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Auch einige komische Zwischenfälle, die bei dem nollständigen Jncognito nahe lagen, 4-llen nicht ganz unerwähnt bleiben. — So sprach die Fürstin mit einer Frau, die In einem ^ erbärmlichsten Häuser der Schloffergaste ebener Erde wohnte, In einem Zimmer von geringem Flächcnraurn und 180 (Zentimeter dessen Wände von FeuchtigM triefen und das mit
«tnem fast unerträglichen Schimmelgeruck erfüllt war - warum ste nicht von Zeit zu Zeit dw «enster offne, damit doch wenigstens etwas frische Luft Here,nkomme; bie Antwort, tn echtem Dialeet gegeben, lautete: „Ja, ihr lieben Stinner, ihr schwatze aber da könnt mir
4a ^ ber in di-Club greife und Alles heraushole", s° unrecht habe sie nicht, meinte nun trübe lÄrfcinh die Fürstin denn wenn die kleinen, nur wenig über dem Boden erhabenen Fenster L stand n^Le man bauern von der Straße bis fast in die Mite des Stübchens reichen. " 1 Zn bim Asterring war ein größeres Zimmer ziem ich mannigfach bewohnt; ungefähr die
Lälfte hatte di- eigentliche Mietherin inne — zugleich mit einem Kochofen in voller Arbeit und mer dampfenden Waschbütte, nebenan war ein kolossaler Haufen übelriechend er Lumpen auf- aeschichtet, die das Geschäftsinventar vertraten, in dem kl- neu Rest des Zimmers, durch einen sehr spärl chen Vorhang abgetrennt, standen zwei Betten, die an Tag ohner zum Schlafen ver- Miethet waren. - Di- Fürstin, die etwas betroffen von dem, furchtbaren Dunst und Geruch war" schritt zögernd näher und meinte, ob es nicht möglich Ware, wenigstens die Lumpen aus dem Zimmer zu thunl? - „Ja, was hält ich davon, ich krieg doch nlt mehr Schläfer- - toar b'Wie^vie?"da°8°gan,e Land und speeiell die Stadt Mainz in der erhabenen Fürstin vergoren hat, konnte noch ditrch jeden Besuch, den die hohe Frau an viesem Orte machte doeu- „entirt werden, - wir erinnern nur an ihr energisches Eingreifen bei den Zustanden >m GntbindungShause im Jahre 1870. Daß sie nicht mehr die Fruchte alles desten, was ihr edler Geist für uns «strebt^ genießen durfte, ja mitten im Werke abgerufen wurde ist em Schmerz sür Alle unv für jeden Einzelnen, der das Glück hatte, sie in ihrer unendlichen Einfachheit, -Mabrbeit. Offenheit und Güte kennen zu lernen.
selten sind so viele Eigenschaften oes Herzens und Geistes vereinigt, wie bei unserer riun in Gott ruhenden Großherzogin Alice!"
Frankfurt 16- Juli. Soeben erfahren wir, daß der eine der beiden Raubmörder -freute Abend im Walde bei Ntedcrrad verhaftet worden ist. Er war noch mit Blut befleckt And wurde mittels einer Drösche in die Stadt und auf die Constabler Wache gebracht. Der Verhaftete war noch ohne Kopfbedeckung. , (Franks. Journ.)
y s___ Der Sprudel", eine in Karlsbad erscheinende Badezeitung, entnimmt einem Vrief aus Brüssel an eine dermalen in einem böhmischen Kurorte weilende hohe russische Persönlichkeit die nachfolgende hochinteressante Mitthetlung: „Einige Tage nachdem der Tod des Eaiserltchen Prinzen bekannt war und die Zeitungen auch gemeldet hatten, daß die Kaiserin -unter der Wucht des furchtbaren Eindruckes der Hiobspost laut- und thellnahmslos, ohne erlösende Thränen abgeschlossen in ihren Zimmern weilt, verkündete ein Londoner Telegramm plötzlich daß man auf ein neues düsteres Ereigniß in Chislehurst vorbereitet sein muß, und nebenbei hieß eS, daß sich bei der Kaiserin ein Halsleiden eingestellt habe. Dieses mysteriöse Telegramm hatte einen sehr düsteren Hintergrund. Die Kaiserin hatte in der Nacht vom -9. zum 30. Juni einen Vergiftungsversuch gemacht, und zwar m t Belladonna, welches sie, wie so viele Damen, unter ihren Toilettemitteln bewahrt. Die Kaiserin war drei Tage in Lebensgefahr, die Königin Viktoria, die sofort unterrichtet ward, sandte ihren Leibarzt Dr. Jenner nach Chislehurst und erhält stündlich telegraphische Nachricht.
