Ausgabe 
10.10.1880 Erstes Blatt
 
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Carnet ist seit heute im Besitze zustimmender Erklärungen sämmtlicher Cabi- nete zu seinem auf Besitzergreifung von Pfandobfecten im Archipel gerichteten Coercitvorschlag- Der Commandant der vereinigten Flotten in der Bucht von Teodo ist verständigt, Alles innerhalb 48 Stunden zum Abgang der Flotten nach dem neuen Bestimmungsorte vorzubcreiten.

Atom, 8. Octbr.Dtrttto" zufolge hatten die Mächte die Absicht, die auf die Türket bezüglichen Fragen eine nach der anderen zu beantworten. Da aber die Pforte die montenegrinische, griechische und armenische Frage zu­sammen behandelte, so fänden sie sich veranlaßt, ein Gleiches zu thun, um die gleichzeitige Lösung aller Fragen zu erreichen. Als wahrscheinliche Fälle wür­den angesehen: Abberufung des gesammtrn diplomatischen Corps aus Konstan- ttnopel, Entsendung einer internationalen Flotte nach Konstantinopel. Ferner gelte es für wahrscheinlich, daß die Mächte die Türket verhingern würden, Munition und Soldaten nach den der Pforte noch unterworfenen griechischen Provinzen zu senden. Im Uebrtgen willDtritto" wisien, England erkenne die Nothwendtgkett, praktische Vorschläge zu formultren, welche das Etnver- ständntß aller Mächte aufrechtzuerhalten vermöchten.

Vermischtes.

Vom Rhein, 6. October. Das eiserne DumpfbootPfalz 2.", welches Anfangs September bet Rhein-Dürkheim in Brand gerteth und versank, ist nun soweit wieder über Wasser gehoben, daß sich die Zerstörung, welche das Feuer angerichtet hat, genau überblicken läßt. Heute oder morgen wird das Wrack an's Land geschafft, um vollends zerlegt und nach seinen vielleicht noch brauchbaren Bestandtheilrn untersucht zu werden. Zwei Schleppkähne der Mainzer Schlepp­schifffahrtsgesellschaft waren zur Hebung herbeigeholt worden, dieselben hatte man durch 28 mächtige Stämme mit einander verbundcn und zwar derart, daß sie einen Zwischenraum biloeten, in welchem das Wrack an 14 starken eisernen Ketten mitttelst großer Schrauben emporgewunden wurde. Obwohl nicht weniger als 56 Mann daran arbeiteten, ging die Hebung doch nur langsam von Statten, da die Last des mit Waffer gefüllten Wracks eine ungeheuere war, wo­von auch die Stämme zeugten, die unter der ihnen auferlegten Wucht eine Biegung von fast 3 Fuß zeigten. Schiffsbaumeister I. Pohl aus Köln leitete diese Arbeiten. Von dem Sckiff ist übrigens nur das eiserne Gerippe übrig geblieben, alle Holztheile sind bis auf den letzten Spahn in Flammen aufgegangen. ,

[2Bie unterscheidet man echte Geldstücke von den nachgemachten?] lieber die Echtheit unseres Goldgeldes herrscht im Publikum noch viel Jrrthum, so daß im geschäftlichen Verkehr die Goldstücke oft wegen der Farbe und Klanglosigkeit zurückgewiesen werden. Der Kiang hängt von der Prägung ab; werden die Stücke geprägt, ohne zu glühen, so sind sie hart und haben wenig oder gar keinen Klang. Die schöne gelbe Farbe erhalten die Stücke durch Glühen und Kochen in verdünnter Säure, die röthltchen jedoch sind letzterem Verfahren nicht unter­worfen gewesen. Der Gehalt an feinem Gold ist bei den gelblich röthlichen wie bet den grau röthltchen ganz gleid). Die Klanglosigkeit rührt auch sehr oft von Heinen Riffen oder Blasen im Golde her. Mithin ist weder die Klanglosigkeit noch auch die Farbe eine Gewähr für die Unechtheit. Darüber, ob die Stücke echt sind, kann man sich sehr leicht durch folgendes Ver­fahren überzeugen. Wiegt man ein 20-Markstück, so muß es genau 8 Gramm wiegen und das 10-Markstück 4 Gramm, vergleicht man ein Stück mit dem anderen von gleichem Werth, so muß es gleich groß und stark sein. Kein anderes Metall steht in Stärke, Größe und Gewicht dem Golde gleich, mithin kann man ruhig ein Goldstück, welches die genanten Eigenschaften besitzt, annehmen.

