AnM- Md AMKtt für den Kreis Gießen.
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Gießen, am 26. April 1879.
Betreffend: Die Ableistung des Derfaffungseides.
Das Großhcrzogliche Kmsamt Gießen
an die Großberioalichen Bürgermeistereien des Kreises.
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gerichtsbezirks Giest^-nM Bormittags 10 Uhr, in dem R-gi.rungsg-bäude zu Gießen,
derjenigen aus den Vem^ndm des L-ndg«ich^tsbezirks «^Eittags 9 Uhr, in dem RathhauS zu Sich,
und derjenigen aus den G-Etnden^es^Landg«^^^ 9 Uhr, in dem Rathhaus zu Hungen
»Ep»d«. betreffenden Personen hiernach vorladen und daß di-ß geschehen, unter Namhaftmachung der Vorgeladenen, uns anzeigen oder berichten,
daß «-L'!KLW^H^si^U-ich-n P-rsvt.-n auswärts auf, sollst d-r^ufen.haltsort anzug-b-n.
------------------------------- “ " PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohri. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf-
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Der Bundesrath hat seine Arbeiten unmittelbar nach dem Osterfest wieder ausgenommen und am 19. d. die Wahl der Mitglieder des Reiche- Gerichts vorqenommen, in welchem sich, gutem Vernehmen nach, zwei Gießener befinden werden, nämlich der jetzige Oberstaatsanwalt v. Burl und Reichs^Oberhandelsgerichisrach Buff. 4
Dem Reichstage ist nunmehr das gesammie im Bundesrathe fertig gestellte Material, darunter auch die umfangreichen Motive zu dem neuen Zolltarif, zugegangen. ®:e Zahl der Petitionen von Städten Handelskam. mein und anderen kaufmännischen Soiporattonen und Interessen,en-Perbänden -eaen den neuen Zolltarif beläuft sich gegenwärtig auf nicht weniger als 50(L Der Magistrat der R-ichshaup.stadt hat sich schieden gegen Getreide- und Piehzölle, die Bremer Kaufmannschaft, des Widerspruchs ihres Reichstags' Abgeordneten Mosle ungeachtet, g-ren di- Einfühlung eines ZuschlagsMs ans indirecle Einfuhr (surtaxe d’entrepot), die Delegirtenversammlung von 40 Eeehandelsplätzeu außerdem gegen Getreidezölle und Retorsionszuschläge z-rttärt. Trotzdem unterliegt es keinem Zweifel wehr, daß eine Einigung wischen der Regierung und den Volksvertretern zu Shutt« kommen wird. Luch Fürst Bismarck bezeugt- in seiner Antwort an die bai,errsch-n Deulsch- eonsrrvativeu seine Zuversicht, daß die beantragten wirthschastiichen Reformen Notz aller Agitationen von gegnerischer Seite zur Geltung gelangen wurden.
Nachdem der Bundesrath sich für di- amtliche B-therllgung des Deutschen Reiches an den für di- nächsten Jahre in Aussicht genommenen -ustra- !ilcken Industrie-Ausstellungen enischreden hat, ist Geh. Rath Prof. Reuleaux zur Leitung der betr. Vorarbeiten berufen worben.
Die in Berlin versammelt gewesenen Directoreu preußischer Real« ick, ul en I. Ordnung haben an den Cultusminister eine Petition gerichtet, in „eidter sie das bekanntlich gegen die Zulasiung der R-alschul-Äbttutienten zum grrtlichen Studium sich attssprechende Gutachten der deutschen A-rzt-ver-in- als aus Unkenntniß des Realschulwesens heivorgegangen bekämpfen und zu- aleich sür ihre Anstalten den Nam-n Real-Gymnasium wünschen.
s Darmstadt wurde im Laufe dieser Woche, am 23. d., das 250 Mriae Jubiläum des dortigen Gymnasiums gefeiert, bei welcher Gelegenheit Se^ Königl. Hoheit der Großherzog demselben den Namen Ludwrg- (Aeoras-Gymnasium verlieh.
Was das Ausland betrifft, so nahm Rußland wahrend der onßatiflenen Woche das öffentliche Jntereffe in erster Linie in Anspruch. Der Mordanfall aus Kaiser Alexander hat in der gesammten Prefie Europas die schärfste Verurtheilung erfahren und zugleich Kundgebungen wärmster Sympathie für den milden, wohlwollenden Monarchen hervorgerufen.
Auch in der Schweiz hat man neuerdings angesangen, gegen das Treiben der intirnationalln Feinde der Gesellschaft mit Strenge vorzugehen: Der Franzose Biouffe, Redacteur der „Avantgarde", wurde wegen seiner Ver- chetdiaung des Königsmordes von den Neuenburger Geschworenen des Ver- aebens gegen das Volksrecht schuldig erklärt und zu zweimonatlichem Gefängniß und zehnjähriger Ausweisung aus dem Bundesgebiete verurtheilt.
In Wien haben gemeinsame Minister-Conserenzen über die onentaltschen «naeleaenbeiten, besonders über die bosnische Verwaltungsfrage, 6eb^hnen.
9 Auf England lastet noch immer die Sorge über den Ausgang der Kriege in Afghanistan und im Gaplande, es scheint auch Angesichts der Schwie- r iakeiten auf welche eine Action in Egypten stoßen würde, die Ohrfeige, die bm der Kbedive durch Entlastung des Ministers Wilson verabreicht, ruhig einfteck'n zu wollen Von sp.-iellen Vorkommniffen ist der förmliche Austritt Lord Derby's, des früheren auswärtigen Ministers, aus der conservativen Partei zu erwähnen.
