Ausgabe 
27.4.1879 Erstes Blatt
 
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Nr U-7. Erstes Btatt. Sonntag, bell 27 April 1879.

OHchcncr "Umeiger

Anzeige- uaii AmisblM für den Kreis Gießen.

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RedaetionSbureaur | eA11[ftrafcc B 1», Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vMteljährlich 2 Mark 50 Pf.

ExpeditiorrSbureanr I * ......... l

Amtlicher Hheil.

Gießen, am 26. April 1879.

Betreff, Anzeiger Nr. 86.

Dr. Boekmann.

Betreffend: Den Zustand der Fortbildungsschulen.

Die G>oßh:rzogliche Kms-Schul-Commisswn Gießen

an die Scdulvorftände des Kreises. . .

Wir erinnern die noch rückständigen Schulvorstände an sofortige Erledigung unserer Auflage vom 9. l. Mts. in rubric.rtem

Deutschland.

1872

1875

1877

10.3

9.1

8.0

41.1

42.3

41.7

Sterbesälle.

30.6

29.3

28.0

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Torrespondenr-Bureau.

München, 25. April. Tie hiestge Handels- und Gewerbekammer als Vorort des DeleantentageS der deutschen Gewcrbekammern hat die Delegirten- Conserenz auf den 11-, 12., 13. und 14. Mai hierher berufen; das Pro- «ramm dieser Konferenz bildet die Besprechung und Beschlußfassung über die Denkschrift der Hamburger Gewerbekammer betreffs Reform der deutschen

Kölle auf Eisen, Baumwolle und dergleichen mehr geben werde. Ja, es heißt sogar, die Elsenlrute wollten beantragen, daß aut alle Getreidesorten ohne Unterschied > ur ein Zoll v°» 25 Pfennigen pro Gentner gelegt werden solle. Hierzu kommt, daß auch de, Beschluß d-s Vereins für SoctaIpolit k gegen t.« Getre.deMe und den Zoll auf Holz, wie schon bemerk, nicht verfehlen wtro einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlaffen, zumal derselbe auf Antrag eims Man, es gesüßt wvrdkn ist, der sich in allen Kreisen der Landwirthschasr ohne Unterschied res Parteistandpunktes wegen seiner großen Sachkenntmß einer nicht unbedeutenden Auto,ität zu ersieuen hat. Und mehr noch muß es ms Gewicht falten, daß der Abg-erdn-te Sombert keineswegs der freihändleiischen Partei angedört vielmehr ven Standpunkt der Kathedtlsocialisten theilt, die den Eou- greß »ach Frankfurt einberusen haben. Wie sehr man übrigens in RegterungS- krecken besorgt -st, daß das Schicksal der Getreide- und Holzzölle sich nicht nach 6, Wünschen des Fürsten Bismarck gestalten könne, dafür spricht auch die Halling der ofsiciösen Preffe, die dahin Weisung empfangen hat, noch im letzten Augenblicke einen Sturm auf alle schwankenden und wankenden Genmihe, xu unternehlllen. J; * ,

Berlin, 24. April. DieNordd. Allg. Ztg." meldet in Bestätigung anderweitiger Meldungen: Anläßlich der über den Ankauf der Köln-Mindener Zweigbahn Linien Oberhausen-Arnheim und Deutz-Gießen schwebenden, dem Abschlüsse nahen Verhandlungen wurde Seilens der Staatsregterung bei der Köln-Mindener Gesellschaft angeregt, ob diese es nicht vorziehe, das ganze Unternehmen gegen angemessene Entschädigung an den Staat abzutreten. Dem Vernehm en nach werte die Direktion der Gesellschaft in der Ende Jun: statt­findenden Generalversammlung eine bezügliche Beschlußfassung der Aktionäre herbetsuhrr,,. n£ue^n Hetzer gelangten Nachrichten wird der Kaiser von Rußland bittet von Livadia auS, ohne Petersburg zu berühren, zur Gol- denen Hochzeit deS deutschen Kaijerpaares nach Berlin kommen und gch von hier zu längerem Aufenthalt nach Ems, bezw. Jugenheim begeben.

Kesternich.

Wien, 24. April. Meldung derPolii. Corresp." aus Belgrad vom Heutigen: Dl von den Sarnoko-w - Höhen vertriebenen Arnauten setzten fick in der Stäike von 3000 Mann (darunter zwei reguläre Nizam. Bataillone) am Fuße des Kapavaik G.birgeS fest. Ein zurückbehaltener angeblicher türki­scher Par lan entär sagt aus, die Arnauten würden von einem Pascha befehligt, hätten 3000 Mann Reserve und unierhielten Verbindung mit der Liga von Prizrend. Ungeacht.t der von Seiten der türkischen Regierung gegebenen Meldung, daß eine Brigade türkischer Truppen gegen die Arnauten entsandt worben sei, ist bisher kein Mann eingetroffen. Unter Vorsitz des Fürsten fand ein Kriegsrath statt.

Darmstadt, 25. April. Heut«, am Geburts- und Namenstage der Höchstseligen Großherzogin Alice, Königliche Hoheit, begaben sich Seine König- liche Hoheit der Großherzog nebst Seiner Königlichen Hoheit dem Erbgroß- herzog und Ihren Großherzogl. Hoheiten die Prinzessinnen-Töchter nach dem Mausoleum auf der Rosenhöhe.

