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Berlin. Allem Anschein nr das Civilstanbsgesetz in naher Ausji
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hl eint Erneuerung des Sturmes gegen Konservative und Ultramontane — diese
Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.
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Bekanntmachung,
In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden werden hiermit nachstehende Durchschnitlsmarktpre.se vom Monat Juni 1880 veröffentlicht: 6.
M Hafer X 17,80 Heu X. 6, Stroh X 4 per 100 Kilogramm.
Gießen, den 9. Juli 1880. ' Großherzogliches Kreisamt Gießen-
vr. Boekmann.
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und Mi möblirte M dm Bahnhof ort ?u beziehen; auf erfragen in
t l Schulstraße L. 18.
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Die Großberroaliche Kms-Schul-Commiffion Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Wir erinnern Sie an die rechtjeitige Anzeige der Ferien in den Volksschulen.
Dr. Boekmann. ____
von
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Politische Ueberstcht.
Man erwartet in Kürze die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Berlin und dem Vatikan, um zu einem partiellen Kirchenfrieden zu gelangen. Die streitbaren Bischöfe werden nicht zurückkehren, benn selbst an höchster Stelle sollen die bezüglich'n Lanbtagsverhanblungen in Preußen die Neberzeugung geschaffen haben, daß das Volk die Rückkehr nicht wünscht. Inzwischen scheint man in Baden bereits einen neuen modus vivendi gefunden zu haben, wenigstens wird versichert, daß der erzbischöfliche Stuhl zu Freiburg demnächst besetzt werden würde- Es wü'de dies das Resultat der jüngsten kirchenpolitischen Gesetzgebung Badens sein, über welche der Großherzog von Baden mit einem Unterhändler der Curie in Karlsruhe conferirt haben soll!
Der Reichsanzeiger hat einen erläuternden Artikel über die Ursachen von Eisenbahnunglücken gebracht, nach besten Lectüre man so klug ist wie zuvor. Die vielen Zusammenstöße von Zügen werden nicht erklärt, und eS bleibt etwas faul im Eisenbahnstaat. Nicht Rebensarten, sonbern nur die eingehendsten technischen Untersuchungen können Aufklärung schaffen, und tiefe — so sollte man meinen — liegt gleich sehr im Jutereste des Staates und der Eisenbahnbehörden als des Publikums.
Die Lage der Dinge im Orient ist beunruhigend. Allgemein gilt es für wahrscheinlich, daß trotz aller Bemühungen der Großmächte ein fried- Ucher Ausgleich zwischen der Türkei und Griechenland nicht zu ermöglichen sein wird. Die Aufregung der Muselmänner wächst und wird die besonnenen Staatsmänner der Pforte wider Willen zur Action nöthigen.
Die in Frankreich vertriebenen Jesuiten wandern nach England und Amerika; kleinere Schaaren gevenken Tyrol, Oberungarn, und insbeson- dere Böhmen zu beglücken. Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald zu wählen, ist allerdings auch den Jüngern Loyola's nicht gerade sehr angenehm, aber als vorläufiges Asyl ist ihnen Prag gerade recht. — Der französische Senat hat die volle Amnestie abgelehnt, aber damit war auch sein Vorrath von politischem Muth erschöpft. Indem er ein Amendement votirte, da- praktisch unausführbar ist, bot er der Regierung und der Deputirtenkammer die Hand zum Frieden. Zu dieser Stunde steckt man im Palais Bourbon die Köpfe zusammen, um einen Text zu finden, welcher der vollen Amnestie ein anständiges Mäntelchen umhängt und dabei so klingt, als ob der Senat sich nichts dadurch vergeben habe.
Die Flottendemonstration gegen die Türkei, welche in England populär ist, erfreut sich nicht der Gunst des französischen Volkes, welches der Ansicht ist, daß England allein die Kastanien aus dem Feuer holen solle.
Viel Aufsehen macht in England ein Artikel des Historikers E. Free- mann über, oder vielmehr gegen Oesterreich, da man denselben als Jdeengang Gladstones bezeichnet. Freemann führt aus, daß unter allen Mächten Europas Oesterreich die unnatürlichste und überflüssigste sei, daß Oesterreich gar keine Existenzberechtigung habe, denn es gebe weder eine österreichische Sprache, noch ein österreichisches Volk.
In Rußland ist seit dem Amtsantritt des Grafen Loris-Mclikoff eine merkliche Beruhigung der Bevölkerung eingetreten; dadurch ist allerdings noch nicht die Frage der wirklichen socialen Pacification des Landes gelöst, aber es berührt doch wohlthuend, daß die Aera der nihilistischen Gewalttbätigkeiten beendet erscheint.
Die Türkei hat die Anfragen der Großmächte bezüglich Armeniens beantwortet und versichert auch hier, daß es ihr um die Reformen Ernst sei. Jedenfalls kommt das christliche Element jetzt zu vollerer Geltung als früher, und damit scheint die Bevölkerung vorläufig zufrieden zu sein.
Der Präsidentschasts-Candidat der Vereinigten Staaten, Gar- field, hat in einem Städtchen OhioS anläßlich der Einweihung eines Sol- daten-Denkmals eine Rede gehalten, in welcher er die Krieger lobte und betonte, daß die Zukunft Frieden, Ei rracht und Freihet im Norden und Süden unter der Flagge der .. verheiße. _____
FaMinüvtzis zu m- Mmstratzr B. 1Q6, Eiche? Logis, drei Zubehör sowie Heil, zu vermiethen. Sattfeld A. 121.
