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auf demselben befanden sich am Schluß des vergangenen Jahres 7065 Post- anstalten mit 43,644 Briefkasten; den Betrieb unterhielten 56,028 Post- und Telegraphenbeamte und Unterbeamte, 1074 Posthalter und 4958 Postillone, es bestanden 1333 Posthaltereien, auf deren Beseitigung die Postverwaltung immer mehr und mehr bemüht ist. Diese Beamten beförderten im Laufe des Jahres 1878 658,818,800 Stück Briefsendungen (Briefe, Postkarten, Druck­sachen, Waarenproben u. s. w.) und 330,388,303 einzelne Zeitungsnummern, 60,024,960 Stück Packete ohne Werthangabe, sowie Briefe mit Packetangabe, 35,034,515 Stück Postanweisungen, 2,976,925 Postauftragsbrtefe und 6,841,500 Stück Nachnahmesendungen. Von den Briefsendungen entfielen auf je einen Einwohner 18.4 Stück, von den Packeten und Werthsendungen 1.7 Stück.

Deutschland hat 42,000,000 Einwohner, 60,000 Schulen, 6.000,000 Schüler mit einer Durchschnittszahl Schüler von 100 auf eine Schule und verausgabt per Kopf der Bevölkerung 2,56 M. England hat 34,000,000 Einwohner, 58,000 Schulen, 3,000,000 Schüler, 52 Schüler auf eine Schule und verausgabt 1,60 M. Oesterreich hat 37,000,000 Einwohner, 30,000 Schulen, 3,000,000 Schüler, 104 Schüler auf eine Schule und verausgabt 1,44 M.Frankreich hat 37,000,000 Einwohner, 71,000 Schulen, 4,700.000 Schüler, 66 Schüler auf eine Schule und verausgabt 128 W. Spanien hat 17,000,000 Einwohner, 29,000 Schulen, 1,600,000 Schüler, 56 Schüler auf eine Schule und verausgabt 1,20 M. Italien hat 28,000,000 Einwohner, 47,000 Schulen, 1,900,000 Schulen, 40 Schüler auf eine Schule und verausgabt 0,72 M. Rußland hat 74.000,000 Einwohner, 32,000 Schulen, 1,100,000 Schüler, 36 Schüler auf eine Schule und verausgabt 0,24 M.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Correspondenz - Bureau.

Berlin, 16. October. DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Gutem Ver­nehmen nach steht es außer Zweifel, daß die Regierung auf das Verlangen der BerliN'Potsdam-Magdeburger Bahn, die Eonverttrungsprämte auf 10 Mk. pro Actte zu erhöhen, nicht etngehen wird.

Wien, 16. October. Meldungen derPolit. Corresp." Aus Kon­stantinopel. Das neueste Project einer Anleihe von 52/10 Millionen ist in Folge des Rücktritts des Banque ottomanc von dieser Kombination gescheitert. Aus Cettinje. Montenegro läßt ununterbrochen Munition und Proviant an die albanesische Grenze befördern.

Berlin, 16. October. Der Ausschuß des Bundesraths für auswärtige Angelegenheiten trat heute unter dem Vorsitz des bayerischen Staatsministers v. Pfretzschner zu einer Sitzung zusammen.

Pesth, 16. Octbr. Die Mtnisterialräthr Matlekovitz und Mtchatlovttz reisen heute Abend nach Wien, um mit den Vertretern der österreichischen Regierung über die Vesierung der wirthschaftltchen Beziehungen zu Deutschland zu conferiren. Die Ergebntsie dieser Verathungen werden als Grundlage der Instructionen dienen, welche den Vertretern Oesterreich-Ungarns bet den Ver­handlungen mit Deutschland erthetlt werden sollen.

TifliS, 16. October. Die Legung des Kabels von Baku nach Kras- nowodsk ist beendigt. Das Kabel arbeitet gut.

London, 17. Octbr. DasReuler'sche Bureau" meldet aus Cap- stadt vom 30. Septb.: General Wolseley traf am 27. ds. in Prätoria ein und hielt eine Rede, in welcher er hervorhob, daß die von der englischen Re­gierung beschlossene Annexion Transvaals unwiderruflich sei. Das Comttd der Boers rahm hierauf eine Resolution an, worin die Erklärung abgegeben wird, daß nur die Wiederherstellung ihrer Unabhängigkeit sie zufrieden­stellen würde.

Paris, 17. Octbr. Der Minister des Innern hat 23 Maires, welche einem Banket zu Ehren Blanqut's beiwohnten, abgesetzt. Auf diesen Bankets wurden aufrührerische Reden gehalten.

Lokales.