jDie Gehaltsbezüge des Fürsten Bismarck.] Rach der jüngst erfolgten Ernennung zum Handelsminister bekleidet Fürst Bismarck gegenwärtig folgende Acmter: den Posten eines Reichskanzlers, eines preußischen Premierministers und Ministers des Auswärtigen, eines preußi- schen Ministers für Handel und Gewerbe und eines Präsidenten des Reichsbank-Kuratoriums. Außerdem ist Fürst Bismarck Landwehr-General der Kavallerie und Minister außer Dienst für Lauenburg. Die Bezüge für alle diese Posten und Würden betragen nur 63,000 jährlich. Als Reichskanzler nämlich bezieht Fürst Bismarck jährlich 54,000 JL, worin schon 18,000 Repräsentationsgelder eingeschloffen sind, und als pensionirter Minister für Lauenburg 9000 JK Alle übrigen Armier werden unentgeltlich vom Reichskanzler verwaltet. In Preußen ist es übrigens niemals Gebrauch gewesen, dem Inhaber zweier Minister-Poretfeuilles auch doppelten Ministergehalt zu geben. Die Minister ohne Portefeuille beziehen auch keinen Gehalt.

Posen, 3. Oetober. Gestern Abend brach in einem Lokomotivschuppen der Märkisch- Posener Bahn, muthmaßlich durch Unvorsichtigkeit, Feuer aus, welches unter den dort befind­lichen mit Oel und Fetten getränkten Putzlappen so rasch um sich griff, daß das ganz aus Holz errichtete Gebäude in kurzer Zeit vollkommen in Flammen stand und es nur mit großer Mühe gelang, eine der drei im Schuppen befindlichen Lokomotiven herauszuschaffen; die beiden anderen, namensBomst" undElbe", blieben der Gluth des Feuers ausgesetzt. Vom brennen­den Schuppen pflanzte sich das Feuer auf die in der Nähe befindlichen Bahnsckwellen fort, von denen erwa 2000 verbrannten; der Wind trieb sodann die hoch aufiodernde Flamme nach zwei großen Steinkohlenhaufen mit zusammen etwa 3«»,000 Centner Inhalt, die bald vollkommen in Brand standen. Zwar eilten Spritzen aus den benachbarten Orten, vom Bahnhofe und die Landspritze aus der Stadt Posen zu Hülfe; auch wurden zwei Lokomotiven als Dampfspritzen in Thätigkeit gesetzt; da es aber an Waffer fehlte und die in die brennenden Steinkohlen hineingespritzte, verhältnißmäßig geringe Wassermenge mehr die Gluth förderte als hemmte, so wurde schließlich von ferneren Versuchen, das Steinkohlenfeuer zu löschen, Abstand genommen; eine weitere Gefahr war nicht vorhanden, da die Flammen durch den Wind nach Osten getrieben wurden und nach dieser Richtung dort in der Nähe keine Gebäude stehen. Noch heute Abend standen die Steinkohlenhaufen in vollem Brande und erhellten die Gegend weithin; die Gluth war so stark, daß man nahe heran nicht kommen durfte; auch hatte sich das GeleiS, welches von dem abgebrannten Schuppen nach einer Drehscheibe und von dort weiter nach dem Bahn­hofe führt, durch die Hitze so ausgedehnt, daß anfänglich das auf der Drehscheibe befindliche Geleis nicht mehr an jenes paßte. Der angerichtete Schaden soll etwa 100,000 betragen.

Schuppen, Lokomotiven, Steinkohlen u. s. w. waren gegen Feuersgefahr versichert.