__ Ländliche Dichtkunst In einer Dorfschule beschäftigt sich der Lehrer auch -viel damit, seinen Schülern eine Spur der edlen „Poeterei" beizubringen, und zwar nicht ohne leden Erfolg. Eines schönen Tag-s kommt zur Visitation der Schulinspector, sein Name war Münster: und da er von den poetischen Bestrebungen des Schulmeisters vernommen, sagt er: Nun. liebe Kinder, ich hörte, daß Ihr auf jeden Namen einen Vers machen könnt; jedoch glaube ?cb kaum, daß Euch dies bei dem meinigen gelingen wird!" Tiefe Stille, der Herr Inspektor lächelt, der Lehrer ist verlegen. Endlich fährt eine Hand mit ausgeftrecktem Zeigesinger in die Höhe und der betreffende Schüler erhebt sich, mit lauter Stimme declamirend: „Unser Herr Schul-Jnspector heißt Münster — und was er macht, verhunzt er!" — Tableau.
Biedenkopf, 14. Juli. In seiner heutigen Sitzung bewilligte der Kreistag für den Bau der Bahn Kölbe - Laasphe einen Beitrag von 50,000 Mark, Wittgenstein hat bekanntlich 35,000, Marburg 20,000 verwilligt.
Höchst, 11. Juli. Gestern Nachmittag ereignete sich dahier ein beklagenswerthes Unglück Die Schwiegermutter eines hiesigen Schuhmachers sollte für desien Frau, welche verschiedene offene Wunden hat, Carbolsäure und für ihn selbst, da er brustkrank, Arznei aus der Apotheke holen. Da die Zubereitung der Arznei längere Zeit erforderte, brachte die Frau die Carbolsäure einstweilen nach Hause und händigte dem Schuhmacher dieselbe em. Dieser nun nahm in dem Glauben, es sei seine Arznei, einen Löffel voll Carbolsäure Sofort stellten sich fürchterliche Schmerzen ein und der Mann lief in seiner Verzweiflung rasch zur Apotheke, um
sich ein Mittel gegen den Genuß der Carbolsäure geben zu lasten, doch schon auf dem Rückwege verließen ihn seine Kräfte und er stürzte auf der Straße tobt zusammen.
— Amerikaner. Eine heroische That hat ein Angestellter der Long Island Bahn, der Heizer Charles Jones, vollbracht, inoem er mit bewunderungswürdiger Kaltblütigkeit unter Gefahr seines eigenen Lebens einen kleinen Knaben vor einem sicheren Tode bewahrte. Als nämlich vor einigen Tagen der von Riverhead abgelastene Postzug sich der Station Jamesport näherte, bemerkten die auf der Lokomotive befindlichen Personen ein kleines Kind, das auf dem Bahngeleise eingeschlafen war. Die Bremsen wurden sofort angelegt und die Maschine rückwärts gestellt, allein der Zug brauste mit einer solchen Geschwindigkeit dahin, daß keine Möglichkeit vorhanden, denselben anzuhalten, bevor er das Kind erreichte. Schnell entschlosten, kletterte Jones über die Locomotive hinweg auf den Kuhfänger, hielt sich hier mit einer Hand fest und ergriff mit der anderen das nock immer ruhig schlummernde und keine Gefahr ahnende Kind kurz vor dem Momente, wo die Locomotive dasselbe unfehlbar zermalmt haben würde, und zog es unverletzt zu sich empor. Erst jetzt erwachte das Kind, ein kraushaariger hübscher Knabe von etwa 3 Jahren, und fing bitterlich an zu weinen. Auf der nächsten Station übergab der brave Heizer seinen Schützling dem Stations-Agenten, damit dieser das Kind seinen Eltern zustclle. — Im Temperenzlager herrscht gewaltige Trauer, denn Luther Janson, der berühmteste aller Temperenzapostel tn Indiana, ist kürzlich zu Greensbury wegen „Trunkenheit" und Ruhestörung verhaftet und dem Gefängniß überwiesen worden. — Eine Hochzetts-Ceremonie, die an Prägnanz unv Einfachheit bei Schürzung des ehelichen Knotens Nichts zu wünschen übrig läßt, liegt in der von einem Richter zu Kaukakee, Indiana, befolgten Methode: „Willst sie?" — „Ja." — „Willst ihn?" — „Ja." — „Verheirathet; Doll. 2." Soll einer sagen, was lakonische Kürze ist!