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O>n «rankreich ist der Kulturkampf in vollem Gauge. Dte Jahres- versammluug ver katholtfchett Vereine, deren Vertreter mehrere Tage hindurch in Paris tauten, beschäsiigie sich fast mit nichts Anderem, als mit der Orga- nifminq de/ Widerstandes gegen di- Ferry'schen Unt-rrichts Gks'tzentwurfe. Der Cardinal-Erzbischos von Paris, stachelte den Fanatismus der Gläubigen mit der Erklärung aus, der gegenwärtige Kamps sei ein Kampf um die Reit- g on w^ch- di- «Legner vernichten wollten, und der Bischof von V-rfatlles mit der Behauptung, der Ehrentitel der Katholiken sei heute der der Perfol- gung. In ganz Frankreich svllen nunmehr Versammlungen zur Bekämpsmtg der Regierungs-Vorlagen veranlaßt und in jeder Pfarrei em Ausschuß zur Sammkin, von Geldmitteln zur Bestreitung der Agitativnskvsten gebildet werden Durch diese Hetzereien «erden indeß die Republikaner in ihren Absichten nur noch befestigt. D«r Budget-Ausschuß hat di-Manöver der Herten Btschöse alsbald damit beantwortet, daß er das Staatsgehalt derselben es sind ihrer nicht weniger als 85 ! — um 425,000 Frcs. zu kurzen beschloß. Die Regierung gibt sich ihrerseits nach wie vor der Hoffnung hm, daß e- ,hr gelingen werde, die projectirte Befreiung der Unterrichtsanstallen mut kietikalen Einfluß durchzuführen und zugleich der radicalen Strömung Metster ,u werden. Der Ausfall der am 20. d. stattgebabten engeren Wähltn zur Deputirteukammer, w.bei in 5 von 8 Fällen gemäßigte Republikaner g-iväbtt wurde», berechtigt st- wohl auch zu solcher Hoffnung. Freinch gibt chr rw Wahl eines Bonaparttsten in Paris und die des ultrarad,calen Blanqui, e»,-s noch im Gefängniß sitzenden Aufständischen aus dem Jahre 1870, in Boid-. ux Anlaß genug, die Zügel etwa« straffer anzuziehen.
Di- Centrals-ction der belgischen Kammer empfiehlt in ihrim Bericht die Annahme des Unterrichts-Gesetzentwurfs.
Ans Italien ist nur von Besuchen zu berichten. Garibaldi bat den Besuch des Königs seines leidenden Gesundheitszustandes wegen im Wag n liegend etwireit, das Königspaar der Königin Victoria einen Befuch in Baveno abgestattet.
Lokales.
Gießen 26. April. (Sitzung der Stadtverordneten am 24. April.) Anwesend ßm Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Heß; von Seiten der Stadtverordneten die Herren Baist, Diery, Gail, Grüneberg, Hanstein, Hombcrger Kauf, Lüdeking, May, Ad. Noll, Aug. Noll, Pfannmüller, Sckeel, Schopbach und Wort mann. — Dor Eintritt in die Tage« Ordnung theilte der Vorsitzende den Stadtverordneten mit, daß demnächst dte Taufe verschiedener neuer Straßen zu geschehen habe, R.eTntr wird der Versammlung Kenntmß gegeben, daß der seitherige Lehrer an der 1. Elaste der Stadtknabenschule Herr Mitprediger Mitzeniu« vom 15. April an al» Reallehrer an die hiesige Nealschale versetzt worden sei. Eigenthümlickerweise wurde Seitens der oberen Behörde der Bürgermeisterei keine officteSe Mittheilung von ^eser Versetzung gegeben, o daß bw 1 gipfle der Stadtknabenschule momentan ohne Lehrer sich befindet. — In bie, eintretend kann das Baugesuch de« Herrn Balth. Lenz, welcher nebenl einem Wohnhaus auf dem Felsenkeüer noch ein einstöckiges Nebengebäude errichten will, nicht befürwortet werden. Das Gesuch wurde früher schon einmal verhandelt unv konnte die ^"sammlun^ auch heute nicht die wiederholt vorqebrachten Gründe um Zulassung des emstock.gen Gebäudes anerkennen rumal technische Hindernisse nicht vorlägen; für die im Baupläne vorgesehenen Treppentrttte, welche in die Straße zu liegen kämen, konnte sich auch nicht befürwortend °urgespr°chen werden. — De» Gesuche des Herrn Materialien-Verwalters Schellbaa-, welcher den wüsten Platz vor seinem Hause am Bahnhof auf eigene Kosten planiren
Widerruf und gegen Erstattung von jährlich 1 <3L an bte Stadtkaste Entsprochen. Mit dem Gesuche des Herrn Joh Buch, welcher auf dem Bahnhof eine Ve^aufSbude -rnchtcn w.ll ^nnte sich die hemige Versammlung nicht beschäftigen, weil fragt. Gelände n.cht der Stadt - Geiuck des Herrn H. Rain um Grlaubnch zur nur
“on »er St.de ettoerb™ Di- Bau'-Deputation b.antr.qt, daß »tefelben nornft dne V-Ümacht ’Än0we'lX^d-s ®«n Sabrit.nt Bernhard und Schäfer bin.


