1880
Dienstag den 13. Juli
Nr. 160
SUS der von
Ausgabe.
Rubrik-Nr.
Summe der Einnahme 6787,68
Summe der Ausgabe 5749,67
Abschluß.
Gießen, den
Kassevorrath Beiträge der Kapitalzinsen Prozeßkosten
14.
15.
16.
17.
23.
. 6787,68 . 5749,67
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3999,92
2000,—
190 —
597,76
1000,— 1140,61
143,50 465,56
3000,—
Besoldungen . . • Diäten und Gebühren
Einnahme.
aus vorhergehenden Jahren Kreise......
idditr.
pneumatischen kN.
Garant*6,
Botenlohn und Verkündigungskosten . . . Für Bureaugegenstände und Gerätschaften . Auszuleihende Kapitalien
Der Provinzialkafferechner der Provinz Oberhefsen. Grüneberg.
welcher in baarem Vorrathe besteht.
7. Mai 1879.
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Deutschland.
Mainr 10. W Die Generalversammlung der Hessischen Ludwigs, babn aenebmiate einstimmig den Antrag deS Verwaltungsraths aus Zahlung »on 800 000 xT fond perdu gegen Entbindung von der Verpflichtung zum Bau i-er>sirrwawDie seligen „Conduttenlisten" sollen wieder auf-
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1880.
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Gesammtsumme der Einnahme Ausgabe . • ____________
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Ein politischer Umschwung in Deutschland.
Die Mißstimmung, welche im deutschen Reiche über die Entwickelung der inneren Politik herrscht, hat viele Ursachen. Es wäre Selbsttäuschung wolle man nicht »uaestehen, daß die FreuUgkeit über die Entwickelung des Reiches und insbesondere das Vertrauen auf die Zukunft bedenkliche Stöße erlitten haben. Ter Relchshaushalis-Etat sür 1879/80 zeigt, daß di- Mehreinnahmen des Reiches bedeutend hinter der Schätzung zurückbleiben, und daß daher nicht daran au denken ist, die erwarteten Steuererleichterungen in den Einzelstaaten zu -währen. Der ganz- Ueberschuß beträgt nur 23 Millionen Mark und darin stecken noch 4>/2 Million Ersparnisse an Ausgaben; di- übrig b erbenden 18Va Millionen genügen kaum, das Deficit Bayern« zu decken, geschweige denn die allerorts herrschenden Deficits. Außerdem hat uns die konservativ-klerikale Aera mit 200 Millionen Mark neuer Steuern beglückt, und man muh zu. gestehen, daß die Finanzverhältntfle allein genügen, um damit für eine Opposition Propaganda machen zu können.
Hierzu treten aber noch allerlei Ursachen zur Unzufriedenheit, so z. lV. die niue Militärlost, die Schwankung der Kirchenpolitik, die vielen Anzeichen der Reaction, die staatsscctalistischen Piäne (Reichsetsenbahnen, TabakSmonopol, Reichsrersicherungswesen), die Einmischung des Staats in den privaten Erwerb, die Revisionen ter Gewerbeordnung, -in zu langsamer Ausschwung in Handel und Industrie, niedrige Arbeitslöhne, die Socialdemokratie, der Rus nach Brod, die Aushebung der Getreidezölle, die schlechte Ernte u. s. w. Natürlich beuten die extremen Parteien die reiche Liste nach Kräften aus, und die Wahlen sprechen dafür, daß die gemäßigte Richtung im öffentlichen Leben verdrängt wird.
Nachdem in Reutlingen die jüddeulsche Volkspartei, in Hamburg die Socialdemokratie gesiegt hatte, errang die Fortschrittspartei unerwartete Erfolge. Die Lübecker Wahl ist sicher überraschend, und doch bestätigt sie nur, was man erwartete. Die Reichsregterung hat durch mancherlei der Masse des Volkes unverständliche Wandlungen und Thaten an Vertrauen eingebußt; von den llerikalen und konservativen Versprechungen hat sich so gut wie nichts erfüllt: die große nationalliberale Partei ist in zwei Lager gespalten, und darin liegt zumeist der Grund, daß ihre Wahlagitation sich nicht mehr kräftig, weil nicht einheitlich äußert. Dadurch ist der Fortschrittspartei, der man eine große Rührigkeit nicht absprechen kann, der Boden geebnet worden. Sie sammelt alle unzufriedenen Elemente, weil sie den Ruf nach Brod auf ihre Fahne geschrieben hat, und wer die Magensrage in ein politisches Programm einsügt, wird immer Zulaus haben. Ob der Umschwung große Dimensionen annehmen wird, etwa wie die Bewegung der Liberalen in England, hängt zum Thetl davon ab, ob Fürst Bismarck eine Action in Bereitschaft hat, um die reichssreundltchen Elemente von Neuem zu einen, oder ob der gemäßigte Liberalismus sich zu erhöhter politischer Thätigkeit aufzuschwingen vermag.