[<Sefangentnleben in Sibirien.] Ein eisiger Schrecken knüpft sich in Rußland an das Wort Sibirien, jenes ungeheure öde Landgebiet, das Hunderttausenden zum schrecklichen Gefäng- niß dient und nach welchem immer neue Sckaaren Verbannter von der russischen Negierung verschickt" werden. Das Leben der zur Ansiedelung Verurtheilter ist ein in jeder Beziehung trauriges und bejammernswerthes. DieNowoje Wremja" bringt neuerdings Mitthetlungen aus den sibirischen Leidensstationen, die in greller Weise cas fürchterliche Elend und die ohn­mächtige Verzweiflung der armen Verbannten schildern. Die Gebildeteren finden noch für kärglichen Lohn Beschäftigung; die Verschickten jedoch, die den niederen Claffen angehören, sind vollständig dem Elend preisgegeben. Ist eine Partie Arrestanten an ihrem Bestimmungsorte angelangt, so werden den Unglücklichen die Feffeln abgenommen und man sagt ihnen:Ihr seid frei, geht mit Gott!" Unbekannt und fremd irren sie in ihrem Arrestantenkittel mit ab- rasirten Haupthaaren in den Dörfern umher, finden keine Beschäftigung und bald werden Kittel und Stiefel auS Noch verkauft. Dann sieht man sie fast nackt im Walde umbetirren, in der Richtung zum europäischen Rußland. Gelingt es solch einem Verschickten, die Grenze zu er­reichen, so sucht er in die Hände der Polizei zu fallen; hier gibt er sich als einen Menschen aus, der seinen Namen nicht kennt und nicht weiß, woher er stammt. Als Vagabond wird er tn's Gesängniß gesteckt, wo er wenigstens ein Obdach und Brod findet, bis er vom Gericht als Landstreicher zur Verschickung nach Sibirien verurtheilt wird, und das frühere Eiend beginnt aufs Neue.

Gingesandt.

Gieren, 8. October. Da ich bisher vergebens eine Besprechung des letzten Concertes in Ihrem Blatte erwartete, so schicke ich Ihnen heute diese Seilen, für welche Sie vielleicht Verwendung finden, um so mehr, da ein Concert von der Bedeutung des vorigen ganz besonders auch öffentlich eine gebührende Anerkennung verdient. ftrl. - Lehmann sang vor einem, wenn auch ^verursacht durch die Ferien, die Jahreszeit I und andere äußere Verhältnisse] nicht besonders zahlreichen, aber sehr distinguirten ! Publikum und erntete den höchsten Beifall durch den Zauber und die Lieblichkeit ihrer j wahrhaft dramatischen Erscheinung und durch ihren hochgradig vollendeten Gesang I sowie durch ihre reine, volltönige und markige Stimme, welche mit großer Leichtigkeit auch \ die ungewohnte Höhe unseres nach alten Orchesterinstrumenten gestimmten Flügels überwand. Ohne näher auf die diesmaligen Leistungen unserer hochgefeierten Künstlerin 1 einzugehen, will ich nur nach dem Ausspruche vieler Concertbesucher bemerken daß prl. Lehmann bei uns niemals besser gesungen hat, als gerade am vorigen Sonn­tage. Herr Muffkdirector Freiberg zeigte sich als sehr gewandter Violinspieler und

hatte durch das bunt gewählte Programm hinreichend Gelegenheit, gleich bet seinem ersten Austreten in Gießen dies an den Tag zu legen. Herr D i ng eldey glänzte von Neuem durch seme vortreffliche Technik und zu bewundernde Ausdauer und wird hoffentllch durch fleißiges und tiefes weiteres Studium die Fehler ablegen, welche man am leichtesten bet der Jugend entschuldigt. - Sonst nicht zum Recensiren aufgelegt ®yr.be von maßgebender Sette vielfach veranlaßt, diese Zeilen an Ihr geschätztes

