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2805)
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Königs von Preussen Thätigkeit für den Landbau.
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zu jeder Tageszeit.
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Organisation der Arbeit herbetführen würden- Das wesentliche Merkmal unserer Wirthschafts- ordnung sei nur das Princip der Lohnarbeit und wenn diese aufgehoben würde, so würden dadurch weder die aus der Ueberproduction hervorgehenden Krisen noch die Ausbeutung beseitigt werden, sondern sie würden nur in anderen Formen auftreten Daher sei an diesen Uebelständen nicht die jetzige Wirtschaftsordnung schuld. Die Befreiung des Arbeiterstandes sei keine bloße Magenfrage, sondern —wie auch Herr Brentano richtig ausgesprochen — eine Frage der Bildung ver Arbeitgeber und der Arbeiter. Er habe in seinen drei Vorträgen nachgewtesen, daß eine fortschreitende Besserung der Zustände unter dem System der Lohnarbeit und nur unter Diesem System möglich sei und müsse also Herrn Orbig auffordern, diesen Nachweis zu widerlegen, insbesondere zu zeigen, daß die Arbeiter nicht durch die englischen Gewerkvereine in früher unerhörter Weise gefördert worden seien. In Betreff des Attentats verwahrte sich Herr Bratuscheck gegen den Vorwurf, daß er die Arbeiter fürHöDels That verantwortlich gemacht habe; er hätte ja in diesem Falle sich selbst auch für die That seines Berafsgenossen Nobiling verantwortlich machen müssen. Er habe behauptet, daß an der moralischen Verworfenheit Hödels unsere socialen Verhältnisse mit Schuld seien, welche bet vielen Arbeitern die Vaterlandsliebe «tobtet hätten. In diesem Sinne habe er die Kaiser-Wilhelm-Spende eine Sühne des deutschen Volks, nicht des Arbetterstandes genannt. Die aus dieser Spende hervor gegangene Stiftung werde eine feste Grundlage für die Bestrebungen sein, durch welche die Existenz der Arbeiter mittelst Jnvalidenpensionen gesichert werden soll. Und wenn durch diese nnb ähnliche Bestrebungen ber Arbeiterstand wieder mit der Gesellschaft versöhnt sei, werde auch die Vaterlandsliebe in demselben neu gestärkt werden. Es sei ein trauriges Zeichen der Zeit, wenn ein Arbeiter es öffentlich ausspreche, daß er zwischen der Ermordung eines Privatmannes und des Kaisers keinen Unterschied finde, wenn ol)o nicht jeder Arbeiter fühle, daß das Attentat gegen das Staatsoberhaupt, gegen den heldenmüthigen Einiger Deutschlands nicht bloß ein Mordversuch, sondern zugleich eine Verletzung der heiligsten Pflicht gegen das Vaterland ist. Herr Advocat Dr. Di ttmar sprach hierauf sein Bedauern darüber aus, daß nach dem maßvollen Auftreten der ersten Redner Herr Orbig in den früheren Ton der Socialdemokratie zurückgefallen sei, da in diesem Tone ein Verkehr zwischen Arbeitern und Arbeiterfreunden unmöglich sei. Er forderte indeß die Mitglieder des Volksbildungsvereins in beredten Worten auf sich hierdurch in ihren Bestrebungen nicht irre machen zu lassen. Nachdem noch Herr Klerx da« Vorgehen des Herrn Orbig entschuldigt und die Haltung der Socialdemokratie vertheldigt hatte, wurde die Debatte tn der versöhnlichsten Weise geschloffen. Alle Anwesende waren darüber einig, daß dieser Erfolg zu einem großen Theile der taktvollen Leitung des Herrn Haustein zu danken sei. Mit Beifall wurde die Ankündigung des Herrn Vorsitzenden ausgenommen, daß die für den Sommer geschlossenen Vorträge bereits Anfang October in der von Herrn Bratuscheck in Aussicht gestellten Weise wieder eröffnet werden sollen.
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Geehrte Damen und Herren, welche daran Theil nehmen wollen, bitte ich sich baldigst bei mir melden zu wollen. Achtungsvoll
Ferd. Schmidt,
Tanzlehrer.
