Nr. 281. Dienstag den 2 December 1878.
Archener Htiyerger
Aijeigk- ueb Amtsblatt für bti Kreis Gieße«.
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& muß v°n dem Betreffenden ,-lbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in A-.enforma. (nicht Briefpapier) zu »er- wenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird.
Dem Gesuche find folgende Papiere beizufügen:
t ^MnwUUgungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklänmg über Bereitwilligkeit und F-h.gk-.t den Freiwilligen behörde auszustellen ist;
—------------ - ßß pes Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 26. l. M., enthält:
(5Rr. 1350.) Verordnung, betreffend die Abände-ung der Bestimmungen über di- Tagegelder, Fuhrkosten und Umzugskosten der R-ichsbeamt-n. Vom 19'(^°™65“),87u9ebeteinfutlft Äffchen dem Deutschen Reich und Belgien wegen gegense.i.ger Zu.affung der beiderseitigen Staatsangehörigen zum Aimenrecht^ Oberem,euch zwischen dem Deutschen Reich und Luxemburg wegen gegenseitiger Zulaffung der beiderseitigen Staatsangehörigen zum
Armenrechte^ November 1879. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
' vr. Boekman n.______
6. das Schulzeugniß.
^°Zu"r°^b7daßl7d7m MnwUltgungs.Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen
CI Tbetl der Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 — Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) ausgestellt sein miss .
Im Uebrigen wird auf die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ordnung verwiesen.
Darmstadt, im December 1 A^ßherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.
Der Vorsitzende:
Dpamer. ________
B-treff-nd: Di- Rachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Schul-
mit kaltblütiger Grausamkeit nicht beffer als das Zugvieh. Seit dieser Zeit wuchs im russischen Volke jene feindliche, bitteren Haß athmende Stimmung gegen die Deutschen empor, und dieses Gefühl hat sich erhalten und lst erstarkt bis auf den heutigen Tag. Daß im russischen Gemüthe nichts liegt, was es ,u dem Deutschen zieht, ist eine Thatsache, die jeder Rufie erkennt, und daß jeder Deutsche uns von ganzer Seele »»der Haßt, ist es nicht weniger. . - - Zwischen dem russischen und dem deutschen Volke ist nicht die geringste Sym- pathi" und es hat auch nie eine solche gegeben- Diese Sympathie besteht auch nicht bet den intelligenten Klaffen, welche sich In Folge vieler Ursachen in großer Mehrzahl zu den Franzosen hingczogen suhlen; sie ist bei den Ar- meen beider Reiche ebenso wenig zu finden. Was in letzter Zeit als Symp^ thie halte erscheinen können, war weiier nichts als der gegenseitige Austausch äußerlicher Höflichkeiten, von welchem die Waffe des russischen Heeres unbe. rührt geblieben. So erscheint denn als einziges Band der Freund^ast zwischen Rußland und Deutschland die Freundschaft beider Monarchen. Doch Monarchen sind sterblich. Es ist unzweifelhaft, daß Rußland auch nach den- selben noch lange nicht In die traurige Nothwendrgkett versetzt sein wird, Deuschland den Krieg zu erklären, ob wir aber von deutscher Seite eine genügende Bürgschaft vor einem solchen Schritte haben, durste eher zu b'^^Berlin 29 November. Das dänische Königspaar ist heute früh 9'/. Uhr abgeretst. Der Kaiser und die Kaiserin, sowie der Kronprinz m chten den dänischen Herrschaften vorher im Schlöffe einen Besuch, worauf die Kaiserin im ersten Wagen die Königin, sodann der Kaiser im zweiten den König zum Bahnbose gelet'ete. Im dritten Wagen folgte der Kronpr.nz. Am Bahnhöfe waren zur Verabschiedung anwesend l der Stadteommandant, der Polizeipräsident, der dänische Gesandte und der Ehrendienst.
— Fürst Gortschakoff ist gestern Abend 8 Uhr 50 Mm. hier eingetroffen und in der russischen Botschaft abgestiegen.
Deutschland.
Berlin 29. November. Ein Moskauer Correspondent der „Köln. Leitung" schreibt: Unter dem Titel „Rußland und Deutschland" bringt die russische Monatsschrift „Rußkaja Retsch" einen Artikel, für welchen der Titel Geschichte des Deutschenhaffes in Rußland" bezeichnender wäre. mit einer solchen Genauigkeit verfolgt der Verfaffer seine Entstehung und Entw ckelung, von dem Czaren Johann dem Schrecklichen an bis auf die neueste Zett, wo die Politik des „Mannes von Blut und Eisen" die Deutschen Rußland gegenüberstellt. Ein ähnliches Werk hat die russische Preffe trotz ihrer maßlosen Ausfälle gegen Deutschland nicht aufzuweisen, denn noch nie hat man den Deutschen in so ungeschminkter Rede gesagt: „Wir Haffen euch, weil wir euch baffen muffen — weil wir ein Recht dazu haben. Es durfte für unsere deutschen Leser nicht uninteressant sein, zu erfahren, weshalb und wie sehr die Deutschen in Rußland gehaßt werden; wir fuhren daher Einiges aus der genannten historischen Abhandlung in der russischen Monatsschrift an:
Die Freundschaft zwischen Rußland und Deutschland ist eine rein persönliche. zufällige. Sie ist aus der Persönlichkeit beider Monarchen, auf verwandtschaftlichen Beziehungen und deren Vergangenheiten begründet; dieselbe wurzelt jedoch nicht im Volke und hat keine Zukunft. Der erste deutsche Name, welcher wie eine Gewitterwolke über Rußland emporstteg und unsäg- jjchis Elend über das Land brachte, war der Name des Deutschen, Biron, und von dieser unseligen Epoche des vorigen Jahrhunderts faßteder Haß aeaen die Deutschen im russischen Volke Wurzel. Nach der französischen Invasion vom Jahre 1812, he ßt es weiter, und hauptsächlich während der Regte- runa des Kaisers Nikolaus wurde Rußland von einem Heere deutscher Gutsverwalter überschwemmt, welche nach und nach Adelsrechte erwarben und lelbsi Gutsbesitzer wurden. Diese deutschen Verwalter und Gutsbesitzer wurden erbarmungslose Blutsauger der russischen Bauern und behandelten dieselben