«testen, 17. Octvber. lieber die Feier de« 50jährigen Dienstjubiläums des Herrn Hofgerichts-Prästdenten Dr. Georn Buff wird derDarmst. Ztgunterm 15. d. berichtet- Heute wurde dahier das fünfzigjährige Dienstjubiläum des Großh. HofgerichtsPräsidenten Dr. «eorg Buff gefeiert. Drei Jahre nach seinem ersten «nstellungsdecret - am 16. Oktober 1832 wurde er in da« Hofgericht der Provinz Oberheffcn versetzt, am 12. November 1855 al« Mitglied und Rath des Ober-Appellations, und Caffattonsgerichts nach Darmstadt berufen und am 10. November 1862 zum Präsidenten des Hofgericht« zu Gießen ernannt. In letzterer Stellung erwarb er sich die Liebe und Hochachtung aller Richter der ganzen Provinz durch stvenge Handhabung der Gerechtigkeit, verbunden mit Milde und wahrem Wohlwollen Jedem war er «in freundlicher und wohlmeinender Berather. Dem Colleg besonders ging er mit dem Beispiel nicht nur rastlosen Fleißes und unermüdlicher Pflichtrrue, sondern auch eines ächt collegialtschen Verhaltens voran. Diesem Gefühl der Hochachtung und Verehrung haben denn

auch an dem heutigen feierlichen Tage die zu Ende des vorigen Monat« in Aktivität gewesenen Mitglieder des Hofgerichts und der Staatsanwaltschaft, sowie die Landrichter der Provinz durch Darbringung ihrer Glückwünsche und Ucderreichung eines silbernen Pokals Ausdruck ver. liehen. Die beabsichtigte Veranstaltung einer öffentlichen Feier mußte auf dringende Bitte deS Jubilars unterbleiben. Dieselbe würde sonst allgemeine Betheiligung gefunden haben, wie die zahlreichen Beweise der Hochachtung, die auch aus anderen «reisen, als den genannten kamen darthun. Es sind aber nicht nur Vorzüge des Charakters, welche die allseitige Anerkennung verdienen und gefunden haben, sondern auch eminente Leistungen im Dienste de« Staats, namenl« lich in der treuen Verwaltung der übertragenen Aemier zum Segen der Justiz «nd in der po­litischen Wirksamkeit als langjähriges Mitglied und Präsident der zweiten Kammer und seit mehreren Jahren als Mitglied der ersten Kammer der Landstände. Diese Verdienste hat ins­besondere auch Se. Königl. Hoheit der Großherzog durch Verleihung verschiedener Orden, zu­letzt am 18. Juli l. I. des ComlhurkreuzeS I. Klaffe des Philippsordens, sowie dir erwähnte Ernennung zum lebenslänglichen Mitglied der ersten Kammer gewürd'gt und die Juristenfacultät zu Gießen am 9. Januar 1863 durch Verleihung der juristischen Doktorwürde anerkannt. Mit stolzer Genugtuung kann der Jubilar unbeschadet seiner liebenswürdigen Be­scheidenheit auf die fünfzigjährige Dienstthatigkeit zurückbltcken. Möge ihm dieses Glück noch lange dejchieden sein.

Gießen, 17. Oktober. Nach den Aufzeichnungen, die im botanischen Garten täglich gemacht werben, hatten wir heute Nacht S Grad «alte. In den Gärten sah es in Folge dessen heute Morgen recht traurig aus. Die Georginen und der sonstige Herbstflor sind total

Vermischtes.

Butzbach, 14. Oktober. Freiherr von Rabenau wurde mit 130 von 139 Stimmen jum Präsidenten, Dr Groß mit 63 gegen 60 Stimmen zum Vtcepräsidenten des lanbwirth- schaftlichen Vereins gewählt. x1