Handel und Verkehr.
Gießen, 21 April. Auf dem am 22. und 23. d. M stattgehabten Viehmarkt waren aufgetrieben: 1050 Stück Rindvieh und 1520 Schweine. Nächster Viehmarkt Dienstag den 6 M^Frankfurt, 33. April. (Marktbericht.> Butter im Großen 1. Qual. 90 H, 2. Qual. 80 H, im Detail 1. Qual. JL 1.15-20, 2. Qual. X 1-1.10, Handkäse das Pfmü> — H. Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilo auf 22.15—25, geschalte Erbsen 24—32, Speffebohnen 20-24, Linsen 24-32 JL Kartoffeln 6 50-7. Es kostete Ochsenfleisch per Pfb. 58—70 Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 50—60 Hammelfleisch 48—65 Kalbfleisch 50—65 H, Schweinefleisch 56—70 Dörrfleisch — ^Schinken — ausgebeint — H bis - Fleischwurft 70-80 Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwaick- magen, Zungenwurst 80—^0 , gewöhnliche Leber- unv Blutwurst 5d-60 Geflügel:
Lahnen JL 1.78—2.20, Hühner X 2.50, Enten 4, Poularden 5 Schnepfen X-, Tauben 50 H Hechte 90 Karpfen 80 H, Schleien 70 Cabliau - Schellfische 45 Sols das Psv. JC. 1.20. Eier das Hundert deutsche Ji. 4.50, italienische
5.40. Heu- und Strohmarkt schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centn er 2 -3 Stroh JL 2- 2.30.__
Dn confetoatiee Verein Obnheffens begrüßt mit herzlicher Freude und lebhaftem Dank i>,e Priuiipien, die Euer Durchlaucht in Betreff der zu befolgenden Zoll- und S-eunpolitik sriimüthtq ausgesprochen baden und erkennt in der cvnsequcntcn Durcksührung t>et|«16en einen Schritt zur Wi-d-rh-rst-llung unseres gesunkenen Ratt-na,M°hlstand-s, dessen Hebung auch unser 8 Erachtens die Basis sein wird, auf der die ungleich wichtigere Arbeit der Heilung der sittlichen Schaden, an denen unser Volk krankt, zu geschehen hat.
Gott wolle Euer Durchlaucht zu diesen Ihren Bestrebungen zum Wohle des Vaterlandes Mit^diesem Wunsche hat die Ehre, im Namen des konservativen Vereins von Ob er Hessen
Friedrich Graf z u Solms-Laubach.
Gießen, 24. April. Im Volksbildungsverein fand vorgestern eine eingehende Diskussion ber von Herrn Professor Bratuscheck vor Ostern gehaltenen Vortrage über bte Befreiung des deutschen Arbeiterstanbes" Statt. Die Socialbemokratcn Gießens waren fast sammtttch in ber äußerst zahlreich besuchten Versammlung erschienen. Zuerst verlas em Sprecher derselben, Herr Buchdrucker Gottschaldt, einen längeren Aufsatz, worin er seine Ueberemstimmung mit dem Arbeiterprogramm des Herrn Bratuscheck ausdruckte und die Ausführungen des letzteren in verschiedenen Punkten zu ergänzen suchte. Wactow
Vereins, Herr Hanstein, sowie Herr Bratuscheck selbst für diesen Vortrag dem lutelltgenren Arbeiter die lebhafteste Anerkennung ausgesprochen hatten, behandelte Herr Schneider Klerx, ein anderer Sprecher der Socialvemokraten, in freier Rebe die Frage, wie die Gewerkvereine zu organistren seien. Auch er stimmte dem Programm be8 $enn_53r a tuf $ ecf bei, legte aber die mannigfachen Hinderniffe bar, auf welche die Bestrebungen ber Gewerkvereme stoßen, zweifelte, daß sie sich selbst in England auf die Dauer halten würben und behaupt tte, daß auch in der neuesten vortrefflichen Schrift von Professor Dren t a n o „die Arbeiterversicherung ■nad) der heutigen Wirthschafts-Orbnung der Schlüssel zu einer erfolgreichen Organisation dieser Vereine nicht/efunden sei? Den lichtvollen Auseinandersetzungen des Redners wurde von Herrn Hanstein und Herrn Bratuscheck voller Beifall gezofft Herr Bratuscheck hatte außer dem genannten Werke von Brentano auch eine frühere Schrift desselben: „das Arbeitsverhaltniß nach dem heutigen Recht" zur Hand und überließ dieselbe Herrn Klerx zur Lektüre, indem er die Hoffnung aussprach, daß dadurch die Bedenken besseren beseitigt werden würben Er erörterte genauer die von Herrn Brentano vorgeschlagene Organisation ber Gewerkvereme, wob-, « sich zugleich di, praktischen Vorschlag, unseres Professors :Lasp°Yr°s ,n B-treff ber Arbeiterversicherung aneignete. Die Gewerkvereme bestanden rn Deutschland erst seit 10 Jahren und würden hier alle entgegenHenben £inbernif]e bur^ .^ubbauer ü6«- winden wie in England, wo ihr Gedeihen durchaus nicht gefährdet sei.
