graf Brühl hatte bis dahin als Referendar beim Gerichte in Görlitz gearbeitet und dort die Excellenz von Steinmetz kennen gelernt.

sEine seltene Palme.) Der König der Belgier läßt in feinem neuen Wintergarten zu Laeken im Augenblick eine kostbare Sammlung exotischer Gewächse aufstellen, darunter ein lehr großes Exemplar Sabal umbra culifera aus der Palmensammlung vom Herzog von Arem­berg. Dieselbe hat eine Höhe von 42 Fuß, die Blätterkrone hält 27 Fuß im Durchmesser. Das Gewicht dieser Palme beträgt über 500 Centner, der Rollwagen, auf dem sie von Enghien nach Laeken geschafft, war mit 20 Pferden bespannt. Erschwert wurde der Tiansport noch da­durch, daß die Kanäle und Brücken umgangen werden mußten, denn keine derselben war stark genug, um solche Last zu tragen. Die Palme hat einen europäischen Ruf, denn sie gilt als die größte in unseren Breitegraden. L , . , ,.

Metz, 20. Januar. Ein am vergangenen Sonntag auf der Eisenbahnstrecke von hier nach Luxemburg vorgekommener Eisenbahnunfall brachte die Insassen eines dicht besetzten Per­sonenwagens in Lebensgefahr, indem der Waggon, der sechste im Zuge, entgleiste und eine große Strecke weit, an drei Wärterhäuschen vorbei, außerbalb der Schienen weitergeschleift wurde. Das Geschrei der Jnfaffen wurde von den Beamten des Zuges nicht gehört; ein in dem Wagen mit zwei Kindern sich befindender Eisenbahnbeamter verließ in der höchsten Noth das Coup«, erkletterte das Dach und konnte nun mit der Zugleine das Signal geben, worauf der Zug zu» Salten kam. Daß bet W->,g°n nach bet 6ntgletfun6 nicht Umstürze- unb bie nachsolgenb» Wagen mit ins Betbttbm riß, muß leb,glich bet ausge,eichnetm Kappe ung bte,es W-ggo»' »ugeichtieben werten. Det Unfall hätte sich zu einet Kaiasttaphe entseplichster «tt steiget» tonnen, b°, wähtenb bet Wagen beteil« außethalb be« GeleiseS lief, ein Suterzug bem Per-

Lokale».

Niesten, 28. Stannat. Tagesotbnung für bie Slablverortneten- Sitzung am Donnerstag, bett 29. Januar 1880, Nachmittag« 4 Uhr, im alten Realschul- ücbäuOc*

1. Die Aufnahme des Anton Forschner von Gießen in die Landes-Irrenanstalt.

2. Die Aufnahme des Bahnwärters Fink in die Landes-Irrenanstalt.

3. Die Aufnahme der Ehefrau des Karl Breuer in die Landes-Irrenanstalt.

4. Beitrag der Stadtkasse zu den Bedürfniffen der evangelischen Kirche für das

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England.

London, 26. Januar.Reuter's Bureau" meldet aus KonstantinopU: Layard Protest,rte in seiner neuerdings abgegebenen Antwort auf die letzte Mittheilung der Pforte gegen den Ausspruch derselben, Ausländer verhaften zu dürfen, falls sie die betr. Gesandtschaft innerhalb 24 Stunden davon be­nachrichtige. Layard bestreitet, daß Köller ein Buch gegen den mohamedani- täten Glauben verbreitet habe. Köller habe dieses Buch nicht beseffen ; oas- selbe sei übrigens schon vor 18 Jahren gedruckt. Die Untersuchung habe er- geben daß Tewfik nur von der ehrenhaften Seite bekannt sei. Sawas Pascha antwortete hierauf, er batte, befreit von dem Wunsche, die guten Beziehungen rwifchen Der Türkei und England nicht zu beeinträchtigen, Layard aufgefordert, die erste Note zurückzuziehen, um ihm deren Widerlegung zu ersparen; er wolle die Thatsachrn, worüber widersprechende Aussagen vorlägen, nicht neuer- ding« bUcuthen, wolle selbst die bedauernswerthe Insinuation Layard s, daß die türkische Polizei das sragliche Buch mit unter die beschlagnahmten Papwre Köller's gestickt habe, unberührt laffeu. Was die Princtpieufrage betreffe, so laffe die Pforte Missionäre zu, vorausgesetzt, daß deren Propaganda keine Agi­tation verursache. Ferner habe die Polizei das gesetzt,che Recht, Ausländer, bei Ausübung eines Verbrechens auf frischer That ertappt, zu verhaften, die Beweisstücke mit Beschlag zu belegen und die betr. Gesandtschaft in vier und zwanzig Stunden davon zu benachrichtigen.