1,1 nW W und

.. Mit demEingesandt" Ihres geschätzten Blattes vom 8. d. M. sind wir voll­ständig einverstanden. Denn ohne jede nähere Begründung leuchtet es doch wohl jedem Burger von selbst em, daß die Ergänzungswahl der Stadtverordneten für unsere Stadl von großer W-cht^ke.t ist. Es handelt sich be: dieser Wahl nicht um Parteiintereffen es gilt vielmehr^ Manner zu berufen, deren Einsicht, Sachkenntwß und gewissenhaftes pst'chttreues Arbeiten im Dienste unseres Gemeinwesens eine förderliche und ersorieß- liche Wirksamkeit in Aussicht stellt. Wir bedürfen Männer, denen die Ehre, das Empor- bluhkn, das Gedeihen unserer Vaterstadt höher steht, als ihr eigenes Interesse, welches sie vollständig dem Interesse der Gemeinde unterordnen müssen. Damit vun die richtigen Männer aus der Wahlurne hervorgehen, so darf man diese hochwichtige Angelegenheit durchaus nicht dem Zufall überlassen, sondern die Bürger- swast muß schon vorher über die zu Wählenden im Klaren sein

Wir schreiben n>cht unter der gewöhnlichen Phrasemehrere Bürger", fonbem nur allein im Interesse unserer Vaterstadt, und nur die reinste und lauterste Absicht bewegt uns, die Wähler auf einige Persönlichkeiten aufmerksam zu machen. Da wir PUIJ dbr festen Meinung sind, daß es dringend geboten erscheint, daß unsere Stadt auch « santtatlicher Hinsicht, was m Mainz, Darmstadt und Worms schon längst der Fall ist, m ber ^tadtverorbneten-Versammlung vertreten fein muß, so finden wir für rath- sam, auch einen Arzt in Vorschlag zu bringen. Die Aufmerksamkeit sei also hiermit w Ut? ^Sen rtleren/ : 12 Hvnstein, I., Fabrikant, 2) Dr. Gursleisch, Rechtsanwalt, 3) Dr. G lasor, Kreisarzt, 4) Petri, Anton Weißbinder 5) .ft nm- b-rg-r, M...Fabrikant, 6> Wall-nsels, Wilh-lm, Fabrttaftt ' J ® r . Octroyiren wollen wir durchaus nicht, sondern wir beabsichtigen nur, obige An- ftd)t, die wir vielfach von Bürgern vernommen haben, zum öffentlichen Ausdruck zu bringen. Möge nun durch allseitige Theilnahme an'dem Wahlactedie Bürgerschaft Zeugmß ablegen für das Interesse, mit dem sie lediglich das Wsbl der Vaterstadt in's Auge fassende Bestrebungen zu unterstützen gewillt ist 9 ' -Vaterstadt

Auszug aus deuStsn-esamtsregistern des Stsndessmls Gießen

Vom 2. bis 9. October 1880.

Aufgebote.

5. Kaufmann Gustav Friedrich Emil Kautz von Seebergen mit Marie Mer- garethe Busch, Tochter des verst. Kaufmanns Franz Busch von Hamburg. 8. Kauf­mann Wilhelm Gottfried Oppermann von Kirberg mit Karoline Wagner, Tochter des Schmiedemeisters Johann Heinrich Wagner von Günterod- 8. Der Sergeant im 2- Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 116 Heinrich Adolf von Sichenhausen mit Christine Auguste Philippme Lomse Schmall, Tochter des verst. Küfermeisters Philipp Schmall von Gießen.

_, Eheschließungen.

3. Schneider August Wilhelm Huthmann von Roßwein mit Elisabeth Backes, Tochter des verst. Taglöhners Ludwig Backes von Merlau 8. Arbeiter Johann Emil Ludwig Karl Kranz. Wittwer, von Gießen mit Friederike Wilhelmine Marie Gernand geb- Klingelmeier, Wittwe des Rangirers Valentin Gernand von Gießen

Geborene.

Septbr. 29. Dem Rangirer bei der Cöln - Mindener Bahn Gottfried Länder eine Tochter, Anna Margarethe. 25. Dem Maschinenschlosser Emil Sommerlad eine Tochter, ©nulte Marie. 27. Dem Makler Heinemann Steinfels eine Tochter 30 Dem Fuhrmann Philipp Marx ein Sohn, Heinrich. October. 2. Dem Schmelzmeister' Friedrich Klinkel ein Sohn Wilhelm^ 1. Dem Schreiner Johannes Kinkel ein Sohn, Otto Ferdinand Ludwig. 6. Dem Taglohner Heinrich Heller eine Tochter.