— Sehr fatal ist es einem Königsberger Großhändler angesichts der eben eingetretenen Zollsperre ergangen. Er schickte einen von seinen jungen Leuten mit einer ansehnlichen Summe Geldes am Montag Nachmittags zum Hauptsteueramte, eine Sendung noch nicht versteuerten Weins zu verzollen. Durch einen plötzlichen Krankheitsanfall, der dem jungen Manne auf dem Wege zustieß, wurde derselbe abgehalten, vor 6 Uhr die Versteuerung zu bewirken und Tags darauf wurde die vorläufige Einführung des Eingangszolles auf Wein bereits angeordnet. Der Betreffende soll dadurch 15,000 Mk. mehr an Steuer haben bezahlen muffen, als er Tags zuvor zu erlegen gehabt hätte.
Heddernheim, 9. Juli. Ein Einwohner von hier, Namens Hirsch Hyacinr, hat zum I I. Juni an das deutsche Kaiserpaar folgendes Schreiben gerichtet, welches wegen seiner äußerst komischen Stylisirung und gelungenen Orthographie auch für unsere Leser von Jntereffe sein dürfte.
Heddernheim Ste Juni.
Ihne Ihre Hochwohlgeborn Seine Meijrstädt Herrn Ketsser Wihlhelm
Ich krattolirre Ihne nebst ganze Famtljen recht Herzlich am Ute Juni kommentten Goldne Hochzeitstag. Gott kebe Ihne nebst ganze Famillje Glük und Segen Gesundheitt nebst langes Leben Grüst Sie Achtungsvoll 1000 mahl Hirsch Flörsheim in Heddernheim Kastelstraße mein geschäft war Frankfurtter Stadt Lootterie wo auff hörtte jetzt Pferdeloose verkauff habe 8 Persone zu ernärre.
— (Aus dem Examen.) Ein junger Mediciner wurde bei dem Examen gefragt: Wodurch entsteht der Herzkrampf? Man denke sich das Erstaunen der Examinatoren, als sie die Anwort erhielten: „Wenn man einen Heirathsantrag macht und einen Korb bekommt."
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 16. Juli, iMarktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner 2.--3.50, Stroh M 2—2.60.
Butter im Großen, d. h. im Ctr. 90 H, 2. Qual 75 — 80 im Detail 1. Qual.^1.10 15,2.
Qual 1.5 H das Pfd., Handkäse das Pfund 45-50 H. Eier das Hundert deutsche 4.—, italienische 5.20. Neues Weißkraut das Stück 20—30 Rothkraut 30—40 H, Artischoten 75 Blumenkohl 40 — 80 Gelb-Rüben das Bündel 6 Kohlrabi das Stück 5 Zwiebel das Bündel 3^, Erdbeeren das Liter 25 Kirschen das Pfund 12—20 Bohnen sind vollständig durch die Näsie mißrathen, das Pfund 30-50 H, Einmachgurken sind noch gar keine auf dem Markt. Hülsenfrüchte kein Geschäft. Ochsenflegcv per Pfd. 65—70 Kuhfieisch 60 H, Rindfleisch 50-54 Kalbfleisch 50—55 H, Hammelfleisch 48—65 $ Schweinefleisch 65 — 70 H, Wurstpreise unverändert. Hahnen das Stück JL 1.60—70, Tauben 40-50 H, Poularden at 3—50, Hühner X 1.80-2.20, Enten J4 3.-3.50, Holzpreise unverändert. ,
Limburg, 16 Juli. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen JL 18.80, Weißer Weizen jt -, Korn J4 11,70. Gerste J4 9.45, Hafer J4 -, Erbsen J4 —, Kartoffeln J4— (Durchschnittspreis pro Malter.)