Hesterreich.

Wien, 26. Januar, Abends. DiePollt. Corresp." bringt eine aus- führliche Inhalts - Angabe des oben stgnalisirten Schriftwechsels zwischen Lavard und Sawas Pascha. Hiernach erklärte Sawas in seiner Erwiderung, et habe Layard schon früher benachrichtigt, daß, fall« das britische Ultimatum nicht zurückgezogen würde, er genöthigt fein werde, weitere Auskiärungen zu geben, um die vollständig redlichen Absichten der Pforte zu constatiren- Er werte den die Thatsachen behandelnden Theil von Layard'« Note nicht beant­worten, weil es mißlich sei, die Dtseusston auf einem Terrain sortzusetzen, wo die widersprechenden Behauptungen über Thatsachen erfolglos blieben und eme Uebereinstimmung hierüber nicht möglich erscheine. Ebenso enthalte er sich, Layard, ein zweites Mal auf demselben Terrain betreffs der nachträg- Uchen Hinzulegung eines den Islam angretfenden Buches zu Köller's Papieren zu folgen. Er beschränke sich auf die Diseussion der Principten und wolle nur betonen, daß die religiöse Propaganda unabhängig sei von der Gewlffens- und Eultnsfreiheit. Wenn die Propaganda in der Türkei zugelaffen werde, so verdanke man dies dem der Pforte eigenen Geiste der Duldung; doch habe diese Propaganda ihre nothwendige Grenze, insofern es sich um Vor- beuauna von Unruhen und Agitationen handele. Ueberdies sei die Propa­ganda durch Mlssionäre in vielen Ländern des Orients, wo Gewiffe isfreiheit herrscht, ganz und gar unmöglich. Die Verhaftung von Ausländern auf öffentlicher Straße sei der Polizei stets gestattet und dieselbe nur gehalten, den betr. Cvnsuln binnen längstens 24 Stunden hiervon zu verständigen. Die Criminaluntersuchuug werde bei Ankunft des Consuls suspendirt; allein der Polizei stehe das Recht zu, bei Verhafteten vorgefundene Papiere zu saistren, um Verbrechen oder Vergehen zu constatiren. Dies entspreche dem allgeme,- uen internationalen Rechte und den Specialverträgen zwischen der Türke, und den Mächten.

Italien.

Ikom, 26. Januar. DieAurora", das neue Blatt des Vatikans, schreibt bezüglich der politifchen Lage Europas: Alle waffneu, oder bereiten jich vor, zu offnen, oder erklären, sich bewaffnen zu wollen u»b zu müssen. Gan; Europa wird von demselben Gefühle zu diesen Vorbereitungen hingetrte- ben. Jede Macht macht sich bereit, einen nicht zu vermeidenden Kampf auf- zunehmen. Allerdings gibt es in diesem Augenblicke Niemanden, der den Krieg laut will. Aber Jeder erklärt sich für den Krieg fertig und spart nichts, was ihm den Sieg verschaffen könnte.

Nach den D eien und heftigen Umwälzungen hat Europa alles Gleichge- wicht verloren. ES erwartet eine neue Grundlage, um sich darauf in wirklich dauerhaftem Frieden zu reconfilitiiren. Neue Kriege sind, damit das Ziel er- reicht werde, nnvermeiolich.

Amerika.

Newyork, 26. Januar. Aus Augusta wird gemeldet: Der snsiont- st.sche Gouverneur von Maine erließ eine Proklamation worin er die Republi­kaner alö Revolutionäre bezeichnet. Die Republikaner dagegen behaupten, unwiderlegliche Beweise zu besitzen, daß ihre Vorsichtsmaßregeln gerade zur rechten Zeit kamen, um der Besitzergreifung des Legislatur Gebäudes durch d,e Fustonisten vorzubeugen. Parnrü hielt in Buffalo eine Rede, In der er erklärte, Irland habe das Recht der eigenen Nationalität; wenn es mög­lich fei, dieselbe zu erlangen, müßten bie Irländer ihr Blut für die Verihel- digung des Landes opfern. __