Aus Rheinhessen, 23. April. Die Delegirten- und (generaler, sammlung dis hessischen Landeslehrerveieins wird, wie schon erwähnt, nächsten Dienstag den 29. und Mittwoch den 30. d. M. imHotel Trapp in Fned- bera stattfinden. Der Landeslehrerverein umfaßt zur Zeit mehr als zwe» Drittel der Glieder des hesstschen Lehrerstandes; insbesondere die Landschul­lehrer gehören ihm fast sämmtiich an. Die Stadtschullehrer haben sich bisher in ihrer übergroßen Mehrzahl etwas abseits gehalten. Von dem Resultat | dieser Versammlung wird der Fortbestand dieses für die Wetter-Entwickelung | unseres Schulwesens höchst wichtigen Vereins abhängig sein. Bei der bevor­stehenden Neuwahl des Obmanns darf man wohl voraussetzen, daß allen Delegirten nur die Sache und nicht die Person gilt, und daß man eine ebenso klare als entschiedene Förderung der Principien, aus welchen unsere Schulgejetz- gebung aufgebaut ist, auch von dem Obmann des Landeslebrervereins fordern kann und wird. Der hessische Lehrerstand in seiner übergroßen Mehrheit steht xu dem Schulgesetz und den Männern, die es geschaffen haben und nun zu seiner Ausführung berufen find. Tiefgehende und doch wieder nicht prinupielle Opposition des Landeslehrervereins und seiner Organe gegen diese wurde dem Grundgedanken, aus welchem der Verein aufgebaut wurde, durchaus wider- sprechen und der Verein würde dann seinen Zweck verfehlen. (Fr. Journ.)

Berlin. Das in diesen Tagen erschienene Februar-Heft der vom kai­serlichen statistischen Amt herausgegebenenMonats-Hefte zur Statistik des Deutschen Reichs für das Jahr 1879" beginnt seinen reichen und manmgsal- tiaen Inhalt mit einer Arbeit übet die Eheschließungen, Geburten und Sterbe­sülle im Deutschen Reich im Jahre 1877, ans welcher Folgendes hetvorzuheben f61 g^e Eheschließungen, welche im Jahre 1872, in Folge der während des KrieaeS ausgeschobenen ebellchen Verbindungen, eine außerordentliche Hohe erreicht batten, erlitten tn den jüngsten Jahren aus Veranlassung der andauernd un- aünstigen wirthschas'lichen Lage, einen seht beträchtlichen Rückgang. 3^ Jahr 1872 wurden 423,900, in 1875 dagegen 386,746, in 1877 aber nur 347,810 Cben geschloffen. Ungeachtet dieser Verminderung der Heiralheu ist die Zahl der Geburten eine bedeutend größere geworden. In 1872 betrug sie 1^692,227, im c>abr 1876 aber, in welchem die höchste Ziffer im lausenden Jahrzehnt ^rreidit rourbe, kamen 1,831218, in 1877 aber nur 1,818,550 Stint er zur Ä Me Sterbttälle weisen im Iaht 1872 mit der Zahl von 1 260,922 den Höhepunkt innerhalb der Periode 1872/77 auf. 3m Satyr 1874 »ar bie Sterblichkeit am- geringsten; die Zahl der Todesiälle betrug 1,191 932, während im Jahr 1875 wieder eine Erhöhung auf 1,246,572 etntrat und im 1877 , ur 1,223 692 Sterbefälle votkamen. Auf je 1000 ter mittleren, mr W 1872 tn 41 185,227, in 1875 in 42 510,273 und in 1877 in 43 657 387 Köpfen bestehender Bevölkerung treffen : Eheschließungen. Geburten.

Gewerbeordnung. t

Der hiestge Magistrat erklärte sich heute mit allen gegen 1 Stimme aeaen die Wiedereinführung einer Lebensmitteltaxe, beschloß dagegen, eine Com­mission niederzusetzen, welche mit der Prüfung der Gewerbeordnung aus Grund amtlicher Erfahrungen unter Beiziehung Sachverständiger betraut werden und Vorschläge in dieser Richtung machen soll.

Wien 25 Avril. Meldungen derPoltt. Corresp." Aus Paris. Sätze für Getreide viel 8u nteortg; jte wtuen tatet i R ^binetenvon Paris und London ist in der egyptischen Frage eine

us Erhöhung dteser Satze stellen und suche» für diese 8 L erhielt welche in einer an den Khedive gemeinsam zu richtenden

Unterstützung zu erlangen. Die industriellen Schutz- | ständigung erzieh W^ti^^emonfiratlo9n, Ausdruck finden wird. Meh- Anträge kaum unterstützen, da sie, wie sie selbst ff frmuAflfffv Nanrerickiffe sollen bereits diesbezügliche Ordres erhalten

»erlitt 24. April. Wie wir hören, werden diejenigen Reichstags- Abaeordneten, welche geneigt sind, für Zölle auf landwtrthschastliche Produkte ».ftimmen unmittelbar nach dem Wiederbeginn der Retchstagsverhandlungen mckaekordert werden, zu einer letzten vertraulichen Besprechung zusammen zu traten Den Heihspotiieu unter den Agrariern sind nämlich die von der Tatis- ßommiiRon befdrlofienen Sätze für Getreide viel zu niedrig; sie wollen daher

Reickstaae Ant äg- auf Erhöhung dieser Sätze stellen und suchen für diese Anttäa? eine genügende Unterstützung zu erlangen -"b»,i,n,n Scktnü-

Lne7^nu7miNch^E'Herie.. sür die"Geireidez°lle erklärt haben, in der richtigen Voraussetzung, daß es ganz ohne Getreibezölle auch keine höheren I haben.