(4671
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Bekanntmachung.
Grundbuch der Gemarkung tzechgesiern, Flur XXII, stehen die A?cker hinter dem rothen Wald Nr. 300 auf dem Namen Peter Christian Wlltwe und Nr. 302 auf dem Namen MargaretheSchneidervon dort. Beide Items sollen durch Verkauf an Jakob Hellers II. Eheleute von da, eigenthümlich übergegangen sein, es können jedoch Urkunden darüber nicht beigebracht werden. Etwaige Ansprüche an die Aecker sind so gewiß Binnen 6 Wochen hier geltend zu machen, als sonst angenommen weiden wird, daß Jakob Heller II- Eheleute durch Kaus-Eigenthümer geworden seien, und die zum nicht beschränkten Eintrag im Mutationsverzeichnisie er- forderliche Verfügung ertasten werden wird. (4786
Gießen, den 14. Juli 1879. Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
Langsdorf, Stadtrichter.
4708) Die Bahnhofsrestauration auf Station Marburg soll vom 1. October 1879 Ub aus unbestimmte Zeit anderweit verpachtet werden. Die Bedingungen liegen zur Einsicht bei dem Stationsvorsteher zu Marburg, sowie in unserem Secretariat Hierselbst offen, können aber auch ^egen Einsendung von 40 H Copialgebühren non uns bezogen werden.
Pachtliebhaber wollen ihre Offerten mit der Aufschrift „Verpachtung der Bahnhofrestauration zu Marburg" versiegelt bis zum 31. d. Mts. hierher einsenden, an welchem Tage Morgens 11 Uhr, dieselben im Beisein etwa erschienener Reslectanten geöffnet werden, später eingehende Offerten bleiben unberücksichtigt.
(Dassel, den 8. Juli 1879.
Könial. Direct^n der Mam-Weser-Bahn.
OberhesMe Eisenbahnen«
4776) Für Eisenerztransporte zwischen Mücke und Gelsenkirchen kommt fortan ein Ausnahmesatz von 70 M pro 10000 Kilogr. zur Anwendung.
Gießen, den 14. Juli 1879.
Großherzogliche Direction. Mohn.
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Eine der wichtigsten Erfindungen ist unstreitig die der Frau Haarkünstlerin Mlarla Schubert zu Hirschberg im schlesischen Riesengebirge.
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Ich habe alle Ursache, der Frau Haarkünstlerin Maria Schubert meinen aufrichtigsten Dank abzustatten, da ihre Haarbalsame sich bei mir glänzend bewährt haben.
Ich hatte faktisch bereits einen ganz kahlen Kopf, nach einigem Gebrauch erfreute mich mein fast täglich zunehmender Haarwuchs.
Heut bin ich durch den Gebrauch des Balsams im Vollbesitze meiner sämmtlichen Haare wieder. Bekannte, die mick längere Zeit nicht gesehen, glauben, ich trage eine Perrücke, so üppig ist der neue Wuchs.
Ich bescheinige dies gern der Wahrheit gemäß. Müller, Steinmetz
zu Schmottseisen, Kreis Löwenberg.
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Derselbe beseitigt die Brechruhr sofort, die rothe Ruhr innerhalb drei Tagen (die Gefahr ist schon in 10—12 Stunden vorüber), den augenblicklichen Magenkramps bei Frauen und Mädchen in 5 Minuten, wofür ich garantire. Auch ist derselbe das unfehlbarste u. unschädlichsteAbsührungs- mittel, besonders bei schwangeren Frauen, Kindern und Wöchnerinnen, wofür garantirt wird. Auch gegen allerhand Magenleiden, besonders Magenkramps hat sich derselbe aus's Glänzendste bewährt, was ich durch 27 amtliche, sowie auch mit über 210 Attesten von Privatpersonen und 7 Attesten aus Amerika beweisen kann. Wenn mir alle Genesende ein Attest eingesandt hätten, so würde ich deren Tausende ausweisen können. 10,000 Mark zahle ich Demjenigen, welcher mir die Unrichtigkeit meiner Atteste beweist.
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