Gestorbene.

1. Eleonore, 6 I. alt, Tochter des Schutzmanns Adam Hinter. 5. Rentner Albert Geisse, 52J. alt. 5. Dienstmädchen Elisabeth Wölfel, 18I. alt, von Schwaben- rod. 5 Anna Margarethe Laudon, geb. Kümmel, 49 I. alt, Wittwe des Schuhmacher Jacob Martin Laudon. 7. Anna Kauß, 19 I. alt, Tochter des Wirths Johannes Kauß. 6. Wilhelmine Wagner, geb Valentin, 22 I. alt, Ehefrau des Weißbinders Georg Wagner. 8. Anna Gertrud- Margarethe Drescher, 42 I. alt, Tochter des oertt Stadtgerichts-Actuars Georg Ludwig Erhardt Drescher.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Den 3. October. August Wilhelm Huthmann, Schneider dahier, und Elifabelb Backes, ledige Tochter des verst. Taglöhners Ludwig Backes zu Merlau. y

Getaufte

Den 3. October. Dem Portier bei der Main - Weser - Bahn Melchior Walldot eine Tochter, Katharine Elise Marie, geb. 3. September. aU0Dt

Denselben. Dem Telegraphen - Diätar Carl August Eduard Fran» ein Sobn

Johannes Gustav Friedrich, geb. 10. August. '

Denselben- Dem Kaufmann Carl Schlüter ein Sohn, Rudolf Wilhelm Carl geb. 11 September.

Denselben. Dem Schuhmacher Carl Steuerwald eine Tochter, Emilie Sovbie

Christine Johanna, geb. 14. Anaust. w ' öop9e

Den 4. October. Dem Locomotivsührer Daniel Friedrich Georg Wiechard eine

Tochter, Charlotte Friederike Emilie Dorette, geb. 14. August. ° emc

G Beerdigte.

®xns 3A£c£ober- » ®n«r' Margarethe Christine Katharine Hinter,

Tochter des Schutzmanns Adam Hinter dahier, alt 6 I., gest. 1. October.

Den 7. October. Albert Geisse, Grubenbesitzer dahier, alt 52 I., gest. 5. Octbr.

Denselben- Margarethe Laudon, geb. Kümmel, Wtttwe des Schuhmachers Jacob

Martin Laudon, alt 49 I., gest. 5. October.

Handel und Verkehr.

Gießen, 9. Octobrr. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Vfd ^L0 90 biS JL 1-05, Hühnereier 1 Stück 6-7H, 2 St. 13 Enteneier 1 Stück 9-00 A. Käse per Stück 59 Käsematte per Stück 23 Erbsen 1 Liter 20 Linsen 1 Liter 24 H, Tauben das Paar 4055 H, Hühner p. St. JL 0.801.30, Hahnen p. Sk. JL 0.501.10, Gänse pr Pfd. 4555 Enten per Stück JL. 1.50-1.70, Ochsenfletsch 66-68 per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 4850 ,$>, Kalbfleisch 4550 H, Hammelfleisch 5070 A, Schweinefleisch 6668 Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.00-5 Zwiebttn p. Etr JL 67.00, MUck per Ltter 16 und 18 H, Weißkraut 100 Stück JL 5.008.0, Zwetschen per Etr. JL 44.50.

Gießen, 7. October. Auf dem am 5. und 6. d. M- dahier abgehaltenen Vieh­markt waren aufgetrieben: 8 Stück Pferde, 1012 Stück Rindvieh und 1120 Stück Schweine. Die Preise blieben unverändert; Schweine sehr begehrt und Handel lebhaft bei hohen Preisen.

Auf dem am zweiten Tage verbundenen Krämermarkt waren 800 Centner Zwiebeln ausgefahren, per Centner 57

Der nächste Markt steht in den Kalendern nur 1 Tag als den 19. d. M. eingetragen, während derselbe zwei Tage und zwar am Dienstag den 19. und Mittwoch den 20. d. M abgehalten wird; am letzteren Tage Krämermarkt (zweiter Zwiebelmarkt).