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ein wenig verhüllt, jene mit Hellern Jubel — feiern den mit Ach und Krach >u Stande gebrachten Beschluß de« Abgeordnetenhauses als erste Bresche In die gesarnmie kwchenpoliiische Gesetzgebung des letzten Jahrzehnts. Mit dan. kenswerther Offenherzigkeit verkünden besonders die conservaliven Stimmen den Operationsplan, wie er nun weiter ausgesührt werden soll. Es kann nicht Wunder nehmen, daß als eins der ersten und hauptsächlichsten Objecte da« Civilstandsgesetz in's Auge gefaßt wird. Seit Jahren wird der Reichstag mit Petitionen um Wiederaushebung dieses Gesetzes, zum mindesten um Abschaffung der Cioilehe bestürmt. Leider ist es zu einer Entscheidung des Plenums über die Angelegenheit bisher nicht gekommen. Im vorigen Jahre schlug die Petitionscommission Uebergaug zur Tagesordnung vor, während die Conservativen Ueberweisung der Petitionen an den Reichskanzler beantragten, mit dem Er- juchen um Erwägung, aus welche Art den durch das Reichsgesetz vom 6. Febr 1875 über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung £er- betgesührten Mißständen Abhülfe zu schaffen. Das Plenum trat in die Be- rathung dieser Anträge ein, führte dieselbe aber nicht zu Ende; gar Bielen erschien eS „nicht opportun", in die damals so schöne Einigkeit der an der „Zollrrform" Jnteressirten auf solche Weise die Fackel der Zwietracht zu werfen. In der letzten Session sind die Petitionen nicht einmal bis zur Commtsstons- Verhandlung gediehen. Von den Liberalen war es ein unverkennbarer Fehler, daß sie im vorigen Jahre nicht mit aller Entschiedenheit einen Ausspruch der Häuser herbeizusühren suchten. Selbst wenn derselbe zu Gunsten des conser- vattvcu Antrags ausgefallen wäre, hätte dadurch die Lage des Civilstandsge- jetzes kaum schlechter werden können, als sie heute thatsächlich ist. Ware er aber im Simme des Commissionsantrags auf Uebergana zur Tagesordnung ausgefallen — und dafür war damals noch große WahrscheiiMkeit vor- Händen —, so wäre damit der Bewegung wenigstens für die Dauer der gegenwärtigen Legislaturperiode ein Riegel vorgeschoben gewesen. Heute ist die Situation wesentlich verändert. „SDet Widerstand der Cuiturkämpscr ist gebrochen", jubeln die Conservativen; „in dem entscheidungsvollsten Beschlüsse, der auf kirchenpolitischem Gebiete seit langer Zeit gefaßt worden, sind sie mitten auseinandergefallen I" Das mag nur ein Scheinargument sein. Daß mit dem materiellen Inhalte des KirchengesetzeS, wie es auS dem Abgeordne- teuhause hervorgegangen, den Rechten des Staates etwas vergeben werde, wird kein Unbefangener behaupten. UeberdteS kann man sicher fein, daß auch auf Seiten derjenigen Nationalliberalen, welche für das Gesetz gestimmt haben, die alte Widerstandskraft fich zeigen würde, sobald eine weitere „Revision der lirchenpolitischen Gesetzgebung nach conservativ-klerikalem Recept versucht wurde. Vielleicht könnte man ein Gleiches auch noch von den Freiconservativen ver- muthen. Immerhin indeß laffen sich für eine auf die Mafien berechnete Agitation unter Umständen auch Scheinargumente recht wirksam verwerthen. Weit schwerer aber fällt in's Gewicht, daß nunmehr die Regierung dem Volke so erscheinen muß, als habe sie mit der neueren kirchenpolitifchen Gesetzgebung gebrochen. Herr v. Putikarner hat sich gegen «ine solche Auffassung mit Worten recht lebhaft gewehrt; die große Menge aber urtheilt nach den Thaten, und diese sind jedenfalls so, wie sie sich di- -ons-rvative Agitation nur wun- schen kann. Für den besonderen Fall der Bekämpfung des Civilstandsgesetzes kommt noch hinzu, daß der heutige preußisch- Cultusrninister im vorigen Jührden Antrag wegen Beseitigung der „Mißstände" im Reichstage mit unterzeich- net hat. Man konnte nur über die Stellung des Reichskanzlers zu der Sache ,weiselhast sein. Nach den Vorgängen der letzten Wochen wird man dem Volke schwerlich klar machen können, daß die Behauptung der Conservativen, er stimme mit Herrn v. Puttkamer vollkommen überein, nichtt tiW«8 !«• — Die Umstände haben sich also sür die Agitation gegen das Sivttstandsgesetz erheblich günstiger gestaltet. Für Diejenigen, welche das Fortbestehen dieses Gesetzes sür nothwendig und heilsam halten, insbesondere aber für alle Libe- rale, liegt darin ein lauter W-ckruf. Möchte -r nicht überhört werden!
Der Winter 1879/80 in feilten folgen für die Gt'stbiinme und die m wählenden Maßnahmen.
Von Lehrer Diehl I. zu «l-ichenbach.
Ein unseren Naiional-Wohlstand begründender Factor ist Um «-legt, unsere Vaumfelder und Wegeinfassungen gleichen einem Schlachtselde mit Tobten, Halbtodten,