'eben. H-rr Cultusmtnist-r v. Puttkam-r hat in einem Erlaß di- B-hörd-n angewieftn, üb-r die moralische Führung der Lehrer und deren Stellung im bürgerlichen Leben eingehende Berichte zu erstatten. Es ist bekamt., wie He.r v. Putt^mer an die Moralität der Lehrer ganz besonders hohe Anforderungen i-llt und wie er das angebliche Zurückbleiben des Lehrerstandes hinter diesen Anforderungen im Abgeordnetenhanse offeiitlich hart gerügt hat. Wir stmm-n nun mit dem Herrn Cultnsminister darin ganz und gar überein, daß die Lehrerschaft durch eine hervorragende sittlich- Führung ihre B-säh gung darthun muß, ihre hohe -rzi-hllch- Ausgabe zu -rsullen, daß sie verpflichtet ist, von Tag zu Tag das Vertrauen neu zu verdienen welches ihrer Obsorge di- Zu- kunft des Landes anheimgibt. Wir glauben aber, daß die k einen und stillen Denunctationen der Conduitenlisten, ihr S^onenthum undihr- L'°bedlener-i am allerwenigsten geeignet sind, di- sittlich- Haltung der Lehrerschaft zu verbesser.,. C„ditst°ckungen in Folg- des Wuchergesetzes fühlbar
machen, will die „Kreuz.Ztg." nicht ganz ui- Abrede sstellen.^^^atsache aber sei, daß Wucherer von Profession ihr Geschäft ewstell^. Wohl^möglich fei es, daß mancher Schuldner jetzt seinem Schicksal durch die Geltendmachung der Forderung seines Gläubigers verfällt, während er sonst vielleicht durch Stundung, natürlich zu Wucherzinsen, sich noch einige Monate hatte halten können. Die Nothwendtgkett, vor Gültigkeit des Gesetzes entstandene wuche- rische Forderungen schleunigst zu Uqmdiren, also die sofortige Baarzahlung zu beanspruchen, entspringt nicht aus dem Gesetze, daffelbe habe nicht rückwirkende Kraft. Wenn es dennoch die oben angedeutete rZolge haben solle, so zeige dies nur eben recht offenkundig Vie Gemeingefährlrchkeit ^^ ^"^rischen Treibens und sei es kein Fehler, wenn die bisher schleichende Gemeingefährlichkeit offen ^Tage^trete.^ Statthalter der Reichslande und
dem Staatssecretär Herzog kann nunmehr fein Zweifel sein. Nur das Ge- rücht hat sich nicht bestätigt, daß der Statthalter zurucktreten werde, um durch Herzog Christian von Schleswig-Holstein-Augustenburg ersetzt zu werden. Vielmehr ^st es der Staatssecretär, welcher das Feld räumt, indem derselbe zur Disposition gestellt ist, während Freiherr v. Manteuffel auf seinen Posten
jo guU< Der König von Griechenland geht von hier nach Kopenhagen und sodann nach Petersburg.
Berlin 10 Juni. Einer Mittheilung verschiedener Zeitungen zufolge hat ÄÄtS Lagrarffche Petition °uf «g ‘««Ä und Einführung der Doppelwährung einstimmig abgelehnt. Wenn NWvle,e
Redactionsbureaur Schulstraße v. 18. Exp editi onsbureau: J
PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50
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Grosrherroglicher Bber-Rechnungskammer abgeschlossenen Rechnung der ProvinMkassc der promn; Bberhessen
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Darmstadt,K W * ** f Ob-rM-chnungskamm-r. *
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