für das Gedeihen dieser Vereine hob er noch einmal hervor, daß sie sich von jeder Parteipolitik fern halten müßten und forderte die intelligenten socialbemokrattschen Arbeiter auf, den Volks- chilbungsverein in seinen auf Versöhnung der Gesellschaftsklassen geröteten .^^bungen zu unterstützen, indem sie in dem projectirten Arbeiterdiloungsverein an der Befreiung des Arbeiterstandes auf dem Boden der jetzigen Wirthschafts°^/ung mitarbetteten. Hierauf nahm Herr Schreiner Orbig das Wort und behauptete, das Arbeiterprogramm des Herrn Bratuscheck sei unverträglich mit der heutigen Witthschaftsordnung, weil diese die ungebundene Eoncurrenz, also die Herrschaft ber egoistiichen Willkür m fi$ ba8 gerabe
Gegentheil der Menschenliebe sei, von ber Herr Bratuscheck die wirthschaftliche Befreiung be/ Arbeiterstanbes erwarte. Auch vertrage eS sich nicht mit ber Menschenliebe den Arbeitern die Schuld «n dem Attentat aufzubürden, was dieselben nur erbittern könne. Die socialdemokratischen Arbeiter verabscheuten das Attentat einfach als Mordversuch; denn sie vermochten allerdings keinen Unterschied in der Verwerflichkeit des Mordes anzuerkennen, gleichviel ob der Mordstahl gegen einen Reichen oder gegen einen Armen gezückt werde. Herr Br atus che ck entgegnete bte heutige Wirtschaftsordnung sei keineswegs das System der schrankenlosen Con- runenA; vielmehr werde die Concurrenz durch Gesetze und durch die Associationen der Arbeitgeber 3inb Arbeitnehmer eingeschränkt, welche eine auf Pflichtgefühl und Menschenliebe beruhende
Damen,
welche das Zuschneiden und Anfertig?n von Damen kleidern erlernen wollen, können jederzeit eintreten bei
J. Rothenberger, Lindenplatz.
®mifdni*MU Dillenburq.
841) Eröffnung des Sommer-Semesters am 5. Mai. — Prospecte und nähere Auskunft ertheilt gratis und franco der Director
R. Schoenebeck.
ffeschästs-Eröffnung.
2805) Geehrten Damen von Gießen und Umgegend die Nachricht, daß ich auf Veranlassung meiner früheren Kundschaft wieder ein
Putz- und Miidkwaarkngkschäst,
unter Leitung einer Directriee, mit dem heutigen Tage eröffnet habe.
Indem für das Neueste, und geschmackvolle Arbeit unter »ustcherung der billigsten, aber streng festen Preise stets Sorge tragen werde, lade ich zum Besuche ergeben» ein. Die Ausstellung der neuesten Modellhüte beginnt mit dem 1. Mai d- I.
V. wissi-iistlialllicher Vortrag
Sonntag den 27. April, Abends 6 Uhr
in der großen Aula.
Herr Professor Dr. T h a e r: Ueber Friedrich Wilhelm I.