Wien, 13. Oktober. Freitag Nachmittag 4 Uhr 42 Min. und Samstag Morgen um 3 Uhr 32 Min wurde in Temesvar >owohl als In einigen anderen Städten unsere- Landes- thrileö ein Erdbeben beobachtet. Freitag Nachmittag erfolgte eine Anzahl rasch aufeinander folgender Stoße, der Boden oscillirte fühlbar unter den Füßen, in manchen Häusern begann das Küchengeschirr zu klappern, Clavtere gaben einen Ton von sich, ähnlich demjenigen einer Aeolsharfe, und die Fensterscheiben ließen ein andauerndes heftige- Klirren vernehmen. Ein Herr, der das Erdbeben mit der Uhr in der Hand beobachtete, bemißt die Dauer desselben auf o Sekunden. Derselbe berichtet:Ich saß Freitag Nachmittag in meinem Bureau am Schreib- tische; die Uhr wies auf 4 Uhr 42 Min., als ich plötzlich ein sich in vielen zitternden und rasch aufeinander folgenden Stößen äußerndes Erdbeben wahrnahm. Die Bewegung von Disch und Stuhl war energtich genug, um meinen Körper abwechselnd mit ver Tischplatte in Berührung zu bringen und davon wieder zu entfernen. Ich hatte während dieser Zett ein Gefühl de« Unbehagens, ähnlich demjenigen wie bei heftigem Herzklopfen." Samstag um 3 Uhr 52 Min. Morgens wiederholte sich das Erdbeben mit einer Dauer von ungefäbr 5 Sekunden. Diesmal wurden unausgesetzt gleichmäßig Schwingungen, scheinbar nach Norden gerichtet, beobachtet. Die Erschütterung war stärker als am vorhergegangenen Tage und es wurde ein starkes Knistern an Fußboden und Thürstöcken beobachtet. Ungleich heftiger trat das Erdbeben in mehreren anderen Städten unserer Gegend auf. Telegraphische Mittheilungen aus Karansebes berichten, daß e& daselbst zur nämlichen Zett wie in Temesvar Statt fand. In einem Hause fiel das Küchen- geschtrr von der Wand und eine Frau, die sich gerade auf der Straße befand, gerieth in heftiges Taumeln. Am härtesten scheint die Stadt Weißkirchen von dem Erdbeben mitgenommen worden zu sein, da oasselbe dort erheblichen Schaden angertchtet hat. An die hiesige Eomitalsbehördr rst Samstag folgendes offfcielle Telegramm emgelaufen:Weißkirchen, 11. Oktober Gestern Nachmittag 43,4 Uhr erschütterten zwei ziemlich heftige, eine Minute andauernde Erdstöße dir Stavt. Um V28 Uhr Abends und 3/44 Uhr früh wurden neuerliche Erdstöße, die Nacht hin­durch leichte Schwingungen beobachtet. Einige Häuser sind leicht, viele Rauchfänge arg be­schädigt. Ein Haus hat stark gelitten, aus welchem die Delogirung der Bewohner veranlaßt werden mußte. _ Ingenieur und Stadthauptmann untersuchen den Zustand der Schulen und öffentlichen Gebäude. Ausführlicher Bericht folgt." Ebenso meldet man aus Drenkova, 10. Oktober:Nachmittags vor 5 und nach 7 Uhr machten sich hier je zwei Erdstöße in der Ricbtung von Norbwest nach Sbdost fühlbar. An sämmtlichen Gebäuden der Donau Dampf­schifffahrts-Gesellschaft sind Sprünge sichtbar"; und aus Belgrad, 10. Oktober:Heute Nach­mittag um 41/: Ubr fand ein starkes Erdbeben in der Dauer von acht Sekunden Statt. Rich­tung: Nordnordost, Südsüdwest." Weitere telegraphische Meldungen berichten, daß die Er« schütterung nicht nur in einem großen Theile Ungarns, sonoern auch in Siebenbürgen, der Moldau und Walachei beobachtet wurde und sich bis nach Beffarabtrn erstreckte.

Irifchbiicker in Gießen.

Sonntag, den 19. October. Daniel Rühl, Marktplatz. Emil Sauer, Selter«, weg. Martin Lenz, Marktplatz.

Kirchliche Anzeigen

der evangelischenGemeinde snGießen.

Gottesdienst:

Sonntag den 19. Oktober.

Morgens Uhr: Pfarrverwalter Schöner.

Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schlosser.

Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 19. bis 25. Oktober besorgt Pfarrverwalter Schöner.

Nächsten Sonntag, den 26. Oktober, wird da« Erntedankfest gefeiert werden.

6638)

Der Abtheilungg Baumeister.

Kluge.

auf alle Hauptplatze von Amerika sind stets zum Tageil- ww (5ourS zu haben bei C. W. Dietz. (95

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Abtheilung I.

Das alte, früher der Main-Weser-Bahn gehörige BahnwärterhauS auf Bahnhof Lollar, welches auf dem Zufuhrwege nach dem neuen Em- pfangsgebäude gelegen ist, soll im Wege öffentlicher Licitation verkauft werden. Hierzu ist Termin auf Montag, den 20. October er.. Mittags 1 Uhr zu Lollar an Ort und Stelle anberaumt und wird das Gebäude an diesem Tage an den Meistbietenden gegen sofortige Einzahlung von 10 % Ge­bots öffentlich versteigert werden.

Bedingungen liegen im Abthcilungs-Bureau zu Frankfurt a. M. zur Einsicht, können auch gegen Erstattung der Copiallen von mir bezogen werden.

Frankfurt a. M-, den 8. October 1879.

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